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Dienstag, 9. Dezember 2025

Tag 9 - Ein wunderschöner Garten und Karatsu

 Hallo Zusammen,

etwas verspätet folgt noch der Bericht vom Sonntag (07.12.2025). Es ist wieder ROADTRIP Zeit mit Sachi! Experten wissen, das dies immer ein Schlagwort für unvorhergesehene Ereignisse ist :D

Diesmal geht es nach Karatsu. Karatsu liegt in der Nachbar Präfektur Saga und ist ungefähr 80 Minuten mit dem Auto westlich von Fukuoka entfernt. Das klingt ja erstmal nach ner Strecke die total machbar ist. Zuerst ging es aber zum Kankyo Geijitsu No Mori Park, eine kleine Grünanlage in der ländlicheren Gegend der Präfektur von Saga. Ländlich trifft es gut. Sachi fährt buchstäblich über Stock und Stein und durch Kurven den Berg hinauf und herab, teilweise gibt es wieder keinen GPS Empfang (und wir verfahren uns). Nach etwas mehr als 100 Minuten kommen wir an. Und es hat sich einfach so gelohnt:

 

sieht süss aus aber auch frech irgendwie



 Der Park ist nicht riesig aber wunderschön und wird liebevoll gehegt und gepflegt.Während der Herbstfärbung einfach wunderschön, obwohl wir vielleicht sogar 1-2 Wochen zu spät dran sind:

 




Im Sommer (hoffentlich nur) gibt es hier auch Bienen und Schlangen (:


Vom kleinem Teehaus aus hat meinen einen tollen Überblick:

 

Die Spiegelung im Tisch *__*






Es ist einfach superschön. Ich genieße diese Ruhe und den Anblick. Da es sehr ländlich ist, ist nicht viel los. 

Langsam kriegen wir aber ziemlich Hunger und wir beschließen weiterzufahren, diesmal  dann wirklich nach Karatsu. Der Weg dahin ist nun auch über "normalere" Straßen.

 Erster Stop: Udon! Leider ist nun auch Mittagszeit, das bedeutet es ist überall voll. Wir müssen sogar etwas warten bis wir den Laden betreten können. Ich bin fasziniert von der Geduld der Japaner. In Deutschland würde ich ja einfach wo anders hingehen und was essen. Wenn ich hungrig bin, bin ich einfach nicht mehr ich. Aber hier schaffe ich es, notgedrungen, mich zusammenzureißen - das warten lohnt sich aber:

 




Gut gestärkt geht es nun zur Burg Karatsu. Einfach wunderschön. Katatsu ist ein vergleichweise kleiner Ort, daher ist der Touristenandrang sehr gering. Die Burg steht den bekannteren Burgen in Osaka oder Nagoya aber in nichts nach, ich lasse euch einfach mal mit ein paar Bildern in und um die Burg allein:

 

Ausblick innerhalb des Burggeländes





Weg hoch zur Burg

 

ein Schrein auf dem Gelände darf nicht fehlen

In der Burg befindet sich ein Museum

Toller Ausblick vom oberen Part der Burg über Karatsu




Im vierten Stock gibt es eine kleine Überraschung, eine gewisse Freundin von mir wäre durchgedreht:

Yuri on Ice!

Offensichtlich war Karatsu wohl Vorbild für den im Anime fiktiven Handlungsort in Nord-Kyushu :) . Wirklich ein toller Anime, schade das es nur eine Season gab / es abgeschlossen wurde.
 

Bevor wir die Rückreise antreten, darf ein süßer Snack nicht fehlen:

Itadakimasu! Das könnte ich ja den ganzen Tag immer essen

Kikouan parafit - Azuki Bohnen, Jellys aus grünen Tee, Matcha, Mochi - was will man mehr?
 

Das Cafe " Tea & Space Kikouan" ist generell total süß, tatsächlich kaufe ich hier auch ein paar Souvenire. Insbesondere der Tee muss mit. Der war sehr lecker! Klar gibt es ähnliches auch viel günstiger im Daiso und Co. - aber das ist dann auch nicht "authentisch" Japanisch sondern eher "Made in China". Das Personal ist sehr freundlich, ich kriege sogar noch extra Süßigkeiten geschenkt!!

Auf dem Rückweg hat Sachi noch eine kleine Überraschung vorbereitet. Eine davon war von ihr aber auch wirklich geplant, die andere naja.

Sachi spricht von einer kleinen Überraschung, dann.. sehe ich etwas blinken.. sie auch.. Wir haben fast kein Benzin mehr!!! SCHON WIEDER! Das ist letztes Jahr auf dem Roadtrip auch passiert (leider haben wir damals ja nicht weiter geschrieben T__T - legendäre Geschichte) 

SACHI!??!??!!!!

Wir halten in Dunkelheit  an einem Haus. Also.. wenn ich jetzt paranoid wäre.. dann würde ich denken, mir passiert hier was. Sachi steigt aus, geht durch den Hintergarten an die Tür dort und redet mit irgendjemanden. Ich bleibe im Auto. Sie kommt zurück und meint wir müssen etwas warten. Ein paar Minuten vergehen, sie checkt das Handy. Hat sie nach Benzin gefragt? Den japanischen ADAC wieder anrufen lassen? Ich weiß es nicht. Wir fahren los, ich navigiere sie zu einer Tankstelle. Wir schaffen es, gerade so:

Ojiisan (Opilein) war sehr happy einen Ausländer aka me zu sehen und hat sein volles englischsprachiges Vokabular ausgepackt. Sehr süß und witzig.

In Japan wird man an den meisten Tankstellen "betankt", es kommen Servicemitarbeiter, man gibt seinen Schlüssel und die betanken das Auto für einen, reinigen auch die Scheiben etc. - schon ziemlich NICE.

 Nun ging es aber wieder zurück zu diesem Haus.. wir warten wieder.. Sachi fragt mich was ich denke was wir hier tun. WAKANAI!? Keine Ahnung. WOhnt hier jemand von ihren Freundinnen? Eigentlich nicht.

NAch ein paar Minuten kommt dann aber ein bekanntes Gesicht raus: Hiroko!

Mit Hiroko habe ich einiges an Zeit vor 2 Jahren verbracht. Obwohl sie eigentlich kein Englisch spricht war es so lustig mit ihr, es gibt so Menschen, die einfach generell eine sehr unterhaltsame Seite haben. Ich freue mich wirklich sie zu sehen (war etwas traurig das es letztes Jahr nicht geklappt hat). 

Hiroko gibt uns nochmal essen mit (also, deutsche (Mütter) sind da ja auch schlimm - Japaner stehen denen in nichts nach). Ich weiß gar nicht wie viele Süsskartoffeln, Zwiebeln, Kaki, Eier oder Mandarinen Sachi nun hat XD

Als Sachis Mutter gehört hat, das ich da bin, hat sie ihr gefühlt 5kg KAKI mitgegeben. Ich übertreibe nur leicht. Wir essen jeden Tag Kaki damit nichts schlecht wird. Mütter...

Ach, und das Sachi wieder vergessen hat zu tanken, das muss hier unter uns bleiben. Sachis Mutter hat ihr noch einen extra Vortrag gehalten das sie vorsichtig und umsichtig fahren soll weil ich dabei bin. Wenn sie hört das Sachi fast wieder vergessen hat zu tanken.. gibt es ziemlich Ärger.. sagt Sachi selbst und lacht. Ich muss aber sagen, Sachi ist wirklich eine gute Fahrerin. Wirklich! Nur das sie manchmal einfach mittendrin irgendwo hält ohne WARNBLINKANLAGE triggert mich als deutsche etwas. Aber in Japan sind die Autofahrer irgendwie entspannter. In Deutschland würde man ein Hupkonzert abkriegen. Hier halten die Japaner geduldig hinter einen und warten bis du dich 5 Minuten am Navi gekramt hast anstatt einfach vorbeizufahren - wow. 

 Sachi, danke für alles. Ich bin echt ein Glückspilz so viel von Japan zu sehen und zu lernen, auch Seiten die nicht so bekannt sind. Ich genieße jede Minute <3 

 Sorry, das waren heute viele Fotos und so.

Ich werde nun gleich noch den Bericht von gestern schreiben. Ich bin mittlerweile in Tokio gelandet.

 

Liebe Grüße! 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sonntag, 1. Juli 2018

Tag 9 - Toho

Tag 9

Guten Morgen aus Japan,

es tut mir leid, auch dieser Eintrag kommt ein paar Stunden später. Grund hier für ist auch wieder das Bier bzw. der Wein. Es wurde sehr spät gestern Abend mit Sachi’s Freundinnen, aber ich fange am besten ganz von vorne an:
Gestern morgen hieß es früh aufstehen, so wie an einem regulären Wochentag, denn es ging heute mit dem Auto nach Toho-maru. Toho? Ja, Toho ist ein kleines Dorf südöstlich von Fukuoka und ab nächsten Monat Sachis neue Heimat. Sie fängt eine Stelle im öffentlichen Dienst an. Das Dorf wurde letztes Jahr schwer von Regenstürmen heimgesucht, diese waren so schwerwiegend das wohl quasi alles unter Wasser stand und drei Menschen ums Leben gekommen sind. Sachi wird an einem Projekt zur Sicherheit mitarbeiten, damit sich so etwas nicht wiederholt. Nach Toho sind es eigenlich nur 70km(?) aber diese müssen wir durch Dörfer und Landstraßen hinter uns lassen. Immer wieder gibt es zwischendurch so heftige Regenschauer das man kaum weiterfahren kann. Die Hinfahrt zieht sich daher etwas.
Irgendwann kommen wir dann aber doch noch an und wir warten an Sachis neuer Arbeitsstelle auf einen Kollegen. Sachi ist total aufgeregt ihre neue Wohnung/Haus zu sehen. Diese kriegt sie von ihrer Arbeit komplett gestellt. Nach einigen Minuten erscheint der Kollege und mit dem Dienstwagen geht es dann als erstes zu Sachi’s neuem Zuhause. Ein großes Haus. Wow. Inklusiver kompletter Küche und Bad. Das sieht echt wirklich gut aus.


Als nächstes geht es dann zur Bahnstation. Alles hier ist ein wenig urig aber schön. Seit dem schweren Unwetter wird diese Haltestelle nicht mehr angefahren, das soll sich in naher Zukunft ändern. Es ist drückend, schwül heute, obwohl es angeblich nur 25 Grad sind.



Der Arbeitskollege zeigt uns quasi das ganze Dorf. Die tausenden Reisfelder, der Fluss, das Restaurant. Hier gibt es viel Natur zu sehen, Frösche, unbekannte große Käfer die sich paaren wollen und zu hören sind die Zikaden. Die kann man auch nicht überhören. Aber, es ist sehr schön hier. Diese Natur, die Luft!
Als krönenden Abschluss zeigt uns der Kollege den Schrein in Toho. Ich habe schon einige in Japan gesehen, aber dieser gehört definitiv zu den schönsten. Relativ „klein“, aber die Lage und diese Ruhe dabei. Es ist so verwunschen. Und der Weg dort hoch ist schon eine kleine Herausforderung :D












Danach ging es zurück zur Arbeitsstelle. Die Menschen hier in Toho sind sichtlich aufgeregt einen Gaikokujin (Ausländer) zu sehen. Selbst in Fukuoka (1.5 Mio. Einwohner) wird man öfter mal angesprochen und man sieht jeden Tag dort Ausländer. In Toho verirrt sich so schnell keiner hin, zumal das Dorf mit dem öffentlichen Nachverkehr nicht (mehr) zu erreichen ist. Am Ende der Tour fragt der Arbeitskollege ob er mich fotografieren darf. Er möchte mich seiner Frau und Kindern zeigen. Man könnte sich wie ein Tier im Zoo vorkommen.. aber ich weiß, dass die Japaner es nicht böse meinen, die sind einfach aufgeregt und so neugierig auf Nicht-Japaner. Das brachte mir schon einige gute Gespräche und gutes Training.

Über die ganze Führung vergessen wir aber fast das wir quasi am verhungern sind. Also sucht Sachi ein Restaurant in der nähe. Gar nicht so einfach, die hälfte der Restaurants hat Samstags (!!!) geschlossen. Schließlich werden wir aber fündig und essen super leckerer Soba Nudeln (inkl. Unbekannten Gemüse, aber ich habs überlebt). Auch hier sind die Angestellten total neugierig auf mich, ich weiß da gar manchmal gar nicht was ich machen soll XD . Mittlerweile regnet es wieder aus allen Eimern (es ist halt Regenzeit). Sachi sagt ich bringe Glück weil immer wenn wir draußen sind, ist es trocken XD. Als wir fast fertig sind mit dem Essen, was zugegeben etwas dauert da die Portionen hier sehr groß sind, knallt es kurz und das Licht geht aus. Da ist wohl ein Blitz eingeschlagen. Wir sitzen im dunkeln. Hektisch kommen die Angestellten mit großen Taschenlampen angerannt. Nach 2,3 Minuten geht das Licht aber wieder an. Wohl nur eine Sicherung rausgeflogen =D
Mittlerweile ist es nach 15h. Das Essen macht mich schläfrig und kaum sitzen wir im Auto regnet es auch wieder. Während der Fahrt schlafe ich kurz ein (Essen lähmt mich einfach) und Sachi verfährt sich XD Irgendwie kommt sie am Ende doch in Dazaifu aus, eine alte Stadt die nun zu Fukuoka City gehört, und weckt mich und schickt mich in den Tempel (ich hatte erzählt das ich den noch nicht gesehen habe). Leider bleiben mir nur 40 Minuten, da um 17h die Läden hier und der Tempel zu machen. Natürlich hat es wieder aufgehört zu regnen XD Es ist sehr schön hier, sogar bei diesem nassen Wetter sind hier viele Leute. Ich schlendere also durch den Tempel und durch die Souvenirstraße und lande bei der Bahnstation wo Sachi mich wieder einsammelt.








Auf dem Weg nach Hause machen wir einen kurzen Abstecher in den Seiyu. Ich liebe den Seiyu. Dieser Supermarkt war auf der letzten Japanreise das zweite Zuhause von meiner Schwester und mir XD



Am Abend kommen Sachi’s Freundinnen vorbei. Izumi ist eine Köchin die einige Jahre in Paris verbracht hat und auch schon mal bei NHK (das japanische gegenstück zu ARD/ZDF) zu sehen ist. Das nächste Mal z. B. am Mittwoch um 11.30h. Ich überlege in das Studio zu gehen, da es nur ein paar 100m von der Wohnung entfernt ist und man wohl so einfach ins Live-Studio gehen kann. Hierzu muss ich aber Sachi nochmal genauer befragen. Izumi kocht wirklich sehr sehr gut!! Später kommt noch Hiromi dazu. Hiromi ist bekannt dafür irgendwann einfach einzuschlafen wenn sie einen Drink zu viel hatte. Sie arbeitet für einen Badezimmer Ausstatter und ist für Events und Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Es ist ein lustiger Abend. Ich esse gut. Ich trinke gut. Ich unterhalte mich gut. Es gibt Bier, Wein, Printen, Süßes.  Die drei versuchen deutsche Wörter auszusprechen, am besten ist definitiv die Aussprache von „Aachener Printen“. Deutsch ist wirklich eine schwierige Sprache (aber Japanisch auch). Auch sehen sich die drei meine Hausaufgaben an.. und verzweifeln. Die wissen teilweise auch nicht was hier gerade ueberhaupt gefragt wird oder warum meine Antworten falsch sind. Yaaay.  Um 1h schlafe ich im sitzen ein und muss aufgeben. Kurz darauf ist auch Izumi nach Hause gegangen. Hiromi hat hier übernachtet XD
Heute geht es wohl ins Onsen. Ich konnte gestern übrigens knapp einer voll Katastrophe entgehen da das Onsen wohl für gestern geplant war. Eeeeeh, ich war darauf voll nicht vorbereitet XD Jetzt bin ich es X’D
Im Moment schlafen Sachi und Hiromi noch und vielleicht lege ich mich auch nochmal ein bisschen hin.
Viele Grüße in die Heimat!

Schlüsselsatz:
ドイツ人は何才からビールを飲んでもいいですか.
Ab wann dürfen Deutsche Bier trinken?