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Samstag, 19. November 2022

Tag 30 - Miyajima, diesmal richtig!

Hallöchen Zusammen,

Viele Fotos und Videos!

ich habe es tatsächlich früh aus dem Bett geschafft und mich um kurz vor 8h schon auf den Weg nach Miyajima bei Hiroshima gemacht. Von Osaka aus sind das schon drei Stunden Anreise.

Ich war bereits vor gut 7 Jahren zusammen mit Mochi dort (Miyajima 2015) aber wir kamen relativ spät an und konnten bei weitem nicht alles sehen. Das sollte heute nachgeholt werden!

Die Überfahrten klappen alle reibungslos, inkl. Sitzplatzreservierung für den Shinkansen-Teil. Schon praktisch sowas. Der letzte Teil der Anreise erfolgt über eine Fähre, Miyajima ist ja schließlich eine Insel!




Nach einer letzten kurzen ca. 10-minütigen Fahrt bin ich dann auch endlich da: MIYAJIMA!

Ich habe viel in Japan gesehen, aber Miyajima ist immer noch einer der schönsten Orte. Einer meiner absoluten Empfehlungen: Beeindruckende Tempel und Schreine, Sightseeing, Landschaft und sogar Tiere, so wie diese Kameraden hier:



"Leider" war heute Ebbe, ich wusste gar nicht wie gravierend die Auswirkungen auf die Erscheinung von Miyajima hat. In 2015 war wohl Flut und überall das schöne blaue Wasser. Aber auch bei Ebbe hat es seinen Charme, eben nur anders:


no water


Ich setze mich ein wenig hin und genieße die Aussicht auf den Schrein und die Tiere. 




Die sind teilweise sehr interessiert:




Als weiterer Punkt steht aber der Besuch bzw. die Erklimmung des Berg Misen an. Den konnte ich beim ersten Besuch gar nicht betrachten. Es gibt verschiedene (steile) Wanderpfade zur Spitze, die ca. 2 Stunden dauern. Das spare ich mir aber, aus folgenden Gründen:

- Die Zeit drängt: es ist nach 12h und wenn ich wieder runterwandere ist es schon fast dunkel

- Die Pfade führen durch den Wald. Der Wald ist VOLLER Insekten. Und die LIEBEN mich. Keine Lust auf Insektenstiche.

- Ich bin faul.

- Ich bin geil auf die Seilbahn!


Zur Seilbahn hin gibt es sogar einen Shuttlebus, den spare ich mir aber und geniße edie ca. 10-minütige Fußtour durch den ersten Teil des Waldes, es ist so schön, meine Fotos können das Farbenspiel leider gar nicht so wiedergeben habe ich gemerkt:







An der Seilbahnstation gibt es eine lange Schlange. Anscheinend haben viele Leute einen ähnlichen Gedanken. Die Fahrten bieten eine krasse Aussicht:




Nach einiger Zeit bin ich nun endlich oben angekommen. Dachte ich. Es gibt eine Observation Area, aber die Spitze des Berges und die Tempel liegen noch etwas höher. Angeblich 30 Minuten soll es nur dauern bis zur Spitze. Ja, jetzt bin ich ja schon so weit gekommen, da will ich auch nach ganz oben. Vorher aber kurz die Aussicht hier genießen und die Warnung beachten:

So im letzten Satz kommt der Hinweis "Ahja, giftige Tiere kudasai" XD


Nun, die Reise beginnt.. diese 30 Minuten sind 100x anstrengender als gedacht. Der Weg ist mehr ein Pfad, die Treppen manchmal schief und wacklig. Abenteuerlich. Landschaftlich schön aber echt anstrengend. Wer nicht so gut zu Fuß ist, schafft das auf gar keinen Fall. Am Tempel mache ich einen Zwischenstopp, aber nur kurz. Die Zeit drängt. Am oberen Ende der Seilbahn wurden alle paar Minuten durchsagen gemacht das man sich nicht zu weit von der Seilbahn entfernen soll wenn man diese noch für den Rückweg nutzen will. Die Schlange für den Weg runter war sehr lang. 








Diese Herbstfarben *__*

Nach weiteren gefühlten 5 Stunden erreiche ich ENDLICH die Spitze. Die Sonne knallt obwohl es eher frisch ist heute. Meinen Schal nutze ich wieder als Schutz. 



Lange verbleibe ich auch hier nicht, ich will die Seilbahn nach unten nehmen, ich möchte nicht den Rückweg zu Fuß antreten, im dunkeln und durch den Wald. Der Rückweg geht etwas schneller, aber dauert auch ein wenig.

Hier in der Schlange treffe ich dann auf Masako und Masahiro. Manche Japaner sind wirklich sehr begeistert von Ausländern und lieben allerlei Geschichten aus dem Ausland. So auch diese beiden. Manchmal nennt man solche Japaner "Gaijin(Ausländer)-Hunter". Mich stört es nicht, ganz im Gegenteil ich habe zwei nette Stunden die mir die Wartezeit enorm verkürzen und wir gehen in Miyajima auch kurz noch etwas Tee trinken und Omiyage probieren (in dem Fall Keksspezialitäten aus Miyajima). Masahiro hat einen Neffen in Wien wohnen und spricht auch etwas Englisch und Masako will alles über meine Reise wissen. Sie finden es sehr "mutig"/"stark" das ich alleine reise (Naja, Japan ist ja auch wirklich sicher, also kein Meisterwerk). Besonders Masako ist total glücklich das nun wieder Touristen ins Land kommen können ("Austausch mit Menschen aus der ganzen Welt ist das schönste und wichtigste" meint sie) und letztlich tauschen wir sogar LINE-Kontakte aus und wenn ich nochmal in Hiroshima sein sollte, soll ich melden, hahaha. Natürlich gab es dann auch noch eine Kleinigkeit als Geschenk, egal wie sehr man sich wehrt, es passiert. Wie lustig. Ich weiß nicht, sind Deutsche auch so?



Die Heimreise verläuft problemlos, aber es wird spät. Die Shinkansen sind voll und ich muss tatsächlich einen Zug später nehmen da ich einen Sitzplatz haben will und alle vergeben sind. Ich merke mittlerweile was ich den Tag geleistet habe und bin total müde. Auf den letzten Stück nach Hause kriege ich noch einen Krampf in der Wade (Danke, warum nicht 5 Minuten später Zuhause?) und freue mich einfach auf die Dusche. Nati hat ein wenig früher Schluss und geht einkaufen und zaubert ein FAMOSES Abendessen, ich bin so dankbar:

100% Vegan


Wir sitzen lange zusammen und quatschen über Gott und die Welt. So schön <3 Ich genieße die Zeit hier sehr.

Morgen bzw. heute lasse ich es ruhiger angehen. Später gehe ich Richtung Innenstadt, einen zweiten Koffer kaufen und vielleicht nochmal etwas bummeln. Abends sind wir mit Freundinnen von Nati verabredet und gehen was essen und trinken. Ich bin gespannt.


Liebe Grüße und Danke fürs lesen.


Schlüsselsatz:

話しかけてくれてありがとうございます。

(hanashi kakete kurete arigatou gozaimasu)

Danke für die Unterhaltung/das Gespräch mit mir.



Dienstag, 6. Oktober 2015

Tag 10: Ōkunoshima!

Heyho, Mochi again!

Wir waren heute auf Okunoshima! Erstmal hatten wir eine ziemlich lange Anreise von unserem Hotel in Hiroshima vor uns - aber dank dem JR-Pass konnten wir unter anderem den Shinkansen nutzen. Lediglich die Fähre kostete uns an dem Tag pro Person 620 Yen (ca. 5,00 €). Ob sich der Spaß gelohnt hat? Seht selbst:

So mit der Fähre...

...zu dat Insel!


Während des zweiten Weltkriegs wurden auf der Insel tausende Tonnen Giftgas produziert. Cool, was? :D

Hier sind so ein paar Überreste von der damaligen Produktionsstätte:




 

So - das wars auch schon, hoffe es hat euch gefallen ^_^

Naja gut ... wenn ihr genau hingesehen habt, dann konntet ihr schon erkennen, weshalb wir wirklich auf Okunoshima waren. Von den drei obrigen Bildern abgesehen, gab es dort nicht wirklich viel aus dem zweiten Weltkrieg zu sehen. Damals wurden (leider) sehr viele Tierversuche an Kaninchen durchgeführt. Seit die Giftgasfabrik leer steht, haben die Kaninchen die Insel jedoch erobert. Sie sind der Hauptgrund, wieso jährlich rund 100.000 Besucher die Insel besuchen. Die Insel ist daher auch unter dem Namen "Usagi-Island" bekannt ... auf Deutsch: "Kaninchen-Insel".

Und hier nun unsere wahren Erlebnisse auf Okunoshima:


Usai und das Begrüßungskomitee!

Mochi und weiße Usagi
Für 100 Yen konnten wir uns Kaninchenfutter kaufen BEVOR wir mit der Fähre nach Okunoshima gefahren sind. Zwar habe ich mir Testweise einen Beutel gekauft, jedoch waren Usai und ich so clever, uns im Vorhinein Möhren und etwas Salat im Supermarkt zu kaufen. Da kamen wir Preis-/Leistungsmäßig weitaus besser weg, da die drei dicken Möhrchen und der viertel Salatkopf für ungefähr drei Stunden ausreichten!



Ich muss vermutlich nicht mit Worten umschreiben, wie viele Kaninchen wir auf Usagi-Island sehen, streicheln und füttern konnten ... Ihr werdet nun mit Bildern und Videos beworfen, die mehr sagen, als 1000 Worte :)

Eine niedliche, kleine, sich viel zu schnell vermehrende Plage :D

Ihr kennt ja das Sprichwort ... ******* wie die Kaninchen ^-^




 
Sie lieben das Futter :D


Direkt nachdem wir das Video beendet hatten, kam dann übrigegns eins angelaufen...


Ein kleiner, dreister Bursche...
Und er hatte Erfolg!

Sehr chillig...

Sind sie nicht toll!?

Wir hatten einen sehr schönen Start auf Usagi-Island, welcher sich vorallem dadurch kennzeichnete, dass wir kaum anderen Touristen über dem Weg gelaufen sind. (die meisten sind von der Fähre aus nach links Richtung Besucherzentrum abgebogen, während wir den rechten Weg wählten)
Nach einer Weile kamen wir dann an einer Weggabelung an. Wir hatten die Wahl zwischen...

dem rechten Weg...

...und den falschen.
Man soll wohl auf dem Hauptweg bleiben und wie so mancher Nerd weiß, riet auch Gandalf einst: "Ihr müsst auf dem Weg bleiben, kommt nicht von ihm ab!" ... Natürlich haben wir den Hauptpfad verlassen ... Und es war ein mühsamer Weg ... Wir fanden uns schnell in dichtem Gebüsch wieder ... zum Glück sollten sich die Strapazen lohnen.

Spinnen, die zum Teil einfach ihre Netze zwischen zwei Bäume spannen und auf Kopfhöhe hängen...

Und Mottenschmetterlingsflatterviecher! So heißen die! Ich bin mir sicher!

Echsö

Mehr Spinnen...

Waren wir froh, als wir da endlich raus waren...
Usai kurz vor dem Ende des Pfades

Und Mochi kurz vor dem Ende des Pfades
Nachdem wir die Route Querfeld ein gemeistert haben, kam uns auch gleich wieder der erste Freund entgegen...



Uh - noch ein Pfad abseits des Weges :D


Wie gesagt: Die Mühen haben sich gelohnt!

Eine superschöne Aussicht!

Und hier liefen wir in eine Sackgasse - JAPAN! Wo bleibt das Dead End-Schild, wenn man es mal braucht!?
Hier kann man nochmal richtig gut sehen, wie die Kaninchen schon von selbst auf die Besucher zusteuern:

Usais Liebling - Ein kleines, aufdringliches Tierchen

Usai ist gefangen, bis sie das Kaninchen füttert...

Wir mochten die Atmosphäre~

Wie sie einfach nur rumgammeln...

Noch ein schönes Bild von Usai mit Usagis

Eine Maßstabsgetreue Abbildung der Insel - mehrere m² groß, direkt unter dem durchsichtigen Boden im Besucherzentrum. Sehr cool!




Zum Abschluss wurden wir dann nochmal so richtig von den kleinen Rackern belagert:


NOMNOMNOM! SCHUHE!


Der Shinkansen mit dem wir dank dem JR-Pass ohne weitere Kosten fahren können :D

Und noch ein Kobe-Burger für den Mochi!
 Als wir dann am Abend wieder auf dem Zimmer waren, befand sich mein Pikachu plötzlich auf Usais Schlafsachen. Das war aber nicht die einzige Änderung ... irgendwie hat der Zimmerdienst unser Zimmer in akribischer Genauigkeit hergerichtet ... wir glauben, dass sogar Usais Schuhe noch paralleler zueinander standen ... :D


Das war jedenfalls unser Tag auf Usagi-Island! Unser Fazit: Ein Besuch auf Okunoshima ist jede Mühe Wert!

Wer für wenig Geld viel Futter mitbringen möchte, der sollte vorher einen Supermarkt aufsuchen! (Aber bitte nur geeignetes Futter, wie rohes Gemüse verwenden...)

Und wer ganz Okunoshima erkunden möchte und sich in aller Ruhe mit den Tieren befassen will, dem reichen vier Stunden auf der Insel ohne Hektik voll und ganz! Man sollte nur sicherheitshalber genug zu Trinken und vielleicht auch ein paar Snacks für sich selbst mitnehmen. Getränkeautomaten sind ausnahmsweise rar gesäht und essbares findet man auch nur für teures Geld im Hotel auf der Insel - nichts desto trotz hat es uns auf Okunoshima bestens gefallen! Morgen gibt es dann zum Ausgleich einen weitaus kürzeren Blogeintrag - wir reisen zurück nach Tokyo!