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Montag, 1. Dezember 2025

Tag 2 - Ibusuki und die PokeLids

 Guten Morgen Zusammen,

 eigentlich wollte ich es heute ruhiger angehen lassen. Aber man weiß ja nie was so passiert. Die erste Nacht in Kagoshima war unruhig. Irgendwie hab ich gefühlt 100x die Einstellung der Klimaanlage/Heizung (ist hier so ein an der Wand hängendes Teil das beides kann) geändert und nie war ich 100 % zufrieden. 

Also war ich schon um 4.30h Ortszeit wach. Aber wenigstens konnte ich noch mit Familie und Freunden so schreiben und den ersten Blogeintrag. Danach bin ich auch nochmal eingepennt. Ich habe mir überlegt, heute geht es nach Ibusuki!

(Leider) habe ich etwas länger geschlafen.Ich schaffe es schließlich erst nach 10h aus dem Haus und mache mich freudig zur Bahnstation. Ich weiß nicht, was ich mir so genau gedacht habe, meine Unterkunft ist echt hübsch und so, aber irgendwie merke ich langsam, das es etwas dezentral ist - obwohl es gar nicht danach aussah. Oder liegt es an den Verkehrsmitteln hier? Gestern kam schon einfach ein Bus nicht. Ich dachte ich wäre in Japan, nicht in Deutschland. Nun jedenfalls, auf halben Weg merke ich, das die Verbindung, die ich mir rausgesucht habe, für ab 15:00 gilt. VORHER KOMMT DIESER BUS EINFACH NICHT HEUTE! Es ist Sonntag - und anscheinend ist in Kagoshima ein Sonntag noch ein Sonntag. Toll. Also laufe ich im Grunde den ganzen Weg in die Innenstadt (ca. 35 Minuten). Der nächste Zug (ab 11.30h) kommt dann um kurz vor 12h. Als ich am Bahngleis stehe und der Zug in vermutlich 5 Minuten kommt, entziffere ich die auf Japanisch (also Kanji & Hiragana & Katakana) geschriebene Mitteilung/Info zum Zug: Einstieg nur mit SItzplatzreservierung möglich. Es handelt sich nämlich um einen Limited Express (und ich hatte mich noch gefreut das ich einen schnelleren Zug erwische). FUCK. Eine Reservierung schaffe ich jetzt nicht mehr, das Ticket Office war sehr voll (das geht hier in Kyushu leider noch alles manuell, es gibt kein Online Service dafür).

Zu meinem Glück kommt 10 Minuten später ein "normaler" Zug in Richtung Ibusuki. Der braucht aber auch 25 Minuten länger. Um sicher zu gehen, das ich diesen nehmen kann, frage ich noch kurz einmal nach. So ein paar Brocken Japanisch kriege ich ja dann noch hin. Also ab in den Zug. Es ist eher eine alte Bimmelbahn und es wird während der Fahrt immer ländlicher, Romaji (japanische Schriftzeichen werden in lateinischen Buchstaben wiedergegeben) verschwindet auf den Schildern am Bahnhof z. B. komplett. Gegen 13.20h komme ich dann: Hallo Ibusuki!

 Was mache ich in Ibusuki?

In Ibusuki wohnen nur ca. 35,000 Menschen. HAuptsächlich "bekannt" ist es für seine heißen Quellen und bei Nerds als Pokemon "PokeLids" Ort für Evoli und die Entwicklungen.

PokeLids?

In Japan sind Gullydeckel öfter mal hübsch gestaltet. Manchmal sieht man Blumensymbole oder das Wappen der Stadt. Seltener gibt es auch Pokemon. Es gibt einige sogenannte "PokeLids" in ganz Japan. Seit ca. 2 Wochen wohl sind die PokeLids auf Kyushu und Okinawa ein interaktiverer Part im Spiel "Pokemon Go" geworden. Hier kann man z. B. beim Sammeln auf spezielle Pokemon treffen. Als ich gestern mit dem Flieger gelandet bin und Pokemon Go gestartet habe, wurde ich mit dieser Info etwas überrascht aber wusste dann auch DAS ICH ES EINFACH TUN MUSS und die PokeLids in der Nähe sammeln muss XD 

Also los gehts!

Am Bahnhof werde ich direkt belohnt bzw. wird hier schon auf die PokeLids hingewiesen: 


Hallo Evoli!

Evoli und seine Entwicklungen sind nicht nur ganz zufällig in Ibusuki anzutreffen: Da der japanische Name von Evoli ähnlich klingt wie die Stadt (zumindest die ersten zwei Silben) dachte man sich "alles klar, Evoli ist nun das offizielle Pokemon-Maskottchen hierfür!"

Nur ca. 200 Meter weiter wartet Psiana auf mich am Beginn eines kleines Parks:

Es ist generell sehr ruhig hier in Ibusuki. Die Geschäfte sind alle zu und Fußgänger sieht man kaum. Außer jetzt am PokeLid von Psiana. 

Ich werfe einen Blick auf die Karte. Es gibt eine Website auf die die Gullydecken/PokeLids markiert sind mit Verlinkung nach Google Maps. OOOOKAY, die meisten sind in der Nähe.. zwei sind weiter weg. Weise wie ich bin, beschließe ich, erst einmal die beiden Ausreißen anzugehen. Ich navigiere.

Kein Bus. Ok. 25 Minuten zu Fuß zum ersten Ausreisser. Der zweite liegt ca. die gleiche Strecke nochmal entfernt. Alles klar.. gut das ich noch ganz gut zu Fuß bin 

Mich veschlägt aus der "Innenstadt" raus in ländlicheres Gebiet. Die Geräusche der Natur werden immer lauter. Insekten, Vögel und alles was es sonst so gibt:

Nach gut 25 Minuten erreiche ich Ausreißer Nr. 1, Blitza:


Hier treffe ich wieder andere Spieler, diesmal ein junges Pärchen aus Kagoshima, die netterweise auch ein Foto von mir mit PokeLid machen. Direkt auch mal als Freunde bei Pokemon Go geaddet :D

Leider gehen die in die andere Richtung, die haben den großen, mir noch bestehenden Ausreisser schon hinter sich: Folipurba. 

Nach ein wenig Smalltalk geht es also weiter. Nochmal 25 Minuten Stadtauswärts. Oder 30 Minuten. Es wird immer grüner und die Sonne knallt mitunter etwas. Zum Glück habe ich meinen Allzweck-Schal als Sonnenschutz dabei: 

 


Es ist einfach ENDE November (30.) und hier sind 20 Grad - ist das wunderbar!

sieht so ruhig und verlassen aus aber es war hier laut.. gefühlt 10,000 Insekten die sich gegenseitig anschreien oder so

tropisch tropisch

Ich sag es mal so:

DER WEG ZIEHT SICH!!!!!!!!11!!!

Glücklich aber auch genervt (wieso tue ich das hier?) komme ich bei Folipurba an.

Danke für nichts! 

WER, ich frage mich, WER(!), hat sich diesen Standort ausgedacht?! :D Ich bin nun an der Spitze einer Küstenkette. 

Nach diesem Marsch (vom Bahnhof inzwischen eine Stunde unter recht penetranter Sonneneinstrahlung) habe ich mir eine kurze Snackpause am Meer verdient: 

Wer mich kennt, weiß, ich kann voll gut organisieren. Wer mich kennt, weiß, ich lasse mich gern ablenken ähm.. nee also positiv formuliert wäre es so etwas wie "ich bin vielseitig intensiv (auch an anderen Dingen) interessiert".

Auf dem Hinweg zur Küste hatte ich gesehen das doch Busse fahren, ein bisschen Kanji lesen hilft hier wieder immens weiter (lt. GoogleMaps gab es keine Verbindung). Der letzte Bus für den Tag kommt um 15.05h. Während ich wieder gemütlich weg von der Küste gehe, mich in Ruhe krame, merke ich erst am Anfang einer laaaangen Landstraße das in etwa 300m der Bus von rechter Seite auf die Straße einbiegt. Noch klingelt nichts. Erst viel zu spät merke ich DAS IST MEIN (letzter) BUS in Richtung Bahnhof. NEIIEEIEIIEIEIIINNN! Laufen, winken, brüllen, bringt alles nichts.. der Bus ist viel zu weit weg und hat mich gar nicht gesehen. F*ck.

 Ich bin schon etwas platt. Und ich brauche noch 5 (PokeLids). Vorher verlasse ich diesen Ort nicht. Aber ab spätestens 17h wird es dunkel.. und kalt.  Ich ärgere mich über mich selbst. Aber bringt ja alles nichts.. also beginne ich den weiten Weg zurückzuwandern.

 Nach 150m erregt dieses Gebäude meine Aufmerksamkeit:

Is this etwa Taxiunternehmen?

 Irgendwie ist aber niemand da. Ich schaue in die Büros, eine Tür steht offen.. aber niemand da.
Ich drehe eine Runde auf dem Hinterhof. Ja, das hier sind Taxis. Mist. Arbeitet heute etwa hier auch niemand?!?!
Als ich die Runde schon fast enttäuscht beenden wollte, entdecke ich dann doch jemanden in einen der Taxis. Er ist wohl der Verwalter und ruft einen Kollegen herbei. 5 Minuten später ist mein Taxi auch schon da. 
Sowohl der Verwalter aber besonders der Taxifahrer ist total süß und freut sich das er mit mir etwas labern kann. Seit der PokeLids Aktion gibt es wohl schon ab und an Touristen, was ihn und den Ort sehr freut, aber es ist doch eine Ausnahme. Im Moment wird hier wohl auch viel "restauriert" auch einige Hot Bath Stellen und man hofft hier wirtschaftlich bald einen weiteren Aufschwung zu erleben.
 

Da fährt der Mensch, der mir gut eine Stunde Lebenszeit geschenkt hat. Die FAhrt dauerte nur 6 Minuten. Zu Fuß wären es 55 Minuten gewesen XD

 

Vielleicht denkt nun manch einer "wie faul ist die denn?!" - aber ganz ehrlich: Ich möchte nicht im dunkeln herumlaufen. Die "Innenstadt" ist schon spärlich mit Lichtern ausgestattet und da oben ländlicher, nee sorry, das ist mir zu risky, nachher stolper ich über irgendwas und liege da und es kommt einfach ewig niemand vorbei. Und ich denke auch, das die Insekten und andere Tiere ab Abend hochbetrieb haben. Ich hoffe sehr, ich bin nicht schon komplett zerstochen worden T___T . ICh bin leider doch LEICHT allergisch auf Insektenstiche und hab schnell mal ein "drittes" Knie weil es alles so anschwillt :-( 

Am Bahnhof angekommen, merke ich, das die beiden PokeLids die noch ein bisschen weiter vom Bahnhof liegen, doch gut 20 Minuten weg sind. Mist. Hätte mich lieber dort hin fahren lassen sollen. Aber dann fange ich die Tour halt leicht anderherum an:

Als erstes geht es zu Glaziola, etwa 8 Minuten vom Bahnhof weg und halbwegs auf den Weg liegend:

Glaziola - Nummer 5!

manchmal recht unscheinbar, ohne genaue Location via Maps würde man es kaum finden

Nun geht es Richtung Strand, durch eine Wohngegend:


ob damit der Hund gemeint war, der mich übelst aggressiv von seinem Balkon 50m entfernt angebellt hat und auch noch gefühlt 10 Minuten später rumbellt? Lustigerweise sieht das Bild ähnlich aus wie eben dieser Hund.

 

Am Strand angekommen und fast bei Aquana.. gibt es hier nur ne Baustelle. Ich laufe ein wenig hin und her und entdecke folgende Notiz:

Mein Translator sagt "Aquana wohnt in seiner Ferienwohnung" ... ok? Ich versuche mich an der Karte zu orientieren.. es müsste ganz in der Nähe zum nächsten PokeLid sein. Praktischerweise sind hier an der Küste im Umkreis von 100m direkt zwei (DANKE!). So kommt es das ich erst einmal Flamara entdecke:


Nummer 6, HALLO!

Und kurz darauf erspähe ich Aquana in "SEINER Ferienwohnung":


Richtig cool, das man darauf geachtet hat, den Gullydeckel herauszunehmen und für die Rallye weiterauszustellen. Japaner denken echt auch an diese Details. Ich hatte schon Angst, mir würde nun eins am Ende fehlen (und das nach all der Anstrengung um zu Folipurba zu kommen T____T ).

SUPI!

Jetzt bleiben nur noch 2 übrig! Und die sind auf der anderen Seite des Bahnhof, relativ nah aneinander.

Ich nehme also den Rückweg durch die Wohngegend und ca. 20 Minuten später komme ich zum PokeLid meiner "Lieblingsevolution" - Feelinara! 


meine Stofftasche voll abandoned

Nummer 8! Feelinara ist natürlich vom BESTEN Pokemontyp: Fee!!!


Das PokeLid ist vor der Bibliothek des Ortes stationiert worden.

Nur noch eines übrig!

3 Minuten später bin ich da - ICH HABE ES GESCHAFFT!  

Nummer 9 - Nachtara!

Es ist vollbracht. Ich bin schon ein bisschen stolz auf mich. Aber ich muss auch schmunzeln. Manchmal denke ich, ich bin jetzt so langsam doch mal erwachsen und vernünftig geworden.. doch an so Aktionen wie heute merke ich.. ich bin doch ein verdammter NERD XD

Bei Pokemon und Hello Kitty knallen meine Sicherungen einfach durch XD Ich bin wohl wirklich im Urlaub angekommen, Business-Leben ist doch in Tokio geblieben (:

ICh werfe nun direkt einen Blick auf die BAhnverbindung zurück (nochmal so n Fail wie heute morgen brauche ich nicht). Und HURRA in 15 Minuten kommt der nächste Zug (danach dauert es 90 Minuten XD). Also auf, auf zum Bahnsteig!


Bye Bye Ibusuki!

Der süße Corgi liebt Züge und winkt mir freudig bis zur Abfahrt zu!


Ibusuki und seine Einwohner sind wirklich nett. Vielleicht verschlägt es mich hier nochmal hin. Aber dann defintiv nicht an einem Sonntag. Die Leute hier haben mir mehrmals versichert das an den anderen Tagen definitiv mehr Leben im Ort ist :)

Morgen lasse ich es wirklich ruhiger angehen - das ist zumindest der Plan.

 

Liebe Grüße!



Mittwoch, 23. Oktober 2024

Tag 7 - Es geht weiter nach Fukuoka!

 Hallo zusammen,

hier ist Usai.

Nach dem letzten wirklich sehr langen und Fotoreichen Beiträgen, wird dieser vermutlich um einiges kürzer.

Heute hieß es schon Abschied nehmen von Kyoto. Es geht nun schon weiter nach Fukuoka! Gerade als wir auschecken fängt es an wie verrückt zu regnen. Wir stellen uns unter, warten ein bisschen ab und bahnen uns dann unseren 10 Minuten weg zur U-Bahn und werden doch recht nass.



Die U-Bahn/Subway bringt uns innerhalb von ca. 10 Minuten zur Kyoto Station (Hauptbahnhof). Hier haben wir noch ein bisschen Zeit um uns mit Futter für die Fahrt einzudecken. Wir werden inkl. Umstieg in Shin-Kobe gut 4 Stunden unterwegs sein. Ja, Japan ist groß.

Abschiedsselfie am Bahnsteig in Kyoto

nicht unser Shinkansen, aber ein schönes Foto das zeigt das die Shinkansen doch recht genau halten und man sich schön an den bunten Markierungen anstellen kann.

Die Zugfahrt verläuft ruhig und pünktlich - etwas anderes ist man von Shinkansen auch nicht gewohnt. Es wäre ein Traum wenn Bahnfahren in Deutschland nur annähernd so angenehm wäre. Zusätzlich sei gesagt das es immer sehr ruhig in den Wagons ist, weil Leute hier tatsächlich Rücksicht aufeinander nehmen.

In Fukuoka angekommen nehmen wir eine der wenigen Subway/U-Bahnen, unsere Unterkunft liegt praktischerweise nur 10 Minuten Fußweg von der Station. Ähnlich wie in Kyoto, funktioniert auch in Fukuoka das meiste im Nahverkehr immer noch über Busse. Tatsächlich habe ich in Fukuoka bisher auch nur 1-2x die U-Bahn genutzt, und das war als ich hier am Flughafen gelandet bin.


Der Check-In klappt reibungslos, es gibt hier eine Schlüsselbox mit Code und wir betreten unser kleines Appartement. Aber dieses hier hat eine Waschmaschine! Also wird erst einmal flott gewaschen. Aufhängen können wir alles am Balkon, bei der Wärme trocknet alles dann super fix :)

Einmal umgezogen und frisch gemacht geht es dann in Richtung Hakata Station (= Fukuoka Hauptbahnhof). Wir statten dem Pokemon Center hier einen Besuch ab (und hab leider meine Switch vergessen für mein Geschenk :( ) 


An Hakata Station gibt es viel mehr als nur den Bahnhof. Es ist für mich ein vollumfängliches Erlebnisland XD - also wirklich: Es ist eine Shopping ähm nee es sind drei(?) Shopping Malls direkt dran mit vielerlei Geschäften. Im Untergrund gibt es eine Foodarea, es gibt einen Daiso, Klamottenläden, Supermarkt, Spielhalle.. grandios. Ich habe hier viel Zeit verbracht wenn ich in Fukuoka war. Im Grunde sind viele der großen Bahnhöfe in Japan aber so oder so ähnlich ausgestattet. Man kann hier wirklich einfach bummeln und staunen!

Hakata Station .. ich habe romantische Gefühle :D


Wir hatten heute aber noch etwas wichtiges zu erledigen, wirklich:
Wir brauchten Klamotten.
Zum Glück gibt es einen meiner Lieblingsläden hier direkt an der Station und auch der Herr hat sich in den Laden verliebt und gönnt sich noch zwei Hosen. Es ist, dank Yen, gerade echt günstig.
Umkleidekabine. Schuhe werden immer ausgezogen natürlich, wird auch nicht geklaut, sind ja in Japan.

Ich kann eine Bluse und einen Pulli (beides im Sale) finden. Ich zahle für beide Teile zusammen nicht mal 10€. Es ist verrückt. Naja, aber dafür war der Flug umso teurer.. (mein Herz blutet immer noch)


FUN Fact oder not: Der Mann hat immer Angst das seine IC Card (das ist u. a. die Karte mit der wir viele Bahnfahrten zahlen) geklaut wird. Wir haben die eigentlich in ner süßen Hülle, die extra für so Karten gemacht und verkauft werden (natürlich Pokemon Design) am Rucksack außen hängen. In Japan wird nicht geklaut. Er steckt die Hülle aber immer irgendwo in eine weitere Tasche seines Rucksacks. So schwer sitzt das Trauma aus Deutschland. Naja, vielleicht ist es besser so rum. Mir wird vermutlich, zurück in Deutschland, irgendwas geklaut weil ich noch zu nachlässig bin weil ich wieder in Japan war (schon passiert!).

in der rosanen Hülle ist die IC Card drin (und der JR Pass für die Shinkansen)

Okay back to Topic:

Wir finden Klamotten und sind sehr müde (also eigentlich Dauerzustand) und HUNGRIG. Wir schlendern hin und her und finden dann ein Restaurant für uns. Es ist als Vegetarier manchmal nicht ganz so einfach in Japan, man muss schon genauer schauen. Aber es gibt eine weitere Tatsache die uns stresst: ES IST F*CKING WINDIG, eher schon leider stürmisch, GEWORDEN! Und wir haben Wäsche auf der 9. Etage auf dem Balkon hängen!!!!!!!! :D

Mit Unbehagen machen wir uns nach dem Essen auf dem Rückweg und versuchen im stockfinsteren unsere Augen aufzuhalten ob nicht irgendwelche Unterwäsche & Co. von uns auf der Straße vor der Tür liegt. Wir sehen / finden nichts. Oben angekommen (btw ist der Aufzug voll die Schimmelhochburg ganz im Gegenteil zur Unterkunft) scheint aber alles noch da zu sein - puh!

Wir schauen das wir nun früh ins Bett kommen, morgen geht es sehr früh los. Wir sollen um 8.00 Uhr morgens bei Sachi sein, es folgt ein "Roadtrip" !!! :D


Danke fürs lesen!

Samstag, 19. Oktober 2024

Tag 4 - Hallo Kyoto!

 Hallo Zusammen,

heute hieß es schon wieder Koffer packen und weiter: Wir fahren nach Kyoto!

Wir sind müde (so wie jeden Tag) und hungrig und bahnen uns unseren Weg bis zur Tokio Station. Das klappt auch alles sehr gut, der Nahverkehr in Tokio ist wirklich praktisch und gut.

beeindruckend, wie tatsächlich ganz ordentlich drei Menschenschlangenreihen für die drei Rolltreppen gebildet werden. In Deutschland wäre an jeder Rolltreppe vermutlich eine drängelnde Menschentraube.

Während wir gemütlich für Bento/Frühstück/Snacks für den Shinkansen schauen, sehen wir auch die langen, langen Menschenschlangen die an den Shinkansen-Ticket Verkaufs- und Reservierungsschalter stehen. Gut, das wir alles schon vor der Reise gemacht haben und am ersten Tag alles bei der netten Dame im Info-Center abholen konnten. Das spart unglaublich viel Zeit. Dieser Umstand führt auch dazu, das unser Shinkansen relativ leer bleibt (und das obwohl der erst für ab 12.03h ist). Man steht einfach sehr lange an diesen Schaltern und bis man dran ist, ist der Wunsch-Shinkansen weg oder es gibt den gewünschten Sitzplatz nicht mehr / keine mehr. Ich freue mich schon auf die nächsten Fahrten, die sind noch früher und ich hoffe, die sind auch so leer :D


auf die Minute pünktlich natürlich!

Die Fahrt von Tokio nach Kyoto führt am Berg Fuji vorbei den man bei guten Wetterverhältnissen auch gut sehen kann. Sitzplätze auf der richtigen Seite sind natürlich reserviert :)

FUJI! Leider im Wolkennebel versunken..

Pünktlich landen wir in Kyoto. Netterweise dürfen wir schon eine Stunde früher einchecken, was wir direkt ausnutzen und wir schlendern anschlißend durch den Kyotogyoen, ein großer Stadtgarten der quasi direkt vor unserer Unterkunft liegt:


Es sind diverse Cafes, Museen, Natur und Schreine auf dem Gründstück vorhanden und natürlich der Imperial Palast. Der ist aber zum Zeitpunkt zu dem wir hier rumlaufen schon geschlossen. Ist aber nicht schlimm, denn es ist auch so sehr hübsch:




Süss !!! Bringt sie uns Glück?



Langsam hat der Mann aber Hunger und uns verschlägt es wieder in Richtung Kyoto Station. Und auch weil ich noch Klamotten brauche. Es ist zu warm (27 Grad) und das was ich bisher eingekauft hatte ist für kühlere Temperaturen gedacht (die wir vermutlich hier leider nicht mehr erleben dürfen).

Kyoto Tower an der Kyoto Station/Bahnhof


Auf der Untergrund-Ebene werden wir essenstechnisch auch fündig. Heute gibt es Udon! 

yam

Nach etwas hin und her für mich auch mit ohne Zwiebeln. Es war lecker aber sehr heiß!
Gestärkt verlassen wir das Restaurant und suchen den Weg zum Avanti Kaufhaus das eigentlich einfach nur direkt hinter der Kyoto Station liegt. Tja, was so einfach klingt entwickelt sich zum Suchspiel, da durch die ganzen Etagen auch das GPS nicht exakt ist und Wege vorschlägt die gegen die Wand führen und/oder ins nichts. Ich denke, es kostet uns zwanzig Minuten bis wir endlich "on track" sind, es ist viel los und die ganzen Läden, Licher, Geräusche und Menschen lenken einen auch schnell ab.

Im Kaufhaus angekomen, zieht es uns direkt in den Klamottenladen "Avail". Ich lieb den einfach. Wir werden beide sogar fündig, doch die Shoppingtour hat Unterbrechungen: Erst zieht es mich und dann auch ihn immer wieder in eine gewisse Ecke: Zum Klo!

Ort des Attentats äh Geschehens..

Und wieder einmal möchte ich Japan für seine sauberen und quasi überall verfügbaren Toiletten preisen. Arigatou dafür!

Schnell beruhigt sich aber wieder alles und wir kommen endlich zur Kasse zum bezahlen und können sogar noch einen kleinen Don Quijote, zwei Etagen tiefer, einen Besuch abstatten. 


Hier finden wir einen superschönen Regenschirm mit Sonnenschutz. Den werden wir für die nächsten Tagen unbedingt brauchen!

Müde aber happy schleppen wir uns wieder zur Unterkunft.

Die Unterkunft ist wirklich sehr schön. Das Badezimmer ist riesig und wir gönnen uns ein schönes Bad und lassen den Abend in Ruhe ausklingen. Generell werden die Nächte hier so ruhig.. wir sind quasi mitten in Kyoto und schlafen mit offenen Fenster und es ist einfach so still.. ich liebe es!!


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Mückenstich Counter: 12 (+0)

Nächte mit mehr als 5 Stunden Schlaf: 1 (+1)

Samstag, 23. September 2023

Tag 15 - Ich habe kein Gesicht

 Hallo Zusammen!

an Tag 15 stand schon der letzte Orts-Wechsel an: Zurück nach Tokio!

Der Shinkansen geht erst um ~12.45h daher können wir in Ruhe nach Shin-Osaka fahren. Nati begleitet mich netterweise noch. Wir gönnen uns Snacks und auf die Minute pünktlich kommt der Shinkansen.

Die Tage in Osaka mit Nati sind einfach viel zu schnell vergangen.. :( ..es wird wohl wieder einige Monate dauern bis man sich wiedersieht. Die Flüge sind einfach sehr teuer. In beide Richtungen.

In Shin-Osaka ist der Zustieg für Shinkansen wirklich detailliert ausgeschildert. Sogar wo  welcher Sitzplatz hält und wo man sich am besten anstellt dafür.

In der Schlange für den Shinkansen höre ich auf einmal deutsche. Die perfekten "Opfer" für meinen Koffer sind gefunden :D . Die drei jungen Männer sind alle hilfsbereit und überschlagen sich fast damit wer nun hilft.
Sicherlich, ist hier auch die gemeinsame Sprache ein Grund, aber eine Sache mit der ich auch über Nati gesprochen habe ist die "Hilfsbereitschaft" von Japanern. Spricht man Japaner direkt an, sind sie meistens super hilfsbereit z.B. wenn es darum geht einen Weg/Ort zu finden (wirklich, die führen einen oft dann auch bis zum Ende dort hin). Japaner kommen aber seltener auf einen selbst / von allein zu. Da sind Nicht-Japaner aufmerksamer. Es gibt auch einige Videos auf Youtube z. B. die Nati's Aussage und auch meinen Eindruck decken. Dort werden Japaner gefragt was sie an Ausländern gut finden und Japaner meinen das viele "Ausländer" aufmerksamer sind, die Türe auf halten, Hilfe anbieten, sie sind "more aware" für Dinge. Japaner haben dagegen eher einen "Tunnelblick". Ausländer sind da mehr "Gentle(wo)man" auch gegenüber älteren Leuten, es wird z. B. aufgestanden und der Sitzplatz an ältere Leute gegeben. Der typische japanische "Salary Man" mit seinem vemeintlich hohen Status tut das auffällig selten (es gibt natürlich Ausnahmen in alle Richtungen!).

Ab Kyoto sind eine typische Kyoto-Obaasan (Omi) neben mir, schick gekleidet und mit kerzengeraden Sitz. Je näher ich Tokio komme, desto regnerischer und dunkler wird es - DISLIKE.

Kur vor Shinagawa Station suche ich wieder die junge deutsche Gruppe auf und der angeblich "gar nicht so schwere" Koffer wird mir runtergehoben. Doch, der ist schon schwer. Finde ich. Als Dank kriegt der Jung noch ein Anko-Mochi in die Hand gedrückt das ich hinter dem Shinkansen-Gate gekauft hatte. Was mir heute wieder aufgefallen ist: Viele andere Reisende schauen mich an. Also die, die nicht alleine reisen. Ob sie sich fragen ob ich wirklich alleine bin? Mitleid haben? Ich weiß es nicht. Es fällt auf. Japaner gucken einen natürlich eher nicht an. Außer der Ojiisan kurz vor meinem Anschlusszug. In Shinagawa (kurz vor Tokio) steige ich aus den Shinkansen. Das ist schneller als bis Tokyo (Haupt-)bahnhof zu fahren da ich an die Westseite von Tokio muss. Hier wechsel ich in die lokale JR Yamanote Linie. Wahnsinn ist hier auch einfach, das 6 Minuten Umsteigezeit in Japan reichen um einmal quer durch den Bahnhof zu laufen und den lokalen Zug zu kriegen. Hier läuft alles einfach auf die Sekunde genau. Ist einfach der Hammer. Aber der Ojiisan (Opi): Der mustert mich, grinst mich an, macht Platz für mich und meinem Koffer in der Local-Line (die zum Glück noch nicht ganz überfüllt ist aber das wäre 15 Minuten später schon der fall). Er fragt woher ich komme, ob ich alleine Reise und feiert es anscheinend ab. Ich feier ihn auch irgendwie. Als ich aussteige nickt man sich bedächtig zu. Bye bye süßer Opi!

So, ich bin nun in Takadanobaba. Die Station kenne ich. Aber eher vom vorbeifahren. Sie liegt zwischen Shinjuku und Ikebukuro. Sehr gute Lage also für J-Fashion-Kawaii-Character-Lover aber günstiger und ruhiger. Hier an der Station gibt es auch etwas das ich euch noch zeigen möchte:

Stempel-Rallye!

Wenn ich es richtig im Kopf habe, gibt es (fast) überall Stempel für die Stationen in Japan. Es gibt viele die diese sammeln, es ist eine süße Erinnerung die zeigt wo man überall war. Ich habe das leider nicht von Anfang an gemacht und bin oft blind an sowas vorbeigelaufen. Aber heute musste ich den einfach mal mitnehmen. Es ist kostenlos!

Nun geht es aber in die Unterkunft. Diese befindet sich 10 Minuten (ohne Gepäck im Schlepptau) vom Bahnhof, 1-2 Blocks weg von der Hauptstraße. Die Wegbeschreibung ist sehr genau und ich komme gut an. Gerade regnet es auch nicht, das wäre echt lästig gewesen (s. Tokio, 2023 - 1. Tag Tokio ).

An der Unterkunft angekommen, sind auch andere Leute in der Lobby und checken ein. Es ist kein Hotel sondern ich denke, eher ein umgebautes Studentenwohnheim. Es gibt einen Self-Check-In mithilfe von Tablets. Ich habe mich vorher schon registriert und eigentlich muss nur ein Foto gemacht werden zum Abgleich.. ja
... ein Foto.. wie schwer kann es sein.. aber..
..das Tablet sagt ich habe keine Gesicht..
..nun, das Mädel vor mir hat auch Probleme.. wir beleuchten uns gegenseitig aber ohne Erfolg. Irgendwann wird das andere Tablet frei. Hier klappt es! Aber nicht bei mir.
Mittlerweile schare ich 3-4 Leute um mich herum und wir versuchen alle mein Gesicht zu einem Gesicht zu machen. Ohne Erfolg. Ich glaube, das ging 15-20 Minuten so. Der Check-In ist eigentlich, wenn alles klappt innerhalb von einer Minuten fertig. Man kriegt eine PIN gibt die an der Schlüsselmaschine daneben ein und kriegt seine Zimmerkarte.
Tja, ich muss den Vermieter anschreiben. Der Service antwortet auch innerhalb von 5 Minuten und kann per Fernsteuerung die Maschine lösen. Das Foto wird nun evtl. nicht gebraucht. Ich bin einfach froh in mein Zimmer zu kommen.


Das Zimmer ist größer als erwartet (In Tokio habe ich immer sehr niedrige Erwartungen, Fotos können trügen) und ist ganz in Ordnung. Der Teppich vor dem Bett finde ich nicht ganz so geil, das ist so einer von der Sorte der alles an Staub fängt. :-/ Naja, für eine Woche ists hier ganz gut, denke ich!

Kurz frisch gemacht und ab geht es die Gegend erkunden und zum Supermarkt. Es gibt gleich zwei (!!!!) in meiner Nähe. Jackpot! Konbini gibt es auch und überall aber die SUPERMÄRKTE, die sind toll! Weil... mehr Auswahl und günstiger! Das einfach mal als kleine Erläuterung.

Inzwischen regnet es auch (wieder):

Irgendwie ein bisschen romantisch auch?

Ich entdecke einen auf europäisch/französisch machenende Bäckerei und Spolier: Die ausgewählte Waare war sehr lecker. Sogar echt fast authentisch. Japanische Backware ist oft seeehr soft und fluffig, diese beiden hatten etwas mehr Biss. Es ist einmal eine Art "Schoko-Wuppi" und Süßbröchten mit etwas Sahne und Anko innendrin. Das ist wohl das Spezial "Takadanobaba"-Gebäck. So haben sie es jedenfalls benannt.




Nach getätigt Einkäufen geht es um kurz nach 19h zurück zur Unterkunft, ich habe Hunger und der Regen wird stärker.

Blick aus der Seitenstraße auf die Hauptstraße in Takadanobaba

Ich genieße mein Abendessen (Reis, eingelegter Kürbis (und Matcha als Nachtisch (das erste Mal übrigens diese Reise, ok? Dont judge me!)) und stolpere über die neuen Pokemon Folgen. Ich versteh kaum was, sieht aber süss aus:

Die Packung verrät mich :(

Ich telefoniere in die Heimat und lasse den Abend ausklingen. Leider habe ich zwei neue Mückenstiche: An der Wade und am Ellbogen. Der über dem Po (oder die zwei) sind gut verheilt , der an der Wade ist knallrot und am Ellbogen nässt und ist geschwollen. Also muss ich an Tag 16 mal in eine Drogerie/Apotheke und was holen. Ich war echt nicht an den Stichen dran, aber ja, ich bin leicht allergisch auf die Viecher hier.


Viele Grüße in die Heimat!


Schlüsselwort

どこで新幹線をおりますか

doko de shinkansen wo orimasu ka

Wo steigen Sie aus den Shinkansen aus?

(Habe ich die Kyoto-Dame gefragt, dann konnte sie sich darauf einstellen das ich schon in Shinagawa raus muss, ich hatte nämlich den Fesnterplatz, hahahah)