Sonntag, 1. Juli 2018

Tag 10 - Ohori Park und Onsen

Hallo Zusammen,

heute ist Sonntag. Es ist etwas länger geworden gestern Abend. Sachis Freundinnen waren hier und nach dem ich am Tisch eingeschlafen war ging ich ins Bett. Ich habe auch glaube ich das erste Mal seit dem ich in Japan bin mal mehr als 6 Stunden geschlafen. Da sich um 11h morgens bei Sachi und Hiromi noch nichts tut, beschließe ich mich aufzumachen. Zuerst war der Plan nach Ukinonakamichi zu fahren. Die Anreise dauert mehr als eine Stunde aber versuchte mich zu beeilen und lies eine Notiz für Sachi da. Mit dem Bus ging es dann erstmal nach Tenjin, hier muss ich umsteigen. Es ist heute sehr sehr warm. Warm ist eigentlich nicht der richtige Ausdruck dafür. Die Hitze erschlägt einen und ich ärgere mich das ich meinen Sonnenhut vergessen habe. Auf den Weg zum Bus merke ich auch das meine Ballerinas durchgelaufen sind. Wie gut, das ich eh irgendwo in Tenjin umsteigen muss, da kann man ja doch nochmal kurz in den Tenjin Core / Vivre gehen. Hier werde ich auch fündig und kaufe direkt zwei Paar Schuhe. Diesmal gibt es die auch in meiner Größe, vor ein paar Tagen ist es mir passiert das mir Schuhe zu groß waren. Ja, in Japan. Ich brauche Schuhgröße S.



Dann schaue ich auf mein Handy. Sachi bittet um Rückruf. Ich versuche es. Und versuche es. Nach ca. 40 Minuten beschließe ich Izumi anzuschreiben, eine Freundin von Sachi mit der ich seit gestern auch Instagram-Friends bin (haha). Izumi klingelt dann bei Sachi durch, die wohl wieder eingenickt war (Sachi ist einfach so lustig XD) und wir kriegen uns endlich am Telefon. Da es so heiß ist und ich eine Stunde durch warten, Crepe essen und shoppen bereits wieder verloren habe, beschließe ich nicht nach Ukinonamichi zu fahren sondern fahre zum Ohori Park.

Der Ohori Park ist ca. 10 Minuten Fußweg von meinem Zuhause entfernt, also ideal um hinterher wieder bei Sachi aufzutauchen. Der Park ist sehr schön und durch den kleinen See geht hier zumindest ein wenig Wind. Die Sonne knallt wirklich sehr brutal. Das ist mit Abstand der heißeste Tag seitdem ich in Fukuoka bin.





Neue Schuhe btw, ich find sie mega hübsch. Japan Style! 


Obwohl es sehr heiss ist, trage ich lange Ärmel und einen langen Rock. Europäer verwirrt das, aber es ist das Beste was man machen kann:
1. Kein Sonnenbrand
2. Es ist einfach kühler. Die Sonne knallt dermassen das es auf der Haut wirklich unangenehm ist. Leider habe ich meinen Hut vergessen, daher halte ich mir einen Fächer über den Kopf.
Natürlich schwitze ich mir einen ab, aber es ist gesünder so. Und ich kriege eh schnell Sonnenbrand nur um dann nach 4 Tagen wieder schneeweiße sein. Obwohl ich glaube, das Ich diesmal wirklich etwas Farbe bekommen habe 😍

Von den Japanern kann man sowieso in Sachen Sonnenschutz nur lernen. Aber nein die meisten Europäer sind am liebsten Krebsrot am Strand XD
Ich versuche trotzdem irgendwie den Park zu geniessen. Hier gibt es viele Vögel und sogar Schildkröten die chillig in der Sonne liegen:






Da es erst ca. 14h ist mache ich noch einen kleinen Abstecher in den Maizuru Park nebenan und nehme eine Schleichroute nach Hause zurück. Ich bin ehrlich gesagt einfach nur froh wieder Zuhause zu sein. Es ist heute zu anstrengend, schon fast gefährlich sich längere Zeit draussen aufzuhalten. Ich war total fertig und lege mich daher nochmal für ein kurzes Nickerchen hin. Sachi und Hiromi quatschen in der Zeit und sind clever genug einfach NICHT nach draussen zu gehen. Ich schlafe wie ein Baby. Das kurze Nickerchen waren dann auch fast 2 Stunden und wir machen uns auf und gehen etwas Essen. Zum Glück hat Sachi noch das Auto Ihrer Mutter inklusive Klimaanlage. Im Auto bzw. im Straßenverkehr wird mir wieder bewusst wie riesig Fukuoka ist. Wir brauchen ca. 40 Minuten und sind dann immer noch nicht am totalen Stadtrand. Irgendwie war ich heute nach dem Nickerchen auch etwas verklatscht. Im Restaurant angekommen merke ich das ich mein Portmonnaie nicht dabei habe. Aber Hiromi lädt uns sowieso ein. Sehr freundlich ^///^ Wir essen leckeres Ramen.  Unsere Bedienung ist aus dem Häuschen einen Ausländer zu sehen. Again. Es vergeht kein Tag ohne das dies passiert. Ich kenne kein anderes Land in dem die Menschen soooo neugierig auf Ausländer reagieren. Danach setzen wir Hiromi bei sich Zuhause ab und suchen ein Onsen auf. Ich war noch nie im Onsen und bin entsprechend aufgeregt.
Wie in der Sauna, ist man auch hier „Nackt“. Man wischt sich vorher und steigt dann in die heißen Bäder ein. So entspannend. Da es ein kleines Onsen ist in einer Nicht-Touristen-Gegend falle ich natürlich entsprechend auf. Aber ich fand die Blicke nicht unangenehm. Im Grunde ist jeder mit sich selbst beschäftigt. Ein Mädchen und ihre Mutter haben aber einen Narren an mir gefressen und ich habe hinterher sogar Süßigkeiten bekommen. So süss. Die Kleine konnte ganz stolz ein paar Sätze auf Englisch sagen, hahaha! Im Onsen realisiere ich das ich auf so etwas wie Haarbürste oder Make-Up hätte einpacken können. Ich war nach dem Nickerchen einfach nicht auf der Höhe.

Es ist Sommer, 20h, und in Japan ist es stockduster

Sachi und ich sind müde, wir müssen aber noch das Auto zu Sachis Mama bringen. Die bittet uns natürlich rein und serviert Tee und Süßigkeiten. Sehr lieb und süss. Ihre Wohnung ist richtig alt-japanisch eingerichtet. Sachi findet es nicht schön, ich find’s mega interessant.
Von Sachis Mama (Misako) geht es nun per Zug zurück nach Hause. Als wir in den Zug einsteigen, fuchtelt eine junge Frau wild herum und Sachi zieht mich in den nächsten Abteil. Ein riesiges Insekt, genaue Art ist mir unbekannt, sitzt am Fenster. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage das es locker 15cm groß war. Wenn ich Sachi richtig verstanden habe, sind die auch relativ aggressiv und giftig(?) bzw. will man von denen auf gar keinen Fall gestochen/gebissen werden. Just Fukuoka things. Ist ja nicht so als ob ich hier in einer 1,5 Mio. Metropole bin. Nein – hier herrscht die Natur! X’D Hatte ich erwähnt, das wir gestern in Toho, das kleine Dorf in das Sachi nächsten Monat ziehen wird auch eine besondere Sichtung gemacht hatten? Wir steigen ins Auto ein und fahren weiter als der Kollege der uns rumführte sagte: „Oh, die Schlange da isst Eier“ .. einfach so, direkt neben Sachis Haus. Die Natur in Japan ist so.. interessant =D
Nun ja, von Tenjin aus machen wir uns zu Fuß auf dem Weg nach Hause und Sachi kauft Kumamon Klopapier. Ich habe das Gefühl, das mein Popo jetzt irgendwie niedlicher ist..
Morgen geht (leider) wieder die Schule los. Morgen habe ich meine einzige Vormittagsklasse, an den anderen Tagen muss ich erst um 14h da sein.. irgendwie uncool. Nun ja, kann man nichts machen. Drückt die Daumen das die nächsten Tage weniger heiß werden. 
Viele Grüße in die Heimat!

Schlüsselsatz:
ひとねむりしてもいいですか。
Ist es okay, wenn ich ein Nickerchen mache?

Tag 9 - Toho

Tag 9

Guten Morgen aus Japan,

es tut mir leid, auch dieser Eintrag kommt ein paar Stunden später. Grund hier für ist auch wieder das Bier bzw. der Wein. Es wurde sehr spät gestern Abend mit Sachi’s Freundinnen, aber ich fange am besten ganz von vorne an:
Gestern morgen hieß es früh aufstehen, so wie an einem regulären Wochentag, denn es ging heute mit dem Auto nach Toho-maru. Toho? Ja, Toho ist ein kleines Dorf südöstlich von Fukuoka und ab nächsten Monat Sachis neue Heimat. Sie fängt eine Stelle im öffentlichen Dienst an. Das Dorf wurde letztes Jahr schwer von Regenstürmen heimgesucht, diese waren so schwerwiegend das wohl quasi alles unter Wasser stand und drei Menschen ums Leben gekommen sind. Sachi wird an einem Projekt zur Sicherheit mitarbeiten, damit sich so etwas nicht wiederholt. Nach Toho sind es eigenlich nur 70km(?) aber diese müssen wir durch Dörfer und Landstraßen hinter uns lassen. Immer wieder gibt es zwischendurch so heftige Regenschauer das man kaum weiterfahren kann. Die Hinfahrt zieht sich daher etwas.
Irgendwann kommen wir dann aber doch noch an und wir warten an Sachis neuer Arbeitsstelle auf einen Kollegen. Sachi ist total aufgeregt ihre neue Wohnung/Haus zu sehen. Diese kriegt sie von ihrer Arbeit komplett gestellt. Nach einigen Minuten erscheint der Kollege und mit dem Dienstwagen geht es dann als erstes zu Sachi’s neuem Zuhause. Ein großes Haus. Wow. Inklusiver kompletter Küche und Bad. Das sieht echt wirklich gut aus.


Als nächstes geht es dann zur Bahnstation. Alles hier ist ein wenig urig aber schön. Seit dem schweren Unwetter wird diese Haltestelle nicht mehr angefahren, das soll sich in naher Zukunft ändern. Es ist drückend, schwül heute, obwohl es angeblich nur 25 Grad sind.



Der Arbeitskollege zeigt uns quasi das ganze Dorf. Die tausenden Reisfelder, der Fluss, das Restaurant. Hier gibt es viel Natur zu sehen, Frösche, unbekannte große Käfer die sich paaren wollen und zu hören sind die Zikaden. Die kann man auch nicht überhören. Aber, es ist sehr schön hier. Diese Natur, die Luft!
Als krönenden Abschluss zeigt uns der Kollege den Schrein in Toho. Ich habe schon einige in Japan gesehen, aber dieser gehört definitiv zu den schönsten. Relativ „klein“, aber die Lage und diese Ruhe dabei. Es ist so verwunschen. Und der Weg dort hoch ist schon eine kleine Herausforderung :D












Danach ging es zurück zur Arbeitsstelle. Die Menschen hier in Toho sind sichtlich aufgeregt einen Gaikokujin (Ausländer) zu sehen. Selbst in Fukuoka (1.5 Mio. Einwohner) wird man öfter mal angesprochen und man sieht jeden Tag dort Ausländer. In Toho verirrt sich so schnell keiner hin, zumal das Dorf mit dem öffentlichen Nachverkehr nicht (mehr) zu erreichen ist. Am Ende der Tour fragt der Arbeitskollege ob er mich fotografieren darf. Er möchte mich seiner Frau und Kindern zeigen. Man könnte sich wie ein Tier im Zoo vorkommen.. aber ich weiß, dass die Japaner es nicht böse meinen, die sind einfach aufgeregt und so neugierig auf Nicht-Japaner. Das brachte mir schon einige gute Gespräche und gutes Training.

Über die ganze Führung vergessen wir aber fast das wir quasi am verhungern sind. Also sucht Sachi ein Restaurant in der nähe. Gar nicht so einfach, die hälfte der Restaurants hat Samstags (!!!) geschlossen. Schließlich werden wir aber fündig und essen super leckerer Soba Nudeln (inkl. Unbekannten Gemüse, aber ich habs überlebt). Auch hier sind die Angestellten total neugierig auf mich, ich weiß da gar manchmal gar nicht was ich machen soll XD . Mittlerweile regnet es wieder aus allen Eimern (es ist halt Regenzeit). Sachi sagt ich bringe Glück weil immer wenn wir draußen sind, ist es trocken XD. Als wir fast fertig sind mit dem Essen, was zugegeben etwas dauert da die Portionen hier sehr groß sind, knallt es kurz und das Licht geht aus. Da ist wohl ein Blitz eingeschlagen. Wir sitzen im dunkeln. Hektisch kommen die Angestellten mit großen Taschenlampen angerannt. Nach 2,3 Minuten geht das Licht aber wieder an. Wohl nur eine Sicherung rausgeflogen =D
Mittlerweile ist es nach 15h. Das Essen macht mich schläfrig und kaum sitzen wir im Auto regnet es auch wieder. Während der Fahrt schlafe ich kurz ein (Essen lähmt mich einfach) und Sachi verfährt sich XD Irgendwie kommt sie am Ende doch in Dazaifu aus, eine alte Stadt die nun zu Fukuoka City gehört, und weckt mich und schickt mich in den Tempel (ich hatte erzählt das ich den noch nicht gesehen habe). Leider bleiben mir nur 40 Minuten, da um 17h die Läden hier und der Tempel zu machen. Natürlich hat es wieder aufgehört zu regnen XD Es ist sehr schön hier, sogar bei diesem nassen Wetter sind hier viele Leute. Ich schlendere also durch den Tempel und durch die Souvenirstraße und lande bei der Bahnstation wo Sachi mich wieder einsammelt.








Auf dem Weg nach Hause machen wir einen kurzen Abstecher in den Seiyu. Ich liebe den Seiyu. Dieser Supermarkt war auf der letzten Japanreise das zweite Zuhause von meiner Schwester und mir XD



Am Abend kommen Sachi’s Freundinnen vorbei. Izumi ist eine Köchin die einige Jahre in Paris verbracht hat und auch schon mal bei NHK (das japanische gegenstück zu ARD/ZDF) zu sehen ist. Das nächste Mal z. B. am Mittwoch um 11.30h. Ich überlege in das Studio zu gehen, da es nur ein paar 100m von der Wohnung entfernt ist und man wohl so einfach ins Live-Studio gehen kann. Hierzu muss ich aber Sachi nochmal genauer befragen. Izumi kocht wirklich sehr sehr gut!! Später kommt noch Hiromi dazu. Hiromi ist bekannt dafür irgendwann einfach einzuschlafen wenn sie einen Drink zu viel hatte. Sie arbeitet für einen Badezimmer Ausstatter und ist für Events und Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Es ist ein lustiger Abend. Ich esse gut. Ich trinke gut. Ich unterhalte mich gut. Es gibt Bier, Wein, Printen, Süßes.  Die drei versuchen deutsche Wörter auszusprechen, am besten ist definitiv die Aussprache von „Aachener Printen“. Deutsch ist wirklich eine schwierige Sprache (aber Japanisch auch). Auch sehen sich die drei meine Hausaufgaben an.. und verzweifeln. Die wissen teilweise auch nicht was hier gerade ueberhaupt gefragt wird oder warum meine Antworten falsch sind. Yaaay.  Um 1h schlafe ich im sitzen ein und muss aufgeben. Kurz darauf ist auch Izumi nach Hause gegangen. Hiromi hat hier übernachtet XD
Heute geht es wohl ins Onsen. Ich konnte gestern übrigens knapp einer voll Katastrophe entgehen da das Onsen wohl für gestern geplant war. Eeeeeh, ich war darauf voll nicht vorbereitet XD Jetzt bin ich es X’D
Im Moment schlafen Sachi und Hiromi noch und vielleicht lege ich mich auch nochmal ein bisschen hin.
Viele Grüße in die Heimat!

Schlüsselsatz:
ドイツ人は何才からビールを飲んでもいいですか.
Ab wann dürfen Deutsche Bier trinken?

Samstag, 30. Juni 2018

Tag 8 - Pokemon Center Fukuoka und Treffen mit Yuko, Teil 2

Hallo Zusammen,

gestern Abend war ich einfach zu fertig, deswegen kommt der Eintrag erst jetzt.
Am Abend vorher war ich ebenfalls so müde, so müde, dass ich im Halbsitzen bzw. Halbliegen kurz eingeschlafen bin und mir mein Handy dabei aus der Hand auf den Kopf gefallen ist. Tat ein bisschen weh.
Es ist endlich Freitag. Sachi und ich sind erleichtert. Da es heute stark regnet, ist mein Bus sehr, sehr voll. Zum Glück konnte ich einen Sitzplatz ergattern. An Hakata Station angekommen, kann man die ersten Vorbereitungen fuer das Yamakasa Festival bewundern.



Das Finale des Festes findet am 15.07. statt, dann bin ich aber auch schon nicht mehr in Fukuoka. Die Schule heute ist in Ordnung. In der Lounge lerne ich eine nette Niederländerin kennen,  es sind einfach alle Leute cool ausser die in meiner Klasse XD. Und heute kommt doch tatsächlich sogar einer unserer Lehrer zu spät da ein Zug ausgefallen war. Uh oh oh. Der Unterricht heute ist okay, es gibt auch nur 2 Seiten Hausaufgaben. Yokatta.
Nach der Schule treffe ich mich mit Yuko. Auch bei Yuko fällt ein Zug aus und sie verspätet sich. Da ich sowieso viel zu früh dran bin, gehe ich ins Pokemon Center.
Da hier nach Nachfrage, Fotos erlaubt sind, lege ich auch so richtig los. Die Atmosphäre in den Pokemon Centern ist einfach einmalig. Ich will immer direkt Pokemon spielen. Und die Auswahl erst… auch hier in Fukuoka, obwohl das Center hier vermutlich das kleinste Pokemon Center ist in dem ich bisher war. Nun, genug der Worte, hier einige Fotos











Ich habe auch ein Video gedreht, ein Rundgang durch den Laden, aber das werde ich wohl erst in Deutschland hochladen können (so wie alle anderen Videos auch).

Ich vergesse fast die Zeit im Pokemon Center und eile nun zum Treffpunkt mit Yuko. Wir schlendern durch Hakata Station und essen super leckere Pancakes.



Es ist sehr entspannend sich nochmal auf Deutsch zu Unterhalten. Ich spreche viel Englisch mit den anderen Schülern und dabei passiert es mir mittlerweile aber auch das ich japanische Wörter reinmische. Und mein Niederländisch ist sowieso irgendwie total vom japanischen verdrängt worden. Ich bewundere Menschen, die viele verschiedene Sprachen können.

Nun, vom Dach der Hakata Station geniessen wir das Wetter, das seit heute mittag wieder gut (also kein Starkregen und Gewitter) ist.

Die süsse Yuko



Gegn 18h verabschiedet sich Yuko und ich mache mich nach Tenjin auf. Dort findet in einem der Waffle Shops ab 18h ein Exchange Meeting statt, zu dem wohl viele Japaner aus Fukuoka kommen um in Kontakt mit Ausländern zu kommen und ihr Englisch zu verbessern bzw. wir unser japanisch verbessern koennen. Als ich am Terminal auf dem Bus warte, spricht mich ein junger Japaner an. „Hallo, bist du heute beschäftigt?“ fragt er mich auf japanisch. Ich stocke einen Moment und frage nach wieso. „Moechtest du mit mir zusammen essen gehen?“ . Ich dachte nur „NANI?! Wie bitte?!“ XD Ich sage ihm das ich auf den Weg nach Tenjin und verabredet bin und er zieht sichtlich enttäuscht ab. Es war ja noch nicht mal gelogen! Dann kam auch schon mein Bus und es ging nach Tenjin. Irgendwie hat alles aber eine halbe Ewigkeit gedauert und als ich vor dem Waffle Cafe stehe, sehe ich nur Ausländer, und davon auch nur ein paar. Das grosse „Exchange Meeting“ scheint wohl heute nicht so gross zu sein und ich entschliesse mich noch ein paar Einkäufe zu tätigen.
Auf dem Weg nach Hause besorge ich noch Kirin Bier für Sachi und mich. Als Sachi nach Hause kommt, sagt sie, sie hätte am liebsten jetzt ein Bier und ist vollkommen aus dem Häuschen als ich das Bier aus dem Kühlschrank hole XD Von dem bisschen werden wir alten Ladies aber so müde das wir gegen 23h ins Bett gehen. Ist aber vielleicht besser so, morgen geht es um 8.15h los und wir fahren aufs Land, nach Toho, Sachis neuem Zuhause ab August.

Kanpai


Wie gesagt, ich war gestern zu müde zum Berichten. Sorry. Diese Nacht hat es stark geregnet bzw es regnet immer noch extrem und es blitzt und donnert. Find ich jetzt nicht so cool.. D:

Mit Sachi habe ich wieder ewig lange gequatscht, wir sind vermutlich einfach auf einer Wellenlänge. Ich habe echt Glück. Sachi erzählt, das ich ihr neuntes "Gastkind" bin und obwohl ich nicht die jüngste (aber auch nicht die älteste!!) bin die sie bei sich aufgenommen hat, bin ich die einzige bei der sie das Verlangen hat, die "Anrede" "-chan" an meinen Namen zu hängen. "-chan" ist eine verniedlichte Anrede, meist für Kinder oder sie wird unter engen Freunden / Paaren verwendet. Mich stört es nicht, ganz im Gegenteil.


Danke fuers lesen !!!


Schlüsselsatz:
ナンパする。
Bedeutung: Jemanden abschleppen. Dies war Sachis Reaktion als ich ihr von dem jungen Mann erzählte XD


Donnerstag, 28. Juni 2018

Tag 7 - Maizuru Park und Gokoku Shrine


Hallo Zusammen,

der siebte Tag ist hier angebrochen.
Auch heute ging es morgens  wieder in die Schule. Heute war der Unterricht wieder sehr gut. Wir haben sehr praktische Dinge gelernt die direkt im Alltag zu gebrauchen sind. Ein wenig kannte ich das schon aber es war gut das heute noch einmal zu verinnerlichen.
Direkt nach der Schule war ich mit Keith verabredet. Keith ist eine junge Amerikanerin, die in Frankreich lebte und nun in Norditalien. Sie gehörte am Montag ebenfalls zum „Kreis der Neuen“ wie ich. Zusammen gingen wir nach Canal City und schlenderten durch die Gegend. Später waren wir dann auf der Suche nach einem bezahlbaren Restaurant und nach einiger Zeit wurden wir in Canal City sogar fündig. Das Restaurant war traditionell japanisch gehalten. Also Schuhe aus und ab auf die Kissen. Das Essen war lecker und fast zu viel. Japaner servieren immer große Portionen. Das tollste aber am „Ausessen gehen“ in Japan ist, dass man für Wasser oder Tee nichts zahlen muss. Eine Kanne davon gibt es umsonst. Das gehört zum Service. Trinkgeld gibt man übrigens auch nicht. Das ist eher beleidigend.

itadakimasu!

Am frühen Nachmittag ging es für mich dann erstmal nach Hause. Auf dem Weg nach Hause treffe ich an der Bushaltestelle noch Sylvia (die Italienerin aus der Schule). Wir versuchen gerade in der Gruppe einen Termin zu finden wann wir gemeinsam zum Karaoke gehen. Das wird lustig XD.

Was habe ich noch vor?
Ich wohne seit Samstagabend bei Sachi und habe es noch nicht geschafft in die tollsten Grünanlagen der Stadt zu gehen: Maizuru Park und Ohori Park. Und das traurige an dieser Aussage ist: Die sind 5 Fußminuten von der Wohnung entfernt. Es wird also höchste Zeit (nicht immer nur Shopping!!). Kurz frisch gemacht und dann ging es richtig Park. Es ist das erste Mal das ich die Wohnung betrete und Sachi nicht da ist. Ich bin sonst immer ewig lange unterwegs ^^6 Nachdem ich mich kurz frisch gemacht habe, geht es los. Anscheinend ist es in Deutschland auch gerad sehr warm, aber mit Fukuoka kann das noch nicht mithalten: Hier waren es heute 34 Grad, also durchschnittlich. Und es ist immer drückend und schwül. So ist das Klima. Meine Haare.. sie stehen in alle Richtungen und wellen sich. Asiatische Haare tun das übrigens nicht.
Nach etwa 5 Minute erreiche ich den Eingang zum Maizuru Park. Hier sind die Überrreste der Burg Fukuoka zu bestaunen. Direkt daneben ist der Ohori Park, da aber bereits 17h ist beschließe ich mir heute nur den Maizuru Park anzusehen. Hier ist es richtig nett. Und es laufen viele Katzen herum. Leider alles Straßenkatzen. Die Armen. Und Raben gibt es hier viele. Die krächzen tatsächlich so laut das man die Zikaden manchmal nicht hört (endlich zirpen sie! Ich bin so glücklich!!)





Leider komme ich nicht mehr bis zum inneren der Burg. Es ist nach 17h und wie in vielen Tempelanlagen schließt dann wohl auch hier ein Teil des Parkes. Schade. Naja, ich gehe zur Aussichtsplattform und genieße den Ausblick:



Mein selfiestick ist toll


Kurz bevor ich den Park verlassen wollte, komme ich mit einem älteren Japaner ins Gespräch. Er lernt extra ein wenig Englisch und Deutsch für die ganzen Besucher. Fukuoka ist sehr beliebt und er fühlt sich schlecht das er den Leute früher nicht so gut weiterhelfen konnte (Das ist typisch „Japaner“ einfach, oder?). Von meinem Japanisch ist er beeindruckt (das ist aber leider nicht all zu viel Wert, da Japaner sich immer einen Ast abfreuen wenn man IRGENDWAS japanisches sagt) und er spricht mich auf mein Bein an, das zwar besser aussieht als gestern aber trotzdem nicht gut. Wir sprechen also über Insekten und er erzählt auch das Gaikokujin (Ausländer) anscheinend besser schmecken für die Mücken als die einheimischen Japaner. Nach diesem kurzen Gespräch mache ich mich zum Shinto Schrein direkt gegenüber auf – Kengokoku Shrine.








Hier ist quasi nichts los. Aber es ist wunderschön. Ich habe ein Souvenir gekauft und meinen Wunsch auf eine Holzplatte (mit super süßen Shiba Inu auf der Rückseite) an den Tempel gehangen. Ich hoffe, er erfüllt sich. Ich merke, wie ich hier richtig runterkomme und entspanne. Da es langsam dunkel wird (ist ja schließlich fast 18h! XD), mache ich mich auf den Heimweg.



Veerkauf von Souvenir. Der "Shop" hat 24h/Tag geöffnet. Kassierer sind hier auch überbewertet. In Japan klaut niemand.

Am Abend verquatsche ich mich mal wieder total mit Sachi. Wir reden viel am Abend und über viele verschiedene Themen. Vorzugsweise auf Englisch. Ihr Englisch ist wirklich gut. Mein Japanisch ist bescheiden. Ich glaube, ich hatte schon mal geschrieben das Sachi bald umzieht. Ich bin die letzte Schuelerin die sie aufnimmt (erstmal) da sie aufs Land ziehen wird, circa 90 Minuten Autofahrt von Fukuoka und Nahverkehr gibt es nicht wirklich dort. Sachi fragt mich, ob ich am Samstag nicht mit nach Tohu fahren will und wird uns das neue Haus ansehen und das ländliche Fukuoka. Was eine Frage! Natürlich will ich das! Sachi freut sich sehr. Ich mich auch. Das wird bestimmt sehr interessant.

Gut, das war es auch für heute. Ich bin so müde, mir fällt der Kopf zur Seite aber Schlaf ist hier überbewertet. Jede Sekunde hier kostet viel Geld und das soll bestmöglich genutzt werden. Morgen treffe ich nach der Schule Yuko und Abends gehe ich eventuell ins Tenjin Core da dort ein Exchange Event von der Schule ist.

Danke fürs Lesen und viele Grüsse in die Heimat!!!

Schlüsselsatz:
しゃしんをとってもいいですか。
Darf ich Fotos machen? (Ist fotografieren erlaubt?)