Dienstag, 3. Juli 2018

Tag 12 - Sturm und Regen in Fukuoka

Hallo Zusammen,

Tag 12 hier ist angebrochen und das bedeutet das schon Halbzeit meiner Reise ist.
Gestern habe ich es auch nochmal geschafft mit meinen Liebsten zu telefonieren. Das tat gut.  Ausserdem ist deutsch sprechen ist toll. Das kann ich (mehr oder weniger). Meine Tage in Fukuoka sind total voll, es ist einfach immer Trubel, mehr als 6 Stunden schlaf kriege ich hier nicht, aber „schlaf“ ist im Japanurlaub auch vollkommen überbewertet. Jede Sekunde hier kostet mich schließlich Geld X‘D

Da sich über Okinawa ein Taifun zusammenbraut und wir in Fukuoka die Ausläufer abbekommen werden (starke Regenschauer, heftigen Sturm) blieben heute alle Schulen geschlossen. Alle, außer meine Sprachschule. Schade. Heute habe ich jedoch auch ein wenig länger geschlafen da ich erst nachmittags Unterricht hatte. Um trotzdem etwas vom Tag zu haben, habe ich gegen 9.30h das Haus verlassen und habe mich nach Tenjin begegeben. Es regnet, aber stürmisch oder gefährlich ist es nicht. Vormittags unter der Woche shoppen zu gehen bzw. durch die Einkaufspassagen zu schlendern ist so angenehm. So entdecke ich echt noch ein paar hübsche Ecken und Straßen, die ich bisher im Rush-Hour Trubel nachmittags übersehen hatte.




So verschlägt es mich kleinen Suchti dann in das Taito Station. Das Taito Station ist eine Spielhalle, die neben Ufo Catcher, Gatcha-Automaten, Tanz- und musikspiele auch Purika-Fotos anbietet. Heute versuche ich mich aber erst nochmal an den Taiko Trommeln und versage ziemlich. Spaß gemacht hat es aber trotzdem. Als nächstes geht es in die Musik- und Tanzetage und ich probiere mich an ein Final Fantasy Theathrythm Spiel. Ich vermisse meine Konsolen p__q Dann bin ich entsetzt: Es gibt keinen Hatsune Miku Automaten? Ich dreh eine Runde. Und eine zweite. Und stelle dann fest das der quasi gegenüber vom Final Fantasy Automaten war. Unter Zeitdruck (die Spiele haben grundsätzlich einen Timer im Song-Auswahl Menü) wähle ich dann eines von +200 Lieder. Der Timer ist gar nicht lang genug als das man überall mal reinhören könnte. Naja. Ein Japaner schaut mir, in seinen Augen vermutlich, ziemlich unauffällig zu. Als ich das Spiel gerade beendet habe kommt ein Angestellter und bringt mir meinen Regenschirm. Den hab ich wohl beim letzten Automaten liegen lassen. Gott sei Dank, ich habe schon einen Regenschirm in Canal City irgendwo verloren weil ich einfach zu verpeilt bin.







Irgendwie habe ich seit einigen Tagen das Gefühl das ich einfach zu wenig Klamotten habe. Eigentlich ist das gelogen, ich habe immer das Gefühl keine Auswahl zu haben. Also ab dafür in meine Lieblingsduo Shopping Mall: Tenjin Core und Tenjin Vivre. Die Damen an der Info unten kennen mich auch schon vom sehen und winken mir mittlerweile zu, so oft war ich die letzten 1 ½ Wochen hier XD Nun, vielleicht falle ich aber unter den Japanerinnen einfach ein wenig auf. Im „Secret Honey“ werde ich auch wieder fündig. Die Sachen dort sind einfach super süss und alltagstauglich. Mit einer der Verkäuferinnen verquatsche ich mich auch erstmal 10 Minuten. Ich mag es japanisch zu sprechen, auch wenn mein japanisch sehr, sehr basic ist. Zufrieden beende ich meine Shoppingtour und versuche nach Hakata zu kommen. Dort möchte ich irgendwo was essen gehen.
Ich entscheide mich etwas neues auszuprobieren und nutze die U-Bahn. Es gibt auch eine direkt Verbindung nach Hakata. Cool. Der Zug hat perfektes Timing und ich steige ein. Ich fahre. Und fahre. Hmm.. waren es doch 3 Stationen? Ich warte die Station ab. Doch 4 Stationen? Ich hole meine Brille raus um auf eine Fahrplankarte im Zug zu schauen. Eh? Mist. Irgendwie hab ich den falschen Zug erwischt. Also heißt es aussteigen und zurück. Der Fehler war das ich hätte nach 2 Stationen aussteigen müssen um dann eine Etage tiefer auf eine andere U-Bahn Linie zu wechseln. Eigentlich simpel, aber mein Gehirn ist öfter nicht anwesend in Japan. Mit ca. 15 Minuten Zeitverlust erreiche ich dann Hakata. Jetzt bleibt nicht mehr viel Zeit für Essen, also geht es in den Family Mart und es wird mein Standardgericht gekauft: Inari Nigiri. Die sind so übertrieben lecker hier. Als Nachtisch gab es heute Melon Pan mit Füllung und Matcha Glasur. Matcha jeden Tag. Ich liebe es.

@ Tenjin



Um 14h geht dann auch der Unterricht los. Heute ist es anstrengend. Wir springen im Buch auf einmal 4 Kapitel vor, während der Lehrer der zur dritten Stunde den Unterricht übernimmt Wiederholungen macht und dann noch mit zwei Seiten Vokabeln um die Ecke kommt. Die Hausaufgaben waren heute dementsprechend toll… ich habe das Prinzip noch nicht ganz verstanden hier und ich befürchte, es wird sich mir auch nicht mehr ganz erschließen. An manchen Tagen lernen wir gefühlt nichts neues, an manchen Tagen ist es ein nicht schaffbares Pensum. Selbst wenn ich fleißig WÄRE, wenn ich vorlernen WÜRDE, wenn ich mich auf den nächsten Unterricht somit vorbereiten WÜRDE, es würde mir nichts bringen weil es garantiert nicht das wäre was ich vorgelernt hätte. Und Gott, das WÜRDE mich so frustrieren! XD Einzige logische Konsequenz die ich daraus ziehe:  Ich bleibe „faul“ bzw. ENJOOOOI  (enjoy) ich Fukuoka (Sachi sagt es so oft, voll die Lebensphilosophie hier XD)  

Symbolbild einer angeblich fleissig Lernenden Person


5 Minuten vor Schulschluss kommt eine Durchsage: Die Schule bittet uns auf schnellsten Weg nach Hause zu gehen da sich das Wetter drastisch verschlechtert. Okay, das war es wohl mit dem Language Exchange den ich besuchen wollte. Sicher ist sicher. An Hakata Station fahren so gut wie keine Züge mehr, wie gut das ich eh einen Bus brauche. An der Bushaltestelle, die eigentlich großzügig überdacht ist, werde ich total nass. Es stürmt und regnet einfach extrem. Mein Bus hat sogar 2 Minuten verspätung (Wie unverschämt!) und obwohl der Andrang groß ist, ergattere ich Gaijin einen Sitzplatz =D Es stürmt teilweise so stark das der Bus ein bisschen wackelt wenn er steht. Cool. Im Bus fällt mir dann ein das ich Hunger habe und viel essen will. Also geht es noch flott in den Family Mart. Ich bin so nass geworden. Auf den Weg (2 Minuten) zu Sachis Wohnung ist mir dann auch der Regenschirm kaputt gegangen (RIP, du hattest ein kurzes aber erfülltes Leben.. zumindest hoffe ich das XD).

2 Minuten an der überdachten Bushaltestelle mit noch funktionierendem Regenschirm. Das Ergebnis ist verheerend....


Zuhause angekommen pfeift und drückt es an den Fenstern. Auch jetzt immer noch. Sachi kommt heute etwas später, gegen 19.30h nach Hause. Aber ihr geht es gut. Es ist Moment sehr stressig auf ihrer Arbeit. Wir schauen zusammen Fernsehen. Japanisches Fernsehen ist interessant un dlustig zu gleich. Immer diese ganzen „Geräusche“. Japaner, die Fernseh schauen oder etwas erklärt kriegen sind in der Regel SEHR mitteilungsbedürftig. Das bedeutet man ist umzingelt von voller „Eeeee“ und „heeeeeee“, „sou desu ka“ und „omoshiroi!“ um nur mal ein paar Beispiele zu nennen. Ich mag es. Viele Nicht-Japaner stört es aber, meine Klassenkameraden kommen darauf gar nicht klar. Irgendwie lustig. XD Nach dem Fernseh schauen will ich aktiv werden und als ich gerade mein Gepäck umkramen will, springt mir was entgegen. Was das?! Eine springende Spinne?! Keine Ahnung. Auf jeden Fall erstmal ein Glass drüber gestülpt. Ich will keine Viecher in meinem Zimmer haben. Die ist vermutlich durch den Sturm hier reingekommen. Und super schnell!! Nach hinten raus ist halt auch direkt der Maizuru Park.



 Als ich Sachi von meiner Todesmutigen tat berichten will ist sie auf ihren Bett mit Handy in der einen Hand, und der anderen Hand in ihrer Tasche, eingeschlafen. Hach, diese Japaner. In Deutschland würde man sich ernsthaft Sorgen machen um solche Personen, nicht das ich mich nicht um Sachi sorge, sie hat definitiv zu viel um die Ohren gerade (Umzug, Jobwechsel, la ME (obwohl ich noch das kleinste Problem bin), aber es ist so.. japanisch. Ich hoffe, es geht ihr im nächsten Job besser. Also wecke ich sie auf und sie macht sich kurz drauf auch für das Bett fertig.
Ich bin gespannt, wie das Wetter morgen wird. Es stürmt übertrieben aber angeblich soll morgen sehr schönes Wetter werden. Dann würde ich nochmal einen Abstecher in einen Park/Garten machen. Meine Tage in Fukuoka sind so langsam auch gezählt.. Samstag werde ich vermutlich morgens schon nach Takamatsu aufbrechen.. und da wird es eh kompliziert.. haha.. ich und meine gute Orientierung!

Vielen Dank für’s lesen! Heute habe ich leider nichts sooo spannendes gemacht, das Wetter und die Nachmittagsklasse machen es einem etwas schwierig.
Viele Grüße !!

Schlüsselsatz:
さちさん、 起きてください。
Sachi, wach bitte auf.

Montag, 2. Juli 2018

Tag 11 - Fukuoka Tower

Hallo Zusammen,

Leider ist das Wochenende wieder vorbei. Heute hieß es früh aufstehen, Frühstücken und ab in den Bus. Diesmal nicht so überfüllt wie am Freitag, das ist ja schon mal was. Heute habe ich das letzte Mal morgens Unterricht, den Rest der Woche erst ab 14h, bzw. Freitag ab 11.20h. Yay. Nicht.
In das kleine Schulgebäude bin ich heute morgen erst fast gar nicht reingekommen. Jeden Montag ist Schulstart für neue Schüler. Was letzte Woche nur 6 Schüler waren, sind heute 35+ Leute. Die Lobby ist überfüllt. Man merkt dass in den meisten Ländern die Sommer-/Semesterferien angefangen haben. In meine Klasse landet von denen aber niemand, das heißt wir sind nun nur noch vier Leute. Die drei unmotivierten sind zum Glück zum Wochenende abgereist, somit ist der Unterricht auch flüssiger und mir gefällt es besser. Heute sprechen wir über unser Wochenende und meine Mitschüler sind verblüfft was ich alles so gemacht habe. Nun ja, man ist ja nicht alle Tag in Fukuoka, also hab ich auch volles Programm. Zeit für Hausaufgaben und lernen habe ich im Bus zur Schule X’D oder schnell abends beim Fussballspiel gucken (leider hat Dänemark verloren), das muss reichen und ich komme auch so sehr gut mit im Unterricht. Vertiefen kann ich das ganze ja nochmal Deutschland, mit Japanern japanisch sprechen ist dagegen viel einfacher in Fukuoka. Ich sag dazu nur „ENJOY“ – Sachis Lieblingswort.
Nach der Schule treffe ich heute Yuko ein letztes Mal und wir besuchen den Fukuoka Tower. Der Fukuoka Tower ist der dritthöchste Aussichtsturm in Japan, nur der Tokyo Tower und der Ueno Sky Tree (Tokio) sind höher. Ich liebe Aussichtstürme. Wenn möglich, muss ich in jedem meiner Urlaube einen besuchen. Irgendwie auch eine Tradition.
Da heute Montag ist und wir erst ca. 15h haben, ist auch kaum etwas los. Perfekt! So können wir den Ausblick auf das Meer, den Strand, die Berge und über die Stadt richtig genießen.









Einige nette Fotoecken bietet der Fukuoka Tower ebenfalls:










Hiernach schlendern wir am Strand herum und geniessen das relativ gute Wetter.



Interessant zu erwähnen ist, dass der Bereich um den Fukuoka Tower künstlich aufgeschüttet ist. Man bräuchte einfach mehr Land in Japan. XD Vor einem Jahr ist deswegen bei U-Bahn arbeiten ein Teil der Strasse in Hakata (Fukuoka) einfach so im Erdboden verschwunden. Verletzt wurde hier zum Glück niemand. Langsam kriegen wir aber Hunger und wir fahren nach Tenjin. Hier sehen wir auch weitere Vorbereitungen zum Yamakasa Festival





Schliesslich geniessen wir Crepe und quatschen noch eine Weile. Es war mal wieder ein super schoener und lustiger Nachmittag mit Yuko. Leider heisst es heute auch Abschied nehmen, da wir uns nicht mehr Treffen koennen und ich Samstag schon weiterreise nach Takamatsu. Eins weiss ich definitiv: Ich werde wieder nach Fukuoka kommen!

Danke für heute, Yuko!


Der weitere Abend verläuft relativ unspektakulär: Ich besorge mir etwas Abendessen und finde den Weg zu einem Lokal heraus das Ich morgen eventuell besuchen mag, da es dort Dienstags ein offenes „Language Exchange Meeting“ gibt. Irgendwie muss ich nun eh meinen Tagesablauf umplanen da ich nachmittags Unterricht habe. Dazu kommt auch noch das sich die nächsten Tage STARKREGEN, und ich meine wirklich STARKREGEN, angekündigt hat. Während ich diesen Eintrag schreibe, sehe ich das die Regierung von Fukuoka City für morgen alle Kindergärten, Junior High Schools und Elementary Schools eine Freistellung veranlasst hat. Die übrigen Schulen dürfen frei entscheiden wie sie handeln… mal sehen ob ich morgen zu Schule kann.. Irgendwie klingt das ganze jetzt so viel ernster als ich dachte :0

Viele Grüsse in die Heimat!

Schlüsselssatz:
週末は何をしましたか。
Was hast du am Wochenende gemacht?

Sonntag, 1. Juli 2018

Tag 10 - Ohori Park und Onsen

Hallo Zusammen,

heute ist Sonntag. Es ist etwas länger geworden gestern Abend. Sachis Freundinnen waren hier und nach dem ich am Tisch eingeschlafen war ging ich ins Bett. Ich habe auch glaube ich das erste Mal seit dem ich in Japan bin mal mehr als 6 Stunden geschlafen. Da sich um 11h morgens bei Sachi und Hiromi noch nichts tut, beschließe ich mich aufzumachen. Zuerst war der Plan nach Ukinonakamichi zu fahren. Die Anreise dauert mehr als eine Stunde aber versuchte mich zu beeilen und lies eine Notiz für Sachi da. Mit dem Bus ging es dann erstmal nach Tenjin, hier muss ich umsteigen. Es ist heute sehr sehr warm. Warm ist eigentlich nicht der richtige Ausdruck dafür. Die Hitze erschlägt einen und ich ärgere mich das ich meinen Sonnenhut vergessen habe. Auf den Weg zum Bus merke ich auch das meine Ballerinas durchgelaufen sind. Wie gut, das ich eh irgendwo in Tenjin umsteigen muss, da kann man ja doch nochmal kurz in den Tenjin Core / Vivre gehen. Hier werde ich auch fündig und kaufe direkt zwei Paar Schuhe. Diesmal gibt es die auch in meiner Größe, vor ein paar Tagen ist es mir passiert das mir Schuhe zu groß waren. Ja, in Japan. Ich brauche Schuhgröße S.



Dann schaue ich auf mein Handy. Sachi bittet um Rückruf. Ich versuche es. Und versuche es. Nach ca. 40 Minuten beschließe ich Izumi anzuschreiben, eine Freundin von Sachi mit der ich seit gestern auch Instagram-Friends bin (haha). Izumi klingelt dann bei Sachi durch, die wohl wieder eingenickt war (Sachi ist einfach so lustig XD) und wir kriegen uns endlich am Telefon. Da es so heiß ist und ich eine Stunde durch warten, Crepe essen und shoppen bereits wieder verloren habe, beschließe ich nicht nach Ukinonamichi zu fahren sondern fahre zum Ohori Park.

Der Ohori Park ist ca. 10 Minuten Fußweg von meinem Zuhause entfernt, also ideal um hinterher wieder bei Sachi aufzutauchen. Der Park ist sehr schön und durch den kleinen See geht hier zumindest ein wenig Wind. Die Sonne knallt wirklich sehr brutal. Das ist mit Abstand der heißeste Tag seitdem ich in Fukuoka bin.





Neue Schuhe btw, ich find sie mega hübsch. Japan Style! 


Obwohl es sehr heiss ist, trage ich lange Ärmel und einen langen Rock. Europäer verwirrt das, aber es ist das Beste was man machen kann:
1. Kein Sonnenbrand
2. Es ist einfach kühler. Die Sonne knallt dermassen das es auf der Haut wirklich unangenehm ist. Leider habe ich meinen Hut vergessen, daher halte ich mir einen Fächer über den Kopf.
Natürlich schwitze ich mir einen ab, aber es ist gesünder so. Und ich kriege eh schnell Sonnenbrand nur um dann nach 4 Tagen wieder schneeweiße sein. Obwohl ich glaube, das Ich diesmal wirklich etwas Farbe bekommen habe 😍

Von den Japanern kann man sowieso in Sachen Sonnenschutz nur lernen. Aber nein die meisten Europäer sind am liebsten Krebsrot am Strand XD
Ich versuche trotzdem irgendwie den Park zu geniessen. Hier gibt es viele Vögel und sogar Schildkröten die chillig in der Sonne liegen:






Da es erst ca. 14h ist mache ich noch einen kleinen Abstecher in den Maizuru Park nebenan und nehme eine Schleichroute nach Hause zurück. Ich bin ehrlich gesagt einfach nur froh wieder Zuhause zu sein. Es ist heute zu anstrengend, schon fast gefährlich sich längere Zeit draussen aufzuhalten. Ich war total fertig und lege mich daher nochmal für ein kurzes Nickerchen hin. Sachi und Hiromi quatschen in der Zeit und sind clever genug einfach NICHT nach draussen zu gehen. Ich schlafe wie ein Baby. Das kurze Nickerchen waren dann auch fast 2 Stunden und wir machen uns auf und gehen etwas Essen. Zum Glück hat Sachi noch das Auto Ihrer Mutter inklusive Klimaanlage. Im Auto bzw. im Straßenverkehr wird mir wieder bewusst wie riesig Fukuoka ist. Wir brauchen ca. 40 Minuten und sind dann immer noch nicht am totalen Stadtrand. Irgendwie war ich heute nach dem Nickerchen auch etwas verklatscht. Im Restaurant angekommen merke ich das ich mein Portmonnaie nicht dabei habe. Aber Hiromi lädt uns sowieso ein. Sehr freundlich ^///^ Wir essen leckeres Ramen.  Unsere Bedienung ist aus dem Häuschen einen Ausländer zu sehen. Again. Es vergeht kein Tag ohne das dies passiert. Ich kenne kein anderes Land in dem die Menschen soooo neugierig auf Ausländer reagieren. Danach setzen wir Hiromi bei sich Zuhause ab und suchen ein Onsen auf. Ich war noch nie im Onsen und bin entsprechend aufgeregt.
Wie in der Sauna, ist man auch hier „Nackt“. Man wischt sich vorher und steigt dann in die heißen Bäder ein. So entspannend. Da es ein kleines Onsen ist in einer Nicht-Touristen-Gegend falle ich natürlich entsprechend auf. Aber ich fand die Blicke nicht unangenehm. Im Grunde ist jeder mit sich selbst beschäftigt. Ein Mädchen und ihre Mutter haben aber einen Narren an mir gefressen und ich habe hinterher sogar Süßigkeiten bekommen. So süss. Die Kleine konnte ganz stolz ein paar Sätze auf Englisch sagen, hahaha! Im Onsen realisiere ich das ich auf so etwas wie Haarbürste oder Make-Up hätte einpacken können. Ich war nach dem Nickerchen einfach nicht auf der Höhe.

Es ist Sommer, 20h, und in Japan ist es stockduster

Sachi und ich sind müde, wir müssen aber noch das Auto zu Sachis Mama bringen. Die bittet uns natürlich rein und serviert Tee und Süßigkeiten. Sehr lieb und süss. Ihre Wohnung ist richtig alt-japanisch eingerichtet. Sachi findet es nicht schön, ich find’s mega interessant.
Von Sachis Mama (Misako) geht es nun per Zug zurück nach Hause. Als wir in den Zug einsteigen, fuchtelt eine junge Frau wild herum und Sachi zieht mich in den nächsten Abteil. Ein riesiges Insekt, genaue Art ist mir unbekannt, sitzt am Fenster. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage das es locker 15cm groß war. Wenn ich Sachi richtig verstanden habe, sind die auch relativ aggressiv und giftig(?) bzw. will man von denen auf gar keinen Fall gestochen/gebissen werden. Just Fukuoka things. Ist ja nicht so als ob ich hier in einer 1,5 Mio. Metropole bin. Nein – hier herrscht die Natur! X’D Hatte ich erwähnt, das wir gestern in Toho, das kleine Dorf in das Sachi nächsten Monat ziehen wird auch eine besondere Sichtung gemacht hatten? Wir steigen ins Auto ein und fahren weiter als der Kollege der uns rumführte sagte: „Oh, die Schlange da isst Eier“ .. einfach so, direkt neben Sachis Haus. Die Natur in Japan ist so.. interessant =D
Nun ja, von Tenjin aus machen wir uns zu Fuß auf dem Weg nach Hause und Sachi kauft Kumamon Klopapier. Ich habe das Gefühl, das mein Popo jetzt irgendwie niedlicher ist..
Morgen geht (leider) wieder die Schule los. Morgen habe ich meine einzige Vormittagsklasse, an den anderen Tagen muss ich erst um 14h da sein.. irgendwie uncool. Nun ja, kann man nichts machen. Drückt die Daumen das die nächsten Tage weniger heiß werden. 
Viele Grüße in die Heimat!

Schlüsselsatz:
ひとねむりしてもいいですか。
Ist es okay, wenn ich ein Nickerchen mache?

Tag 9 - Toho

Tag 9

Guten Morgen aus Japan,

es tut mir leid, auch dieser Eintrag kommt ein paar Stunden später. Grund hier für ist auch wieder das Bier bzw. der Wein. Es wurde sehr spät gestern Abend mit Sachi’s Freundinnen, aber ich fange am besten ganz von vorne an:
Gestern morgen hieß es früh aufstehen, so wie an einem regulären Wochentag, denn es ging heute mit dem Auto nach Toho-maru. Toho? Ja, Toho ist ein kleines Dorf südöstlich von Fukuoka und ab nächsten Monat Sachis neue Heimat. Sie fängt eine Stelle im öffentlichen Dienst an. Das Dorf wurde letztes Jahr schwer von Regenstürmen heimgesucht, diese waren so schwerwiegend das wohl quasi alles unter Wasser stand und drei Menschen ums Leben gekommen sind. Sachi wird an einem Projekt zur Sicherheit mitarbeiten, damit sich so etwas nicht wiederholt. Nach Toho sind es eigenlich nur 70km(?) aber diese müssen wir durch Dörfer und Landstraßen hinter uns lassen. Immer wieder gibt es zwischendurch so heftige Regenschauer das man kaum weiterfahren kann. Die Hinfahrt zieht sich daher etwas.
Irgendwann kommen wir dann aber doch noch an und wir warten an Sachis neuer Arbeitsstelle auf einen Kollegen. Sachi ist total aufgeregt ihre neue Wohnung/Haus zu sehen. Diese kriegt sie von ihrer Arbeit komplett gestellt. Nach einigen Minuten erscheint der Kollege und mit dem Dienstwagen geht es dann als erstes zu Sachi’s neuem Zuhause. Ein großes Haus. Wow. Inklusiver kompletter Küche und Bad. Das sieht echt wirklich gut aus.


Als nächstes geht es dann zur Bahnstation. Alles hier ist ein wenig urig aber schön. Seit dem schweren Unwetter wird diese Haltestelle nicht mehr angefahren, das soll sich in naher Zukunft ändern. Es ist drückend, schwül heute, obwohl es angeblich nur 25 Grad sind.



Der Arbeitskollege zeigt uns quasi das ganze Dorf. Die tausenden Reisfelder, der Fluss, das Restaurant. Hier gibt es viel Natur zu sehen, Frösche, unbekannte große Käfer die sich paaren wollen und zu hören sind die Zikaden. Die kann man auch nicht überhören. Aber, es ist sehr schön hier. Diese Natur, die Luft!
Als krönenden Abschluss zeigt uns der Kollege den Schrein in Toho. Ich habe schon einige in Japan gesehen, aber dieser gehört definitiv zu den schönsten. Relativ „klein“, aber die Lage und diese Ruhe dabei. Es ist so verwunschen. Und der Weg dort hoch ist schon eine kleine Herausforderung :D












Danach ging es zurück zur Arbeitsstelle. Die Menschen hier in Toho sind sichtlich aufgeregt einen Gaikokujin (Ausländer) zu sehen. Selbst in Fukuoka (1.5 Mio. Einwohner) wird man öfter mal angesprochen und man sieht jeden Tag dort Ausländer. In Toho verirrt sich so schnell keiner hin, zumal das Dorf mit dem öffentlichen Nachverkehr nicht (mehr) zu erreichen ist. Am Ende der Tour fragt der Arbeitskollege ob er mich fotografieren darf. Er möchte mich seiner Frau und Kindern zeigen. Man könnte sich wie ein Tier im Zoo vorkommen.. aber ich weiß, dass die Japaner es nicht böse meinen, die sind einfach aufgeregt und so neugierig auf Nicht-Japaner. Das brachte mir schon einige gute Gespräche und gutes Training.

Über die ganze Führung vergessen wir aber fast das wir quasi am verhungern sind. Also sucht Sachi ein Restaurant in der nähe. Gar nicht so einfach, die hälfte der Restaurants hat Samstags (!!!) geschlossen. Schließlich werden wir aber fündig und essen super leckerer Soba Nudeln (inkl. Unbekannten Gemüse, aber ich habs überlebt). Auch hier sind die Angestellten total neugierig auf mich, ich weiß da gar manchmal gar nicht was ich machen soll XD . Mittlerweile regnet es wieder aus allen Eimern (es ist halt Regenzeit). Sachi sagt ich bringe Glück weil immer wenn wir draußen sind, ist es trocken XD. Als wir fast fertig sind mit dem Essen, was zugegeben etwas dauert da die Portionen hier sehr groß sind, knallt es kurz und das Licht geht aus. Da ist wohl ein Blitz eingeschlagen. Wir sitzen im dunkeln. Hektisch kommen die Angestellten mit großen Taschenlampen angerannt. Nach 2,3 Minuten geht das Licht aber wieder an. Wohl nur eine Sicherung rausgeflogen =D
Mittlerweile ist es nach 15h. Das Essen macht mich schläfrig und kaum sitzen wir im Auto regnet es auch wieder. Während der Fahrt schlafe ich kurz ein (Essen lähmt mich einfach) und Sachi verfährt sich XD Irgendwie kommt sie am Ende doch in Dazaifu aus, eine alte Stadt die nun zu Fukuoka City gehört, und weckt mich und schickt mich in den Tempel (ich hatte erzählt das ich den noch nicht gesehen habe). Leider bleiben mir nur 40 Minuten, da um 17h die Läden hier und der Tempel zu machen. Natürlich hat es wieder aufgehört zu regnen XD Es ist sehr schön hier, sogar bei diesem nassen Wetter sind hier viele Leute. Ich schlendere also durch den Tempel und durch die Souvenirstraße und lande bei der Bahnstation wo Sachi mich wieder einsammelt.








Auf dem Weg nach Hause machen wir einen kurzen Abstecher in den Seiyu. Ich liebe den Seiyu. Dieser Supermarkt war auf der letzten Japanreise das zweite Zuhause von meiner Schwester und mir XD



Am Abend kommen Sachi’s Freundinnen vorbei. Izumi ist eine Köchin die einige Jahre in Paris verbracht hat und auch schon mal bei NHK (das japanische gegenstück zu ARD/ZDF) zu sehen ist. Das nächste Mal z. B. am Mittwoch um 11.30h. Ich überlege in das Studio zu gehen, da es nur ein paar 100m von der Wohnung entfernt ist und man wohl so einfach ins Live-Studio gehen kann. Hierzu muss ich aber Sachi nochmal genauer befragen. Izumi kocht wirklich sehr sehr gut!! Später kommt noch Hiromi dazu. Hiromi ist bekannt dafür irgendwann einfach einzuschlafen wenn sie einen Drink zu viel hatte. Sie arbeitet für einen Badezimmer Ausstatter und ist für Events und Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Es ist ein lustiger Abend. Ich esse gut. Ich trinke gut. Ich unterhalte mich gut. Es gibt Bier, Wein, Printen, Süßes.  Die drei versuchen deutsche Wörter auszusprechen, am besten ist definitiv die Aussprache von „Aachener Printen“. Deutsch ist wirklich eine schwierige Sprache (aber Japanisch auch). Auch sehen sich die drei meine Hausaufgaben an.. und verzweifeln. Die wissen teilweise auch nicht was hier gerade ueberhaupt gefragt wird oder warum meine Antworten falsch sind. Yaaay.  Um 1h schlafe ich im sitzen ein und muss aufgeben. Kurz darauf ist auch Izumi nach Hause gegangen. Hiromi hat hier übernachtet XD
Heute geht es wohl ins Onsen. Ich konnte gestern übrigens knapp einer voll Katastrophe entgehen da das Onsen wohl für gestern geplant war. Eeeeeh, ich war darauf voll nicht vorbereitet XD Jetzt bin ich es X’D
Im Moment schlafen Sachi und Hiromi noch und vielleicht lege ich mich auch nochmal ein bisschen hin.
Viele Grüße in die Heimat!

Schlüsselsatz:
ドイツ人は何才からビールを飲んでもいいですか.
Ab wann dürfen Deutsche Bier trinken?