Samstag, 7. Juli 2018

Tag 15 - Unwetter

Hallo Zusammen,

Warum habe ich das getan?!

Nach nur 5 Stunden Schlaf wache ich auf. Bin ich gerädert. Ich glaube ich hab immer noch Alkohol im Blut. Sachi begrüsst mich freudig und ein bisschen Schadenfroh. Als ich vor dem Spiegel im Badezimmer stehe, sehe ich, das ich nur eines meiner Augen abgeschminkt habe. WTF?!? XD
Mühselig esse ich Frühstück, ich habe total Hunger aber mir ist auch schlecht. Zum Glück ist heute erst um 11.25h Schule. So lege ich mich nochmal kurz hin und fahre dann gegen 9.30h zur Schule, Hausaufgaben habe ich natürlich auch noch nicht gemacht.
Dort angekommen, wundere ich mich das sooo wenig los ist. Während ich mein 2 . Frühstück verdrücke fällt mir nach etwa 10 Minuten eine riesige Notiz die am Whiteboard geschrieben ist auf: „wegen starkem Regen ist heute nur in der Zeit von 10.25-13.10h Unterricht“ – juhu! Ich bin glücklich. Ich bin doch noch ziemlich KO. Etwas ärgerlich ist das ich nicht nochmal Facebook checken könnte (weil kein Internet ) weil dort gegen 9h gepostet wurde das man am besten Zuhause bleibt wenn man nicht schon unterwegs ist.





Nun, ab 11.25h habe ich dann Unterricht und bin heute alleine. Cool, Einzelunterricht für Umsonst. Heute ist auch mein letzter Schultag und es gibt eine kleine Zeremonie. Die fällt aber heute extrem klein aus weil einfach nur ca. 20% der Schüler da sind. Alles geht sehr schnell, ich halte eine Rede auf Japanisch (oder: ich versuche es), erhalte mein Zertifikat und habe es geschafft. Irgndwie gingen die zwei Wochen jetzt doch schnell rum.
Die Lehrer bitten uns nun direkt nach Hause zu gehen aber ich war ja mit Sachi um 19h in Canal City verabredet. Heute ist mein letzter Abend mit ihr. Bisher konnte ich sie nicht erreichen, daher bleibe ich an Hakata Station. Und hier ging dann eh nichts mehr. So gut wie alle Züge sind ausgefallen, die Schlange für ein Taxi ist sehr lang und reicht bis weit in den Bahnhof hinein. Ein paar Busse fahren noch. Ich beschliesse mich in den Starbucks zu setzen und Briefe zu schreiben.


Keine Colette :( - Tales of Festival

Die Schlange für ein Taxi ist ewig lang...

Fuck




Hier gibt es auch WiFi und Sachi und ich erreichen uns endlich. Sachi hat früher Feierabend bekommen wegen dem Unwetter. Wow. In Japan. Also scheint es heftig zu werden weil es ist noch gar nicht sooo schlimm. Es regnet halt stark aber das hatte man in Aachen auch schon. Sachi kommt zum Starbucks und unser Canal City Plan hat sich erledigt da dort alle Läden aufgrund des Wetters schon geschlossen haben. Per U-Bahn machen wir uns auf nach Tenjin und besuchen ein Lieblingsrestaurant von Sachi. Alle paar Minuten gehen Alarmanrufe auf den Handys der Japaner. Fast jeder Japaner hat eine unwetterwarnungs-app und dieser Klingelton nervt mich langsam da er auch bei jedem Handy mit etwas Zeitverzögerung angeht. XD
 Es regnet, aber es hält sich wirklich in Grenzen.
Zuhause sehen wir Fernsehen und sehen das Fukuoka ebenfalls in der schlimmsten Wetterzone liegt. ABER es ist hier nicht so schlimm. Dagegen sieht es in Hiroshima oder Okayama ganz anders aus. In Hiroshima kamen knapp 130 L/qm runter. Hiroshima City steht unter Wasser. In beiden Städten fährt kein Zug mehr – und das ist ein Problem. Mein Problem. Morgen früh geht es eigentlich nach Takamatsu. Um nach Takamatsu zu kommen, muss ich über Hiroshima fahren UND in Okayama den Zug wechseln. Google schlägt mir eine Alternativroute vor, die dauert aber knapp 10 Stunden. Shit.



Sachi hat mir bereits angeboten einfach einen Tag länger zu bleiben falls morgen früh noch Chaos ist. Aber warten wir einfach mal morgen früh ab. Japaner sind fleissig und reparieren Schäden flott. Dann hat Sachi noch ein besonderes Geschenk für mich: einen rosanen Obi für einen Kimono. Er ist so wunderschön. Auch probiere ich einen ihrer Kimono an. Sachi lernt im Moment Kimono anzuziehen und will ihre Technik perfektionieren. Ich finde es sehr schön, dass sie Traditionen pflegt. Nächstes Mal wollen wir beide Kimono tragen und irgendwo nett hingehen. Ich freue mich jetzt schon. Ich habe Sachi sehr lieb gewonnen und ich hoffe ich kann mich bei der Verabschiedung zusammenreissen… ihr kennt mich ja, ich weine so schnell..



Drückt die Daumen das ich gut wegkomme aus Fukuoka!
Liebe Grüsse!

Schlüsselwort:
お雨
(Oame)
Starker Regenfall

Freitag, 6. Juli 2018

Tag 14 - Karaoke

Hallo Zusammen,

Wie angekündigt, etwas verspätet der Bericht für Donnerstag.  Bevor es nachmittags in die Schule geht, shoppe ich Souvenirs und sehe mir vorher den Tenjin Schrein an. Inmitten von ShoppingMalls und anderen Wolkenkratzern steht dieser Schrein.als nächstes zieht e mich in die überdachte Einkaufspassage und am Ende lande ich auch wieder in meinen Lieblingsmalls: Tenjin Core und Tenjin Vivre. Ich finde heute einiges und es ist so viel,das ich beschließe vor der schule noch einmal nach hause zu fahren und den balast abzuladen. Heute regnet es übrigens ziemlich, so sehr das mein Rucksack trotz Regenschirm ziemlich nass wird. Den Schuhen usw. geht es ähnlich.

Um kurz vor 13h nehme ich dann den Bus wieder Richtung Schule. Diebstahl heute ok. Nach der Schule bin ich mit 4 "Freunden" zum Karaoke verabredet.
Es hat so Spaß gemacht.  Mit meinen japanisch Kenntnissen hätte ich es sicher nicht rein geschafft. XD Es gibt hier eine Flatrate für die Getränke. Jap, das musste ja eskalieren.


Wir sind so gut dabei das wir noch ein Stunde verlängern, und noch eine. In der zwischenzeit sind wir nur noch 4, aber egsl. Wir "singen", wir gröhlen, wir lachen. Am ende ist es 22.30h. Langsam wird es schwierig mit dem nach Hause kommen. ABER wir müssen noch Purikura machen. Auch sehr lustig im angeheiterten Zustand. Besonders die beiden Jungs sehen auf den Fotos einfach nur verstörend aus.
Ehrlich gesagt , hatte ich ziemlich einen sitzen. Da stand ich dann an der Bushaltestelle und sehe das mein Bus nicht mehr fährt. Oh. Keine Ahnung wie ich das gemacht habe aber mir fiel ein das im Terminal eine andere Buslinie noch zu mir fahren könnte. Also wieder zurück. An der frischen Luft merke ich richtig was ich mir da wieder angetan habe.  Bei meinem Glück stehe ich im Terminal gerade an der richtigen Haltestelle (ohne es zu wissen) als mein Bus ankommt (will gar nicht wissen ob ich es so sonst hinbekommem hätte). Vorsichtshalber frage ich dann aber doch nochmal nach ob dieser auch dort hält und bekomme die aussage bejaht. Juhuuu!
Im bus kämpfe ich darum wach zu bleiben und in Schlangenlinien komme ich nach hause. Zum Glück habe ich noch Inari Nigiri von heute mittag übrig und stopfe mir die hungrig ein. Schnell dann Bettfein machen und ab ins Bett.  Bin ich fertig.
(Ps: am nächsten morgen merke ich das ich mir nur ein Auge abgeschminkt habe XD)
Also karaoke in Japan kann ich nur empfehlen. Es gibt 100000 Songs und macht einfach Spaß.

Viele Grüsse! !

Schlüsselsatz :
このバスはあかさか三ちょめにとまいますか。
Hält dieser Bus in Aksaka 3 Chome?







Mittwoch, 4. Juli 2018

Tag 13 - Japanischer Garten und NHK

Hallo Zusammen,

die Ausläufer des Taifun sind ohne größere Schäden zu hinterlassen an Fukuoka vorbeigezogen. Auf den Gehwegen und Straßen zeugen die vielen (größeren) Äste und Blätter davon das es ziemlich gestürmt haben muss. 
Auch heute ist erst am Nachmittags (ab 14h) Unterricht für mich, das heißt ich kann den morgen etwas entspannter angehen.
Da heute gutes Wetter ist besuche ich den Japanischen Garten am Ohori Park, ca. 10 Minuten von meinem „Zuhause“. Ich zahle irgendwie nur die Hälfte des regulären Eintritts wie mir später auffällt. Morgens, mitten in der Woche, ist hier gar nichts los und ich geniesse den Garten quasi für mich allein:








Danach drehe ich eine Runde um den Ohori Park. Eigentlich muss ich nur etwas Zeit totschlagen bis ca. 11.20h und hier lässt es sich gut aushalten.



Die Ente hat sich treiben lassen aber nun ist ende



Was ist denn um ~ 11.20h?
Ich gehe heute zu NHK. NHK ist DER japanische Fernsehsender, vielleicht mit dem ARD oder ZDF zu vergleichen. Das Studio für die Südinsel Kyushu ist in Fukuoka. Am Ohori Park. 10 Minuten von meinem „Zuhause“. Praktisch.



Was will ich da?
Ich möchte Izumi besuchen. Izumi ist eine Freundin von Sachi die ich bereits am Wochenende kennen gelernt habe (Instagram Friends sag ich nur XD). Izumi ist Köchin, hat rund um die Welt gelernt und ist leitende Kochlehrerin in Fukuoka an einer Schule (die Schule befindet sich wohl in der selben Straße wie meine Sprachschule, hach.. Fukuoka ist klein.. nur 1,5 Millionen Einwohner). Ca. einmal im Monat stellt sie in der Kochsendung „Hakken“ ein neues Gericht vor. Izumi ist daher sehr bekannt in Fukuoka, auch wenn sie das nie zugeben würde. Also ging es ins Gebäude rein. Ok, da rechts ist die Information. Ich habe mir auch schon meine Sätze auf Japanisch zurecht gelegt und los geht’s. Klappt auch erstmal sehr gut. Dann frage ich aber ob oder bis wo hin ich in das Studio kann. Sachi hatte mir erklärt das man einfach so in das Studio reinlaufen kann bis ca. 10 Minuten bevor die Aufzeichnungen beginnen. Da war sich das junge Mädchen von der Information aber nicht sicher und stand mit mir erst einmal 5 Minuten vor dem Studio. Dann entdecke ich durch die Glastür aber Izumi und sie mich und sie winkt mich aufgeregt und freudig rein. Gatcha! Der Ausländer mit Minus-Sprachkenntnissen hat sich bis ins Studio vorgekämpft! Die Fernsehcrew sieht auch sehr selten bis nie einen Ausländer im Studio und ich bekomme von allen Seiten fragen gestellt. Zum Glück hilft Izumi mir, ich kann das alles nicht verarbeiten bzw. ich versteh einfach nur Bahnhof XD. Ich war noch nie in einem Fernsehstudio. Schon beeindruckend. Diese riesigen Kameras und die ganzen Leute die quasi direkt neben dem Blickfeld der Kamera wie wild hantieren.



 Nach 2 Minuten gesellt sich eine ältere Dame zu mir auf die Besucherbank und sie ist mindestens genauso aufgeregt wie ich. Sie ist ebenfalls wegen einer Freundin hier. Diese ist heute Gast und stellt eine Spezialität aus ihrem Heimatdorf vor. Das tollste an dieser älteren Dame ist aber das sie mich und mein japanisch versteht. Ich führe wirklich eine Unterhaltung mit einer Fremden auf japanisch. Dann geht es auch schon für Izumi los. Izumi ist so professionell. Und das Essen riecht zu gut. Und wer darf es essen? Die Moderatoren! D: Nach insgesamt ca. 40 Minuten ist die Live-Sendung abgedreht. Izumi kommt auf mich zu und arrangiert Fotos. Ich unterhalte mich dann mit den drei Moderatoren. Die sind ebenfalls aufgeregt.  Ich bin „kawaii“ und woher ich denn meine Kleidung hätte (aus Tenjin, Fukuoka XD) Meine Haare sind ja so toll (Nein, sorry, das sind sie wirklich nicht) und woher ich denn komme. Oh Wirklich Deutschland? Aber ich bin sehr klein für eine Deutsche (danke?!). Wie lange bleibe ich in Fukuoka? Oh, Homestay! Omoshiroi! Heee, du lernst japanisch! Sugoi! Super! - Dann fällt der Name „Kyary Pamyu Pamyu“ (den genauen Zusammenhang habe ich aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse meinerseits nicht mitbekommen) und ich zeige das Foto von Kyary und mir. Da sind alle Japaner immer aus dem Häuschen. In Japan scheint Kyary den Fans die Chance auf ein Meet & Greet nicht zu geben. Irgendwie war es verdrehte Welt, im Grunde habe ich die „berühmten“ Leute getroffen aber die haben mich dermaßen mit Fragen bombardiert das ich gar nicht selber Fragen stellen konnte XD Anschließend setzen sich alle brav an den Moderationstisch und ich kriege eine Erinnerungsfoto! Wahnsinn! Das ist wirklich sehr gut gelaufen! Dieses Event hat mich ehrlich gesagt auch den Rest des Tages etwas „geflasht“. 

Hakken!

Schule war heute vom Inhalt her nicht schwierig, was mir aber hier wirklich Schwierigkeiten macht sind die doofen „Vokabelbilder“ für Verben. Ich verstehe bei ca. 30% nicht was mir das Bild sagen soll. Ich hasse es. Bei den Hausaufgaben habe ich manchmal auch Bildchen mit vorgegeben Kästchen in dem ich dann das passende Wort schreiben soll. Weder ich noch Sachi wussten die Tage die Antwort und ich habe einfach irgendwas hingeschrieben von dem ich denke das es das ist. 
Nach der Schule schlendere ich noch an der Hakata Station herum, spiele eine Runde Hatsune Miku und brauche fast eine Stunde um zu entscheiden was ich esse. Es gibt zu viel Auswahl hier. Am Bus Terminal muss ich 15 minuten auf den nächsten Bus warten. Also setze ich mich hin und esse. Kurz darauf fragt ein älterer Herr ob er Platz nehmen darf und wir unterhalten uns nett. Er wird immer schneller beim reden und nach dem dritten mal höflich nachfragen ob er langsamer sprechen kann lasse ich es aus  Höflichkeit bleiben und nicke und lächle. 
Abends Zuhause verplappern Sachi und ich uns (schon wieder). Es ist 22.30h und ich habe mit meinen 5 Seiten Hausaufgaben noch nicht angefangen. Das wird auch heute nichts mehr. Sachi (+ ihre Freundinnen) und ich gehen Freitagabend „raus“, weil letzter Abend. Schon. Es ging so schnell. Ich werde Sachi vermissen (die Schule nicht XD). Sie ist so lustig. Etwas verpeilt. Aber herzlich. Vielleicht keine „ersatz“mama, aber eine ältere Schwester. Sie sagt, ich bin jederzeit Willkommen in Fukuoka. Sie wird zwar bald nicht mehr in Fukuoka wohnen, aber Hiromi (die andere Freundin von Sachi) übernimmt die Wohnung und ich bin jederzeit Willkommen. Ich soll mich auch melden wenn ich bei der Weiterreise Probleme habe. Wie angenehm, jemanden zu kennen der einem im Notfall weiterhelfen kann weil Muttersprachler.
Das war es für heute. Morgen darf ich dann wohl erstmal Hausaufgaben machen und muss dann um 14h zur Schule. Für morgen ist Karaoke geplant, ich bin mal gespannt.
Viele Grüße in die Heimat!

Schlüsselsatz: 
“はっけん“を見ようと想います。
Ich würde gerne „Hakken“ sehen.

Dienstag, 3. Juli 2018

Tag 12 - Sturm und Regen in Fukuoka

Hallo Zusammen,

Tag 12 hier ist angebrochen und das bedeutet das schon Halbzeit meiner Reise ist.
Gestern habe ich es auch nochmal geschafft mit meinen Liebsten zu telefonieren. Das tat gut.  Ausserdem ist deutsch sprechen ist toll. Das kann ich (mehr oder weniger). Meine Tage in Fukuoka sind total voll, es ist einfach immer Trubel, mehr als 6 Stunden schlaf kriege ich hier nicht, aber „schlaf“ ist im Japanurlaub auch vollkommen überbewertet. Jede Sekunde hier kostet mich schließlich Geld X‘D

Da sich über Okinawa ein Taifun zusammenbraut und wir in Fukuoka die Ausläufer abbekommen werden (starke Regenschauer, heftigen Sturm) blieben heute alle Schulen geschlossen. Alle, außer meine Sprachschule. Schade. Heute habe ich jedoch auch ein wenig länger geschlafen da ich erst nachmittags Unterricht hatte. Um trotzdem etwas vom Tag zu haben, habe ich gegen 9.30h das Haus verlassen und habe mich nach Tenjin begegeben. Es regnet, aber stürmisch oder gefährlich ist es nicht. Vormittags unter der Woche shoppen zu gehen bzw. durch die Einkaufspassagen zu schlendern ist so angenehm. So entdecke ich echt noch ein paar hübsche Ecken und Straßen, die ich bisher im Rush-Hour Trubel nachmittags übersehen hatte.




So verschlägt es mich kleinen Suchti dann in das Taito Station. Das Taito Station ist eine Spielhalle, die neben Ufo Catcher, Gatcha-Automaten, Tanz- und musikspiele auch Purika-Fotos anbietet. Heute versuche ich mich aber erst nochmal an den Taiko Trommeln und versage ziemlich. Spaß gemacht hat es aber trotzdem. Als nächstes geht es in die Musik- und Tanzetage und ich probiere mich an ein Final Fantasy Theathrythm Spiel. Ich vermisse meine Konsolen p__q Dann bin ich entsetzt: Es gibt keinen Hatsune Miku Automaten? Ich dreh eine Runde. Und eine zweite. Und stelle dann fest das der quasi gegenüber vom Final Fantasy Automaten war. Unter Zeitdruck (die Spiele haben grundsätzlich einen Timer im Song-Auswahl Menü) wähle ich dann eines von +200 Lieder. Der Timer ist gar nicht lang genug als das man überall mal reinhören könnte. Naja. Ein Japaner schaut mir, in seinen Augen vermutlich, ziemlich unauffällig zu. Als ich das Spiel gerade beendet habe kommt ein Angestellter und bringt mir meinen Regenschirm. Den hab ich wohl beim letzten Automaten liegen lassen. Gott sei Dank, ich habe schon einen Regenschirm in Canal City irgendwo verloren weil ich einfach zu verpeilt bin.







Irgendwie habe ich seit einigen Tagen das Gefühl das ich einfach zu wenig Klamotten habe. Eigentlich ist das gelogen, ich habe immer das Gefühl keine Auswahl zu haben. Also ab dafür in meine Lieblingsduo Shopping Mall: Tenjin Core und Tenjin Vivre. Die Damen an der Info unten kennen mich auch schon vom sehen und winken mir mittlerweile zu, so oft war ich die letzten 1 ½ Wochen hier XD Nun, vielleicht falle ich aber unter den Japanerinnen einfach ein wenig auf. Im „Secret Honey“ werde ich auch wieder fündig. Die Sachen dort sind einfach super süss und alltagstauglich. Mit einer der Verkäuferinnen verquatsche ich mich auch erstmal 10 Minuten. Ich mag es japanisch zu sprechen, auch wenn mein japanisch sehr, sehr basic ist. Zufrieden beende ich meine Shoppingtour und versuche nach Hakata zu kommen. Dort möchte ich irgendwo was essen gehen.
Ich entscheide mich etwas neues auszuprobieren und nutze die U-Bahn. Es gibt auch eine direkt Verbindung nach Hakata. Cool. Der Zug hat perfektes Timing und ich steige ein. Ich fahre. Und fahre. Hmm.. waren es doch 3 Stationen? Ich warte die Station ab. Doch 4 Stationen? Ich hole meine Brille raus um auf eine Fahrplankarte im Zug zu schauen. Eh? Mist. Irgendwie hab ich den falschen Zug erwischt. Also heißt es aussteigen und zurück. Der Fehler war das ich hätte nach 2 Stationen aussteigen müssen um dann eine Etage tiefer auf eine andere U-Bahn Linie zu wechseln. Eigentlich simpel, aber mein Gehirn ist öfter nicht anwesend in Japan. Mit ca. 15 Minuten Zeitverlust erreiche ich dann Hakata. Jetzt bleibt nicht mehr viel Zeit für Essen, also geht es in den Family Mart und es wird mein Standardgericht gekauft: Inari Nigiri. Die sind so übertrieben lecker hier. Als Nachtisch gab es heute Melon Pan mit Füllung und Matcha Glasur. Matcha jeden Tag. Ich liebe es.

@ Tenjin



Um 14h geht dann auch der Unterricht los. Heute ist es anstrengend. Wir springen im Buch auf einmal 4 Kapitel vor, während der Lehrer der zur dritten Stunde den Unterricht übernimmt Wiederholungen macht und dann noch mit zwei Seiten Vokabeln um die Ecke kommt. Die Hausaufgaben waren heute dementsprechend toll… ich habe das Prinzip noch nicht ganz verstanden hier und ich befürchte, es wird sich mir auch nicht mehr ganz erschließen. An manchen Tagen lernen wir gefühlt nichts neues, an manchen Tagen ist es ein nicht schaffbares Pensum. Selbst wenn ich fleißig WÄRE, wenn ich vorlernen WÜRDE, wenn ich mich auf den nächsten Unterricht somit vorbereiten WÜRDE, es würde mir nichts bringen weil es garantiert nicht das wäre was ich vorgelernt hätte. Und Gott, das WÜRDE mich so frustrieren! XD Einzige logische Konsequenz die ich daraus ziehe:  Ich bleibe „faul“ bzw. ENJOOOOI  (enjoy) ich Fukuoka (Sachi sagt es so oft, voll die Lebensphilosophie hier XD)  

Symbolbild einer angeblich fleissig Lernenden Person


5 Minuten vor Schulschluss kommt eine Durchsage: Die Schule bittet uns auf schnellsten Weg nach Hause zu gehen da sich das Wetter drastisch verschlechtert. Okay, das war es wohl mit dem Language Exchange den ich besuchen wollte. Sicher ist sicher. An Hakata Station fahren so gut wie keine Züge mehr, wie gut das ich eh einen Bus brauche. An der Bushaltestelle, die eigentlich großzügig überdacht ist, werde ich total nass. Es stürmt und regnet einfach extrem. Mein Bus hat sogar 2 Minuten verspätung (Wie unverschämt!) und obwohl der Andrang groß ist, ergattere ich Gaijin einen Sitzplatz =D Es stürmt teilweise so stark das der Bus ein bisschen wackelt wenn er steht. Cool. Im Bus fällt mir dann ein das ich Hunger habe und viel essen will. Also geht es noch flott in den Family Mart. Ich bin so nass geworden. Auf den Weg (2 Minuten) zu Sachis Wohnung ist mir dann auch der Regenschirm kaputt gegangen (RIP, du hattest ein kurzes aber erfülltes Leben.. zumindest hoffe ich das XD).

2 Minuten an der überdachten Bushaltestelle mit noch funktionierendem Regenschirm. Das Ergebnis ist verheerend....


Zuhause angekommen pfeift und drückt es an den Fenstern. Auch jetzt immer noch. Sachi kommt heute etwas später, gegen 19.30h nach Hause. Aber ihr geht es gut. Es ist Moment sehr stressig auf ihrer Arbeit. Wir schauen zusammen Fernsehen. Japanisches Fernsehen ist interessant un dlustig zu gleich. Immer diese ganzen „Geräusche“. Japaner, die Fernseh schauen oder etwas erklärt kriegen sind in der Regel SEHR mitteilungsbedürftig. Das bedeutet man ist umzingelt von voller „Eeeee“ und „heeeeeee“, „sou desu ka“ und „omoshiroi!“ um nur mal ein paar Beispiele zu nennen. Ich mag es. Viele Nicht-Japaner stört es aber, meine Klassenkameraden kommen darauf gar nicht klar. Irgendwie lustig. XD Nach dem Fernseh schauen will ich aktiv werden und als ich gerade mein Gepäck umkramen will, springt mir was entgegen. Was das?! Eine springende Spinne?! Keine Ahnung. Auf jeden Fall erstmal ein Glass drüber gestülpt. Ich will keine Viecher in meinem Zimmer haben. Die ist vermutlich durch den Sturm hier reingekommen. Und super schnell!! Nach hinten raus ist halt auch direkt der Maizuru Park.



 Als ich Sachi von meiner Todesmutigen tat berichten will ist sie auf ihren Bett mit Handy in der einen Hand, und der anderen Hand in ihrer Tasche, eingeschlafen. Hach, diese Japaner. In Deutschland würde man sich ernsthaft Sorgen machen um solche Personen, nicht das ich mich nicht um Sachi sorge, sie hat definitiv zu viel um die Ohren gerade (Umzug, Jobwechsel, la ME (obwohl ich noch das kleinste Problem bin), aber es ist so.. japanisch. Ich hoffe, es geht ihr im nächsten Job besser. Also wecke ich sie auf und sie macht sich kurz drauf auch für das Bett fertig.
Ich bin gespannt, wie das Wetter morgen wird. Es stürmt übertrieben aber angeblich soll morgen sehr schönes Wetter werden. Dann würde ich nochmal einen Abstecher in einen Park/Garten machen. Meine Tage in Fukuoka sind so langsam auch gezählt.. Samstag werde ich vermutlich morgens schon nach Takamatsu aufbrechen.. und da wird es eh kompliziert.. haha.. ich und meine gute Orientierung!

Vielen Dank für’s lesen! Heute habe ich leider nichts sooo spannendes gemacht, das Wetter und die Nachmittagsklasse machen es einem etwas schwierig.
Viele Grüße !!

Schlüsselsatz:
さちさん、 起きてください。
Sachi, wach bitte auf.

Montag, 2. Juli 2018

Tag 11 - Fukuoka Tower

Hallo Zusammen,

Leider ist das Wochenende wieder vorbei. Heute hieß es früh aufstehen, Frühstücken und ab in den Bus. Diesmal nicht so überfüllt wie am Freitag, das ist ja schon mal was. Heute habe ich das letzte Mal morgens Unterricht, den Rest der Woche erst ab 14h, bzw. Freitag ab 11.20h. Yay. Nicht.
In das kleine Schulgebäude bin ich heute morgen erst fast gar nicht reingekommen. Jeden Montag ist Schulstart für neue Schüler. Was letzte Woche nur 6 Schüler waren, sind heute 35+ Leute. Die Lobby ist überfüllt. Man merkt dass in den meisten Ländern die Sommer-/Semesterferien angefangen haben. In meine Klasse landet von denen aber niemand, das heißt wir sind nun nur noch vier Leute. Die drei unmotivierten sind zum Glück zum Wochenende abgereist, somit ist der Unterricht auch flüssiger und mir gefällt es besser. Heute sprechen wir über unser Wochenende und meine Mitschüler sind verblüfft was ich alles so gemacht habe. Nun ja, man ist ja nicht alle Tag in Fukuoka, also hab ich auch volles Programm. Zeit für Hausaufgaben und lernen habe ich im Bus zur Schule X’D oder schnell abends beim Fussballspiel gucken (leider hat Dänemark verloren), das muss reichen und ich komme auch so sehr gut mit im Unterricht. Vertiefen kann ich das ganze ja nochmal Deutschland, mit Japanern japanisch sprechen ist dagegen viel einfacher in Fukuoka. Ich sag dazu nur „ENJOY“ – Sachis Lieblingswort.
Nach der Schule treffe ich heute Yuko ein letztes Mal und wir besuchen den Fukuoka Tower. Der Fukuoka Tower ist der dritthöchste Aussichtsturm in Japan, nur der Tokyo Tower und der Ueno Sky Tree (Tokio) sind höher. Ich liebe Aussichtstürme. Wenn möglich, muss ich in jedem meiner Urlaube einen besuchen. Irgendwie auch eine Tradition.
Da heute Montag ist und wir erst ca. 15h haben, ist auch kaum etwas los. Perfekt! So können wir den Ausblick auf das Meer, den Strand, die Berge und über die Stadt richtig genießen.









Einige nette Fotoecken bietet der Fukuoka Tower ebenfalls:










Hiernach schlendern wir am Strand herum und geniessen das relativ gute Wetter.



Interessant zu erwähnen ist, dass der Bereich um den Fukuoka Tower künstlich aufgeschüttet ist. Man bräuchte einfach mehr Land in Japan. XD Vor einem Jahr ist deswegen bei U-Bahn arbeiten ein Teil der Strasse in Hakata (Fukuoka) einfach so im Erdboden verschwunden. Verletzt wurde hier zum Glück niemand. Langsam kriegen wir aber Hunger und wir fahren nach Tenjin. Hier sehen wir auch weitere Vorbereitungen zum Yamakasa Festival





Schliesslich geniessen wir Crepe und quatschen noch eine Weile. Es war mal wieder ein super schoener und lustiger Nachmittag mit Yuko. Leider heisst es heute auch Abschied nehmen, da wir uns nicht mehr Treffen koennen und ich Samstag schon weiterreise nach Takamatsu. Eins weiss ich definitiv: Ich werde wieder nach Fukuoka kommen!

Danke für heute, Yuko!


Der weitere Abend verläuft relativ unspektakulär: Ich besorge mir etwas Abendessen und finde den Weg zu einem Lokal heraus das Ich morgen eventuell besuchen mag, da es dort Dienstags ein offenes „Language Exchange Meeting“ gibt. Irgendwie muss ich nun eh meinen Tagesablauf umplanen da ich nachmittags Unterricht habe. Dazu kommt auch noch das sich die nächsten Tage STARKREGEN, und ich meine wirklich STARKREGEN, angekündigt hat. Während ich diesen Eintrag schreibe, sehe ich das die Regierung von Fukuoka City für morgen alle Kindergärten, Junior High Schools und Elementary Schools eine Freistellung veranlasst hat. Die übrigen Schulen dürfen frei entscheiden wie sie handeln… mal sehen ob ich morgen zu Schule kann.. Irgendwie klingt das ganze jetzt so viel ernster als ich dachte :0

Viele Grüsse in die Heimat!

Schlüsselssatz:
週末は何をしましたか。
Was hast du am Wochenende gemacht?