Sonntag, 8. Juli 2018

Tag 17 - Bye bye Fukuoka (diesmal stimmt es)


Hallo Zusammen,

heute geht es hoffentlich los aus Fukuoka. Sachi und ich checken morgens noch einmal das Wetter. Alles gut. Da gestern viel still stand, befürchten wir einen ziemlichen Andrang auf die jetzt wieder fahrende Bahn, daher beschliessen wir uns relativ früh aufzumachen und sind um 8.30h an Hakata Station. Hier tausche ich dann meinen JR Pass ein. Der JR Pass ist ein Ticket das einem erlaubt alle JR Linien und die meisten Shinkansen inkl. Sitzplatzreservierung zu nutzen. Ganz günstig ist der Pass nicht, aber Shinkansen sind teuer und es lohnt sich wenn man in der Regel zweimal die Stadt wechseln muss (zB Tokio->Kyoto->Tokio).

Der nächste Zug um 9.47h ist schon komplett reserviert. Es gibt im Shinkansen auch Wagons ohne Reservierung, aber Sitzplatz ist da glückssache. Meine Fahrt dauert heute länger (bis Shin osaka) und ich habe viel Gepäck, daher beschliesse ich einen Zug später zu nehmen, was leider auch erst 10.47h bedeutet. Der Abschied von Sachi ist schwierig. Damit es nicht total mit dem heulen ausartet halten wir es „relativ“ kurz (10minuten XD). Sachi will das Ich mit meiner Familie und meinem Freund wiederkomme, jetzt wisst ihr Bescheid .. XD

 Dann gehe ich auch schon durchs Shinkansen Gate und will endlich einen Blick auf das Hello Kitty Cafe werfen. Zu diesem wollte ich seit Tag 1 hin, ABER dieses Cafe liegt hinter dem Gate, man braucht also ein Ticket. Ins Cafe rein gehe ich nicht, Sachi hat mich heute morgen gemästet XD





Die Zeit im Shinkansen Terminal nutze ich für Fotos und um den Blogeintrag von gestern zu schreiben. Auf die Minute pünktlich kommt Shinkansen „Sakura“ dann an. Die Fahrt verläuft ruhig, ich tausche mich mit meiner Sitznachbarin anfangs kurz aus und schlafe zwischendurch auch ein. In Shin-Osaka heisst es dann aussteigen. Und genau hier passiert das unverschämteste überhaupt: Mein neuer Shinkansen, Hikari, der mich nach Kyoto bringen soll, hat 5 Minuten Verspätung. 5 Minuten, einfach so, für immer verschenkt. Natürlich wurde sich dafür 100000x entschuldigt XD Ich wünschte, die Deutsche Bahn hätte immer nur 5 Minuten Verspätung XD
In Kyoto werde ich richtig nass. Das liegt aber nicht am Regen, nein, viel ekliger, an mir. Ich schwitze. Es ist so heiss hier. Ich merke das Ich gerade wieder über Details schreiben will (sorry, ich bin da einfach etwas gnadenlos  (=niveaulos oder „offener“)), aber ich spare es mir diesmal.


Da steht mein Name an der Tür.... *sing*

So fancy

Jetzt also die Unterkunft finden. Ich bleibe zwei Nächte in Kyoto in einem Gasthaus. Betrieben wird dies von Rjoji, einem jungen Japaner. Die Wegbeschreibung funktioniert schonmal gut, ich finde das Gasthaus auf Anhieb. Ich bin leider auch etwas früher als angekündigt doch kann ohne Probleme schon einchecken und krieg den Koffer hochgetragen. Im Moment wohnen neben mir und Rjoji noch zwei Chinesen hier. Ich bin wohl die erste Deutsche und generell sind wenig Europäer bei ihm. Nach kurzem Smalltalk mache ich mich komplett frisch und beschliesse nach Osaka zu fahren. Wieso?
1. Es ist nun schon nach 16h, Tempel, Zoo und Museen schliessen bald
2. Shopping ist besser in Osaka
3. Es kostet mich nichts weil JR Pass
Also ab dafür. Kyoto ist sehr busy. Aber Osaka an einem Sonntag. Yaaay. Japanische Rush Hour – ich hab dich vermisst. Aber egal. Ich bin müde und habe spontan keine so guten Ideen, also schlendere ich zum HEP FIVE. Eine Shoppingmall (jaja, ich bin langweilig) aber eine mit Riesenrad! Immer wenn ich in Japan bin, besuche ich auch ein Riesenrad irgendwie... Suzuka,  Kobe, Yokohama und heute Osaka!








Gekauft habe ich lediglich eine Sache für jemand anderen (ich sag nur uz rüt) und dann wollte ich auch schon wieder Richtung Kyoto. Das Rumgekreische der Verkäuferinnen ist hier noch krasser wie in Tenjin Core (I miss you!!) Es ist anstrengend heute. Im Gasthaus angekommen esse ich zu Abend und quatsche mit Rjoji bevor dieser zu Freunden loszieht. Ich werde versuchen heute vor 0.00h ins Bett zu gehen, morgen wird bestimmt aufregend mit Yui.

Just als ich diesem Eintrag schreibe, ist es wieder passiert: Es war schon zu lange her, es musste wieder passieren. Ein Insekt. Unbekannter Art. Aber bereits Tod. Glaube ich. In meinem Zimmer. Dabei ist es hier wirklich, wirklich sauber und ordentlich. Ich habe jetzt einen grossen Deckel drüber gestülpt. Ich weiss nicht was ich machen soll XD

Nun ja, dann ist das halt so.

Viele Grüsse in die Heimat!


Schlüsselsatz:
きをつけてね。
Pass auf dich auf, ja?

Tag 16 - Kein Takamatsu

Hallo Zusammen,
Es geht nichts aus Fukuoka raus. Da sitz ich nun, am vermeintlich letzten morgen bei Sachi und komme nicht weg. Im Fernsehen sieht man Hiroshima unter Wasser, Okayama ebenfalls. Seit heute Nacht neu  ist, das auch keine Marine Liner nach Shikoku (Takamatsu) fahren.
Sachi bietet mir sofort an noch einen Tag hier in Fukuoka zu bleiben und ich nehme das Angebot an. Ich könnte es irgendwie mit dreimal den Buswechseln, 20 Minuten laufen zwischendurch via alternativweg eventuell nach Takamatsu schaffen, das würde aber knapp 10 Stunden dauern und wer weiss ob die Busse dann auch fahren.  Ich bin erleichtert, einfach in Fukuoka bleiben zu können. Sachi hat heute Behördengänge vor sich wegen dem anstehenden Umzug, mich verschlägt es nach Nakasu-Kanabata. Hier besuche ich erstmal Hiromi auf der Arbeit. Hiromi arbeitet im Kayanoya. Das Kayanoya verkauft exklusivere Zutaten für Gericht, es gibt auch Kochkurse hier und superschönes,  handgemachter Porzellan. Hiromi freut sich mich zu sehen. Sie ist so süss. Ich hinterlasse noch einen wunsch am Tanabata Baum und kurz darauf verschlägt es mich in die alte überdachte einkaufsstrasse. Das Flair hier ist ganz anders und ich bestaune die Geschmückten Wagen für das bald kommende Yamakasa Festival.






Am Ende der Strasse laufe ich direkt auf den Kushida Shrine zu. So hübsch. Da heute Samstag ist, ist auch ein wenig Betrieb. Wie in Fukutsu,  bekomme ich auch hier mit wie ein Auto gesegnet wird. Scheint eine übliche Praxis zu sein. Viele Männer laufen hier im traditionellen Gewand für das anstehende Sommerfestival herum, an manchen Dashi/Festwagen wird auch probeweise geübt. Es ist schwierig zu aber beschreiben, was beim Fest passiert, Am besten schaut ihr euch das mal bei YouTube an, einfach Yamakasa Festival Fukuoka eingeben, da dürfte einiges kommen.











Direkt am Shrine liegt einer der Eingänge zu Canal City. Da ich gerade sehr müde, und irgendwie schon wieder hungrig bin, schaue ich auch auch hier noch einmal vorbei. Und, oh mein Gott, es interessiert vermutlich NIEMANDEN, aber ich war so glücklich weil hier meine unverschämt günstige Shoppingtour begann. Da kam mir direkt der nervige Song aus Tenjin Core in den Kopf (der auch nur ein bisschen penetrant ist) und in etwa so geht : „Bar-Bar-Bargain! Bar-Bar-Bargain! Bargain. Bargain!“ Ich habe wirklich unglaublich wenig Geld ausgegeben. Nach Canal City verschlug es mich  nämlich noch nach Tenjin Core / Vivre (Bestes Shoppinghaus) und hier ging es weiter. Am Ende habe ich für 2x Röcke, 1xStrumpfhose, 1xOhrringe, 1x Shirt/Bluse und einen 1xPullover (Sailor Moon angebaut hieß Design, zwar Grösse L aber zu günstig ums hängen zu lassen) keine 15euro ausgegeben. OK, ich war ja na h dem ersten Glücksgriff auf extremer schnäppchenjagd aber des sind wirklich gut Kleider und ich glaube selber nicht das sie quasi nichts gekostet haben. OK, sorry, Off Topic.






Auf dem Rückweg halte ich noch im Donki und hole Abschiedsbier für Sachi. Heute kocht sie auch Abends für mich und Izumi (die Köchin die ich bei NHK besucht habe). So lecker. Wir haben eine guten Abend der ausnahmsweise nicht zu Spät endet. Geplant ist das Ich den Shinkanseen morgen gegen 11/12h nehme. Drückt die Daumen das es nicht zu voll wird und ich eventuell noch eine sitzplatzreservierung kriege.

Viele Grüsse in die Heimat!
Schlüsselsatz:
きってを10まいをください。ドイツまでおねがいします。
Ich möchte 10 Briefmarken für Postkarten nach Deutschland kaufen.

Samstag, 7. Juli 2018

Tag 15 - Unwetter

Hallo Zusammen,

Warum habe ich das getan?!

Nach nur 5 Stunden Schlaf wache ich auf. Bin ich gerädert. Ich glaube ich hab immer noch Alkohol im Blut. Sachi begrüsst mich freudig und ein bisschen Schadenfroh. Als ich vor dem Spiegel im Badezimmer stehe, sehe ich, das ich nur eines meiner Augen abgeschminkt habe. WTF?!? XD
Mühselig esse ich Frühstück, ich habe total Hunger aber mir ist auch schlecht. Zum Glück ist heute erst um 11.25h Schule. So lege ich mich nochmal kurz hin und fahre dann gegen 9.30h zur Schule, Hausaufgaben habe ich natürlich auch noch nicht gemacht.
Dort angekommen, wundere ich mich das sooo wenig los ist. Während ich mein 2 . Frühstück verdrücke fällt mir nach etwa 10 Minuten eine riesige Notiz die am Whiteboard geschrieben ist auf: „wegen starkem Regen ist heute nur in der Zeit von 10.25-13.10h Unterricht“ – juhu! Ich bin glücklich. Ich bin doch noch ziemlich KO. Etwas ärgerlich ist das ich nicht nochmal Facebook checken könnte (weil kein Internet ) weil dort gegen 9h gepostet wurde das man am besten Zuhause bleibt wenn man nicht schon unterwegs ist.





Nun, ab 11.25h habe ich dann Unterricht und bin heute alleine. Cool, Einzelunterricht für Umsonst. Heute ist auch mein letzter Schultag und es gibt eine kleine Zeremonie. Die fällt aber heute extrem klein aus weil einfach nur ca. 20% der Schüler da sind. Alles geht sehr schnell, ich halte eine Rede auf Japanisch (oder: ich versuche es), erhalte mein Zertifikat und habe es geschafft. Irgndwie gingen die zwei Wochen jetzt doch schnell rum.
Die Lehrer bitten uns nun direkt nach Hause zu gehen aber ich war ja mit Sachi um 19h in Canal City verabredet. Heute ist mein letzter Abend mit ihr. Bisher konnte ich sie nicht erreichen, daher bleibe ich an Hakata Station. Und hier ging dann eh nichts mehr. So gut wie alle Züge sind ausgefallen, die Schlange für ein Taxi ist sehr lang und reicht bis weit in den Bahnhof hinein. Ein paar Busse fahren noch. Ich beschliesse mich in den Starbucks zu setzen und Briefe zu schreiben.


Keine Colette :( - Tales of Festival

Die Schlange für ein Taxi ist ewig lang...

Fuck




Hier gibt es auch WiFi und Sachi und ich erreichen uns endlich. Sachi hat früher Feierabend bekommen wegen dem Unwetter. Wow. In Japan. Also scheint es heftig zu werden weil es ist noch gar nicht sooo schlimm. Es regnet halt stark aber das hatte man in Aachen auch schon. Sachi kommt zum Starbucks und unser Canal City Plan hat sich erledigt da dort alle Läden aufgrund des Wetters schon geschlossen haben. Per U-Bahn machen wir uns auf nach Tenjin und besuchen ein Lieblingsrestaurant von Sachi. Alle paar Minuten gehen Alarmanrufe auf den Handys der Japaner. Fast jeder Japaner hat eine unwetterwarnungs-app und dieser Klingelton nervt mich langsam da er auch bei jedem Handy mit etwas Zeitverzögerung angeht. XD
 Es regnet, aber es hält sich wirklich in Grenzen.
Zuhause sehen wir Fernsehen und sehen das Fukuoka ebenfalls in der schlimmsten Wetterzone liegt. ABER es ist hier nicht so schlimm. Dagegen sieht es in Hiroshima oder Okayama ganz anders aus. In Hiroshima kamen knapp 130 L/qm runter. Hiroshima City steht unter Wasser. In beiden Städten fährt kein Zug mehr – und das ist ein Problem. Mein Problem. Morgen früh geht es eigentlich nach Takamatsu. Um nach Takamatsu zu kommen, muss ich über Hiroshima fahren UND in Okayama den Zug wechseln. Google schlägt mir eine Alternativroute vor, die dauert aber knapp 10 Stunden. Shit.



Sachi hat mir bereits angeboten einfach einen Tag länger zu bleiben falls morgen früh noch Chaos ist. Aber warten wir einfach mal morgen früh ab. Japaner sind fleissig und reparieren Schäden flott. Dann hat Sachi noch ein besonderes Geschenk für mich: einen rosanen Obi für einen Kimono. Er ist so wunderschön. Auch probiere ich einen ihrer Kimono an. Sachi lernt im Moment Kimono anzuziehen und will ihre Technik perfektionieren. Ich finde es sehr schön, dass sie Traditionen pflegt. Nächstes Mal wollen wir beide Kimono tragen und irgendwo nett hingehen. Ich freue mich jetzt schon. Ich habe Sachi sehr lieb gewonnen und ich hoffe ich kann mich bei der Verabschiedung zusammenreissen… ihr kennt mich ja, ich weine so schnell..



Drückt die Daumen das ich gut wegkomme aus Fukuoka!
Liebe Grüsse!

Schlüsselwort:
お雨
(Oame)
Starker Regenfall

Freitag, 6. Juli 2018

Tag 14 - Karaoke

Hallo Zusammen,

Wie angekündigt, etwas verspätet der Bericht für Donnerstag.  Bevor es nachmittags in die Schule geht, shoppe ich Souvenirs und sehe mir vorher den Tenjin Schrein an. Inmitten von ShoppingMalls und anderen Wolkenkratzern steht dieser Schrein.als nächstes zieht e mich in die überdachte Einkaufspassage und am Ende lande ich auch wieder in meinen Lieblingsmalls: Tenjin Core und Tenjin Vivre. Ich finde heute einiges und es ist so viel,das ich beschließe vor der schule noch einmal nach hause zu fahren und den balast abzuladen. Heute regnet es übrigens ziemlich, so sehr das mein Rucksack trotz Regenschirm ziemlich nass wird. Den Schuhen usw. geht es ähnlich.

Um kurz vor 13h nehme ich dann den Bus wieder Richtung Schule. Diebstahl heute ok. Nach der Schule bin ich mit 4 "Freunden" zum Karaoke verabredet.
Es hat so Spaß gemacht.  Mit meinen japanisch Kenntnissen hätte ich es sicher nicht rein geschafft. XD Es gibt hier eine Flatrate für die Getränke. Jap, das musste ja eskalieren.


Wir sind so gut dabei das wir noch ein Stunde verlängern, und noch eine. In der zwischenzeit sind wir nur noch 4, aber egsl. Wir "singen", wir gröhlen, wir lachen. Am ende ist es 22.30h. Langsam wird es schwierig mit dem nach Hause kommen. ABER wir müssen noch Purikura machen. Auch sehr lustig im angeheiterten Zustand. Besonders die beiden Jungs sehen auf den Fotos einfach nur verstörend aus.
Ehrlich gesagt , hatte ich ziemlich einen sitzen. Da stand ich dann an der Bushaltestelle und sehe das mein Bus nicht mehr fährt. Oh. Keine Ahnung wie ich das gemacht habe aber mir fiel ein das im Terminal eine andere Buslinie noch zu mir fahren könnte. Also wieder zurück. An der frischen Luft merke ich richtig was ich mir da wieder angetan habe.  Bei meinem Glück stehe ich im Terminal gerade an der richtigen Haltestelle (ohne es zu wissen) als mein Bus ankommt (will gar nicht wissen ob ich es so sonst hinbekommem hätte). Vorsichtshalber frage ich dann aber doch nochmal nach ob dieser auch dort hält und bekomme die aussage bejaht. Juhuuu!
Im bus kämpfe ich darum wach zu bleiben und in Schlangenlinien komme ich nach hause. Zum Glück habe ich noch Inari Nigiri von heute mittag übrig und stopfe mir die hungrig ein. Schnell dann Bettfein machen und ab ins Bett.  Bin ich fertig.
(Ps: am nächsten morgen merke ich das ich mir nur ein Auge abgeschminkt habe XD)
Also karaoke in Japan kann ich nur empfehlen. Es gibt 100000 Songs und macht einfach Spaß.

Viele Grüsse! !

Schlüsselsatz :
このバスはあかさか三ちょめにとまいますか。
Hält dieser Bus in Aksaka 3 Chome?







Mittwoch, 4. Juli 2018

Tag 13 - Japanischer Garten und NHK

Hallo Zusammen,

die Ausläufer des Taifun sind ohne größere Schäden zu hinterlassen an Fukuoka vorbeigezogen. Auf den Gehwegen und Straßen zeugen die vielen (größeren) Äste und Blätter davon das es ziemlich gestürmt haben muss. 
Auch heute ist erst am Nachmittags (ab 14h) Unterricht für mich, das heißt ich kann den morgen etwas entspannter angehen.
Da heute gutes Wetter ist besuche ich den Japanischen Garten am Ohori Park, ca. 10 Minuten von meinem „Zuhause“. Ich zahle irgendwie nur die Hälfte des regulären Eintritts wie mir später auffällt. Morgens, mitten in der Woche, ist hier gar nichts los und ich geniesse den Garten quasi für mich allein:








Danach drehe ich eine Runde um den Ohori Park. Eigentlich muss ich nur etwas Zeit totschlagen bis ca. 11.20h und hier lässt es sich gut aushalten.



Die Ente hat sich treiben lassen aber nun ist ende



Was ist denn um ~ 11.20h?
Ich gehe heute zu NHK. NHK ist DER japanische Fernsehsender, vielleicht mit dem ARD oder ZDF zu vergleichen. Das Studio für die Südinsel Kyushu ist in Fukuoka. Am Ohori Park. 10 Minuten von meinem „Zuhause“. Praktisch.



Was will ich da?
Ich möchte Izumi besuchen. Izumi ist eine Freundin von Sachi die ich bereits am Wochenende kennen gelernt habe (Instagram Friends sag ich nur XD). Izumi ist Köchin, hat rund um die Welt gelernt und ist leitende Kochlehrerin in Fukuoka an einer Schule (die Schule befindet sich wohl in der selben Straße wie meine Sprachschule, hach.. Fukuoka ist klein.. nur 1,5 Millionen Einwohner). Ca. einmal im Monat stellt sie in der Kochsendung „Hakken“ ein neues Gericht vor. Izumi ist daher sehr bekannt in Fukuoka, auch wenn sie das nie zugeben würde. Also ging es ins Gebäude rein. Ok, da rechts ist die Information. Ich habe mir auch schon meine Sätze auf Japanisch zurecht gelegt und los geht’s. Klappt auch erstmal sehr gut. Dann frage ich aber ob oder bis wo hin ich in das Studio kann. Sachi hatte mir erklärt das man einfach so in das Studio reinlaufen kann bis ca. 10 Minuten bevor die Aufzeichnungen beginnen. Da war sich das junge Mädchen von der Information aber nicht sicher und stand mit mir erst einmal 5 Minuten vor dem Studio. Dann entdecke ich durch die Glastür aber Izumi und sie mich und sie winkt mich aufgeregt und freudig rein. Gatcha! Der Ausländer mit Minus-Sprachkenntnissen hat sich bis ins Studio vorgekämpft! Die Fernsehcrew sieht auch sehr selten bis nie einen Ausländer im Studio und ich bekomme von allen Seiten fragen gestellt. Zum Glück hilft Izumi mir, ich kann das alles nicht verarbeiten bzw. ich versteh einfach nur Bahnhof XD. Ich war noch nie in einem Fernsehstudio. Schon beeindruckend. Diese riesigen Kameras und die ganzen Leute die quasi direkt neben dem Blickfeld der Kamera wie wild hantieren.



 Nach 2 Minuten gesellt sich eine ältere Dame zu mir auf die Besucherbank und sie ist mindestens genauso aufgeregt wie ich. Sie ist ebenfalls wegen einer Freundin hier. Diese ist heute Gast und stellt eine Spezialität aus ihrem Heimatdorf vor. Das tollste an dieser älteren Dame ist aber das sie mich und mein japanisch versteht. Ich führe wirklich eine Unterhaltung mit einer Fremden auf japanisch. Dann geht es auch schon für Izumi los. Izumi ist so professionell. Und das Essen riecht zu gut. Und wer darf es essen? Die Moderatoren! D: Nach insgesamt ca. 40 Minuten ist die Live-Sendung abgedreht. Izumi kommt auf mich zu und arrangiert Fotos. Ich unterhalte mich dann mit den drei Moderatoren. Die sind ebenfalls aufgeregt.  Ich bin „kawaii“ und woher ich denn meine Kleidung hätte (aus Tenjin, Fukuoka XD) Meine Haare sind ja so toll (Nein, sorry, das sind sie wirklich nicht) und woher ich denn komme. Oh Wirklich Deutschland? Aber ich bin sehr klein für eine Deutsche (danke?!). Wie lange bleibe ich in Fukuoka? Oh, Homestay! Omoshiroi! Heee, du lernst japanisch! Sugoi! Super! - Dann fällt der Name „Kyary Pamyu Pamyu“ (den genauen Zusammenhang habe ich aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse meinerseits nicht mitbekommen) und ich zeige das Foto von Kyary und mir. Da sind alle Japaner immer aus dem Häuschen. In Japan scheint Kyary den Fans die Chance auf ein Meet & Greet nicht zu geben. Irgendwie war es verdrehte Welt, im Grunde habe ich die „berühmten“ Leute getroffen aber die haben mich dermaßen mit Fragen bombardiert das ich gar nicht selber Fragen stellen konnte XD Anschließend setzen sich alle brav an den Moderationstisch und ich kriege eine Erinnerungsfoto! Wahnsinn! Das ist wirklich sehr gut gelaufen! Dieses Event hat mich ehrlich gesagt auch den Rest des Tages etwas „geflasht“. 

Hakken!

Schule war heute vom Inhalt her nicht schwierig, was mir aber hier wirklich Schwierigkeiten macht sind die doofen „Vokabelbilder“ für Verben. Ich verstehe bei ca. 30% nicht was mir das Bild sagen soll. Ich hasse es. Bei den Hausaufgaben habe ich manchmal auch Bildchen mit vorgegeben Kästchen in dem ich dann das passende Wort schreiben soll. Weder ich noch Sachi wussten die Tage die Antwort und ich habe einfach irgendwas hingeschrieben von dem ich denke das es das ist. 
Nach der Schule schlendere ich noch an der Hakata Station herum, spiele eine Runde Hatsune Miku und brauche fast eine Stunde um zu entscheiden was ich esse. Es gibt zu viel Auswahl hier. Am Bus Terminal muss ich 15 minuten auf den nächsten Bus warten. Also setze ich mich hin und esse. Kurz darauf fragt ein älterer Herr ob er Platz nehmen darf und wir unterhalten uns nett. Er wird immer schneller beim reden und nach dem dritten mal höflich nachfragen ob er langsamer sprechen kann lasse ich es aus  Höflichkeit bleiben und nicke und lächle. 
Abends Zuhause verplappern Sachi und ich uns (schon wieder). Es ist 22.30h und ich habe mit meinen 5 Seiten Hausaufgaben noch nicht angefangen. Das wird auch heute nichts mehr. Sachi (+ ihre Freundinnen) und ich gehen Freitagabend „raus“, weil letzter Abend. Schon. Es ging so schnell. Ich werde Sachi vermissen (die Schule nicht XD). Sie ist so lustig. Etwas verpeilt. Aber herzlich. Vielleicht keine „ersatz“mama, aber eine ältere Schwester. Sie sagt, ich bin jederzeit Willkommen in Fukuoka. Sie wird zwar bald nicht mehr in Fukuoka wohnen, aber Hiromi (die andere Freundin von Sachi) übernimmt die Wohnung und ich bin jederzeit Willkommen. Ich soll mich auch melden wenn ich bei der Weiterreise Probleme habe. Wie angenehm, jemanden zu kennen der einem im Notfall weiterhelfen kann weil Muttersprachler.
Das war es für heute. Morgen darf ich dann wohl erstmal Hausaufgaben machen und muss dann um 14h zur Schule. Für morgen ist Karaoke geplant, ich bin mal gespannt.
Viele Grüße in die Heimat!

Schlüsselsatz: 
“はっけん“を見ようと想います。
Ich würde gerne „Hakken“ sehen.