Mittwoch, 13. September 2023

Tag 6 - Das goldene Eis

 Hallo Zusammen,

der erste Morgen in Kanazawa beginnt für mich!

Die Nacht war mit Unterbrechung eigentlich recht erholsam, heute möchte ich etwas Kultur schnuppern und den "Higashi Chaya"-District ansehen.

Wie gefühlt alles, was ich in Kanazawa interessant finde, liegt der District nur ca. 15 Minuten fußweg von meiner Unterkunft. Auf dem Weg dahin mache ich eine kurze Runde durch den Omicho Market, ein Markt der eine Vielzahl an diversen Essen anbietet, naütrlich viel Seafood. Da heute aber Mittwoch ist, sind sehr viele Läden geschlossen / nicht besetzt, ich werde morgen nochmal hier durchgehen (es ist nur 2 Minuten von meiner Unterkunft entfernt) um die ganze Atmosphäre zu "genießen":


süß!!!!!!

Ein weiterer Vorteil des Marktes war, dass dieser überdacht war uns vor der erbarmungslosen Sonne geschützt hat. Was würde ich nur ohne den Schirm machen?!

interessantes Ladenschild

Der Higashi Chaya District ist eines der noch wenigen Geisha-Viertel in Japan. Früher wurde hier vornehmlich für edle/reiche Leute und Geschäftsmänner performt. Auch heute noch gibt es hier Aufführungen. Diese sind aber ebenfalls exklusiver gehalten. An einigen Samstagen gibt es aber wohl auch Aufführungen für die Öffentlichkeit (MIST, da bin ich schon wieder raus aus Kanazawa).
Die Gegend besteht aus vielen ehem. Teehäusern (daher auch der Name Chaya (Cha = Tee, Ya = Laden/Geschäft)), viele sind mittlerweile in Shops, Cafes und ähnliches umgewandelt worden.
Die Teehäuser bzw. die Gegend ist ein offizielles Kulturgut, haben sie die Kriege doch gut erhalten überstanden. Die meisten wurden wohl vor gut 200 Jahren erbaut. Aber nun lasse ich euch mit dem Augenschmaus alleine:


praktisch gelegen: Das alte Viertel wurde direkt am Fluss angesiedelt


sogar (der natürlich nicht 200 Jahre alte Weg) war stilvoll gehalten

 

alte Teehäuser die nun als Cafes fungieren


irgendwann.. möchte ich auch eine Performance der Geisha sehen



Doch ich bin noch wegen etwas bestimmten hier: Das goldene Eis!
Kanazawa ist bekannt für die Blattgoldherstellung. 99% des in Japan verwendeten Blattgolds wird hier hergestellt. Und man kann es ESSEN!
Es gibt auch nur einen Laden der dieses Eis so verkauft: Ha-Ku-Ichi!
Und so viel kostet es dann auch: 891 Yen. EGAL! Da ist Gold drauf! Ich will jetzt nicht sagen, dass das Eis der Grund für meinen Aufenthalt in Kanazawa ist.. aber vielleicht war es ein starkes Argument.


Das Blattgold ist sehr zerbrechlich. Es wird auf jedes Eis einzelnd und vorsichtig platziert. Ein schon zu starker Hauch reißt schon Löcher rein:


Ich hab das Eis richtig genossen. Ich überlege ernsthaft, morgen nochmal hinzugehen. Nur für das Eis! Hahaha!

Es ist sehr, sehr heiß. Meine Nacht war kurz und ich kriege immer noch kaum etwas an Essen runter. Ich gönne mir daher den absoluten Luxus: Ein Nickerchen!  Meine Güte, das habe ich gebraucht! Ich bin körperlich nicht ganz auf der Höhe, das Klima fordert seinen Tribut. Ich merke, das die letzten Wochen vor der Reise ebenfalls sehr anstrengend waren. Währenddessen läuft auch eine weitere Wäsche, also Zeit optimal genutzt.

Es setzt ein Platzregen ein. Endlich Abkühlung! So würde man denken. Aber nach zwei Minuten Sonne ist es eigentlich schlimmer als vorher. Bringt aber alles nichts. Ich möchte noch einmal raus, u. a. zum Bahnhof. Der morgige Tag ist schon vollgepackt mit Sightseeing und Co. und ich möchte nicht erst am Freitagmorgen am Bahnhof stehen und womöglich einen oder mehrere Züge verpassen, weil ich noch eine Sitzplatzreservierung haben will.

Bahnhofsplatz von Kanazawa <3

Eine schöne Sache ist, das man die Sitzplatzreservierungen nun endlich auch an einigen  Ticketmaschinen vornehmen kann. Früher musste man teilweise in super langen Schlangen an den Buchungsbüros in den Bahnhöfen Schlange stehen. Das hat sich hiermit erledigt. Die Züge die ich mir in Absprache mit Sachi ausgeguckt hatte, sind aber schon erschreckend gut belegt. Ich kriege keinen Fensterplatz mehr :( - schade! Die Fahrt nach Fukuoka wird lang, gut 6 Stunden. Hahaha. Da brauch ich echt viele Snacks für unterwegs :D !
Wieder merke ich die Freundlichkeit der Leute in Kanazawa: Man ist hier entspannter, Leute lächeln einen an, sind hilfsbereit(er) und offen. Nicht, das die Leute in Tokio es nicht sind, aber hier ist die Stimmung einfach nochmal etwas anders.

Mittlerweile ist es dunkel (obwohl erst kurz vor 18h) und ich komme an einem lustigen Essensautomaten vorbei:

Japan, deine Vending Machines. Nichts ist unmöglich!


Der Tag war schön und relativ entspannt. Ich habe noch ein paar Besorgungen für einige Leute erledigt auf die ich nicht weitereingehen kann, man macht ja keine Überraschungen kaputt!


Danke fürs lesen! Ich freu mich schon auf morgen!
Liebe Grüße in die (nun kühle) Heimat!

Schlüsselsatz

何時にあいしましょうか

nanji ni aimashou ka

Um wie viel Uhr sollen wir uns treffen ?
(Musste nochmal bei Sachi für Freitag für die Fahrten nachfragen)


Tag 5 - Auf nach Kanazawa (das diesmalige Neuland für mich)

 Guten Morgen Zusammen,

nun noch ein kleiner Bericht zu Tag 5.

Die Nacht von Tag 4 zu Tag 5 war kurz und voller Unterbrechungen. In der Unterkunft ging jemand auch nach Mitternacht 2-3 rein und raus und wenn man dann einmal nicht in den Schlaf kommt... das Klima schlägt mir auch ein wenig auf den Darm und ich kriege den ganzen Tag erst einmal nichts soweit runter an Essen.

Nun, es bringt ja alles nichts. Um kurz vor 10h checke ich dann aus, verabschiede mich kurz bei meinen Gastgebern und mache mich auf in Richtung Tokio Station (Bahnhof). Um 11.24h geht mein Shinkansen nach Kanazawa. 

damit die Wartezeit auf den nächsten Zug möglichst effektiv genutzt werden kann: Eine Kammer, schallisoliert, damit man in Ruhe weiter arbeiten kann. 

Ich liebe ja solche Aufsteller. Hierfür spreche ich dann auch fremde Leute an, damit mich einer fotografiert. Aber wenn mich ne fremde Nummer anruft, wird natürlich erstmal gegoogelt was das ist anstatt dran zu gehen :D

Pünktlich (was auch sonst) fährt der Shinkansen um 11.24h ab. Die Route führt durch die Berge und z.B. Nagano (einigen vlt. als Wintersportort bekannt) vorbei:


Auf die Minute genau lande ich um 14.17h in Kanazawa. Und werde mit Regen begrüßt. Und Sumo.
Tatsächlich ist zur Zeit in Tokio das große Sumo Turnier. Ich hatte auch überlegt, es einen Tag zu besuchen, aber meine Kreditkarte kam leider ein paar Tage zu spät an und dann waren keine Tickets mehr da.. es macht mich immer noch traurig.

Eingang zum Bahnhof von Kanazawa.

Kanazawa ist schon viel ruhiger als Tokio. Ok, doof gesagt, so gut wie jede andere Stadt ist das. Ich genieße es ein bisschen. 
Mein Check-In ist erst um 15h. Also beschließe ich die Zeit bei dem Wetter in dem Kaufhaus, das direkt neben dem Bahnhof ist, zu verbringen. ZUFÄLLIG (!!!) ist hier auch das Pokemon Center von Kanazawa (Mission: Alle Pokemon Center in Japan besuchen, es fehlen nur noch 3-4). Auf den Weg zu den Aufzügen entdecke ich Coin Locker, Münzschließfächer, für Gepäck. Also, was soll der Geiz, ich packe mein Gepäck dort rein.
500 Yen (3,20€) kostet das ganze, ich habe auch noch ein 500-Yen-Stück.. aber eh? Oh, der will 5x 100 Yen.. 1, 2, 3, 4, ... natürlich fehlt mir eines. Kurzerhand frage ich eine Japanerin ob sie wechseln kann. Sie schaut und vertröstet mich mit einem "Chotto matte kudasai" und verschwindet Richtung Läden.
Große Preisfrage, was passiert nun:
1. Sie taucht nicht mehr auf
2. Sie kehrt nach einiger Zeit zurück und hat auch noch ein kleines Omiyage (Souvenir) dabei.

Ja, ich ahnte es auch schon. In der Zwischenzeit krame ich aus meiner Tasche schon die kleinen "Dankeschön"-Süßigkeiten raus. Wenn ich etwas auf den Reisen gelernt habe, dann, dass sich viele Japaner schon krasse Umstände machen um einem weiterzuhelfen. So sehr, das ich mich hinterher schäme überhaupt gefragt zu haben weil ich eigentlich keine großen Umstände machen will. Dann will ich wenigstens etwas als Geste zurückgeben. Dieses Jahr sind es Ahoi Brause Tütchen (leichter Transport, Robust, kennt in Japan keiner daher toll):

Ort des Geschehens

Die nette Japaner kehrt nach einigen Minute zurück und ist total begeistert a. mir helfen zu können und b. sehr neugierig was ich mache, woher ich komme und freut sich über Besucher in ihrer Heimatstadt. Sie freut sich auch sehr über die Ahoi Brause. Versuche ihr zu erklären das es nur ins Wasser macht und dann "Buberu" und "Sparkulu" macht. Naja, auf der Rückseite ist ja auch ein Bildchen drauf wie es geht.
Man verabschiedet sich mit 10x Beugen gefühlt und ab gehts ins Pokemon Center und so:




Was mich SEHR freut: Es gibt exklusives Merch hier. das Pikachu in dem blauen Kimono musste als Plüschi also mit. Mit sowas kriegt man mich ja. Ist ja dann wie ein Souvenir.
Da es grad mittags an einem Wochentag ist, ist es relativ leer und man kann ich Ruhe alles bestaunen. Aber bis auf das Plüschi und ein kleines Tuch, kaufe ich hier nichts. Der Koffer muss erstmal leerer werden, die Souvenire für die Leute in Fukuoka und Osaka nehmen ungelogen den halben großen Koffer ein :D




So spät schön? Ab in die Unterkunft! Das Wetter ist nun auch wieder klar, also beschließe ich zu Fuß zur Unterkunft zu laufen. Es sind nur 18 Minuten und fast nur gerade aus. In Kanazawa geht viel über Bus. Und wenn ich es vermeiden kann, dann vermeide ich Bus fahren mit großen Gepäck, es ist doch recht eng und auch nicht stufenfrei. Taxi spare ich mir ebenfalls, da das Wetter wieder gut ist.
noch ca. 10 Minuten

Nach kurzen Problemen (die Raumtür der Unterkunft ist so schwer, ich dachte erst, die Karte die ich per Pin-Code aus einem Tresor nehmen musste, funktioniert nicht) fang ich fast an zu heulen über das was ich da gebucht habe:




Wow! Also, ich weiß ja was knapp 35m² sind, aber nachdem man ein paar Tage in einem doch eher winzigen Zimmer verbracht hat, kommt einem das hier nochmal riesiger vor. Ich hatte die Unterkunft via AirBnB gefunden und das Preisleistungsverhältnis ist unglaublich. Ich habe für drei Nächte 99€ gezahlt. Die Unterkunft hat alles: Küchenzeile, Kühlschrank, Mikrowelle, Waschmaschine(!!!), Duschraum, Bad, TV und PLATZ!
Ich bin sehr platt. Ich bin etwas Appetitlos und beschließe eine Pause einzulegen und die Waschmaschine zu testen. Ich lese die Anleitung SEHR GENAU. Washmaschinen in Japan und ich.. gefährlich. Und.. es klappt alles super. Die Wäsche wird sauber und der Duschraum kann zu einem Trockner umfunktioniert werden. Mithilfe eines Panels kann die Lüftung auch als "Dryer" dienen und es funktioniert gut. Ich bin begeistert. Endlich wieder was zum anziehen!

Etwas später drehe ich noch eine kleine Runde in der Gegend und hole mir eine Kleinigkeit zu essen. 
Taschen mit Nymphensittichen.. ich habe INSTANT das Geschreie der beiden sußerzahmen und süßen (aber bekloppten) Nymphis meiner Mama im Kopf


Fail des Tages: Habe anstatt Slipeinlagen doch Binden gekauft. Die waren so klein verpackt.. dachte das wären welche und hab nicht genau gelesen... Jetzt weiß ich, wie sich Männer fühlen, wenn sie das falsche Produkt mit nach Hause bringen. :-/

Sieht nett hier aus. Ich bin gespannt, was Kanazawa an Tag 6 für mich zu bieten hat.


Ich genieße eine ausgedehnte Dusche und versuche Entspannung am Abend zu finden. Die Unterkunft hilft hier bei sehr. Es ist auch in der Nacht sehr ruhig geblieben, ich hab eigentlich nichts von irgendwelchen Nachbarn gehört.


Liebe Grüße und danke fürs lesen. Heute mal etwas übersichtlicher geblieben!


Schlüsselsatz

すみません、りょうがえ (両替) できますか ?

sumimasen, ryougae dekimasu ka ?


Entschuldigung, können [Sie] Geld wechseln?

Dienstag, 12. September 2023

Tag 4 - Bahnen, Baden und Buzzern

 Guten Abend Zusammen,

ich bin sehr müde. Dabei bin ich relativ entspannt gestartet aber war nun abends einen Zacken zu lange unterwegs. Na, das wird ja morgen was.. ich brauch in Japan morgens immer etwas Anlaufzeit, hahaha.

Heute beschließe ich, es entspannt angehen zu lassen. Ich will zur Tokio Station und schon einmal meinen JR Pass abholen und einen Sitzplatz für morgen reservieren (es geeeht weiter <3 ) und dabei diesmal die Character Street im Bahnhof finden, hier soll sich nämlich noch ein Pokemon Shop befinden! Außerdem möchte ich ein Onsen besuchen, das hat ja letztes Jahr nicht geklappt (und dann hab ichs vergessen, haha) und evtl. noch im Ueno Park spazieren gehen oder zur Tokio Universität. So weit der Plan.

Irgendwann kriege ich mein Popöchen hoch und mache mich auf zur Tokyo Station. Nach ein wenig hin und hergelaufe finde ich auch tatsächlich die Character Street, und sie macht Ihnen Namen alle Ehre:








schade, das es kein Pikachu-Plüsch mit entsprechender Zugmütze gab :(




Pikachu begrüßt einen schon um auf die richtige Etage zu kommen

Der Pokemon Store hier war recht klein, so wie alle Character Shops hier. Also wer hier keinen Shop hat, ist kein beliebter Character.. komischerweise fehlte ausgerechnet ein Sanrio-Store.. merkwürdig.
Da es im Pokemon Store keine Store-Exklusiven Artikel gab (dachte, die haben vielleicht irgendwas was dann entsprechend den Ort ausmacht, Pokis mit Schaffnermützen oder auf einen Shinkansen oder so) habe ich auch nichts gekauft. Nur geguckt. Ich halte mich echt zurück. Bin so stolz auf mich. Der Koffer bleibt (erstmal) leicht.

Nun will ich aber meinem Zukunfts-Ich einen gefallen tun und schon einmal meinen Voucher für den JR-Pass ab morgen einlösen. Erst stelle ich mich natürlich an einem falschen Ticket Center Office dafür an. Naja, zum Glück war die Schlange nicht lang, das kommt davon wenn nebenbei beschäftigt ist Pokemon zu fangen (Fail des Tages?). Ich muss über meine Doofheit selbst lachen. Also ab in das nächste Office (gefühlt am anderen Ende der Station). Auch hier ist die Schlange nicht sehr lang und alles verläuft reibungslos. Nebenbei assistiere ich der japanischen Angestellten und rate anderen Reisenden welche Route sie am besten nehmen um von "A nach B" zu kommen und ob sie eine Sitzreservierung brauchen oder nicht. An der Station, und auch später am Abend, merke ich, das ich auffällig oft von Touristen angeguckt werde beim Vorbeilaufen etc. Manchmal kommt man ins Gespräch und eine der ersten Fragen die immer fällt ist "Reist du etwa alleine?!". Japan ist vermutlich das sicherste, oder eins der sichersten Länder der Welt um auch als Frau alleine zu reisen. Es ist wirklich traurig das ich merke, das ich in Deutschland bei Dunkelheit und bekannter Strecke mir mehr Sorgen mache als in Japan (auch bei unbekannter Strecke). Schade sowas.

Um kurz vor 12h habe ich schon Hunger und stolpere über 2Foods, eine Restaurant-Cafe-Kette mit rein veganen Speisen. Ja, dann mal ab dafür! 

Omurice mit Fake-Ei. Klare Empfehlung, ich esse hier wieder!

Ich lebe nicht vegan, "nur" vegetarisch, aber das ist schon lästig genug in Japan. Man muss alles genau checken, was durch die Sprachbarriere sehr anstrengend ist. Und irgendwie kriegen die es hin gefühlt überall zumindest ein Krabbentier unterzubekommen. 


Nach dem Mittagessen mache ich mich langsam auf in Richtung Shimbashi, es soll ja ins Onsen gehen.


Vor dem Bahnhof dort, gibt es eine kleine Demo. Es ging wohl gegen Atomwaffen und Nordkorea, wenn ich das richtig erschlüsselt habe.
Ich laufe gemütlich durch die Gegen in Richtung Onsen, ganz in Ruhe, mit meinem tollen Sonnen-Regenschirm, das Wetter ist heute wieder erbarmungslos, haha.
Ich laufe letztlich zweimal an dem Onsen vorbei. Das Gebäude sieht von außen ganz anders aus, als in den Bildern auf Google. Das Hauptaugenmerk, das Onsen-Schild wurde entfernt. Nur wenn man genauer guckt, sieht man den leicht nach hinten versetzten Eingang zum Onsen.


Ich hab jetzt ein wenig überlegt, inwieweit ich hier nochmal ausholen werde, und mich entschlossen, es relativ kurz zu halten. Laut Internet ist dies ein "Tattoo & Gaijin Friendly"-Onsen. Das kann man auch über die Betreiber sicherlich so sagen. Bedeutet aber wohl leider nicht, das alle Gäste das auch so sehen. Ich werde nie erfahren, was genau das Problem der älteren Dame war, die quasi als ich reinkam mit dem Baden fertig war, aber bevor ich mich erstmal richtig ausziehen konnte, hatte ich sie schon an der Backe mit tausenden von Fragen und alles passte ihr anscheinend nicht. Hab nicht mal die Hälfte von dem verstanden was sie so gesagt hat, aber sorry, lass mich doch erstmal komplett ausziehen und kramen und dann siehst du das ich "Tauwelu" (Handtücher) mitgebracht habe. Dann stimmten meine Haare nicht (sie waren hochgesteckt und vor dem Onsen duscht/wischt man sich ja auch noch ab). Eine andere Ausländerin war auch noch als einzige andere in Onsen war (aber schon fertig), verstand auch nicht, was die ältere Dame wollte. Auf jeden Fall hatte ich den Blick der Dame die ganze Zeit im Nacken. Die Ausländerin verschwand auch nach dem abtrocknen ganz schnell, sie fühlte sich auch nicht so ganz wohl und meinte das sie aber glück hatte das sie die erste Zeit ganz alleine war. Die ältere Dame schien sich extra Zeit zu lassen bis ich wieder rauskomme. 
Ich muss dazu sagen: Ich kenne die Onsen Regeln. Ich war schon mehrmals in Onsen. So schwierig ist es nicht. Ich fühle mich da auch sicher. Aber im Nachhinein denke ich, das es sie vielleicht gestört hat, das direkt zur "Eröffnung" (ab 14h) direkt zwei Gaijin (Ausländer) da waren und sie das Onsen nicht für sich hatte. Die Dame an der Rezeption hat sich bemüht am Ende ein wenig "Schadensbegrenzung" zu betreiben und war außerordentlich freundlich zu mir, aber ich hätte mir da gewünscht das sie da vlt auch eingegriffen hätte. Die Frau war, milde gesagt, einfach übergriffig, packte mich auch am Unterarm. Aber man will da ja auch keinen Aufstand machen (und ich war auch perplex einfach). Sie hat auch, als sie dann endlich ganz rausging (gefühlt 2 Minuten vor mir nur, obwohl sie mindesten 30 Minuten vor mir da war) und eine andere Japanerin zum Baden reinkam etwas geflüstert was sich eindeutig auf mich bezog. Das war der Dame, die reinkam, sichtlich unangenehm, das ich das gesehen habe.  Zusammengefasst: Extrem unangenehm, wenn man sowieso schutzlos ist, weil nackt. Hat auf jeden Fall einen Podiumsplatz der negativen Erlebnisse in Japan bekommen. Das hat mich extrem verunsichert im Nachhinein.
Mein Freund meint, ich hab vermutlich in dem Moment verloren, wo sie das Tattoo entdeckt hat. Dabei finden alle Japaner, denen ich das zeige sehr süß und sagen das ist kein "Tattoo"-Tattoo, versteht man was ich sagen will? Ich hab ein Häschen mit pinken Linien ganz klein aufm oberen Rücken.

Ok, hab gelogen. Hab mich nicht kurz gehalten. Aber einfach mal so. Gibt, wie in jedem Land, auch in Japan unfreundliche Menschen. 

Das Onsen an sich war gut. Mehr oder weniger entspannend. Aber sehr klein. Ich war etwas enttäuscht als ich reinkam. Etwas in die Jahre gekommen (sehr). Das sah im Netz wesentlich toller aus. Die Onsen waren etwas über 40 Grad warm.

Verbrannt und ungeschminkt - enjoy pure nature

Mit dem Schirm ein wenig mehr ins Gesicht gezogen habe ich dann meine Rückreise zur Unterkunft angetreten. Ziel war, vor 16h zurück zu sein, um die RushHour zu vermeiden. Ich packe auch schon einen Großteil meiner Sachen und mache mich im Schutz des Mondes noch auf zu einer letzten Station: Akihabara!





NAch dem doofen Erlebnis im Onsen wollte ich nochmal Spaß haben und habe mich an 2-3 Kranspiele versucht (ich brauche nicht zu erwähnen das es ohne Erfolg blieb) und zwei Rhythmusspiele gespielt. Ich liebe die. Einfach da hinklatschen wo die Farben hinfliegen, hahahah
Akihabara bietet bei Dunkelheit auch eine tolle Fotokulisse, leider kriegt mein Handy das nicht soooo super hin aber.

Gekauft habe ich nichts, außer einen kleinen Pokemonring aus einem Gaccha-Automaten (200 Yen). Insgesamt hab ich auch nur 1000Yen ausgegeben. Das ist ein günstiger Abend.

Ich genieße die Atmosphäre, gehe ein wenig zu Fuß bevor ich dann die Metro zurück zur Unterkunft nehme. Wie schön.


Gerade sitze ich im Shinkansen nach Kanazawa schon. Hier war ich noch nie. Ich bin gespannt. Aber heute ist auch Waschtag. Hatte herausgefunden, das meine Unterkunft eine eigene Waschmaschine hat. Das wird erstmal voll ausgenutzt :)


Liebe Grüße in die Heimat!


Schlüsselsatz:

タオル

Taoru

Handtuch