Dienstag, 19. September 2023

Tag 11 - Ein langer Weg der sich gelohnt hat

 Guten Morgen Zusammen, 

Viele Fotos! 

hier ist es ganz früh, 6 Uhr morgens. Ich bin gestern Abend um 22h in einen Tiefschlaf gefallen. Was war da los?

Gestern ging es in ein Onsen. Hiroko, eine Freundin von Sachi, hatte zwei Onsen rausgesucht aus denen ich wählen konnte. Beide sahen richtig toll aus. Beide liegen auch in der heißen Quellen Gegend um Kumamoto.

Bevor es aber los ging, gab es noch die Reste vom Festmahl gestern zu essen - ITADAKIMASU!!


Dann um 11h holen wir das Auto, dieses steht Standardmäßig bei Sachis Mutter. Es ist kleiner roter VW.


es fühlt sich so falsch an, ohne Lenkrad auf der rechten Seite!

Erster Stopp nach ca. 30 Kilometer ist an einem Fresh Gemüse Supermarkt auf dem Land. Und Leute, schaut mal was es hier schon gibt:

KAKI !!!!11eins!!11!!

Ich bin seit letztes Jahr totaler Kaki-Fan. Eigentlich ist die Saison erst ab Oktober, aber hier gibt es welche. Ich bin total begeistert. Generell, habe ich eine kleine Leidenschaft: Japanische Supermärkte! Ich liebe es, welche zu entdecken und zu schauen, was es hier alles im Angebot gibt. Könnte ich Stunden drin verbringen!

teilweise unbekannte Lebensmittel die mein Interesse wecken

Blumen, kann man in einen Salat tun

lokale Süßigkeiten

Aber was hat das mit Onsen zu tun? Der Plan ist, nach dem Onsen "steamen" zu gehen. Hiroko ist das eine Herzensangelegenheit, sie möchte das ich eine "Steam Experience" habe :D . Es gibt dort in der Gegend viele heiße Quellen, und mit dem aufsteigenden Dampf kann man kostenlos essen dampfen in bestimmten Behältern. Sachi hat mir den Abend vorher Fotos gezeigt von Google (Maps) damit ich eine Idee habe was es ist. Wir kaufen also ordentlich frisches Gemüse und Co. ein dafür. Nachdem wir genug Snacks eingekauft haben, geht es locker-flockig weiter. Sachi ist eine gute/entspannte Autofahrerin, das sei am Rande mal angemerkt.

Und es wird immer ländlicher.. 



Ich weiß nicht wann, irgendwann aber kam der Punkt an dem es abenteuerlich wurde. Beim fröhlichen quatschen hat Sachi eine Ausfahrt verpasst und das Navi hat irgendwie auch nicht direkt Alarm gegeben sondern neu berechnet bis wir irgendwann an einer Stelle waren wo es einfach nicht weiter ging. Die Straße die auf der Karte angezeigt wurde, gab es einfach nicht (mehr) XD  - da war einfach Wiese XD .
Wir sind mittlerweile wirklich sehr ländlich, immer wieder sehe ich kleine Echsen oder (zu) große Insekten auf der Straße laufen...

Bis zu diesem Zeitpunkt haben wir uns schon dreimal verfahren

Also Adresse nochmal neu eingeben und gefühlt fahren wir ein ganzes Stück zurück. Dann werden wir durch wirklich Enge und steile "Straßen" geführt... tja und dann gibts kein Internet/GPS mehr. Das Drama ging von vorne los. Wir sind auch teile diesen Parts wieder zurück gefahren. Wir sind mittlerweile mind. schon 30 Minuten länger unterwegs als geplant. Wir entschieden. erst zum "Steamer" zu fahren.  Auf dem Weg dahin muss noch zweimal der Weg gecheckt werden. Es ist relativ ruhig, wenig Verkehr auf den Landstraßen, aber Sachi bleibt immer ohne Warnblickanlage oder Blinker einfach mitten auf der Straße stehen um zu checken wo es lang muss. Ich habe übrigens kein Netz, das versagt hier aufm Land leider komplett. Dieses einfach stehen bleiben triggert mich so hart, ich muss immer den Warnblinker einschalten. Kann als deutsche einfach nicht anders, hahaha! Ich fahre ja auch im Parkhaus meiner Arbeit IMMER ganz ordnungsgemäß die Straße lang und nicht quer über die Parkplätze zu meinem Parkplatz obwohl das viel kürzer wäre. Ich kann nicht anders :D . 
Sachi ist einfach eine extrem entspannte Autofahrerin. Sie hat das auch wirklich gut gemacht. Es wird sich schließlich noch zweimal verfahren (Sachi war unaufmerksam :D ) und wir kommen (endlich) an:

wie heiß ist es ? Zu heiß. Das Wasser/der Dampf tropft vom Himmel - wirklich.

Als wir ankommen, ist dieser Steamer schon in Benutzung, aber das ist kein Problem, da man die Kisten stapeln kann. Also wird alles reingeworfen was wir haben und gewartet:



irgendwie urig, oder?

direkt an einem kleinen Fluss gelegen - der Ausblick ist toll und so viele Libellen fliegen wieder herum! Die sind so groß hier!! Nach einiger Zeit ist alles soweit!

Itadakimasu!

Es ist bis hierhin schon ein toller Tag. Er hätte jetzt, einfach mit dem rumfahren, Supermarkt bummeln und steamen enden können und ich wäre Happy gewesen. Aber das BESTE kam noch:

Das Onsen!

Ich würde euch SO SO gerne Fotos von den verschiedenen Arealen zeigen, aber.. natürlich geht das nicht. Fotografieren ist im Onsen natürlich verboten, ist ja klar, es sind alle nackt. Deswegen nur ein paar Eindrücke von vor dem Onsen:

hier geht es zu den Frauen rein, erkennt man ja ganz klar am Kanji (also tatsächlich ist das eines der paar die ich kenne, hahaha)


Eingangsbereich bzw. Kassenbereich vorher ging es durch lange, schöne Korridore, s. unten

Alles ist hier wunderschön in dunkler Holzoptik gehalten. Am ersten Eingang direkt, zieht man seine Schuhe aus und durch den langen Korridor ging es in Richtung Quellen und Kassen-/Eingangsbereich.
Was wieder einmal Thema ist: Meine Schuhgröße. Es vergeht ungelogen kein Tag mit Japanern an dem das kein Thema ist. Ich dachte, ich werde nur in Deutschland damit belächelt, nein, hier auch.  Ich weiß doch auch nicht was sich die Natur bei mir gedacht hat: Kleine Hände, Füße, Kopf aber langer Hals und Beine! Manno! XDDDDD Ich entspreche nicht dem klassischen "Image" das Japaner von deutschen/Europäern haben. Werde ein wenig belustigt mit "kawaii" betitelt... ja ja.. ihr mich auch. :D

Nun denn, wir zahlen an der Kasse. Sachi meint, hier schaffen es vermutlich nur selten Ausländer hin, da man entweder ein Auto braucht oder einen Shuttle von einem Hotel. Und um in Japan Auto fahren zu können müsste man als Deutsche:r in die Botschaft um den Führerschein übersetzen zu lassen (lästig und lohnt nicht, da Japanische Highways langsam sind). Kurz vor dem Umkleidebereich gab es nun noch einmal Schließfächer für Wertgegenstände (Handy, Geldbörse, Pass) und nach dem man durch den Vorgang geht gibt es dann einen großen Umkleideraum der wirklich einladend eingerichtet war und sogar eine Tatami-Ecke hatte. Die Rücksäcke und den übrigen Inhalt stellte man hier in Regalfächer die nicht nochmal abschließbar waren. Aber in Japan klaut auch niemand.

Was für mich persönlich nochmal wichtig war: Ich kenne Onsen. Ich hatte in Tokio wirklich nichts falsch gemacht. Die alte Dame hatte einfach nur einen Hass-Kick auf mich.

Sachi, Hiroko und ich haben Glück: Wir sind fast die gesamte Zeit ganz alleine im Onsen. Es ist wie ein privates, hahaha. Es gibt insgesamt fünf verschiedene Becken und das inmitten der Natur. Neben einem Holzbottich läuft sogar eine süße Echse vorbei. Und die Zikaden brüllen auch wie verrückt. Wir bleiben lange im Onsen. Fast zwei Stunden. Dadurch, das die "Becken" alle unterschiedlich temperiert sind, hält man es gut aus. Wir quatschen viel und entspannen. Es ist wirklich grandios. Auch mein Tattoo macht kein Problem, auch wenn auf der Website glaub ich stand, das "Ink" nicht ok ist. Aber es ist eh keiner da und meins ist zu süß meint Sachi :D Zwischendurch ist Hiroko nicht mehr auffindbar. Sachi macht sich Sorgen, hat aber eine Vermutung. Hiroko lag wieder im Umkleideraum, auf den Tatamimatten (das war so eine leichte Erhöhung) und hat ein Nickerchen gemacht - wie japanisch will man sein: JA!!!
 
Mittleweile wird es dunkel, die Insekten werden (noch) lauter und wir beschließen das wir langsam genug haben.
Obwohl ich viel im "Kühl"-Becken war, hab ich wieder einen leicht roten Kopf am Ende. Das Wasser hier hat eine sanfte Textur und tut der Haut so gut, wow!
Wer neugierig ist, kann gerne die Website checken, da sieht man auch wie es im Onsen aussieht: ONSEN

bye bye Onsen!

Die Rückfahrt verläuft reibungsloser. Sachi erkundigt sich bei der Dame am Empfang, welche Route die beste zurück ist und via Express-Way gelingt das gut. Express-Way ist hier in Japan auch nicht wirklich schnell, nur 80km meistens. "German Autobahn" finden Sachi und Hiroko aber beängstigend ("Wie, du fährst 120km/h?" - "Ich würd ja schneller fahren wenn mein Wagen das könnte!").

Ich falle super glücklich, dankbar aber sehr müde hier ins Bett. Vielen vielen Dank, Sachi und Hiroko (Hiroko hatte die Idee und hat die Orte rausgesucht).

Morgen/heute steht der Umzug nach Osaka an. Ich freue mich sehr!

Danke fürs lesen!


Schlüsselsatz

シャンプーはありますか

Shanpuu wa arimas(u) ka

Gibt es hier Shampoo/Seife?

(in den meisten Onsen ja, man muss also nicht seine eigenen mitbringen!)

Montag, 18. September 2023

Tag 10 - Das Festmahl bei Sachi's Mutter

 Hallo Zusammen, 

es ist der gerade der frühe Morgen von Tag 11. Es ist in der Naht sogar etwas abgekühlt und ich sitze bei offener Balkontür hier und tippe diese Zeilen. Manchmal verirren sich dabei kleine Spätzchen auf den Balkon. Fühl mich ein bisschen wie Schneewittchen.

Nun, es geht jetzt erst einmal um gestern: Ich habe etwas lange geschlafen. Eigentlich war ich früh wach, bin aber wieder eingenickt und grad rechtzeitig wieder wach geworden um Sachi zu erwischen. Sie geht schon früher zu ihrer Ma um Dinge vorzubereiten und im Haushalt zu helfen. Ich soll um 13h nachkommen.

Da ich letztes Jahr nicht nur mit Essen, sondern auch mit (kleinen) Gastgeschenken überhäuft worden bin, mache ich mich ein bisschen früher als notwendig zur Hakata Station und möchte Omiyage (Souvenir)/Süßigkeiten etc. kaufen. An der Station gibt es ein riesiges Gebiet dafür. Generell ist es in Japan so, das eine Station/Bahnhof selten nur ein Bahnhof ist: In Fukuoka (Hakata) sind am Bahnhof noch zwei(?) Shopping Malls angeschlossen (mit mehr als 7 Etagen jeweils), eine Food Area (im Untergrund), die Busstation, eine Spielhalle, ein Daiso etc. Man kann, ungelogen, den ganzen Tag hier verbringen ohne das einem langweilig wird. In den Shopping Malls kommt man von einem LAden in den nächsten das fängt z.B. bei einem Pokemon Center an, geht über Bekleidungsläden, Tiershop, Schmuck, Cafes, Bastelläden etc. Ich habe hier auch schon, ungelogen, Tage verbracht und war bummeln und essen auf früheren Reisen - besonders bei schlechten Wetter natürlich toll!

Es ist übrigens extremst voll an Hakata Station. Heute ist Sonntag und Morgen ist ein Feiertag. Sachi sprach von der "Silver Week". Man merkt es deutlich. Zum kleinen Pokemon Center kam ich gar nicht rein ohne mich anzustellen, normalerweise ist hier nie viel los. Daher werde ich aber in einem Geschäft für Tiere ein bisschen weiter fündig und finde ein tolles Halsband für Yuna, die Katze meiner Schwester. 

Ok, back to Topic: Ich werde letztlich fündig, die Auswahl ist fast zu  groß, und Entscheidungen treffen ist nicht so mein Ding. Letztlich nötigt mich der Zeitdruck zu diesen beiden süßen Dingen:

1x für Hiroko und 1x für Sachis Ma (Misako)- das waren zumindest die Leute die zum Essen mit angekündigt worden sind

Mit einer lokalen Bahnlinie geht es dann drei Stationen weiter nach "Minami Fukuoka" (also Fukuoka-Süd).

kleiner lokaler Bahnhof. Es gibt trotzdem auch einen Supermarkt direkt daneben dran und 2-3 weitere Läden

schon wieder ein fancifer Automat mit essen! Wird das nun populär? Habe die früher nicht sooo häufig gesehen?

Nur einen kurzen Fußweg (3 Minuten) und nur gerade aus liegt das Haus von Sachi's Ma. Wenn ich aber nicht schonmal dort gewesen wäre, wäre ich auch an diesem Haus vorbeigelaufen. Es ist mit kleinen Werbeplakaten behängt und hat große Schiebetüren als Eingang. Früher war dies ein Kiosk. Hinter dem Verkaufsraum/Eingangsbereich beginnt dann der private Bereich, die Wohnung. Es ist ein vermutlich typisches altes japanisches Haus.

Sachis Ma begrüßt mich herzlich genauso wie Hiroko. Und das Essen steht schon in voller Pracht auf dem Tisch. Wie in Japan überlich, gibt es viele Schüssel und Tellerchen für alles. Es ist, bis auf dem Teller mit dem Fisch, auch alles vegetarisch heute. Sachi hat sich mit alternativen auseinander gesetzt und ist sehr angetan davon. In Deutschland/Europa ist Fleischersatz ja schon sehr etabliert, Japan hängt da noch ein bisschen hinterher aber es kommt auch hier immer mehr und mehr. Sachis Mutter isst sogar die veganen Tori-Karaage mit Begeisterung, mit "echten" Hühnchen schmeckt ihr das nämlich nicht.
Während wir essen wartet noch ein kleiner Besucher auf seine Portion, eine Straßenkatze die täglich gefüttert wird. Sie ist sehr gepflegt und fast zahm, in Japan gibt es viele Straßenkatzen.

Snack wird positioniert

Blick in den Hintergarten. Hier schwebten unglaublich viele und auch vor allen Dingen große Libellen herum. Man sieht es auf den Fotos leider nicht. Ich war begeistert, die Japaner fanden das süß, für die ist das total normal.

gibt es noch mehr?

itadakimasu!

es gab auch viel Bier. Ich hatte abends echt fast einen sitzen, hahaa


Das Essen war grandios. Heute und gestern habe ich echt gut gegessen, ich glaube die ersten Tage habe ich wegen der Übelkeit/Hitze an Gewicht verloren, das ist nun wieder drauf, hahaha!

Zwischendurch kam auch noch Sachis Cousin herein. Er war auch Dienstreise in Fukuoka und fliegt nun zurück nach Chiba. Er spricht ganz gutes Englisch und arbeitet für eine japanische Fluggesellschaft als Ingenieur. Er sieht auch viel jünger als er ist. Genau wie Sachi, scheint in der Familie zu liegen.

Hauptsächlich wird heute japanisch geredet. Ich höre gern japanisch. Die Betonung, der Rhythmus klingt schön in meinen Ohren. Es ist aber sehr anstrengend. Ich verstehe kaum die Hälfte und das strengt an. Ich schwöre mir (mal wieder) wieder japanisch zu lernen. Ich hab das letzte Jahr echt nichts gemacht, ich faules Ding. Ich hoffe, ich behalte den Vorsatz bis ich wieder Zuhause bin.

Sachis Mama gibt mir noch ein Geschenk mit: Zwei schöne Tassen. Die muss ich echt in Ehren halten. Das hat mich sehr gefreut. Die sind so RICHTIG richtig Japanisch, versteht man was ich meine? Ich hoffe die gehen beim Transport auch nicht kaputt. Einfach mit Klamotten polstern.

Gegen 19.30h machen wir uns auf dem Weg nach Hause. Sachi und ich sind schläfrig vom Bier. Ich schaffe es aber noch eine Wäsche zu machen und zu telefonieren. Dann ging es um 22h ins Bett. Es geht am nächsten Tag (also heute) früh los. Muss gleich mal packen für das Onsen.

Sorry, viel gab es heute nicht zu berichten. Hab auch irgendwie vergessen Fotos zu machen. Ich war irgendwie beschäftigt.


Viele Grüße in die Heimat!


Schlüsselwort

オクラ

ok(u)ra

auch in Deutschland unter Okra, Gambo, Pappelrose bekannt.

Ich kannte das noch nicht. Gab es jedenfalls zu essen. War lecker. :)


Sonntag, 17. September 2023

Tag 9 - Warum sind die so lieb?

 Hallo Zusammen,

der erste Morgen in Fukuoka war angebrochen! 

Wie jeden Morgen wache ich (tod-)müde auf. Das ist einfach in Japan so, man will ja viel sehen, haha. Und in der Nacht verarbeite ich dann immer die vielen Eindrücke und schlafe unruhig, hahaha.

 Sachi ist so süß, sie hatte mir am vorigen Abend schon erzählt was so geplant ist (ich reise immer mit möglichst wenig Plänen nach Fukuoka, weil Sachi es liebt die Zeit zu verplanen und traurig ist wenn wir zu wenig gemeinsame Zeit haben). Am Sonntag gibt es ein großes Essen bei ihrer Mama mit Freunden (das hatten wir ja letztes Jahr schon und es war grandios!). Sie beschäftigt sich seit kurzen mit pflanzlichen Fleischalternativen und ist begeistert wie gut/authentisch es schmeckt und will es auch mehr in ihren Alltag einbauen. Sie schon voller Ideen für das Essen am Sonntag.  Und am Montag geht es mit Sachi und einer Freundin auf einen "Surprise Trip", es geht anscheinend aber in ein Onsen aber etwas weiter weg. Ich lasse mich mal überraschen :D

So kommt es, das ich Yuko und Tetsuya schon heute in Fukuma treffe. Ich freue mich! Um 12h soll ich da sein, vorher kommt mir noch ein andere Geselle am Bahnhof entgegen:

Random Maskottchen winkt

Am Bahngleis 2 warte ich.. und mein Zug kommt nicht. Unverschämt! 
Mit 5 Minuten Verspätung kommt der Zug dann an. 


Die Fahrt verläuft ruhig. Es geht stadtauswärts und die Menschen werden immer weniger bis ich nach gut 25 Minuten Fukuma erreiche.
Am Ausgang erwartet mich auch schon Yuko freudestrahlend. Mit Tetsuya geht es dann per Auto zur ersten Station: Ein uriges Soba-Restaurant.

alte Straßen in Fukuma



Wir halten schließlich an einem Haus. Einmal um eine kleine Ecke ist dann der Eingang zu dem Soba-Restaurant. Ohne Witz, ich wäre alleine komplett dran vorbeigelaufen. Hätte ich nicht gefunden.

Süß, die Rättchen!
Im Soba-Restaurant drin ist es sehr gemütlich, es ist fast wie ein großes Wohnzimmer:


der Eingangsbereich. Unten der "Sandkasten" war früher eine Feuerstelle zum wärmen

Schuhe werden natürlich, wie üblich, vorher ausgezogen

Es gibt ein Drei-Gänge-Menü:

Vorspeise. Es ist so warm, ich muss echt langsam essen :D

Hauptgang. Für mich gab es kalte Soba mit diversen Dips und Tempura!


Nachspeise: Matcha Tee (schön richtig schäumig!) und Anko (hatte einen Spezialnamen, habe den aber vergessen, auf jeden Fall Anko! Ich liebe Anko!)

Es ist wirklich viel essen. Und bei der Hitze habe ich Schwierigkeiten alles aufzukriegen. Aber letztlich schaffe ich es. Das tolle an japanischen Essen ist auch oft, das man sich danach nicht so mega müde und voll fühlt. Daher machen wir noch einen kleinen Ausflug. In der Natur sind es direkt ein paar Grad kühler. Ich lasse euch einfach mit ein paar Bildern hier zurück, ich liebe es Tempel- und Schreinanlagen ein wenig Abseits der Hot Spots zu besuchen, oft stehen sie den bekannteren Tempeln in Sachen Schönheit in nichts nach, sind aber einfach nicht überlaufen (wir waren zu dem Zeitpunkt auch die einzigen Besucher):





da hat jemand die Hülle(n) fallen lassen, hahahaha




Heute ist es aber wirklich SEHR schwül und warm. Und es ist starker Regenschauer gemeldet. Daher fahren wir nun zu Yuko und Tetsuya nach Hause und lassen mit Nachmittagstee den Tag ausklingen. Es ist immer mega spannend, was Yuko und Tetsuya erzählen. Die beiden haben ja einige Zeit in Deutschland gewohnt und seitdem sind sie große Deutschland-Fans. Nächstes Jahr wollen die beiden gemeinsam nochmal nach Deutschland reisen.  Ich freue mich jetzt schon drauf!

Vielen Dank für den schönen Tag, dank den beiden konnte ich viele Dinge sehen (und lernen), die ich als alleine nie gesehen hätte. <3

Abends war ich an Hakata Station noch schnell in einem Bekleidungsgeschäft shoppen, ich wurde nicht enttäuscht und habe mich das erste Mal auf dieser Reise auch einer "Leidenschaft" hingegeben: Habe einen neuen BH, hahaha. Ist einfach viel schöner hier in Japan! :D Wird nicht der letzte gewesen sein den ich kaufe.

Heute kein Fail, da ich ja unter Begleitschutz von Japanern stand! :D

Schlüsselsatz&wort:

いしだたみ

ishidatami

Kopfsteinpflaster

Samstag, 16. September 2023

Tag 8 - Fukuoka, du schöne Stadt

 Guten Morgen,

hier ist Tag 9 mittlerweile angebrochen.

Gestern ist zugegebenerweise nicht viel passiert, es stand die Überfahrt von Kanazawa nach Fukuoka an. Und die dauerte 5 1/2 Stunden.

An Kanazawa Station habe ich noch ein bisschen Zeit eingeplant um noch ein letztes Souvenir-Shopping zu machen.

bye bye Kanazawa

schöne Bücher

"German Bakery" nannte sich der Shop. Die Gebäckstücke hier waren aber jetzt nicht außergewöhnlich Deutsch (wo Graubrot? etc.)

Um 11.24 geht es dann mit dem Thunderbird, einen "limited express service", also langsamer als Shinkansen aber schneller als eine Regionalbahn in Richtung Shin-Osaka. Hier musste dann umgestiegen werden. 

Wagon 6 ist meiner!

In der Reihe, ja man steht hier ganz ordentlich in Reihen an um den Zug zu betreten, komme ich u. a. ins Gespräch mit einem älteren Herrn, der, wie es der Zufall will, gerade Deutsch lernt. Er zeigt mir extrem stolz sein Lehrbuch (das er überall mit hinnimmt). Ich finds entzückend. Er möchte nächstes Jahr nach Deutschland fliegen. Er mag Brot sehr gerne. Dieses "Opi" süß finden ist über die Jahre stärker bei mir geworden. Ich habe eine gewisse Kollegin dafür immer etwas belächelt, aber ich fühl es mittlerweile sehr.

Im Thunderbird erwartet mich ein Problem: Wo Stauraum?
Es gibt keine Kofferecke, wie in manchen Shinkansen und auch die Sitzreihen sind zu eng zusammen. Da muss der Koffer nach oben. But, no way.
Beim Versuch den Koffer irgendwie hochzuheben springt mir ein aufmerksamer Japaner zur Seite. Alleine hättte ich das nie geschafft, schei*sse :D 

wenn der auf mich runterfällt bin ich probably kaputt

Als "Danke" zücke ich da doch direkt meine Ahoi-Brause Päckchen. Der Japaner freut sich und will es am liebsten direkt ausprobieren (10 Minuten später schläft er).
Die FAhrt verläuft ruhig, der Zug ist nicht ausgelastet und der Platz neben mir bleibt sogar frei, da hätte ich den Koffer auch unten lassen können, naja.

Zugzeit ist aber auch immer "Lunchtime" und ich wage mich an ominöse (angeblich) vegetarische Onigiri:

Dieses hier ist eins davon und SPOILER -> doch nicht vegetarisch!

Das oben bebilderte Onigiri hat einen intnsiven (fischen?) Eigengeruch. Ich beiße rein und denke "hm, das ist nicht vegetarisch und mir zu fischig". Es sind irgendwie kleine/zerschredderte Garnelen auch drin. Ich hab doch gewusst es ist ne Falle XD  - aber so ist das in Japan eben mal, wenn man nicht vernünftig Japanisch kann. 

Auf die Minute genau erreichen wir Shin-Osaka und der Transfer klappt. Obwohl es fast eng wird weil dumme Touristen den Aufzug zu meinem Shinkansen blockieren, weil die zu doof sind drei Zahlen auseinander zu halten. Ich stehe ungelogen 7 Minuten am Aufzug, sehe es aber nicht ein, mein Gepäck die Treppen hoch zu schleppen. Nicht bei 35 Grad, Leute.
Letztlich klappt ja alles, der Shinkansen ist voll und ich habe leider nur einen Gang am Platz. Während der Fahrten schreibe ich Blog und Postkarten, organisiere Dinge für die nächsten Tage. Zeit also wenigstens gut genutzt.

Und da bin ich, Fukuoka, du schöne ge*le Stadt, ich liebe dich doch einfach:

Die Abkühlung hat man bitter nötig!

Nach einem kurzen Rundgang noch am Bahnhof nehme ich mir ein Taxi. Es ist Feierabendverkehr und die Busse sind voll. Das muss nicht mit Gepäck sein. Also gönne ich mir das erste Mal auf dieser Reise mal. Anrufen muss ich diesmal nicht, am Bahnhof gibt es, mal wieder, eine Schlange an die man sich anstellen kann und nach und nach holt einen ein Taxi ab.


Mein Fahrer war von der Art "Mr. Need for Speed" und hat uns in Schlangenlinien flott durch den Verkehr gebracht. Da Taxi hat mich ca. 13€ gekostet. Das war es mir wert!

So, als ob nie 10 Monate vergangen wären, gehe ich zur Haustür, klingel, fahre den Aufzug hoch und Sachi und ich liegen uns in den armen. Es ist wirklich wie nach Hause kommen ein bisschen.
Wir reden lange (so wie immer) bis in die Nacht. Heute haben wir beide aber etwas Bauchprobleme. Irgendwie haben das im Moment so viele Leute in Japan. Sachi meint, das dieser Sommer und auch der September noch ungewöhnlich schwül waren/sind. Und sie gibt mir ihre Wundermedizin, die wohl auch bei Koreanern extrem beliebt sind (die kaufen wohl ganze Paletten teilweise weg wenn die in Japan sind).

STRONG Wakamoto! 

Es besteht wohl hauptsächlich aus natürlichen Substanzen und soll die Allg. Aktivität unterstützen.
Hab das Gefühl es hilft, es hat den Magen entspannt. JUHUUU!

Sehr spät bin ich erst im Bett. Morgen geht es zum Glück erst gegen 10.30h los, dann treffe ich alte Freunde wieder :)
Bis dahin, gute Nacht :-) Viele Grüße in die Heimat, danke fürs lesen!


Schlüsselsatz:

ここでおろしてください

koko de oroshite kudasai

(Sie) können mich hier rauslassen (Zum Taxifahrer)