Donnerstag, 21. September 2023

Tag 13 - Wenn man der Hitze ausweichen will..

 Guten Morgen Zusammen,

hier ist es immer noch sehr, sehr warm. :-( Und weil das anstrengend ist, wurden Indoor Aktivitäten angepeilt! Als erstes ging es ins Cup Noodle Museum:

Hiyoko-Chan, das Maskottchen von Cup Noodle

Ando-San und seine Erfindung

Ein wenig außerhalb von Osaka (City) liegt das Cup Noodle Museum (Ikeda). Es ist nur ca. 5 Minuten zu Fuß von der Bahnstation Ikeda entfernt, also sehr praktisch gelegen.

Der Einlass zum Museum an sich ist kostenlos, für 500 Yen kann man seine eigenen Cup Noodles deisgnen und zusammenstellen und es gibt auch eine "Chicken Ramen Factory". An letzterer kann man nur teilnehmen, wenn man vorher reserviert hat, das war uns nicht bewusst, daher konnten wir dies nicht machen. Aber wir können unseren eigenen Cup herstellen - also ab dafür!

Cup Noodle im Laufe der Zeit. Erfunden wurden Sie 1958, das typische Cup Noodle Design folgte erst aber Anfang der 70er Jahre!

Für 500 Yen zieht man eine leere Cup Noodle Dose aus einer Vending Machine und wird dann von den Mitarbeitern des Museums an Tische zugewiesen. Nun ist der Kreativität kein Ende gesetzt:

Nati beginnt ein Kunstwerk

Es ist so simpel und doch so gut. Das "designen" hat viel Spaß gemacht und man kann sich am Tisch auch überlegen aus welchen Lebensmitteln das Cup Noodle bestehen soll. Ich hoffe, meine "Mische" ist essbar, ich habe eine für Mirko zusammengestellt - ich entschuldige mich an dieser Stelle schonmal im voraus.


Sobald fertig "gemalt" ist, geht es zur Factory und der Cup wird mit Inhalt gefüllt!


Man darf sogar selber die Nudeln in das Cup drehen - WOW!
Bei den weiteren Zutaten angekommen verwirre ich eine Japanerin weil ich anstatt "Umami" doch "Unagi" sage. Das gibt es nicht. Nati ist auch erst verwirrt, kann mich dummen Gaijin aber aus der Sitation retten. Keine Ahnung, irgendwie Hirnpups in dem Moment gehabt. Die Gerüche machen mich hungrig :D (wie ich grad versuche meine Doofheit mit Hunger zu rechtfertigen, hahaha)


süße kleine Ausstellung über die Geschichte der Cup Noodles.

stolze Erschafferin einer vermutlich nicht grad leckeren Sorte Cup Noodles

Ich fand das "Museum" klasse, es ist nicht tagesfüllend aber für 1-2 Stunden super und ich finde die Erfahrung für 500Yen (auch wenn das doppelt so teuer wie eine übliche Cup Noodle ist) mega cool! Das würde ich wieder machen! Den PR-Leuten von Cup Noodles sollte man eine Gehaltserhöhung dafür geben , hahaha!

Nun, der "kleine Hunger" ruft und Nati bringt uns in ein Cafe/Restaurant mit vielen veganen Optionen:

da sag ich nur "VEGAAAAN, o-o-ohne Tiiiiiere"

Es war echt lecker dort. Eigentlich haben wir aber auch noch mit einem Dessert geliebäugelt. Nati hat auch darum gebeten das wir die Karte behalten können, nun die Bedienung sagt "ja" und nimmt die Karte weg. Dann eben nicht XD . Nati spricht sehr gut japanisch, keine Ahnung woran es lag (Dienstprogramm "Karte auf dem Tisch liegen lassen" nicht installiert beim Bedienungs-NPC oder so XD).

Wir sind inzwischen in Umeda und gehen nun "Sightseeing" in Shops machen :D :
wir kommen ~ <3

Wir nutzen den Aufzug, da die Stores in der 13. Etage liegen. Natürlich hält der Aufzug diesmal gefühlt an jeder einzelnen Etage vorher auch bevor wir die gewünschte Ebene erreichen XD
Als erstes ruft der Nintendo Store:

so ne gelbe Aufbewahrungskiste hab ich letztes Mal geholt. Ich bereue nichts!


Im Gegensatz zum letzten Mal, kann man nun direkt in den Store, ohne einen TimeSlot zu reservieren. Als ich im letzten November da war, hatte der Store gerade erst eröffnet und entsprechend war der Andrang riesig. Die Nintendo-Stores sind, wie auch die Pokemon Center, einfach irgendwie magisch: In den Stores laufen bekannte Melodien aus den Spielen und man ist instant voller Nostalgie und Freude - wenn man halt ein kleiner Otaku/Nerd ist :D

Dann schauen wir kurz ins Pokemon Center gegenüber rein, hier ist unglaublich viel los, ich konnte nur von der Rückseite des Shops ein vernünftiges Foto machen:


Hallo Mario!

Als nächstes zog es uns daher in Richtung Namba, zum anderen Pokemon Center (natürlich in einer großen Shopping Mall gelegen):



Hier gibt es am Pokemon Center dran auch das Pokemon Cafe für Osaka. Man braucht aber ebenfalls eine Reservierung. Die ist selbst Online schwer zu kriegen, ich hab es genau 31 Tage vorher ein paar Tage immer wieder versucht.. aber.. die Seite ist dann teilweise auch überlastet. Ja, das Cafe ist beliebt!

Nati kann aber wenigstens ihren Spiegel kaufen, in Umeda war zu viel los im Poke Center, da hätten wir für einen 500 Yen Spiegel sicher 30 Minuten an der Kasse angestanden. Hier in Namba waren es zwei Minuten vielleicht.

Wir haben uns heute fast nur in Shopping Malls, unterirdischen Zubringern, Malls und Zügen bewegt. Es ist sonst nur schwer auszuhalten. Und trotzdem sind wir gegen frühen Abend müde und beschließen noch einen Supermarkt bei Nati in der Nähe aufzusuchen (ich liebe diese Supermärkte doch so sehr! <3) und Nati kocht wieder grandioses Essen für uns (ich genieß es, ab Tokio wird die Qualität meines Essens leider wieder extrem sinken weil ich kein guter Koch bin :D )
ein kleiner Pop-Up Store zur Netflix One Piece Serie. Die muss ich mir im Oktober auch ansehen, alle sagen die wäre gut (?)

Wir quatschen viel, ich telefoniere in die Heimat und um kurz nach Mitternacht legen wir uns erst hin. Ich freue mich schon auf morgen.


Viele Grüße in die Heimat, danke fürs lesen.


Schlüsselwort:

うまみ

Umami

(Geschmacksrichtung, "vollmundig")


Mittwoch, 20. September 2023

Tag 12 - Nächster Halt: Osaka

 Hallihallo Zusammen,

Tag 12 ist angebrochen. Halbzeit ist rum. So schnell kann es gehen. Nun gut, keine Zeit für Nebensächlichkeiten, heut gehts nach Osaka!!! Yeah yeah yeah! Nati nerven!

Nach einem grandiosen Frühstück aka Resteverwertung von gestern und noch erhaltenen Geschenken von Sachi ( T—-T) fährt Sachi mit mir noch zum Bahnhof (Hakata Station). Im Bus erzähle ich ihr noch eine Geschichte und sie fällt fast vom Stuhl. Ich bin verrückt. Sie ist verrückt. Ich kann das an dieser Stelle nicht weiter ausführen. Später mal. Hahaha.



Am Bahnhof ist nicht sooo viel los, ich komme relativ schnell an die tollen Ticketautonaten um eine Sitzeeservierung zu machen. Plötzlich redet man neben mir deutsch. Ich grüße mit Guten Morgen und man plappert kurz. Die beiden Herren hatten anscheinend etwas Schwierigkeiten mit dem Automaten, mir ist’s gar nicht so aufgefallen, Sachi meinte sie wollte schon fast einschreiten weil die so auf meinen Ticket-Bildschirm geglotzt haben aber vermutlich waren die nur hilflos und wollten sehen wie man es macht (hätten ja auch fragen können).

Es steht nun der Abschied von Sachi an :-( . Aber wir werden uns wieder sehen. Sie möchte unbedingt nach Deutschland kommen. Und vielleicht schaffe ich es nächstes Jahr oder so auch nochmal nach Japan :-)

Der Shinkansen ist voll. Mutig spreche ich einen Japaner ob er mit wieder hilft den Koffer nach oben zu stemmen. Es klappt, hahaha. Die Fahrt verläuft ereignislos, ich genieße mein 2. Frühstück und lande auf die Minute genau in Osaka.

Hier muss ich zweimal umsteigen, bis ich bei Nati bin. Ich werde sie von der Arbeit abholen. Für einen Zugwechsel (JR Local Linie -> Metro) muss ich gut 9 Minuten laufen. Das tolle in Japan ist, das ich dies nicht über Bürgersteige, Straßen und Ampeln machen muss, sondern es unterirdisch verläuft und diese mit Geschäften und mit Zugängen zu Shopping Malls, Hotels etc gepflastert sind. Und: natürlich gut temperiert! Es ist sehr heiss in Osaka!


Auf dem kurzen Weg von der finalen Metro-Station bis zu Natis Arbeit werdenden von zwei Japanern angesprochen. Osaka-Leute sind kommunikativ und neugierig (Tokio wird wieder anders sein, hahaha). Pünktlich zum Feierabend komme ich bei Nati an:

Ich verschrecke beim eintreten der Sprachvorschule ein Kind (sorry) und wenig später geht es dann los zu Nati nach Hause! Nati sieht so gut aus!!  Ich freue mich!

Wir erholen uns von der Hitze ein wenig zuhause (und von Koffer hochschnellen, 4. Etagen, ich verfluche mein Gepäck in diesen Minuten ungemein xD ) bevor es zum DonKi geht. Es müssen Lebensmittel gekauft werden, ich liebe Supermärkte. Dieser Donki ist nicht nur ein Schnäppchenmarkt sondern hat auch einen vollständigen Lebensmittelabschnitt im unteren Teil, aufdringliche Musik/Geräusche natürlich inklusive, wie es sich im Donki gehört:

Urvertrauen der Japaner: man kann hier sein Namensschild selbst gestalten. Nichts ist irgendwie besonders vor Diebstahl geschützt.



Sogar der Boden ist süss!!

Liebende soll man nicht trennen





Nach einiger Bummelei geht es dann zurück nach Hause. Nati kocht (wie immer) vegan und es ist sehr lecker! Hab mich schon auf ihr Essen wieder gefreut!


Der Abend verläuft ruhig. Man redet viiiiiel. 

Sorry heute ist nicht allzu viel passiert. Morgen wird es aufregender haha

danke fürs lesen und liebe grüße in die Heimat!

Schlüsselsatz:

手伝っていただけますか。

Tetsudatte itadakemasu ka

Könnten Sie mir bei etwas helfen? (Die goldene Frage für meinen Koffer im Zug xD)


Sorry, letzten Tage no fails da ich ja immer Locals um mich herum habe die Peinlichkeitenf verhindern xD


Dienstag, 19. September 2023

Tag 11 - Ein langer Weg der sich gelohnt hat

 Guten Morgen Zusammen, 

Viele Fotos! 

hier ist es ganz früh, 6 Uhr morgens. Ich bin gestern Abend um 22h in einen Tiefschlaf gefallen. Was war da los?

Gestern ging es in ein Onsen. Hiroko, eine Freundin von Sachi, hatte zwei Onsen rausgesucht aus denen ich wählen konnte. Beide sahen richtig toll aus. Beide liegen auch in der heißen Quellen Gegend um Kumamoto.

Bevor es aber los ging, gab es noch die Reste vom Festmahl gestern zu essen - ITADAKIMASU!!


Dann um 11h holen wir das Auto, dieses steht Standardmäßig bei Sachis Mutter. Es ist kleiner roter VW.


es fühlt sich so falsch an, ohne Lenkrad auf der rechten Seite!

Erster Stopp nach ca. 30 Kilometer ist an einem Fresh Gemüse Supermarkt auf dem Land. Und Leute, schaut mal was es hier schon gibt:

KAKI !!!!11eins!!11!!

Ich bin seit letztes Jahr totaler Kaki-Fan. Eigentlich ist die Saison erst ab Oktober, aber hier gibt es welche. Ich bin total begeistert. Generell, habe ich eine kleine Leidenschaft: Japanische Supermärkte! Ich liebe es, welche zu entdecken und zu schauen, was es hier alles im Angebot gibt. Könnte ich Stunden drin verbringen!

teilweise unbekannte Lebensmittel die mein Interesse wecken

Blumen, kann man in einen Salat tun

lokale Süßigkeiten

Aber was hat das mit Onsen zu tun? Der Plan ist, nach dem Onsen "steamen" zu gehen. Hiroko ist das eine Herzensangelegenheit, sie möchte das ich eine "Steam Experience" habe :D . Es gibt dort in der Gegend viele heiße Quellen, und mit dem aufsteigenden Dampf kann man kostenlos essen dampfen in bestimmten Behältern. Sachi hat mir den Abend vorher Fotos gezeigt von Google (Maps) damit ich eine Idee habe was es ist. Wir kaufen also ordentlich frisches Gemüse und Co. ein dafür. Nachdem wir genug Snacks eingekauft haben, geht es locker-flockig weiter. Sachi ist eine gute/entspannte Autofahrerin, das sei am Rande mal angemerkt.

Und es wird immer ländlicher.. 



Ich weiß nicht wann, irgendwann aber kam der Punkt an dem es abenteuerlich wurde. Beim fröhlichen quatschen hat Sachi eine Ausfahrt verpasst und das Navi hat irgendwie auch nicht direkt Alarm gegeben sondern neu berechnet bis wir irgendwann an einer Stelle waren wo es einfach nicht weiter ging. Die Straße die auf der Karte angezeigt wurde, gab es einfach nicht (mehr) XD  - da war einfach Wiese XD .
Wir sind mittlerweile wirklich sehr ländlich, immer wieder sehe ich kleine Echsen oder (zu) große Insekten auf der Straße laufen...

Bis zu diesem Zeitpunkt haben wir uns schon dreimal verfahren

Also Adresse nochmal neu eingeben und gefühlt fahren wir ein ganzes Stück zurück. Dann werden wir durch wirklich Enge und steile "Straßen" geführt... tja und dann gibts kein Internet/GPS mehr. Das Drama ging von vorne los. Wir sind auch teile diesen Parts wieder zurück gefahren. Wir sind mittlerweile mind. schon 30 Minuten länger unterwegs als geplant. Wir entschieden. erst zum "Steamer" zu fahren.  Auf dem Weg dahin muss noch zweimal der Weg gecheckt werden. Es ist relativ ruhig, wenig Verkehr auf den Landstraßen, aber Sachi bleibt immer ohne Warnblickanlage oder Blinker einfach mitten auf der Straße stehen um zu checken wo es lang muss. Ich habe übrigens kein Netz, das versagt hier aufm Land leider komplett. Dieses einfach stehen bleiben triggert mich so hart, ich muss immer den Warnblinker einschalten. Kann als deutsche einfach nicht anders, hahaha! Ich fahre ja auch im Parkhaus meiner Arbeit IMMER ganz ordnungsgemäß die Straße lang und nicht quer über die Parkplätze zu meinem Parkplatz obwohl das viel kürzer wäre. Ich kann nicht anders :D . 
Sachi ist einfach eine extrem entspannte Autofahrerin. Sie hat das auch wirklich gut gemacht. Es wird sich schließlich noch zweimal verfahren (Sachi war unaufmerksam :D ) und wir kommen (endlich) an:

wie heiß ist es ? Zu heiß. Das Wasser/der Dampf tropft vom Himmel - wirklich.

Als wir ankommen, ist dieser Steamer schon in Benutzung, aber das ist kein Problem, da man die Kisten stapeln kann. Also wird alles reingeworfen was wir haben und gewartet:



irgendwie urig, oder?

direkt an einem kleinen Fluss gelegen - der Ausblick ist toll und so viele Libellen fliegen wieder herum! Die sind so groß hier!! Nach einiger Zeit ist alles soweit!

Itadakimasu!

Es ist bis hierhin schon ein toller Tag. Er hätte jetzt, einfach mit dem rumfahren, Supermarkt bummeln und steamen enden können und ich wäre Happy gewesen. Aber das BESTE kam noch:

Das Onsen!

Ich würde euch SO SO gerne Fotos von den verschiedenen Arealen zeigen, aber.. natürlich geht das nicht. Fotografieren ist im Onsen natürlich verboten, ist ja klar, es sind alle nackt. Deswegen nur ein paar Eindrücke von vor dem Onsen:

hier geht es zu den Frauen rein, erkennt man ja ganz klar am Kanji (also tatsächlich ist das eines der paar die ich kenne, hahaha)


Eingangsbereich bzw. Kassenbereich vorher ging es durch lange, schöne Korridore, s. unten

Alles ist hier wunderschön in dunkler Holzoptik gehalten. Am ersten Eingang direkt, zieht man seine Schuhe aus und durch den langen Korridor ging es in Richtung Quellen und Kassen-/Eingangsbereich.
Was wieder einmal Thema ist: Meine Schuhgröße. Es vergeht ungelogen kein Tag mit Japanern an dem das kein Thema ist. Ich dachte, ich werde nur in Deutschland damit belächelt, nein, hier auch.  Ich weiß doch auch nicht was sich die Natur bei mir gedacht hat: Kleine Hände, Füße, Kopf aber langer Hals und Beine! Manno! XDDDDD Ich entspreche nicht dem klassischen "Image" das Japaner von deutschen/Europäern haben. Werde ein wenig belustigt mit "kawaii" betitelt... ja ja.. ihr mich auch. :D

Nun denn, wir zahlen an der Kasse. Sachi meint, hier schaffen es vermutlich nur selten Ausländer hin, da man entweder ein Auto braucht oder einen Shuttle von einem Hotel. Und um in Japan Auto fahren zu können müsste man als Deutsche:r in die Botschaft um den Führerschein übersetzen zu lassen (lästig und lohnt nicht, da Japanische Highways langsam sind). Kurz vor dem Umkleidebereich gab es nun noch einmal Schließfächer für Wertgegenstände (Handy, Geldbörse, Pass) und nach dem man durch den Vorgang geht gibt es dann einen großen Umkleideraum der wirklich einladend eingerichtet war und sogar eine Tatami-Ecke hatte. Die Rücksäcke und den übrigen Inhalt stellte man hier in Regalfächer die nicht nochmal abschließbar waren. Aber in Japan klaut auch niemand.

Was für mich persönlich nochmal wichtig war: Ich kenne Onsen. Ich hatte in Tokio wirklich nichts falsch gemacht. Die alte Dame hatte einfach nur einen Hass-Kick auf mich.

Sachi, Hiroko und ich haben Glück: Wir sind fast die gesamte Zeit ganz alleine im Onsen. Es ist wie ein privates, hahaha. Es gibt insgesamt fünf verschiedene Becken und das inmitten der Natur. Neben einem Holzbottich läuft sogar eine süße Echse vorbei. Und die Zikaden brüllen auch wie verrückt. Wir bleiben lange im Onsen. Fast zwei Stunden. Dadurch, das die "Becken" alle unterschiedlich temperiert sind, hält man es gut aus. Wir quatschen viel und entspannen. Es ist wirklich grandios. Auch mein Tattoo macht kein Problem, auch wenn auf der Website glaub ich stand, das "Ink" nicht ok ist. Aber es ist eh keiner da und meins ist zu süß meint Sachi :D Zwischendurch ist Hiroko nicht mehr auffindbar. Sachi macht sich Sorgen, hat aber eine Vermutung. Hiroko lag wieder im Umkleideraum, auf den Tatamimatten (das war so eine leichte Erhöhung) und hat ein Nickerchen gemacht - wie japanisch will man sein: JA!!!
 
Mittleweile wird es dunkel, die Insekten werden (noch) lauter und wir beschließen das wir langsam genug haben.
Obwohl ich viel im "Kühl"-Becken war, hab ich wieder einen leicht roten Kopf am Ende. Das Wasser hier hat eine sanfte Textur und tut der Haut so gut, wow!
Wer neugierig ist, kann gerne die Website checken, da sieht man auch wie es im Onsen aussieht: ONSEN

bye bye Onsen!

Die Rückfahrt verläuft reibungsloser. Sachi erkundigt sich bei der Dame am Empfang, welche Route die beste zurück ist und via Express-Way gelingt das gut. Express-Way ist hier in Japan auch nicht wirklich schnell, nur 80km meistens. "German Autobahn" finden Sachi und Hiroko aber beängstigend ("Wie, du fährst 120km/h?" - "Ich würd ja schneller fahren wenn mein Wagen das könnte!").

Ich falle super glücklich, dankbar aber sehr müde hier ins Bett. Vielen vielen Dank, Sachi und Hiroko (Hiroko hatte die Idee und hat die Orte rausgesucht).

Morgen/heute steht der Umzug nach Osaka an. Ich freue mich sehr!

Danke fürs lesen!


Schlüsselsatz

シャンプーはありますか

Shanpuu wa arimas(u) ka

Gibt es hier Shampoo/Seife?

(in den meisten Onsen ja, man muss also nicht seine eigenen mitbringen!)

Montag, 18. September 2023

Tag 10 - Das Festmahl bei Sachi's Mutter

 Hallo Zusammen, 

es ist der gerade der frühe Morgen von Tag 11. Es ist in der Naht sogar etwas abgekühlt und ich sitze bei offener Balkontür hier und tippe diese Zeilen. Manchmal verirren sich dabei kleine Spätzchen auf den Balkon. Fühl mich ein bisschen wie Schneewittchen.

Nun, es geht jetzt erst einmal um gestern: Ich habe etwas lange geschlafen. Eigentlich war ich früh wach, bin aber wieder eingenickt und grad rechtzeitig wieder wach geworden um Sachi zu erwischen. Sie geht schon früher zu ihrer Ma um Dinge vorzubereiten und im Haushalt zu helfen. Ich soll um 13h nachkommen.

Da ich letztes Jahr nicht nur mit Essen, sondern auch mit (kleinen) Gastgeschenken überhäuft worden bin, mache ich mich ein bisschen früher als notwendig zur Hakata Station und möchte Omiyage (Souvenir)/Süßigkeiten etc. kaufen. An der Station gibt es ein riesiges Gebiet dafür. Generell ist es in Japan so, das eine Station/Bahnhof selten nur ein Bahnhof ist: In Fukuoka (Hakata) sind am Bahnhof noch zwei(?) Shopping Malls angeschlossen (mit mehr als 7 Etagen jeweils), eine Food Area (im Untergrund), die Busstation, eine Spielhalle, ein Daiso etc. Man kann, ungelogen, den ganzen Tag hier verbringen ohne das einem langweilig wird. In den Shopping Malls kommt man von einem LAden in den nächsten das fängt z.B. bei einem Pokemon Center an, geht über Bekleidungsläden, Tiershop, Schmuck, Cafes, Bastelläden etc. Ich habe hier auch schon, ungelogen, Tage verbracht und war bummeln und essen auf früheren Reisen - besonders bei schlechten Wetter natürlich toll!

Es ist übrigens extremst voll an Hakata Station. Heute ist Sonntag und Morgen ist ein Feiertag. Sachi sprach von der "Silver Week". Man merkt es deutlich. Zum kleinen Pokemon Center kam ich gar nicht rein ohne mich anzustellen, normalerweise ist hier nie viel los. Daher werde ich aber in einem Geschäft für Tiere ein bisschen weiter fündig und finde ein tolles Halsband für Yuna, die Katze meiner Schwester. 

Ok, back to Topic: Ich werde letztlich fündig, die Auswahl ist fast zu  groß, und Entscheidungen treffen ist nicht so mein Ding. Letztlich nötigt mich der Zeitdruck zu diesen beiden süßen Dingen:

1x für Hiroko und 1x für Sachis Ma (Misako)- das waren zumindest die Leute die zum Essen mit angekündigt worden sind

Mit einer lokalen Bahnlinie geht es dann drei Stationen weiter nach "Minami Fukuoka" (also Fukuoka-Süd).

kleiner lokaler Bahnhof. Es gibt trotzdem auch einen Supermarkt direkt daneben dran und 2-3 weitere Läden

schon wieder ein fancifer Automat mit essen! Wird das nun populär? Habe die früher nicht sooo häufig gesehen?

Nur einen kurzen Fußweg (3 Minuten) und nur gerade aus liegt das Haus von Sachi's Ma. Wenn ich aber nicht schonmal dort gewesen wäre, wäre ich auch an diesem Haus vorbeigelaufen. Es ist mit kleinen Werbeplakaten behängt und hat große Schiebetüren als Eingang. Früher war dies ein Kiosk. Hinter dem Verkaufsraum/Eingangsbereich beginnt dann der private Bereich, die Wohnung. Es ist ein vermutlich typisches altes japanisches Haus.

Sachis Ma begrüßt mich herzlich genauso wie Hiroko. Und das Essen steht schon in voller Pracht auf dem Tisch. Wie in Japan überlich, gibt es viele Schüssel und Tellerchen für alles. Es ist, bis auf dem Teller mit dem Fisch, auch alles vegetarisch heute. Sachi hat sich mit alternativen auseinander gesetzt und ist sehr angetan davon. In Deutschland/Europa ist Fleischersatz ja schon sehr etabliert, Japan hängt da noch ein bisschen hinterher aber es kommt auch hier immer mehr und mehr. Sachis Mutter isst sogar die veganen Tori-Karaage mit Begeisterung, mit "echten" Hühnchen schmeckt ihr das nämlich nicht.
Während wir essen wartet noch ein kleiner Besucher auf seine Portion, eine Straßenkatze die täglich gefüttert wird. Sie ist sehr gepflegt und fast zahm, in Japan gibt es viele Straßenkatzen.

Snack wird positioniert

Blick in den Hintergarten. Hier schwebten unglaublich viele und auch vor allen Dingen große Libellen herum. Man sieht es auf den Fotos leider nicht. Ich war begeistert, die Japaner fanden das süß, für die ist das total normal.

gibt es noch mehr?

itadakimasu!

es gab auch viel Bier. Ich hatte abends echt fast einen sitzen, hahaa


Das Essen war grandios. Heute und gestern habe ich echt gut gegessen, ich glaube die ersten Tage habe ich wegen der Übelkeit/Hitze an Gewicht verloren, das ist nun wieder drauf, hahaha!

Zwischendurch kam auch noch Sachis Cousin herein. Er war auch Dienstreise in Fukuoka und fliegt nun zurück nach Chiba. Er spricht ganz gutes Englisch und arbeitet für eine japanische Fluggesellschaft als Ingenieur. Er sieht auch viel jünger als er ist. Genau wie Sachi, scheint in der Familie zu liegen.

Hauptsächlich wird heute japanisch geredet. Ich höre gern japanisch. Die Betonung, der Rhythmus klingt schön in meinen Ohren. Es ist aber sehr anstrengend. Ich verstehe kaum die Hälfte und das strengt an. Ich schwöre mir (mal wieder) wieder japanisch zu lernen. Ich hab das letzte Jahr echt nichts gemacht, ich faules Ding. Ich hoffe, ich behalte den Vorsatz bis ich wieder Zuhause bin.

Sachis Mama gibt mir noch ein Geschenk mit: Zwei schöne Tassen. Die muss ich echt in Ehren halten. Das hat mich sehr gefreut. Die sind so RICHTIG richtig Japanisch, versteht man was ich meine? Ich hoffe die gehen beim Transport auch nicht kaputt. Einfach mit Klamotten polstern.

Gegen 19.30h machen wir uns auf dem Weg nach Hause. Sachi und ich sind schläfrig vom Bier. Ich schaffe es aber noch eine Wäsche zu machen und zu telefonieren. Dann ging es um 22h ins Bett. Es geht am nächsten Tag (also heute) früh los. Muss gleich mal packen für das Onsen.

Sorry, viel gab es heute nicht zu berichten. Hab auch irgendwie vergessen Fotos zu machen. Ich war irgendwie beschäftigt.


Viele Grüße in die Heimat!


Schlüsselwort

オクラ

ok(u)ra

auch in Deutschland unter Okra, Gambo, Pappelrose bekannt.

Ich kannte das noch nicht. Gab es jedenfalls zu essen. War lecker. :)