Montag, 25. September 2023

Tag 17 - Endlich das Wetter was ich mir gewünscht hatte!

 Hallo Zusammen,

auf in eine neue Woche! Und die letzten paar Tage stehen hier an.

Mich plagen die Mückenstiche etwas. Aber ich bin's ja gewohnt. Mit nassen Umschlägen an den Beinen durchstehe ich die Nacht. Ausgerechnet heute sollte ich eigentlich mal etwas ansehnlicher ausschauen, ich bin zu einer kleinen Foto-Session verabredet - wenn man alleine reist, hat man einfach sonst keine Fotos. Zwei Outfits habe ich mir auch schon ausgesucht, jetzt nur noch pünktlich an Asakusa sein.

Das Wetter ist heute übrigens toll! So hatte ich mir ehrlich gesagt den ganzen September /Reisezeit vorgestellt. Naja..

Wie es sich gehört, bin ich gute 20 Minuten früher am Treffpunkt und habe noch Zeit mir neue Pflaster zu holen. Es gibt in Japan süße, runde fast durchsichtige Pflaster und das erscheint mir für heute irgendwie schöner für die Fotos.

sehr schön: In Asakusa sind die Eingänge zur Metro ebenfalls klassich gehalten!

Das Shooting verläuft gut, denke ich, ich hoffe es sind ein paar gute Fotos dabei. Der Fotograf ist lieb, Japan-Peruaner, er hat nur bei seiner Beschreibung etwas geflunkert, wirklich gut englisch sprechen konnte er keineswegs und die Kommunikation läuft hauptsächlich auf Japanisch. :D

Es ist viel los in Asakusa, aber das ist immer so. Für einen Sonntagmittag geht es tatsächlich noch. Ich bin echt gespannt wie sich das auf den Fotos zeigen wird, hahaha.

Nach dem Shooting bummel ich noch ein wenig durch Asakusa's Straßen und sauge die Atmosphäre etwas auf:


Matcha Bier! Hab kurz überlegt zu probieren aber die Kombi stelle ich mir dann doch zu eklig vor.



es gab ne Menge Food-Stände !

für mich gab es Matcha X Vanille Eis

Und dann ein Spot der Raum für Spekulationen lässt:



Das mysteriöse gelbe "Ding". Jeder sieht was anderes gefühlt XD
Was meint ihr?
Ich dachte, es sieht aus wie Son-Goku's Wolke Jindujun aus Dragon Ball, manche sagen es ist ein gelber Furz oder Schei*se. 
TATSÄCHLICH handelt es sich um eine Flamme die den Ehrgeiz und Passion der Asahi Bräuerei ausdrücken soll bei der Herstellung ihres Bieres. Bei näher Betrachtung könnte es wiederrum dann aber auch aussehen wie der Schaum, die Bierkrone, oder? Was auch immer dahinter steckt: Es erregt Aufmerksamkeit und Leute denken darüber nach! Also PR-Team hat alles richtig gemacht XD

Meine Schuhe sind unbequem und ich bin müde und die Mückenstiche pochen. Ich habe zwei genau auf dem Schienbein und es schwillt an und zieht richtig beim stehen und gehen. Schreit also alles nach einem Nickerchen! Ab dafür!
Im Zug bin ich der einzige Nicht-Zombie (weil nicht nur auf dem Handy guckend, ja, und das sage ich) und biete einen älteren Herrn meinen Platz an. Er und seine Frau freuen sich, er spricht (gebrochenes) Englisch und sagt genau das was ich die Tage glaube ich auch hier mal ansatzweise geschrieben hatte: "Viele Ausländer sind so nett! Ihr steht für Ojiisan (Opa) auf" .. ja.. keine Ahnung, macht man halt so einfach, oder? . Was in der Gegend Asakusa und Ueno (hier war ich auf den Hinweg umgestiegen) auffällt: Die Leute sind hier gelöster. Man wird angegrinst, angesprochen oder kriegt ein nicht gerechtfertigtes "kawaii" an den Kopf geworfen. Etwas ab vom hektischen (Business-)-Tokio sind die Tokioter auch nett. Tokioter haben ein wenig den Ruf eher zurückhaltend/konservativ zu sein. Das stimmt auch, aber es liegt eher daran das es 1. vermutlich zu hektisch ist in manchen Gebieten und 2. auch viele nicht Tokioter, nämlich Leute aus ländlicheren Gebieten tagsüber in Tokio unterwegs sind (wegen Arbeit) und evtl. etwas verhaltener gegenüber Fremden sind. Tokio ist voller Gegensätze also. das poppige Harajuku/Shibuya und dann sehr konservative Leute.

Auch meine Kleidung macht einen Unterschied. Habe ich mehr den Japan-Chic (langer Rock, weites Oberteil, evtl. noch Pollunder drüber, bequeme Schuhe) an, habe ich den Eindruck man geht wohlwollender mit mir um als wenn ich ein Otaku-Outfit an habe. Aber das ist ja eigentlich überall auf der Welt so.

Kanda River, ca. 100m von meiner Unterkunft. 

Ich gönne mir also puren Luxus, ein Nickerchen. Ich liebe das ja. Das habe ich echt gebraucht, merke ich. Danach werden Schuhe gewechselt und unnötiges Gepäck abgelegt und weiter geht es nach .. YOKOHAMA!

Wat will ich denn hier? So merkwürdig es klingt, da ich in Tokio bin aber: Shoppen!
auf zum Shopping

Tokio ist natürlich viel größer und hat mehr Auswahl. ABER es ist vieles auch schnell in Tokio vergriffen. Und meine Erfahrungen sagen, das ich in bestimmten Stores in Yokohama immer tolle Sachen gefunden habe die in Tokio schon weg z. B. waren. Die Stores in Yokohama sind einfach nicht so übertrieben stark frequentiert wie in Tokio.

Erste Station ist... Closet Child. Ja. Es muss wieder sein. Und ja, ich finde den Eingang erstmal wieder nicht. Es ist auf GoogleMaps irgendwie falsch gepinnt. Zum Glück weiß ich das noch und nach ein wenig hin und her (es hängt KEIN Schild außen am Gebäude dran!) finde ich das richtige Haus. Der Laden befindet sich im 7. Stock. Es ist ca. 50m von der Kennzeichnung auf Maps entfernt, man muss noch einmal um eine Ecke gehen. 
grad noch püntklich, es ist 18:30h

Das "Suchen" und der Weg haben sich gelohnt: Ich finde tolle "Alltags"-Sachen: Kleid, Rock, Oberteil für insgesamt .. wenig Geld.. 33€ oder so? Ich bin happy!

Nun geht es noch weiter in einen anderen tollen Laden, mein Instinkt zwingt mich und es ist auch sehr nah am Bahnhof gelegen:
Pokemon Center!

das ist doch einfach zu süß, oder?!

Desinfektion!



Auch hier finde ich etwas, das ich in anderen Stores bisher vergeblich gesucht habe! Ich bin happy!

Langsam werde ich nun aber müde und muss noch zurück, ich habe den Weg nach Yokohama unterschätzt, es sind dann doch gut 55 Minuten. Noch schnell etwas zu essen geholt und dann wird telefoniert.

Ich genieße die Zeit hier, aber ich freue mich auch auf Zuhause. Ich denke das ist ein gutes Zeichen wenn man merkt, das alles seine Zeit hat. Ich habe keinen großen Druck hier noch 10000 Dinge zu sehen. Ich werde noch einiges sehen. Aber die nächsten Tage steht auf jeden Fall noch Geschenke Shopping an :)


Danke fürs lesen! Bis bald!


Schlüsselsatz

すわって下さい

suwatte kudasai

Bitte setzen Sie sich (je nach Kontext)

Sonntag, 24. September 2023

Tag 16 - (Geheim-)tipps

 Guten Abend oder Tag oder Morgen,

ein weiterer Tag ist schon wieder vorbei. Irgendwie habe ich manchmal das Gefühl, ich mache gar nicht so viel aber wenn ich dann Abend den Tag in Ruhe Revue passieren lasse, dann ist es doch viel :D

Die erste Nacht in meiner "neuen" Unterkunft in Tokio war... ok. Ein Insektenstich am Ellbogen plagt mich, er hat sich leider entzündet und der Ellbogenbereich ist angeschwollen, pocht und brennt. Aber, was soll ich das hier noch weiter ausfüllen.. das ist ja eigentlich schon Standard wenn ich in Japan bin. Es vergeht kaum eine Reisewoche ohne solche Probleme, daher bin ich dankbar das ich erst so spät diesmal diese Probleme habe.

Also hieß es als erste Station erstmal wieder: Apotheke!

Man versteht mich und ich bekomme ein altbewährtes neues Mittel empfohlen. Ich hatte noch die Creme vom letzten Jahr, habe aber den Eindruck die wirkt nicht mehr viel. Ich hoffe mit der neuen geht die Schwellung schnell weg!


Meine erste (reguläre) Station lautet: Gallery Marusan.
Ich habe es während der ersten Tage in Tokio nicht geschafft, daher musste das nun nachgeholt werden.
Was ist Gallery Marusan?
Es klingt ganz groß, ist aber nur ein kleiner  doch liebevoll geführter Shop rund um einen der bekanntesten Hundes Japans: Maru.



Während ich im Shop bin, kommen immer wieder andere Hundebesitzer rein und die Shopleute begrüßen jeden einzelnen sehr herzlich. Ich verliebe mich schließlich auch in zwei schöne Untersetzer mit Maru, kriege noch einen Snack angeboten und verlasse glücklich den Shop wieder.
Leider hatte ich kein Glück, Maru selbst war nicht da. Er ist mittlerweile recht alt und humpelt leicht. Es ist so schade, das Hunde so viel schneller altern als wir Menschen :(


Mein nächstes Ziel ist der nahe gelegene Ueno Park. 

ein Shiba! Hier in der Gegend gibt es viele Hundebesitzer.

Einige Gehminuten später, erreiche ich den Park. Er liegt direkt neben dem Ueno Zoo - aber Zoos besuchen wir nicht. 

Im Park erwarten mich schon hungrige Mäuler:

Die Leute hier in Ueno sind alle entspannt und freundlich. Ich werde viel angelächelt und auch angesprochen. So rede ich mit einem Japaner über die gierigen Fische und mit einer anderen Dame über ihren Hund. 
chillt ihr Leben hart die Taube

dadrunter ist auch irgendwo Wasser XD

leider nicht mehr in Blüte, bin da viel zu spät, trotzdem schön.

hier war ich doch schon mal vor 6 Jahren mit der besten Schwester der Welt :)


Ich schlendere, genieße die doch relative Ruhe, obwohl einige Leute unterwegs sind. ich Höre auch zweimal deutsche. Ich beobachte die Koi, die Tauben und genieße meinen Mittagssnack. Hierbei hole ich mir leider auch neue Souvenire die die nächste Nacht schwierig machen: Mückenstiche. War ja eigentlich klar..

Mein nächstes Ziel musste ich vor knapp zwei Wochen aufschieben, aber wie sagt man: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben! Es ging ab zur Universität von Tokio. Wieso? Nö, keine Sorge, bin zu dumm zum studieren. Es gibt hier ein kleines "hidden gem", eine Statue von Hachiko! Wie? Die ist doch in Shibuya!? Ja, auch!
Die Statue von Hachiko an Shibuya Station kennt vermutlich (fast) jeder. Es gibt an der riesigen Shibuya Station ja auch den "Hachiko Exit" und in Shibuya City auch kleine "Hachiko Busse". Ein Foto dort an der Statue zu kriegen kann schonmal etwas dauern und es herrschen erschwerte Bedingungen, da es ein beliebter Treffpunkt ist und generell halt ein beliebter (Touri-)Spot.

Vor einigen Wochen erst bin ich auch auf die weitere Statue von Hachiko aufmerksam geworden. Sie wurden 2015 via Crowdfunding gesponsert und auf dem Unigelände aufgestellt. Es soll zum 90-jährigen "Jubiläum" die Wiedervereinigung von Hachiko und seinem geliebten Prof. Hidesaburo Ueno zeigen.

Als ich die Statue erreiche, ist quasi niemand da. Es kommt mir surreal vor. Nur zwei indische Studenten stehen dort und machen netterweise ein Foto von mir mit der Statue:





Die Statue, die Geschichte dazu. Es ist rührend und tragisch. Immer wieder. Ich hab echt Tränen in den Augen. Ich bin so froh den Weg gemacht zu haben. Wenn ihr mal die Möglichkeit habt, dann besucht die Uni Tokio und diese Statue. Es ist generell auch eine nette Gegend, halt nur etwas Abseits von den üblichen Hot Spots aber gut erreichbar mit dem Nahverkehr.

Erstmal geht es für mich danach in die Unterkunft, ich habe auf dem Weg noch in Ikebukuro gehalten und etwas Geschenk geshoppt. Die große Tüte nervt aber. Im Doutor (einen Cafe/Sandwichladen) gönne ich mir den veganen Burger (danke für die Empfehlung Nati). Dann suche ich nochmal eine Apotheke auf, ich brauche irgendwas an Kühlung. So kompetent der Herr heute morgen war und so gut es trotz Sprachbarriere (mein Japanisch ist echt mies) geklappt hat, desto komplizierter ist es nun. DIe Dame checkt irgendwie nichts. Hallo?! Mein Ellbogen ist rot und geschwollen, ich zeige ihr das und sage es kommt von einem Insektenstich ich brauche was zum kühlen. Kommt sie mit sensitiver Hautcreme für nach ner Rasur oder so?! Eine zweite Kollegin guckt mit drauf und weist sie dann zu den Kühlakkus. Also manchmal weiß ich nicht ob ich so schlecht Japanisch spreche oder was da los ist. Das hat mich echt genervt. Also, da muss man keine Fachkraft sein um zu sehen was es ist. Aber manchmal glube ich, das manche Leute in so nen "Panik-Stand-By"-Modus verfallen sobald ein Ausländer sie anspricht (und schlecht japanisch spricht, so wie ich, das sei fairerweise nochmal dazu gesagt) und dann wird da null mitgedacht oder einfach abgeschaltet. Hab so Panik-Stand-By Situation auch bei Nati schon mitbekommen und Nati spricht richtig, richtig gutes Japanisch. Naja, ich kriege was ich will und gehe nach Hause.

Das tolle ist, die Wege sind relativ kurz. Takadanobaba, da wo meine Unterkunft ist, liegt zwischen Shinjuku und Ikebukuro (jeweils 2 Stationen),  es ist also sehr praktisch.

In Shinjuku ist Samstagabend natürlich viel los. Mich zieht es auch noch in 1-2 Läden, es muss noch etwas dunkler werden für mein nächstes Ziel:



Um kurz vor 20h geht es dann zum nächsten "hidden gem" das Tokio Metropolitan Government Building. In Shinjuku gibt es VIELE Hochhäuser. Eines der größeren ist das Government Building. Ein Kollege hatte mir letztes Jahr schon erzählt, das man hier KOSTENLOS bis in die 45. Etage fahren kann (ca. 200m) und dann einen tollen Blick auf Tokio hat. Ich wusste das gar nicht. Es ist eine tolle Alternative zum Tokyo Tower oder Ueno Sky Tree (die kenn ich ja schon XD). Und pro Reise brauche ich immer mindestens EINEN Aussichtsturm, das ist irgendwie so ein Ding geworden:


Es ist tatsächlich nicht so viel los. Die Schlagen am SkyTree oder Tower dürften an einem Samstagabend vermutlich ewig lang sein. Und der Ausblick lässt sich sehen:


die Straßen *__*


Auf der selben Ebene gibt es auch einen kleinen Food Store mit Gebäck und einen SouvenirShop und viele Stühle und Tische um eine Pause zu halten. Voll praktisch! Dafür liebe ich Japan!

Also klare Empfehlung ! Vielleicht kannte die ein oder andere das ja auch nicht! Und es liegt sehr zentral, 10 Minuten zu Fuß von Shinjuku Station!!!

Ich genieße den Ausblick lasse den blick einfach schweifen und den Abend ausklingen. Langsam wird es spät und ich hungrig und es geht zurück nach Hause.

danke für den Ausblick! <3

Mein Rückweg führt mich durch Shinjuku Abendmeile, man sieht schon ein paar Betrunkene Leute aber nichts gefährliches. Zuhause entdecke ich meine Souvenire vom Park und eine schwierigere NAcht inkl. Nasser Umschläge für beide Beine und dem Ellbogen erwarten mich. Mein Ellbogen ist auch sehr rot und geschwollen, ui, da muss ich die Nacht echt schauen das es abschwillt. Naja. Ich kenn es ja schon. Fast Standard wenn ich in Japan bin.

Danke fürs Lesen. Viele Grüße in die Heimat. Das Wetter war übrigens heute toll. So hätte ich es mir jeden Tag gewünscht. 


Schlüsselwort

虫刺され

Mushi sasare

Mückenstich 

(old Wort aber Gold XD)

Samstag, 23. September 2023

Tag 15 - Ich habe kein Gesicht

 Hallo Zusammen!

an Tag 15 stand schon der letzte Orts-Wechsel an: Zurück nach Tokio!

Der Shinkansen geht erst um ~12.45h daher können wir in Ruhe nach Shin-Osaka fahren. Nati begleitet mich netterweise noch. Wir gönnen uns Snacks und auf die Minute pünktlich kommt der Shinkansen.

Die Tage in Osaka mit Nati sind einfach viel zu schnell vergangen.. :( ..es wird wohl wieder einige Monate dauern bis man sich wiedersieht. Die Flüge sind einfach sehr teuer. In beide Richtungen.

In Shin-Osaka ist der Zustieg für Shinkansen wirklich detailliert ausgeschildert. Sogar wo  welcher Sitzplatz hält und wo man sich am besten anstellt dafür.

In der Schlange für den Shinkansen höre ich auf einmal deutsche. Die perfekten "Opfer" für meinen Koffer sind gefunden :D . Die drei jungen Männer sind alle hilfsbereit und überschlagen sich fast damit wer nun hilft.
Sicherlich, ist hier auch die gemeinsame Sprache ein Grund, aber eine Sache mit der ich auch über Nati gesprochen habe ist die "Hilfsbereitschaft" von Japanern. Spricht man Japaner direkt an, sind sie meistens super hilfsbereit z.B. wenn es darum geht einen Weg/Ort zu finden (wirklich, die führen einen oft dann auch bis zum Ende dort hin). Japaner kommen aber seltener auf einen selbst / von allein zu. Da sind Nicht-Japaner aufmerksamer. Es gibt auch einige Videos auf Youtube z. B. die Nati's Aussage und auch meinen Eindruck decken. Dort werden Japaner gefragt was sie an Ausländern gut finden und Japaner meinen das viele "Ausländer" aufmerksamer sind, die Türe auf halten, Hilfe anbieten, sie sind "more aware" für Dinge. Japaner haben dagegen eher einen "Tunnelblick". Ausländer sind da mehr "Gentle(wo)man" auch gegenüber älteren Leuten, es wird z. B. aufgestanden und der Sitzplatz an ältere Leute gegeben. Der typische japanische "Salary Man" mit seinem vemeintlich hohen Status tut das auffällig selten (es gibt natürlich Ausnahmen in alle Richtungen!).

Ab Kyoto sind eine typische Kyoto-Obaasan (Omi) neben mir, schick gekleidet und mit kerzengeraden Sitz. Je näher ich Tokio komme, desto regnerischer und dunkler wird es - DISLIKE.

Kur vor Shinagawa Station suche ich wieder die junge deutsche Gruppe auf und der angeblich "gar nicht so schwere" Koffer wird mir runtergehoben. Doch, der ist schon schwer. Finde ich. Als Dank kriegt der Jung noch ein Anko-Mochi in die Hand gedrückt das ich hinter dem Shinkansen-Gate gekauft hatte. Was mir heute wieder aufgefallen ist: Viele andere Reisende schauen mich an. Also die, die nicht alleine reisen. Ob sie sich fragen ob ich wirklich alleine bin? Mitleid haben? Ich weiß es nicht. Es fällt auf. Japaner gucken einen natürlich eher nicht an. Außer der Ojiisan kurz vor meinem Anschlusszug. In Shinagawa (kurz vor Tokio) steige ich aus den Shinkansen. Das ist schneller als bis Tokyo (Haupt-)bahnhof zu fahren da ich an die Westseite von Tokio muss. Hier wechsel ich in die lokale JR Yamanote Linie. Wahnsinn ist hier auch einfach, das 6 Minuten Umsteigezeit in Japan reichen um einmal quer durch den Bahnhof zu laufen und den lokalen Zug zu kriegen. Hier läuft alles einfach auf die Sekunde genau. Ist einfach der Hammer. Aber der Ojiisan (Opi): Der mustert mich, grinst mich an, macht Platz für mich und meinem Koffer in der Local-Line (die zum Glück noch nicht ganz überfüllt ist aber das wäre 15 Minuten später schon der fall). Er fragt woher ich komme, ob ich alleine Reise und feiert es anscheinend ab. Ich feier ihn auch irgendwie. Als ich aussteige nickt man sich bedächtig zu. Bye bye süßer Opi!

So, ich bin nun in Takadanobaba. Die Station kenne ich. Aber eher vom vorbeifahren. Sie liegt zwischen Shinjuku und Ikebukuro. Sehr gute Lage also für J-Fashion-Kawaii-Character-Lover aber günstiger und ruhiger. Hier an der Station gibt es auch etwas das ich euch noch zeigen möchte:

Stempel-Rallye!

Wenn ich es richtig im Kopf habe, gibt es (fast) überall Stempel für die Stationen in Japan. Es gibt viele die diese sammeln, es ist eine süße Erinnerung die zeigt wo man überall war. Ich habe das leider nicht von Anfang an gemacht und bin oft blind an sowas vorbeigelaufen. Aber heute musste ich den einfach mal mitnehmen. Es ist kostenlos!

Nun geht es aber in die Unterkunft. Diese befindet sich 10 Minuten (ohne Gepäck im Schlepptau) vom Bahnhof, 1-2 Blocks weg von der Hauptstraße. Die Wegbeschreibung ist sehr genau und ich komme gut an. Gerade regnet es auch nicht, das wäre echt lästig gewesen (s. Tokio, 2023 - 1. Tag Tokio ).

An der Unterkunft angekommen, sind auch andere Leute in der Lobby und checken ein. Es ist kein Hotel sondern ich denke, eher ein umgebautes Studentenwohnheim. Es gibt einen Self-Check-In mithilfe von Tablets. Ich habe mich vorher schon registriert und eigentlich muss nur ein Foto gemacht werden zum Abgleich.. ja
... ein Foto.. wie schwer kann es sein.. aber..
..das Tablet sagt ich habe keine Gesicht..
..nun, das Mädel vor mir hat auch Probleme.. wir beleuchten uns gegenseitig aber ohne Erfolg. Irgendwann wird das andere Tablet frei. Hier klappt es! Aber nicht bei mir.
Mittlerweile schare ich 3-4 Leute um mich herum und wir versuchen alle mein Gesicht zu einem Gesicht zu machen. Ohne Erfolg. Ich glaube, das ging 15-20 Minuten so. Der Check-In ist eigentlich, wenn alles klappt innerhalb von einer Minuten fertig. Man kriegt eine PIN gibt die an der Schlüsselmaschine daneben ein und kriegt seine Zimmerkarte.
Tja, ich muss den Vermieter anschreiben. Der Service antwortet auch innerhalb von 5 Minuten und kann per Fernsteuerung die Maschine lösen. Das Foto wird nun evtl. nicht gebraucht. Ich bin einfach froh in mein Zimmer zu kommen.


Das Zimmer ist größer als erwartet (In Tokio habe ich immer sehr niedrige Erwartungen, Fotos können trügen) und ist ganz in Ordnung. Der Teppich vor dem Bett finde ich nicht ganz so geil, das ist so einer von der Sorte der alles an Staub fängt. :-/ Naja, für eine Woche ists hier ganz gut, denke ich!

Kurz frisch gemacht und ab geht es die Gegend erkunden und zum Supermarkt. Es gibt gleich zwei (!!!!) in meiner Nähe. Jackpot! Konbini gibt es auch und überall aber die SUPERMÄRKTE, die sind toll! Weil... mehr Auswahl und günstiger! Das einfach mal als kleine Erläuterung.

Inzwischen regnet es auch (wieder):

Irgendwie ein bisschen romantisch auch?

Ich entdecke einen auf europäisch/französisch machenende Bäckerei und Spolier: Die ausgewählte Waare war sehr lecker. Sogar echt fast authentisch. Japanische Backware ist oft seeehr soft und fluffig, diese beiden hatten etwas mehr Biss. Es ist einmal eine Art "Schoko-Wuppi" und Süßbröchten mit etwas Sahne und Anko innendrin. Das ist wohl das Spezial "Takadanobaba"-Gebäck. So haben sie es jedenfalls benannt.




Nach getätigt Einkäufen geht es um kurz nach 19h zurück zur Unterkunft, ich habe Hunger und der Regen wird stärker.

Blick aus der Seitenstraße auf die Hauptstraße in Takadanobaba

Ich genieße mein Abendessen (Reis, eingelegter Kürbis (und Matcha als Nachtisch (das erste Mal übrigens diese Reise, ok? Dont judge me!)) und stolpere über die neuen Pokemon Folgen. Ich versteh kaum was, sieht aber süss aus:

Die Packung verrät mich :(

Ich telefoniere in die Heimat und lasse den Abend ausklingen. Leider habe ich zwei neue Mückenstiche: An der Wade und am Ellbogen. Der über dem Po (oder die zwei) sind gut verheilt , der an der Wade ist knallrot und am Ellbogen nässt und ist geschwollen. Also muss ich an Tag 16 mal in eine Drogerie/Apotheke und was holen. Ich war echt nicht an den Stichen dran, aber ja, ich bin leicht allergisch auf die Viecher hier.


Viele Grüße in die Heimat!


Schlüsselwort

どこで新幹線をおりますか

doko de shinkansen wo orimasu ka

Wo steigen Sie aus den Shinkansen aus?

(Habe ich die Kyoto-Dame gefragt, dann konnte sie sich darauf einstellen das ich schon in Shinagawa raus muss, ich hatte nämlich den Fesnterplatz, hahahah)

Freitag, 22. September 2023

Tag 14 - Hey Nati, can we go thrift shopping?

 Dö-dö-dö-dö-dö dö-dö-dö

es war so weit!

Heute war ein wenig Schnäppchen/Second Hand Shopping angesagt.  In Japan sind Second Hand Shops mega beliebt, in Deutschland boomt das ja auch. Die Shops in den Hot Spots hier kennt jeder, Nati hat mich heute deshalb nach Higashi-Osaka geführt.

Higashi-Osaka heißt zwar "Ost Osaka" ist aber ein eigenständiger Ort/Bezirk. Es ist hier direkt viel ruhiger, es ist eine große Wohngegend. Wir fallen hier als Ausländer sehr auf, eine kleine Omi schaut uns überrascht und glücklich an und fragt auch was wir hier machen. Es ist immer wieder bemerkenswert, wie schnell es man "etwas außerhalb" als Ausländer raussticht. Higashi-Osaka ist jetzt nicht weit weggewesen, 4-5 Stationen vielleicht?

die Straße zum Second Hand Shop (hinten das blau-weiße Gebäude)

Da wir Mittwochmittag haben und außerhalb sind, ist hier kaum was los und man kann sich in Ruhe umsehen. Dieser erste Laden hier ist Natis Favourit. Neben Klamotten gibt es auch Möbel, Waschmaschinen, Deko und Spielzeug, Chracter Goods - und das alles zu äußerst guten Preisen!


ich liebs ja


Wir werden beide fündig (Nati findet ein großes Cinnamoroll Plüschtier für 780 Yen oder so, es ist wirklich groß) und ich finde u. a. einen Ank Rouge Rock mit "Hosenträgern" für 500 Yen. Wie in Japan üblich, sucht man verzweifelt nach Flecken, Fehlern, Löchern, Gebrauchsspuren bei Second Hand Ware. Selbst Dinge die mit "C" gelabelt sind, was meistens den schlechtesten Zustand entspricht sind wirklich noch sehr gut. Das sind ganz andere Standards hier, was man manchmal in Deutschland unter "Gut erhalten" vorfindet ist dagegen eine echt Frechheit!

Nati führt mich noch in einen weiteren Second Hand Store, das Wetter ist heute übrigens wieder erbarmungslos. Der Asphalt glüht und es ist wirklich schwül. Ich will duschen. Und es ist kurz nach 12h erst.
Auch um zweiten Laden werden wir fündig und weil das Wetter so anstrengend ist, fahren wir zurück und legen eine Pause ein. Nati muss schließlich auch noch arbeiten und muss dafür um 14h wieder los. Ich nutze die Pause zuhause, dusche und schmeiße noch eine weitere Waschmaschine an mit unseren neu erworbenen Schätzchen - einziger Vorteil bei dem Wetter: Alles ist in einer Stunde gefühlt trocken :D

Um kurz vor 15h zieht es mich dann endlich weiter: Thrift Shopping Teil 2, leider ohne Nati. Es geht nach America Mura. Das "amerikanische" Viertel in Osaka ist gepflastert mit hippen (Mode-)shops  und CAfes für (junge) Leute. 





ab September läuft der Countdown für Halloween in Japan - und das nicht zu knapp :D

auch der schön anzusehende Angelic Pretty - Shop hat hier sein Zuhause. Gekauft habe ich aber nichts dort, die aktuelle Kollektion ist nicht so ganz meins (und ist mir auch zu teuer, die Qualität hat bei Angelic Pretty über die Jahre doch ehrlich gesagt nachgelassen!)


Warum auch zum Originalpreis kaufen wenn sich hier in der Gegend auch auch zwei Lolita-Mode-Second Hand Stores befinden:

"Near" - klein und etwas versteckt, hatte aber so GAR NICHTS diesmal da.


ClosetChild. Der wohl bekannteste Second Hand Shop für Lolita/Otome-Fashion. Seit ca. 1 Jahr direkt am Triangle!


Im ClosetChild werde ich auch fündig. Zwei echt schöne Kleider! Da ich es geschafft habe, innerhalb eines Jahres zweimal nach Japan zu reisen, habe ich auch meine Punktekarte vollbekommen und später nochmal 2,500 Yen. Ich habe das zweite Kleid aus dem Laden quasi umsonst bekommen. Herrlich! Ihr werdet ja demnächst sehen was ich so alles gefunden habe :D - bisher halt ich mich echt zurück. Ich möchte bitte auf die Schulter geklopft werden dafür.
Als ich ein Bento esse, versuchen junge Japaner mit mir ins Gespräch zu kommen, das englisch ist etwas gebrochen aber es ist lustig. Noch lustiger war zu beobachten wie sie gefühlt 5 Minuten überlegt/diskutiert haben bis ich angesprochen worden bin. Wie eine Mutprobe. Hach ja, die Jugend..


Das war der spaßige Part. Jetzt möchte ich Zukunfts-Ich einen gefallen tun und schon einmal einen Sitzplatz für morgen reservieren. Dann geht es nämlich schon weiter, nach Tokio zurück. Seit Corona gibt es an den großen Bahnhöfen auch diese tollen Automaten:


Ich hatte ja schon geschrieben, früher gab es nur diese Offices mit ewig langen Schlangen. Jetzt ist eine Reservierung an den Automaten möglich. Für Inhaber des JR Pass (wie eine Art Deutschlandticket für Touristen für 7, 14 oder 21 Tage) ist eine Sitzreservierung ja auch kostenlos drin. Viele Touristen wissen das irgendwie noch nicht und stehen oft an den Offices an (hab schon mind. zwei Gespräch mit Touris hier darüber gehabt) - also haltet die Augen offen nach den "grünen" Automaten.

Reservierung also erledigt! Ich bummel noch ein wenig an der Station, finde u. a. einen tollen Bio-Markt und fahre dann langsam zurück Richtung Natis Zuhause, kaufe noch im Supermarkt ein und lasse den Tag ausklingen. Zweite Dusche inklusive. Eigentlich wollte ich ein bisschen packen und dann nochmal zum Donki (Donki ist einfach entertainment) aber es zieht ein heftiges Unwetter auf. Es blitzt ohne Ende über Osaka und von Natis Wohnung aus sieht man unglaublich viel. Es stürmt und regnet. Naaa, dann lieber nicht. Ich verstecke mich unter der Decke. Wir wissen ja alle, das dass im Ernstfall hilft (nicht).

Ich bin erleichtert, dass Nati heil nach Hause kommt und wir quatschen viel. So wie immer. Es ist schön hier, ich geieße die Zeit.

Nun sitze ich an Tag 15 im Shinkansen nach Tokio. Letzter Umzug. Zeit vergeht so schnell.


Viele Grüße in die Heimat, danke fürs lesen, heute ist vlt nicht so viel passiert, sorry. Ich versuche, mich manchmal wirklich auszuruhen.


Schlüsselwort

雷雨

raiu

Gewitterregen