Samstag, 6. Dezember 2025

Tag 7 - Ich weiß nicht was ich da alles gegessen habe ..

 Hallo Zusammen,

 es ist Freitag. Aber ich bin platt / krank.

Ich schlafe bis fast 12h mittags und verpasse auch Sachi morgens.  Ich habe den Schlaf gebraucht. Mit Wärmepack und viel Wasser und Tee am Bett/Futon. Nachdem ich dann beschließe, den Tag zu starten, dauert es aber nochmal 2 1/2 Stunden bis ich wirklich aus der Tür komme. 

Heute steht nur Abends ein Essen mit Sachi an. Das ist in der Nähe von Hakata Station. Also beschließe ich, schon einmal grob in die Richtung zu fahren. Ich halte zwischendurch in Tenjin und beschließe was zu Mittag zu essen. Und ich begehe die Sünde:  Ich geh einfach zu McDonalds. Hier kann man eine Pommes und Getränk für umgerechnet 2,16€ haben. Und Steckdosen an jedem Platz. Preis-Leistung wirklich TOP. Ich esse und nehme brav weiter meine japanische Medizin, die tatsächlich zu helfen scheint, ich schniefe heute schon viel weniger und habe eher Rückenschmerzen vom Husten.

Nun geht es aber weiter: Ich fange an, nach einem Koffer zu suchen. Nicht für mich, aber für eine Freundin. Im nächsten Läden beschäftige ich mit meiner Nachfrage dann die halbe Belegschaft. Leider kriegen die genau das gewünschte Exemplar nicht mehr bis Montag rein - Montag fliege ich schon nach Tokio weiter. Schade. Ich klappere noch 2-3 weitere Läden ab, aber auch hier: Kein Erfolg. Ich muss mein Glück in Tokio versuchen. 

Da ich noch etwas Zeit (und Hunger) habe, gehe ich endlich in den "Mister Donut" rein. Seitdem ich in Japan bin (gut drei Wochen nun) lockt mich der Laden schon mit Pokemon Donuts.

 

Popo: Ja, Gesicht: Naja

Das Pikachugesicht war leider mit zu viel Sahne gefüllt, ich empfehle den Popo!

Es wird langsam Abend und ich fahre mit der U-Bahn nun nach Hakata weiter und treffe mich mit Sachi. Die Leuchtdekoration am Abend in Japan ist einfach traumhaft schön:

 





Gemeinsam suchen wir dann das Restaurant. Ich dachte erst, es liegt an ihrem Orientierungssinn (evtl. habe ich da Erfahrungswerte aus den Vorjahren mit ihr XD) aber zu Ihrer Verteidigung muss ich wirklich sagen, dass das Restaurant EXTREM unscheinbar von außen ist:


Wir müssen ein paar Minuten warten, bevor wir eintreten können (in Japan nicht unüblich, Sitzplätze sind begrenzte) und Hitomi und Yuko, zwei Freundinnen von Sachi die ich auch schon kenne, stoßen dazu. Ich wusste es. Hätte ich doch auch mal Geschenke eingepackt. :-|

Es gibt heute Oden, ein typisches japanisches Wintergericht. Das kann in allerlei Variationen angerichtet werden. Die Damen ordern diverse Gerichte. Ich weiß zwischenzeitlich gar nicht was ich eigentlich esse.  Ein neuer Teller kommt, ein alter Teller geht, aber sehr selbst:

 





KEINE AHNUNG XD





 

 

Es war sehr lecker und mein Magen hat es auch gut vertragen (das ist bei mir ja immer so ne Sache leider...). Hitomi und Yuko haben natürlich kleine Geschenke dabei.. T___T zu süss einfach. 

Es war ein toller Abend. Ich sehe, wie manch klassischer Tourist, vielleicht nicht immer die krassesten Dinge, aber das möchte/brauche ich auch nicht. Ich finde, diesen kleinen normalen Alltag zu erleben, viel schöner :)

Total satt und müde geht es nun mit dem Bus nach Hause. Wir haben Glück und müssen nicht lange warten. Ab 20h wird es schwierig, Busse & Co. fahren dann bei weitem nicht mehr so regelmäßig.

Sorry, viel ist heute nicht passiert. Viele Grüße! 

 

 

  

Freitag, 5. Dezember 2025

Tag 6 - Hakata Station Erlebnis und wie man Teezeremonie lernt.

 Hallo Zusammen,

ein erster Morgen in Fukuoka.

Leider bin ich erkältet. Die Nase läuft und läuft. Nachdem Sachi zur Arbeit geht, lege ich mich auch nochmal hin. Ich bin platt. Irgendwann ab Mittags werde ich unruhig und will meine Urlaubstage hier nicht so an mit vorbeifliegen lassen. Ich beschließe, nach Hakata Station zu gehen. In Japan sind Bahnhöfe nicht nur Bahnhöfe sondern auch Unterhaltungs-, Shopping- und Erlebnisorte. 

wow, Weihnachtsbaum mit Super Mario!

Generell mag ich die Gegend um ben Bahnhof hier sehr gerne. Ich habe hier viel Zeit verbracht, als ich zur Sprachschule vor einigen Jahren ging (Fukuoka 2018), die Sprachschule lag nur ca. 150m vom Bahnhof, in den Pausen oder vor oder nach der Schule hatte ich also genug Zeit die Gegend hier immer zu erkunden.

Mein heutiges (erstes) Ziel ist tatsächlich nicht das Pokemon Center, sondern der Avail und Shimamura Store. Leute, ich krieg vielleicht etwas HATE wenn ich das sage, aber vergesst GU oder Uniqlo - Avail und Shimamura haben den (japanischen) Kleidungsshit. Oft liegen diese beiden Stores auch zusammen nebeneinander. Und ja, es sind hier auch Stile bei wo man jetzt für sich sagen kann "ist mir zu altmodisch" - die beiden Läden führen halt Klamotten für jeden Lebensabschnitt. Aber günstig. Oft Angebote. Und japanische "Marken". Klar, bei dem Yen-Kurs ist Uniqlo und GU auch günstig, aber Avail und Shimamura sind irgendwie doch japanischer und noch günstiger, ich verstehe nicht das die nicht populärer sind. Hmm, liegt vielleicht auch daran das sie keine richtig zentralen Stores in Tokio haben (da muss schon recht weit auswärts fahren). Ich würde fündig: Strumpfhose, Handschuhe, Unterwäsche, Socken.. ich habe unverschämt wenig dafür ausgegeben gestern.

Als nächstes fängt mich der Daiso ein. Er liegt eine Etage über den beiden Stores. Ich muss mich extrem zusammenreißen und schaffe es, wirklich nur Kleinigkeiten zu kaufen. Ich werde in Tokio vermutlich noch die Möglichkeit haben, dort zu shoppen. Nun geht es aber ins Pokemon Center. Es ist Donnerstagmittag also wird es nicht so voll sein. Ideal für mich, ich bin einfach angeschlagen gesundheitlich.

 Es scheint außerdem ein Nintendo Store in Fukuoka geöffnet zu haben. MAn lässt sich bei der Werbung/Darstellung nicht lumpen:





Praktischerweise liegt der auch im 8. Stockwerk der Mall, so wie das Pokemon Center.

Ich komme an.. OH.. das Pokemon Center ist nicht mehr da, es ist nun das Zuhause des Nintendo Stores:

 

es ist kalt in Fukuoka 


(Leider) werde ich fündig. Tatsächlich ist der NintendoStore ein bisschen teurer als gewöhnlich, dank des schwachen Yen ist es aber erträglich. Es wurden also Weihnachtsgeschenke besorgt. 

Tja, aber wo ist denn nun das Pokemon Center? Ich habe mich blind einfach auf mein Wissen vom Vorjahr verlassen und muss dann doch mal Google Maps anwerfen. Oh, es ist wohl nur ein Gebäude weiter gezogen, dann springen wir da auch noch rein: 

 

Oha? Der Shop scheint größer geworden zu sein?

Eine Münze für die Sammlung darf nicht fehlen





Das Center ist tatsächlich größer geworden und hat neue Maskottchen (Latios x Latias mit Pikachu). Und das beste/schlimmste: Es hat Fukuoka-Only Merchandise. RIP Geldbörse. Eines der Plüschpikachus musste leider mit. Es ist schließlich Fukuoka!!!!!!

 Mein Fazit nach dem Aufenthalt an Hakata Station: Ich brauche Tokio nicht mehr. Fast nicht mehr da. In Fukuoka findet man alle Läden die man braucht ohne sich durchzuquetschen (das einzige was fehlt sind die ClosetChild 2nd Läden T__T). 

 Müde aber glücklich mache ich mich nun noch einmal zurück auf den Weg nach Hause. Kurze Pause, etwas Essen und Trinken und dann geht es noch zum eigentlichen Highlight: Tee Zeremonie. Vorher hole ich Sachi von der Arbeit ab und wir gehen zusammen 2 Minuten weiter zur Einrichtung. Sehr praktisch für Sachi das es zeitlich und örtlich einfach fast an ihrer Arbeit dran liegt.

Sachi lernt derzeit die Kunst der Teezeremonie in einer Einrichtung die mit einer deutschen Volkshochschule wohl zu vergleichen ist. Fast jeden Donnerstag geht sie nach der Arbeit dort hin und übt. Heute ist das Ende des Semesters und sie nimmt mich als Gast mit. Ich finde es toll, das Sachi sich neben der Arbeit auch andere Hobbies/Aktivitäten sucht. Ich denke, so findet man immer neuen Input und auch einen Ausgleich. Teezeremonie zu wählen ist dabei echt ziemlich anspruchsvoll. Um sich vorher auf den Unterricht einzustellen, schaut sie auch oft Übungsvideos auf Youtube vorher. Es ist wie alles, eine Frage der Übung.

Und Leute, Teezeremonie klingt so einfach. Aber.. meine Güte.. so viele verschiedene kleine Schritte und Gesten die sitzen müssen. Sogar als Gast gibt es bestimmte Dinge zu beachten. Ich konnte bisher an zwei Teezeremonien teilnehmen, das ist aber Jahre her. Insgesamt sind es heute sechs Schüler (mit Sachi) die einmal den Zyklus einer Teezeremonie durchspielen. Jeder Handgriff, jede Bewegung muss sitzen.  Es ist wirklich eine Kunst. Und man muss sich Zeit nehmen, änhlich wie bei der Kalligraphie. Das schwierigste ist wohl auch einfach diese "Ruhe" zu finden und sich von der Hektik des Alltags zu befreien. Das ist auch wirklich etwas, an dem ich arbeiten möchte (Vorsatz 2026 steht). Es ist ein toller Abend, die Leute im Kurs sind sehr lieb und es war sehr interessant. Wer interessiert in den Ablauf ist: Tea Ceremony 

Nach der Teezeremonie sind wir im Innenhof des Gebäudes noch durch die Beleuchtung gewandert, es gab auch eine kleine Bühne und ein paar "Fressbuden"  - Japaner lieben Weihnachtsmärkte:

dokidoki?

Dann ging es auch nach Hause, ab 20h kommen die Busse nicht mehr so regelmäßig daher mussten wir etwas Wartezeit überbrücken.  Ich merke das ich extrem platt bin. Morgen werde ich echt kaum etwas machen, es ist nur ein Essen abends mit Sachi und Freunden geplant. Wenn man krank ist, ist man eben krank.

 

Grüße in die Heimat. Hier ist es auch kalt =( 

Donnerstag, 4. Dezember 2025

Tag 5 - Auf zum japanischen "Zuhause"

 Guten Abend oder Morgen oder wie auch immer,

 heute hieß es weiter nach Fukuoka. Leider bin ich erkältet, ich habe zwar weniger Ohren- und Halsschmerzen, merke aber das ich körperlich um einiges schlapper bin als gestern noch. Aus diesem Grund nehme ich auch ein Taxi bis zum Bahnhof, meine Gastgeberin erwartet mich beim auschecken auch. Es war echt schön in Kagoshima, vor allen auch wegen den Menschen. Wenn ich die Gelegenheit habe, möchte ich wieder nach Kagoshima kommen und auch unbedingt wieder in dieser unterkunft sein. Die Gastgeberin ist einfach ein Herzchen (und sie hat früher mal für Max Factor gearbeitet, angeblich ist sie 71 Jahre alt aber sie ist so jung und vital... was ist ihr Geheimnis?!)

Am Bahnhof schlendere ich durch die Souvenirabteilung. Japaner lieben Souvenire. Sie bringen auch von jeder Reise lokale Spezialitäten mit. Das gehört hier quasi zum guten Ton. Die Auswahl ist fast überfordernd - dabei ist es nur Kagoshima. In Osaka oder Tokio.. da weiß man wirklich nicht WAS man kaufen soll. Schließlich werde ich fündig :)


Es gibt zur Zeit wohl auch Züge mit SuperMario Design. Ich hatte leider kein Glück.

 Pünktlich um 11.20h geht der Shinkansen dann in Richtung Fukuoka. Etwas mehr als 90 Minuten dauert die Fahrt. Über die Zugfahrt kann ich leider nichts sagen, ich habe die Fahrt über geschlafen. Ich werde echt zum Japaner, ich penne mittlerweile überall ein. Vielleicht liegt es auch daran das ich krank bin, hahaha.

 

Hallo Fukuoka/Hakata!!


Ich bin echt etwas geschlaucht, aber bringt ja alles nichts. Ich mache mich nun auf den Weg zu Sachi's Arbeit. Ich kann mit netterweise dort den Hausschlüssel abholen und alles abladen. Sachi begrüßt mich dort, freudig und eneriegeladen. Manch Dinge ändern sich nicht. Sie setzt nun ihre Pause an und wir gehen zusammen zur ihr nach Hause. Echt praktisch das ihre Arbeit genau zwischen Bahnhof und ihren Zuhause eben liegt. Bei Sachi zuhause angekommen, hat sich kaum was verändert im Gegensatz zu zwei Jahren, als ich das letzte Mal bei ihr war. Es fühlt sich einfach echt ein bisschen wie ein Zuhause an. Sachi hat (natürlich!) etwas zu Essen vorbereitet und ob ich will oder nicht, ich soll essen (ein "Nein danke" (wenn auch aus Höflichkeit) wird da nicht akzeptiert manchmal XD). 

Anschließend muss Sachi auch schon wieder zur Arbeit und ich leg mich echt ne Runde zum schlafen hin. Vorher laufe ich aber noch zum nächsten DrugStore (hier gibt es rezeptfreie Medis, Kosmetik- und Pflegeartikel) und besorge mir neues Shampoo und schau was es sonst so gibt. Was mit Hals- und Ohrenschmerzen die Tage anfing ist mittlerweile eine nicht enden wollende laufende Nase. Schrecklich. Wie kann ein Körper einfach so viel Flüssigkeit und Rotz produzieren?

Auf dem Weg zum DrugStore. Hab Medizin bald durchgespielt in Japan I guess

 Es tut mir leid, heute ist echt nicht viel passiert. Ich habe es nach Fukuoka geschafft und bin ziemlich erkältet. Sachi und ich reden viel, tauschen uns über die neuesten K-Dramen aus und gegen Mitternacht geht es ins Bett. Bis ich in den Schlaf komme, ist es aber schon 3.00 morgens.

Ich denke, ich muss Tag 6 ebenfalls sehr ruhig angehen.Vielleicht schaffe ich es mal ab Mittags kurz in die Stadt, für nachmittags/abends ist nämlich schon etwas geplant (aber etwas ruhiges) mit Sachi.

 Ah ja.. hier ist seit Tag 5 auch bitterkalt geworden. Ich habe also kein Mitleid mehr mit euch in Deutschland, ich muss selbst hier klar kommen XD

 

Liebe Grüße in die Heimat. 

Dienstag, 2. Dezember 2025

Tag 4 - Eigentlich nur ein Kalligraphie Workshop..

 Hallo Zusammen,

 mir geht es am heutigen morgen etwas besser als gestern Abend. Der Magen/Darm ist stabil, aber der Hals und das Ohr ziehen etwas (besonders Abends tut sowas immer echt weh.. maaaaaan ich kann das grad echt nicht gebrauchen, bitte!). Heute ist aber auch nicht viel geplant: Ich habe über AirBnB eine sogenannte "Entdeckung" gebucht, eine Japanerin aus Kagoshima bietet einen Kalligraphie Kurz-Workshop inkl. Matcha und einer kurzen Meditation.

Typisch deutsch komme ich fast 25 Minuten früher an. Ich will einfach sicher gehen, wirklich am richtigen Ort zu sein, GoogleMaps und Co. haben mich in Kagoshima schon 2-3x etwas hängen lassen - super viele Busse werden z. B. nicht angezeigt (hab eben meine Gastgeberin gefragt ob keine Busse hier halten, weil nur 50m von der Unterkunft ein Bushalteschild ist,  aber die Busse fahren hier regelmäßig (2x Stündlich), sogar Richtung KagoshimaChuo / Station).

 Um kurz vor 10h kommt dann die Dame runter: Es ist Hitomi. Hitomi hat einige Zeit in New York studiert (daher spricht sie gutes Englisch) und hat u. a. von ihrem Großeltern die Kunst der Kalligraphie übernommen und bei einem anderen "Meister" offiziell gelernt. Hitomi und ich kommen direkt ungezwungen ins Gespräch und überziehen unseren Termin (eigentlich für ca. 2 Stunden angesetzt). 

Kalligraphie ist echt nicht einfach. Man braucht dafür Ruhe, Geduld und muss sich Zeit nehmen. Hitomi startet daher die Session mit einer kurzen Meditation um etwas mehr Ruhe und "Langsamkeit" reinzubringen. Kurz vorher genieße ich einen wirklich seeehr leckeren Matcha-Tee (frisch angerührt!!). Dann geht es aber auch schon ans eingemachte: Wir zeichnen los. Beziehungsweise ist es eher kritzeln bei mir. Ich bin zu schnell, ungeduldig. Das ist die wohl größte Herausforderung. Sich wirklich ZEIT zu nehmen. Erst gegen Ende der Session schaffe ich es langsam mir wirklich für jeden Strich etwas Zeit zu nehmen. Tatsächlich sehen die Kanji dann auch viel schöner aus. 


 Das ist wohl auch mit das größte Problem in unserer Zeit: Wir sind immer unter Strom, in Hektik, immer beschäftigt und immer muss alles schnell gehen. Zeit zum inne halten.. schwierig.  

Weil es so gut zwischen uns klappt, fragt sie mich, ob ich noch etwas Zeit habe und wir sind zusammen essen gegangen und sie hat mir ihre Lieblingsorte in Kagoshima gezeigt. Das klingt echt verrückt, oder? Tatsächlich hab ich nichts vor und mit dem Auto an verschiedene Orte zu fahren find ich recht schmeichelnd (: . Nach LANGEM hin und her konnte ich hier zumindest das Essen ausgeben, wir waren in einem Veganen/Organic Restaurant und es ist echt krass wie erschwinglich man in Japan gut essen gehen kann. Ich habe leider vergessen ein Foto zu machen, aber mein Set (bestand aus 6 verschiedenen Sachen, Reis, Gemüse, eingelegtes Gemüse, Suppe & Co.) hat umgerechnet 7,13€ gekostet. Wasser und Tee (geröstetes Matcha) inklusive!

 Als erstes ging es zum Kagoshima Gokoku Shrine. Es ist schon klasse, wie eindrucksvoll diese Anlagen sind wenn es nicht komplett überfüllt mit Menschen ist.

 



Als nächstes dann rüber zum Kagoshima Schrein. Hier bietet sich uns eine wahre Farbenpracht. Herbst in Japan ist einfach wunderschön:

 





Hitomi erzählt mir, das Kagoshima ein großer "Hotspot" für Samurai war. Saigo Takamori hat von hier aus den Wiederstand der Samurai angestoßen, er war gegen eine Öffnung Japan an den Westen und wollte an Traditionen festhalten. Japan modernisierte sich in dieser Zeit und entmachtete die Samurai. Obwohl die Samurai "ältere" Waffen trugen konnten sie monatelang der kaiserlichen Armee standhalten. In einer letzten Schlacht verletzte Saigo sich schwer und soll Seppuku begangen haben. 

Als letztes besichtigen wir noch einen kleinen Berg (Kagoshima liegt zwischen Bucht und Bergen und ist hügelig daher, sehr sogar) und bewundern von weiten den Sakurajima (wo ich ja gestern war, hahahaha). Hitomi ist ursprünglich dort geboren und aufgewachsen, Ascheregen und Staub ist für sie Alltag (was sie am meisten stört ist das sie die Wäsche dann tagelang nicht draußen aufhängen kann - LMAO). Sie sagt selbst, das sie es vermutlich bei einer richtigen Gefahr zu locker sehen würde und sie hofft daher, das der Vulkan weiterhin harmlos bleibt. 



 Im Nachmittag verabschieden wir uns. Ich schätze, ich muss nochmal nach Kagoshima kommen. Es gibt noch so viel zu sehen und die Leute hier sind freundlich und zeigen voller stolz ihre Stadt, ihre Kultur und hören neugierig zu. Die Atmosphäre hier ist eine ganz andere als z. B. in Tokio. 

 Wieder in meiner Unterkunft angekommen, treffe ich meine Gastgeberin (Kumi) draußen mit ihrem süßen Hund und irgendwie quatschen und lachen wir lange. Es ist vermutlich auch, weil ich gerade "einzelnd" Reise, man ist dann offener/empfänglicher für Smalltalk und das Gegenüber auch. Kumi bringt mir noch etwas zu trinken vorbei und wir verweilen noch kurz zusammen im Zimmer und labern wieder weiter. Es wird langsam dunkel und ich beschließe nochmal zum DrugStore zu gehen während Kumi weitere Gäste empfängt. 


Das war es für heute auch schon. Ich habe meinen Koffer soweit gepackt und bin bereit morgen früh nach Fukuoka weiterzufahren. Ich kann mir den Schlüssel bei Sachi auf der Arbeit abholen. Ich bin aufgeregt - ich hoffe ich kann heute schlafen. 

 

Liebe Grüße! 

Montag, 1. Dezember 2025

Tag 3 - Vulkaninsel Sakurajima

 Hallo Zusammen,

 heute mal etwas früher. Ich habe den Tag heute kürzer gestaltet, die letzten Tage/Wochen waren doch hart und pünktlich zum Urlaubsbeginn werden die "Beschwerden" etwas "lauter". Darauf habe ich heute mal Rücksicht genommen. Aber, eins nach dem anderem:

Heute ging es nach Sakurajima. 

Sakurajima ist eine Vulkaninsel fast direkt an Kagoshima, lediglich eine 15-minütige Reise mit einem Schiff trennt die Stadt vom Vulkan. Der Vulkan ist aktiv und es gibt öfter kleine Ausbrüche. Der letzte richtig große Ausbruch ist aber schon 100 Jahre her, die hinterlassenen Krater kann man aber auf der Insel "bewundern". Man erwartet in näherer Zukunft aber nochmal größere Ausbrüche und bereitet sich entsprechend vor (Frühwarnsysteme, Messungen etc.).

 Von meiner Unterkunft aus ist es nicht weit bis zum Schiffsterminal, ich besorge mir vorher eine Touristenkarte (heißt hier in Kagoshima "CUTE" und kann auch für zwei Tage in Folge gekauft werden, hier drin sind z. B. die Fahrten mit dem Schiff, alle Tram und viele Busse (auch auf Sakurajima) und es gibt Vergünstigungen für Museen (und das RIESENRAD das ich morgen noch besuchen muss !!!).  Außerdem muss ich kurz in die "Apotheke", was hier eine Mischung aus eben einer Apotheke und einem dm/Rossmann ist. Ich habe etwas Halsschmerzen, mit ein wenig ziehen zum Ohr. Auch hier hilft das abgehackte Japanisch meinerseits. Aber: Manchmal denken die dann, man versteht alles perfekt und es wird zu schnell gesprochen. Dann muss ich die leider immer etwas bremsen oder fragen ob sie es nochmal sagen. Da komm ich mir dann schon sehr dumm vor. =(

Und da es doch kühler als gedacht ist, hüpfe ich noch flott in den Daiso und besorge mir eine Strumpfhose. Da öffentliche Toiletten nicht nur sauber sondern auch viel Platz bieten, ist das umziehen echt gar kein Problem. An dieser Stelle möchte ich noch einmal extra betonen das diese verfügbarkeit von öffentlichen und SAUBEREN Toiletten wie hier in Japan einfach ein Segen ist. Oft gibt es sogar noch kleine Schminkecken um sich nochmal frisch zu machen, die Toilettenkabinen sind groß und es gibt oft auch noch eine Ablagefläche für die Tasche. Für Menschen wie mich, mit einer Mini-Blase, ein absoluter Traum also. Danke, JAPAN! Das Schiffsterminal ist nun auch nur noch ca. 13 Minuten fußläufig entfernt und geradeaus - man läuft quasi mit Blick auf den Vulkan auf das Schiffsterminal zu. Man kann es nicht verfehlen - sogar ich nicht.


Alle 20 Minuten legt das Schiff nach Sakurajima ab. Mit dem Schiff fahren auch viele Autos hin- und her.

 




Auf der Vulkaninsel angekommen, mache ich erst einmal eine Tour mit dem Sightseeing Rundbus. Mich zieht es erst einmal zum Ausguck, dem Yunohira Observatory. Dieser ist der am weitesten entfernte Punkt von der Schiffanlegestelle.


Es ist auch der höchste Punkt der zur Zeit für Besucher geöffnet ist. Da der Vulkan in der letzten Zeit aktiver ist, wurde die Warnstufe leicht angehoben. 


 




Nach einiger Zeit nehme ich dann den nächsten Bus zurück, wieder Richtung Schiffanlegestelle. Mittlerweile habe ich die Karte etwas studiert und beschließe mir ein Fahrrad zu leihen und den Rest der interessanten Punkte, die in der Nähe liegen, mit dem Fahrrad zu befahren. Tatsächlich ist die Insel sehr weitläufig, man kann entweder andere Busse nutzen oder noch besser, sich eitn Auto leihen und selbst herumfahren. Hierfür müsste man aber seinen Führerschein vorher übersetzt haben lassen. Vielleicht mache ich das irgendwann mal für eine andere Reise in Japan auch.



 Die Dame vom Fahrradverleih freut sich das ich sie verstehe und auch ich freue mich, das ich sie verstehe. Ich glaube, mein Japanisch ist echt etwas besser geworden :D

Sie erklärt mir die Sightseeing Spots und die Route und gibt mir ihre persönliche Empfehlung. Also ab auf Rad und los gehts!

 Radfahren ist ja echt was schönes.. kann mich gar nicht dran erinnern wann/wo ich das letzte Mal rad gefahren bin.. vielleicht sogar in Japan? :D

 










Ich habe das Rad für eine Stunde gemietet. Das reicht auch wenn man nicht zu sehr trödelt. Und es wird windig. Vor ein paar Tagen war eigentlich Regen gemeldet für heute und irgendwie.. sehen die Wolken so dick aus. ICh beschließe das Rad also nach einer Stunden wieder abzugeben und nehme flott das Schiff zurück. Kaum in Kagoshima angekommen, fängt auch an zu nieseln. Gutes Timing. 


Und ich merke jetzt.. irgendwie ist die Luft raus. Dabei ist erst kurz vor 16h. Ich gehe kurz zum Supermarkt und dann in die Unterkunft und merke das ich ziemliche Halsschmerzen habe und platt bin. Natürlich habe ich die Instantsuppe aus dem Supermarkt auch nicht vertragen, aber mir war so kalt, ich brauchte was heißes. :-/ Puuh~ 

Meine Vermieterin/Gastgeberin hier hat mir in der Zwischenzeit geschrieben und auf eine Lichtershow hier ganz in der Nähe hingewiesen. Ich war leider zu ehrlich und hatte geschrieben das ich etwas platt bin und es mir aber morgen ansehen werde (manchmal weiß ich nicht ob die dann mit einem zusammen gehen wollen, deswegen wollte ich einfach nur klar machen, das heute kein guter Zeitpunkt wäre). Nun.. zwei Minuten später schickt sie mir ein Foto mit Tee und Medizin und Co und will es mir vor die Tür stellen. Aufhalten bringt nichts. 


Sie ist sehr lieb, sie versteht direkt was Sache ist, auch mit dem Darm. Einfach etwas viel Stress (zwei Wochen kein richtiges eigenes Zimmer haben bzw. mit einer fast fremden teilen war doch etwas anstrengend und das obwohl ich wirklich eine sehr nette Kollegin da an meiner Seite hatte, wirklich, Glücksgriff! Unsere Zimmer waren nicht mit einer Tür getrennt nur durch eine Treppe, das konnte man bei der Buchung aber nicht erkennen :-| ), Umstellung, dann die Leute im Flugzeug (im Bus vom Flughafen gab es ein wahres Hustorchester.. vermutlich habe ich mir da was eingefangen). Sie ist da wohl auch sensibel und hat einige Allergien/Unverträglichkeiten und teilt daher mit Leidenschaft ihre Erfahrungen und Hausapotheke. Ich fühle mich so verstanden - ich könnte vor Glück heulen!  Sie hat eben noch Vitamindrinks vorbeigebracht/vor die Tür gestellt. Vor der Abreise muss ich mir echt was einfallen lassen als Dankschön!

So.. un nun sitze ich hier seit ein paar Stunden.. es regnet viel. Das erste Mal so richtig seit ich in Japan bin (haha in Deutschland fällt es eher auf wenn es mal NICHT regnet LMAO). 

Ich versuche mich ein wenig zu erholen, zu entspannen. Für Morgen ist echt wenig geplant, ich habe lediglich einen Kalligraphie-Kurs gebucht mit einer kleinen Zen Meditation wohl davor (hab ich eben erst gemerkt beim nochmal durchlesen) - vielleicht ist das auch genau das was ich brauche, ich kleiner Stressi. Ansonsten muss ich noch auf das Riesenrad. Muss. Geht nicht anders. Aber am liebsten wenn es dunkel ist. Und die Beleuchtung würde ich mir gerne ansehen, das ist wirklich nur paar Minuten von meiner Unterkunft weg.

 Ich hoffe,  ich kann die Erkältung im Zaun halten. Nächsten Montag muss ich nochmal einen Flieger nehmen (Fukuoka -> Tokio).  Ich habe noch ein kleines Trauma vom letztjährigen Flug mit der dicken Erkältung.. das tat abartig weh einfach .. ich will das nicht nochmal.

Liebe GRüße in die Heimat.