Donnerstag, 17. Oktober 2024

Tag 3 - Jetzt aber mal eine andere Seite von Tokio sehen

 Guten Abend Zusammen,

auch heute melde ich mich wieder.

Nach zwei ziemlich hektischen Tagen mit vielen Menschen und allerlei Geräuschen von überall dachten wir, wir gönnen uns etwas mehr Ruhe, Tempel, Schreine, Natur und einen Ort für den man nicht erst 45 Minuten durch die Gegend fahren muss: Ueno.


Zur Verteidigung der Japaner sei gesagt, das Bahnfahren & Co. sehr praktisch und einfach in Japan ist. Innerhalb weniger Minuten werden etliche Kilometer zurückgelegt. Und alles pünktlich. Man erlebt als in Deutschland wohnender Mensch hier womöglich  also das erste Mal, wie schön es sein könnte wenn Nahverkehr vernünftig aufgebaut wäre..

Unser Weg führte uns also durch den Ueno Park und auch hier begleitete uns eine, wenn diesmal auch andere Geräuschkulisse: Vogelgeschreie äh Gezwitscher. Ein Blick auf eine meiner Lieblingsapps (Danke geht an eine gewisse Bürokollegin raus) verrät uns, das es sich hier um Vögel mit dem klangvollen Namen "Orpheusbülbül" handelt. Nun ja, zwischen den Geschreie dieser eben erkunden wir den Ueno Park und sehen uns den "Toshogu Shrine" näher an:




super alter Baum

ein kleiner Schrein für Prüfungs-/Testerfolge

Das Innere des Schrein ist leider für die Öffentlichkeit nicht geöffnet. Das Äußere ist aber schon beeindruckend:



es gab einen extra "Foto-Kamera-Ständer/Photospot" für das Handy.. da haben wir die Gelegenheit mal genutzt XD

ist übrigens echtes Gold :o

Nach so viel schönen Dingen ist uns aber ganz schön hungrig oder durstig oder beides und wir gönnen uns ein Kakigoori. Kakigoori ist im Grunde den Wassereis-Stäbchen die man in Deutschland kennt, ähnlich. Es ist geschabtes Eis was dann mit einer Vielzahl an Syrups getränkt werden kann.

hier ist jemand noch skeptisch..

Wir dachten erst "Hmm, ist ja nur Wassereis".. aber die Portionen wirkten groß und letztlich waren wir froh das wir uns eines geteilt haben. Es war die perfekte Abkühlung für den Mittag, die Sonne strahlt ohne Erbarmen bei 26 Grad und fast wolkenlosen Himmel.

Während wir vor uns hinschmatzen, stellen wir mal wieder fest wie sauber es hier einfach ist im Vergleich zu Deutschland. Hier fliegt kein Müll herum, obwohl es an manchen Orten wirklich kaum Mülleimer gibt und man gezwungen ist den wirklich lang mit sich rumzutragen XD

Nach der Stärkung drehen wir noch eine Runde um den Shinobazu Pond:


Man könnte hier auch Tretbötchen fahren, aber wir sind zu müde und die Sonne ist einfach heftig. Wir beobachten lieber die anderen während wir den Rest unseres heutigen "7 Eleven"-Einkaufs wegsnacken (aka Onigiri.. ich werde es so hart vermissen wenn wir wieder in Deutschland sind).

Der Teich ist vor allem für seine riesigen Lotospflanzen bekannt. Leider ist die Blütezeit schon vorbei (Sommer!) aber ich war überrascht wie "grün" sie diesmal noch sind:



Es gibt ja Menschen, die der Überzeugung sind, das sich das Klima nicht ändert. Doch, es ändert sich.
Je näher man am Äquator ist, desto gravierender sind die Auswirkungen zu spüren.  Ich war ja jetzt schon ein paar Mal in Japan *hust* und es ist schon bemerkenswert, welche Veränderungen es nun in 11 Jahren gibt: Vor 5 Jahren z. B., waren die Lotospflanzen um die Zeit schon verblüht, weil zu kalt. Ich werde diese Feststellungen wohl noch öfter auf der Reise machen, zuletzt heute (aktuell Tag 5). Irgendwie war ich auch auffällig oft im Oktober in Japan (WORAN KANN ES NUR LIEGEN?!?!?)

Ich werde den Besuch des Teichs später auch noch bitter bereuen. Dazu unten mehr. Erst einmal ereignet sich ein kleiner Notfall: Der Mann aka mein Freund aka mein Verlobter aka Travel Prince HAT Hunger. Alarm!

Zufällig ist ein Lokal seiner im Voraus schon bestimmten Lieblingsrestaurantkette in der Nähe: Ichiran. Er hatte sich Foodvideos vor der Reise angesehen.

Ich verstehe zuerst nicht recht, was so besonders an dem Lokal sein soll. Tatsächlich stehen wir sogar ca. 15 Minuten an, um einen Sitzplatz zu kriegen (wir haben Glück, wir sind nach der Mittagszeit und vor dem Feierabendlunch da). Als wir reingehen beginne ich zu verstehen, was er daran so toll fand:

Man kommt ins Lokal, bestellt seine Sachen an einem Terminal/Automaten (das kennen wir Europäer ja mittlerweile langsam auch). Dann wird einem ein Platz zugewiesen.


Jeder Platz kann mit zwei Klappholzwänden komplett isoliert werden, so dass man mit seinem eventuell unbekannten Sitznachbar gefühlt nichts zu tun hat. Niemand sieht was man wie isst oder wer da genau neben einen sitzt. Vor einem sind noch die Rollläden zur Küche hochgeklappt und man muss seine Bestellung via Ticket noch einmal durchgeben bzw hinlegen. So weit so gut.



Es ist in diesem Lokal nicht notwendig ein EINZIGES Wort mit irgendjemanden zu sprechen. INTROVERTS PARADISE also.  
Innerhalb kurzer Zeit wird einem das bestellte Essen serviert. Ichimen Ramen hat sich auf Tonkatsu Ramen spezialisiert. Das tolle hier: Man kann sich Würze etc. selbst zusammenstellen. Alles über einen kleinen Zettel auf welchen man die Optionen einfach nur ankreuzen muss. Kein Wort muss gewechselt werden XD Sobald das gewünschte Essen serviert wurde, werden die Rollläden vom Kochpersonal runtergelassen.

klassiches Tonkatsu Ramen für den Herrn

Das Restaurant hat zum Glück an verfressene Leute gedacht und es gibt einen "Call"-Button. Hier kann nachbestellt werden oder man äußert einen weiteren Wunsch:


Dieses Konzept einfach XD

Man hat sich noch ein "Boiled Egg" nachbestellt. Dieses wurde in Windeseile geliefert. Der leere Blick als dieses Ei in der kleinen Schüssel lag und darüber nachgedacht worden ist wie man es nun am leisesten zerbricht.. WIR HABEN SEHR GELACHT XD

Für mich gab es u. a. etwas süßes:

Matcha Wackelwabbel Pudding mit Soooooooss! War lecker!

Wir hatten generell eine sehr gute Zeit im Restaurant: das Konzept ist gut durchdacht, das Essen kam fix und schmeckte sehr gut, es ist fast alles selbst erklärend und man hat wirklich seine Ruhe. Wir kommen wieder :D

Gut gestärkt zog es uns nach dem "ruhigen" Tag dann doch noch in eine hektischere Ecke: Akihabara!
Zu unserer Verteidigung: Es lag auf dem Rückweg, wir müssten hier sowieso umsteigen.

Ich weise daher den Weg in Spielhallen, eine wilder als die andere und wir verlieren doch etwas Geld an Rhythmus spielen:


"Do your best" - "Dont give up" - Jetzt tut doch gar nicht so als ob ihr euch um unsere Gefühle kümmert, ihr wollt von uns Losern nur mehr Geld !!!!!!!!111!!!


hier war man etwas erfolgreicher

Nach dieser aktiven Geldverbrennung (Light Version weil unter 1000 Yen) schlendern wir noch etwas durch die Straßen bevor wir uns zufrieden aber übermüdet auf den Weg nach Hause machen:

bis bald vielleicht?

Auf dem Weg nach Hause holen mich meine Fehlentscheidungen ein: Mückenstiche!

In weiser Voraussicht halten wir an einem DrugStore und bewaffnet mit der berühmten "Mushi" Creme und einem Insektenschutz geht es in die Unterkunft. Dadurch das wir vor Abreise erkältet waren, war alles etwas durcheinander und ich habe den Insektenschutz Stift/ bite away vergessen. Welch fataler Fehler. Das werde ich noch in den nächsten Nächten spüren. Ich bin ein lebendes Insektenschutzschild in Japan.. zumindest für meine Mitreisenden.. :-| 

Viele Grüße ins kühlere Deutschland. 

Wir beneiden euch gerade :D

Am nächsten Tag werden wir schon nach Kyoto weiterfahren !


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Mittwoch, 16. Oktober 2024

Tag 2 - Warum ist es so voll und noch so warm?

 Guten Abend Zusammen,

mit nicht ganz so großer Verzögerung kommt nun der Recap zu Tag 2. Das war der Montag (14.10). Hier ist es nun grad Mittwochabend, wir ja also! :D

Die Nacht war nicht der Rede wert. Ich habe ziemliche Ohrenprobleme gehabt und eine Position zu finden um zu schlafen PLUS die ganzen Eindrücke des langen Tages.. also wenn wir zwei Stunden zusammen gekratzt bekommen haben, dann ist das viel. Letztlich hatte ich in dem Durcheinander dann auch keinen Wecker gestellt und wir sind erst um kurz vor 10h aufgewacht.

Jetzt aber los, los! Heute geht es nach Shibuya und Harajuku?

Was haben wir vor!?

Wir wollen den Pop-Up Shop von "MochiShiba" besuchen. Bei Mochishiba handelt es sich um eine süße Serie (für Kinder?) mit Shiba Inu. Die sind so süß. Leider kriegt man nicht so unglaublich viel an Sachen und umso glücklicher waren wir, als wir herausfanden das es noch bis zum 15.10. einen temporären Shop gibt!

Wie der Zufall es will, im selben Gebäude, gar auf der gleichen Ebene mit dem Pokemon Center und dem Nintendo Store.

Auf dem Weg dahin verlaufen wir uns versehentlich in das Shibuya 109. Oh, DIE Shopping Mall für Fashion? Verrückt!

Hier gab es zur Zeit auch ne Pokemon Collaboration für Make-Up/Pflegeprodukte. Und Fotowände!!

ich bin so groß wie von Felori bis zur Nasenspitze

der da ist so groß wie Felori das innere Ohr

Ich schleife meinen VERLOBTEN durch zwei-drei Etagen und breche dann selbst ab da ich weiß das die guten Preise / Klamotten doch eher in Harajuku liegen und wir schlendern zum Shibuya Crossing.


Es ist sehr warm in Tokio. 27 Grad, das hatte ich nicht erwartet. Nicht für mitte Oktober.




Solange die Menschen an den Ampeln zur Shibuya Crossing stehen, schaut alles noch gar nicht mal so beeindruckend aus. Aber wenn dann alles in Bewegung kommt, ist es schon krass!



Wir verlieren uns auf dem Weg zu unseren eigentlichen Ziel noch im Don Quijote. Es ist wie ein Vergnügungspark für Erwachsene. Aber da erst Anfang der Reise ist, wird mit Shopping gegeizt und wir schaffen es endlich ins PARCO (Shopping Mall) und zum MochiShiba Pop-Up Shop.



Leider waren schon einige Sachen ausverkauft, weil es der vorletzte offene Tag war. Eigentlich wollten wir einen weiteren größeren Plüsch kaufen, einen von denen haben wir schon Zuhause. Meine Schwester hatte diesen damals aus dem Ufo Catcher gezogen ( Japan 2017 - Tag 2 ). 

Habe daher nur ein Mini-Plüsch ergattern können:

"wan wan" - japanisches Hundegebell, in Lautschrift (kein Witz!).


bitte mehr von MochiShiba!

Wir waren, ganz nebenbei, auch im Pokemon Center dort. Es war ja nur 10m weiter. Meine Güte.. diese Menschenmassen. Wir haben nur eine kleine Runde gedreht und sind dann wieder rausgegangen. Man hätte fast bis zum Ende des Ladens anstehen müssen nur um zu bezahlen - Wahnsinn!
 Wir haben später über den Tag dann festgestellt, das heute "Sports Day" ist und viele frei hatten. Das erklärte auch die Menschenmassen überall.

Nun zog es uns aber nach Harajuku, denn ich habe ein dringendes Problem: Ich brauche Klamotten!
Ich kann es nicht lassen. Ich brauche wohl diesen Nervenkitzel, diese Gefahr out of Klamotten zu laufen. Nein, wenn ich ehrlich bin, bin ich einfach ein Geier und will so hielnpltz wie möglich im Koffer haben, hahaha


Es sieht hier, im Gegensatz zu Shibuya, voller aus als es ist. Die Menschen verteilen sich gut.

FAST AM ZIEL meiner TRÄUME angekommen, wird dem Mann so hungrig und wir müssen halten. Er schnappt sich irgendwas mit Chicken und Spicy, koreanisch, korean style chicken oder so.

2 Sekunden nach dem Foto wurde festgestellt das es sehr scharf ist :3
 
War aber trotzdem lecker, meinte er.

So, endlich weiter im Programm. 
ClosetChild, 2nd Hand Paradies - du hast meine Erwartungen übertroffen:

Fotos im Laden sind verboten und damit ich das Gefühl habe, euch beweisen zu können das ich da war, fotografiere ich jedes Mal diese blöde Schildertafel :D

Ich bin ehrlich gesagt überrascht gewesen wie viele tolle Klamotten da waren. Das was ich an spärlicher Ausbeute mitgenommen habe (3x Kleider, 1x Oberteil) ist jetzt schon gefühlt besser als aus den letzten zwei Urlauben zusammen (vor allem wenn man bedenkt wie viele ClosetChild Shops ich dafür aufgesucht habe). Einziges Problem gerade nur: Es ist zu warm um die Sachen zu tragen. Noch. Ab Sonntag soll es deutlich kühler werden (20 Grad). Wir hoffen darauf!  & NATÜRLICH war ich auch im Unterwäscheladen meines Vertrauens. Der hat sich leider verkleinert und auch die Auswahl war diesmal nicht ganz so toll, daher gab es hier nur ein neues Teil :( 


Was generell diesmal in Japan noch stärker auffällt: Unglaublich viele Touristen. Der schwache Yen lockt die Leute ins Land. Leider macht dass das Erlebnis Japan irgendwie etwas kaputt, da sich einige echt ziemlich daneben benehmen. Nicht ohne Grund wurden in den letzten Monaten ganze Distrikte/Orte für Touristen gesperrt... hach.. Menschen..


Wir laufen hin und her und sind einfach sehr, sehr müde. In der Bahn zurück, natürlich gefühl 30 Sekunden bis wir an der Zielhaltestelle aussteigen können, wird mir schwummrig und ich muss mich tatsächlich hinhocken bis der Zug hält.Ich bin übermüdet, gestresst, erkältet. Ich brauche etwas Erholung wohl. Legenden besagen übrigens  das ich in diesen Minuten noch blasser/weißer war als sonst. :D

Nach einer kurzen Verschnaufpause auf Wartegleisen schleppen wir uns gegen 19h nach Hause und schaffen es nur noch schnell was zu essen im "7 Eleven" zu holen. Der ist praktischerweise wirklich nur 10 m von unserem Ryokan entfernt. Es gibt heute also Instant Ramen/Udon-Suppen. Sind okay. 


Später am Abend gibt es einen heftigen Rück.. nein, gleich mehrere. Ist da grad ein Auto in das Haus gefahren? Wir sind kurz verwirrt. Nein, es war tatsächlich ein Erdbeben. Es hat echt ein paar Sekunden richtig gut gewackelt und gepoltert. Das erste Mal aktiv ein Erdbeben mitbekommen in Japan! Wow! Man hört danach nichts. Die Menschen in der Region Tokio kennen das, da ist dieses kleine Erdbeben (Stärke knapp 4,0) ein Witz und nicht mal einen erschrecken Ruf wert.


Und genau! Wir übernachten die ersten drei Nächte in einem Ryokan! Leider haben wir kaum Fotos gemacht weil wir einfach extrem geschlaucht waren von allem. WIll mich nicht wiederholen, aber ich bin echt schockiert wie einem im Nachhinein ein grippaler Infekt so schlauchen kann bzw. an die nicht richtig los wird.. das Timing ist mehr als beschi*sen... aber nun hier, Fotos vom Zimmer:


leider in Aufbruchstimmung fotografiert


Solche Bäder hätte ich wirklich super gern auch in Deutschland! Wie Premium ist das bitte so einen Platz für die Vordusche zu haben mit Spiegel und Hocker z. B. ?!


der süße Vorgarten zum Ryokan

Sorry, dass war es nun von Tag 2.

Tag 3 kommt vermutlich auch zeitnaher! Vielleicht schreibt dann auch der andere mal.

Liebe Grüße in die Heimat!



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Dienstag, 15. Oktober 2024

Tag 1 - Start mit Schwierigkeiten

 Hallo Zusammen,

es tut mir leid, das erst jetzt ein Eintrag kommt. Einige hatten sogar schon gefragt (wie süß seid ihr bitte?!). Und hier kommt nun hoffentlich das was ihr erwartet inkl. allerlei Logik- & Grammatikfehler - LETS GO ! Schön das ihr dabei seid!

Die Tage vor Abreise standen unter keinem günstigem Stern: Eine Woche vor Abreise wurden wir krank. Und auch bis jetzt ist noch nicht alles wirklich gut.. mal sehen wohin das führt.

Erst mein Freund, dann ich. Dicke Erkältung, man ist einfach platt. Etwas surreal war dann der Tag der Abreise, besonders für mich, ich habe auf dem Weg dorthin irgendwie nur vor mich hingelebt. 

Mein Schwiegerpapa in Spe war so lieb und hat uns am Abend vor Abflug zu unserer Unterkunft nahe dem Flughafen Brüssel gefahren. Leider ist gerade auch Ferienbeginn und wir brauchen eine gute halbe Stunde länger. Darauf werden sich erst einmal fette Fritten in Brüssel gegönnt.


Die Nacht in Brüssel war durchwachsen, genauso wie die letzten gefühlten 5 Nächte auch schon. Ich bin richtig dick erkältet nun. Aber bringt alles nichts, der Flieger wartet nicht auf einen. Wir packen also todmüde und leicht aufgeregt / nervös alles zusammen, bestellen uns ein lokales Uber und lassen uns zum Flughafen transportieren.

Am Flughafen angekommen, ist viel los aber weniger als ich befürchtet habe. Pünktlich geht der Check-In Schalter auf und wir stehen fast nur mit Japanern für unseren Flieger an.

Der erste Flug geht relativ flott um, im Landeanflug denke ich, mir platzt der Kopf aber nun, er ist noch dran. Vorfreude auf Flug 2 ist kaum zu halten. In Helsinki vergeht die Zeit auch flott und es geht ab in den zweiten Flieger. Was soll ich sagen? Es wird nicht besser. Egal wie oft oder nicht oft man Langstrecke fliegt.. es ist immer gleich ätzend. Leider ist der Flieger auch voll, es bleibt also kein Platz oder so leer und wir ringen um jede Minute schlaf die man kriegen kann. Und meine Nase läuft auf einmal ohne Ende.. kurz und knapp: Es ist einfach ekelhaft!


aber schöne Aussicht.. zumindest für die ersten 90 Minuten dann musste alles zugemacht werden.

Irgendwann sind auch diese ekelhaften Stunden um und wir schleppen uns durch den Zoll, Einwanderungsbehörde. Obwohl man das seit neuestem auch vorab Online vorausfüllen kann (Wow, Japan, ich bin echt stolz auf euch!), dauert alles seine Zeit. Als wir am Kofferband ankommen, fahren unsere auch schon Kreise und ich kann endlich auf die Toilette hüpfen und versuche zu retten, was zu retten ist, Ergebnis so lala.

Da der Tag eh schön ätzend und lang und verschwendet ist, haben wir ausgemacht das wir uns direkt um alle anderen Angelegenheiten kümmern: Also den JR Pass holen, die Sitzplatzreservierungen und mein Freund benötigt auch eine IC Card für die Bahn (weil einfach praktischer!).

Am JR Büro am Flughafen Narita werden wir von einer sehr freundlichen Dame bedient die uns den JR Pass in windeseile ausstellt und sogar unsere Online-Reservierungen schon sieht und einfach direkt alles ausdruckt. Ich könnte hüpfen vor Freude. Das spart so viel Zeit. Auch generell, das der JR Pass nun ebenfalls ONLINE reserviert werden kann. Japan ist wirklich in der Moderne angekommen!

Leider gibt es die IC Card für Touristen nur als einmalige 28-Tage-Option. Mein Freund kann seine nun erhaltene Karte also nur für diese Reise nutzen. Schade.

Nun geht es samt Gepäck, Jetlag, Krankheit, Schlafmangel und so in den Zug bis zur Unterkunft. Der Flughafenname "Tokio Narita" suggeriert irgendwie das man ja in Tokio landet, tatsächlich ist man aber eine Stunde entfernt (mindestens). Mit einem Express fahren wir Richtung Tokio und landen nach etwas hin und her in der Unterkunft.




Unsere erste Unterkunft ist ein Ryokan und wird von einem alten Herrn geführt. Englisch ist nicht wirklich drin, aber Engagement! Es ist sehr gepflegt hier und riecht so schön typisch nach Holz.

Erste Amtshandlung: DUSCHEN! Übrigens ein eher traditionell gehaltenes Badezimmer mit Platz zum abduschen/säubern und dann kann man in die Wanne steigen. Ich lieb es doch!

Todmüde und platt beschließen wir aber noch ein geplantes Ziel zu besuchen: Den Tokyo Sky Tree.

Umstiegsplatz in Richtung Sky Tree

Am Sky Tree angekommen zieht es uns sp*ckos erst einmal in das Pokemon Center:






Für meinen Freund ist es das erste Mal in Japan, dementsprechend erschlagen und begeistert und verwirrt und happy und 10000 andere Gedanken befinden sich in seinem Kopf.


Übrigens habe ich heute auch Geburtstag (ganz nebenbei) und lasse das dem Pokemon Center -Mitarbeiter natürlich wissen. Dieser übertrieben engagierte Mensch fängt fast an zu singen und erzählt mir etwas davon wie sich alle im Team und besonders das Pokemon "Solgaleo" freuen (es ist wohl das Pokemon des Monats dort.. aber dont judge me, mein japanisch ist schlechter denn je und ich bin einfach übermüdet). Auf jeden Fall klatsche ich mit dem Plüsch Solgaleo ab und erhalte meine GEschenke!


Nun geht es aber auf zum Sky Tree! Wir wollen Tokio von oben sehen! Wir stolpern dabei über etwas zu deutsches...




Oktoberfest! .. Im Oktober.. nun, wer kann es Ihnen verübeln? Es läuft leider ganz schreckliche Ballermann(?) Musik dabei LMAO 

Auf in den Sky Tree!

Auf!
IN!
DEN
SKY TREE !!!!!!






...


es geht nicht


"all tickets are sold out for today"


WTF? Man hätte reservieren müssen?! 
Wir sind zu müde um uns zu lange darüber zu stören. Aber es wäre so schön gewesen


Daher gibt es nur billige Fotos vom Boden etwa 10m höhe oder so und nicht ein paar 100

dokidoki




<3 <3 <3

Wir sind am ende.

Wir schaffen es irgendwie nach Hause.

Die Nächte waren schwierig. Die nächste wird es auch werden. Meine Ohren knistern und knacken. Ich will Japan einmal einfach gesund erreichen.

Ich bin aber beeindruckt wie gut sich mein Freund schlägt, das erste Mal Japan ist echt erschlagend aber er nimmt es gut auf :D

Ahja, und Mückenstich hab ich auch schon abbekommen. Happy Birthday X'D

Ich glaube, wir haben aber auch einfach dieses.. wie nennt sich das.. dieses Jetlag heftigst abbekommen.. und wir sind einfach nicht fit vor Abreise gewesen.


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Nächte mit mehr als 5 Stunden schlaf: 0


Danke fürs lesen. Wir hängen hinterher mit den Einträgen. Es war ein sehr schwieriger Start mit wirklich (ich mein es leider ernst) kaum schlaf.




Sonntag, 29. Oktober 2023

Tag 22 - Der Eintrag zum letzten Tag kommt mit Grund so spät erst..

 Hallo Zusammen,

der Blogeintrag zum letzten Tag in Japan kommt spät, fast einen Monat später - ABER: Ich habe Gründe! SEHR GUTE GRÜNDE! Lest selbst:

Nun, aber erst einmal zum Tagesbericht:

Netterweise durfte ich meine Koffer in Toni's Zimmer zwischenparken, er hatte sich sein Zimmer eine Nacht länger gebucht um gemütlich chillen zu können vor der Rückreise. Unser Flug geht am heutigen Tag gegen 22h, ich bekloppte will aber noch den letzten Tag extrem ausnutzen und daher zieht es mich etwas vom Stadtzentrum weg:

Wie im letzten Eintrag angekündigt, musste ich ja noch ein "To Do" auf meiner Liste erledigen: Ein (neues) Riesenrad besuchen! Die Wahl fiel diesmal auf das Riesenrad am Kasai Rinkai Park, am Tokyo Bay. Die Fahrt dahin dauerte auch knappe 50 Minuten :D

da isset!

hallo!

Weit und breit ist auch kaum ein Mensch und ich bin fast die einzige auf dem Riesenrad. Das macht meiner Freude aber keinen Abbruch (GANZ IM GEGENTEIL, harharhar) und ich genieße die Aussicht.
Und mein Körper genießt, das er gewungen ist, fast 20 Minuten mal ruhig zu sitzen und nicht zu laufen. Mein Körper hasst meinen Geist - immer, nach jeder Japanreise.


Wetter sieht so mild aus aber war trotzdem recht schwül, haha



Nach der Rundfahrt und der Erkundung des Gartens (es ist wohl auch ein Aquarium hier, aber Aquarien hassen wir ja weil es Tierquälerei ist!) beschließe ich, ein noch unbekanntes (neues) Pokemon Center aufzusuchen. Mein Weg führt mich dabei vorbei an Disney Land. War im Zug auch unschwer zu erkennen an den vielen Kindern und Leuten mit Disney Klamotten/Taschen usw.

Hallo und Tschüss!

Nachdem ich dann ausversehen in Süd Funabashi ausgestiegen bin, anstatt in West-Funabashi (kommt davon wenn man einpennt während der Fahrt und dann nur hektisch Funabashi hört und rausspringt), komme ich mit ein wenig Verspätung langsam da an wo ich hin will. Das Pokemon Center befindet sich im "La La Port", dies ist ein riesiges Einkaufszentrum. Eines dieser Art gibt es auch in Fukuoka - dort gab es sogar einen riesigem Gundam davor ( Japan 2022 - Tag 25 - Fukuoka ).

als ich aussteige ist das "La La Port" noch mehr als 1 km entfernt. WHAT?! Japan?! Wie kann das sein? Die Shopping Mall ist nicht direkt am Bahnhof? Ich soll jetzt 1km laufen? Ich zweifelte schon kurz an Japan als ich dann aber merkte, dass der Weg zur Shopping Mall angenehmer und schneller geht als ich dachte:


Der ganze Weg war quasi mit Laufbändern gepflastert. OK Japan, nochmal Glück gehabt :D

In Windeseile erreicht man somit LaLaport. Es ist sogar ein Kino direkt daneben:


der neue Ghibli-Film!

Für Kino habe ich heute aber (wirklich) keine Zeit und ich schlendere durch die riesige Shopping Mall. Es gibt hier gefühlt alles: Etliche Cafes/Restaurants, Bekleiedungsläden, Möbelläden, Kinderspielzeugläden, Parfümerien und und und.


Nach einiger Zeit erreiche ich auch mein Hauptziel: Das Pokemon Center! 

juhuu~ schon wieder kann ich eines auf der Liste abhaken!



sogar ein Raum für das Trading Card Game!

Da ich unter der Woche unterwegs bin, ist es nicht voll hier und ich kann in Ruhe alles ansehen. Wie ich vermutet hatte, gab es auch hier noch "besonderen" Merch der in anderen (beliebteren/belebteren) Stores schon asuverkauft war. Wer also nach Sachen sucht, die sehr gefragt sind und oft ausverkauft, hat hier vielleicht Glück und findet sie noch. Ich empfehle!

Danach zieht es mich noch in diverse andere Shops und ich kaufe noch Souvenire. Mein zweiter Koffer hat noch Platz (leider noch viel, daher werden die Shoppingbags immer schwerer).

Brautmodenladen

Irgendwann werden die Tüten zu schwer und ich beginne mich auf den Rückweg zu machen. Es ist auch mittlerweile 15h und irgendwann muss ich ja doch den Flug kriegen. Der Flughafen befindet sich auch noch einmal gut eine Stunde außerhalb von Tokio. Auf dem Weg nach draußen stoße ich noch auf dieses süße, riesige Pikachu:

Auf Wiedersehen T_T

Nach gut einer Stunde komme ich langsam wieder in die Nähe des Hotels, gönne mir nochmal Kombini Snacks und genieße noch einmal kurz die Ruhe:

Random zwischenweg zu verschiedenen Bürogebäuden, sehr hübsch, in Hanzomon.

Im Hotel angekommen, chillen Toni und ich nochmal bzw. packen die Koffer noch einmal final und machen uns auf den Weg in die Lobby. Wir spielen heute einmal "reich" und gönnen uns ein Taxi zum Flughafen. Zu zweit sind die Kosten echt ok und angesichts der Tatsache das wir noch mehr als 24 Stunden unterwegs sind, wollen wir unsere Kräfte schonen.

In der Hotellobby versteht man unseren Wunsch (und ich werde wieder für mein SUPERGUTES japanisch gelobt - vollkommen ungerechtfertigt aber ich fühl mich trotzdem geschmeichelt) und innerhalb von 10 Minuten ist das Taxi da.

Die Fahrt dauert etwas länger, wegen Feierabendverkehr. Aber wir haben genug Puffer eingeplant, haha.

Ich kann einfach nicht anders. Dank geht raus an Toni, der ein Foto machen musste während wir von unserem Gepäck eigentlich erschlagen werden



Während Toni smoken geht, eskalier ich noch einmal kurz an einem Flughafen-Donki und fülle mein Handgepäck und noch ein wenig meinen großen Koffer. Jeder Zentimeter muss ideal (aus)genutzt werden!!

Wir checken erfolgreich ein und kriegen noch Plätze zusammen. Das Koffer wiegen dauert irgendwie etwas länger bei Japanese Airlines, dabei liegen wir mit allen Koffern noch gut unter der Grenze. Es wird trotzdem dreimal geguckt wie schwer alles ist.. interessant..

Nach dem wir die großen Koffer los sind gammeln wir am Gate. Beim herumlaufen entdecke ich noch diesen Supersüßen Automaten.. ich hatte mein Portmonnaie schon gezückt.. aber.. habe dann doch nichts gekauft.. aber Pikachu hat mich fast überredet:





wir freuen uns so sehr auf die Rückreise ... nicht!

Jaa... dann ging es irgendwann los.. Wir hatten Glück und einen Platz neben uns frei weswegen wir tatsächlich auch beide mal etwas Schlaf tanken konnten. Der Flug nach Helsinki verlief relativ Ereignislos. Ich ernte nur neidische Blicke von Toni weil mein Special-Menü "Vegan" immer als erstes serviert wird und ich quasi mit Essen fertig bin bevor Toni seins hatte :D .

In Helsinki wurde es dann tatsächlich sehr aufregend und sehr eng. Bei der Sicherheitskontrolle wird quasi alles von mir als Gefahr eingestuft und muss nochmal gecheckt werden. Ich bin leider nicht die einzige der das passiert. Und so vergeht Zeit. Zu viel Zeit. Nur damit man mir am Ende sagt "It's OK" - " JA ICH WEISS?!! Was soll da auch neues oder "gefährliches" drin sein!?" 
 Ich habe nur noch 20 Minuten bis zum Boarding und bin laut Helsinki Flughafen Guide aber 30 Minuten entfernt. TOLL! Mit zwei verwirrten Japanern, die noch 3 Gates weiter als ich müssen,  renne ich, durch die Zollkontrolle durch alles. Ich hab Seitenstiche vom Laufen und komme dann rechtzeitig beim Boarding. Das wäre das schlimmste was mir nun hätte passieren können. Den Anschlussflieger zu verpassen. Toni kommt btw sogar erst ne Minute nach mir an, übelst gechillt ausm Raucherraum. Er hatte das ganze im Blick von da aus, hahahah.

Im Flieger von Helsinki nach Düsseldorf merken Toni und ich, das wir doch nicht zusammensitzen sondern jeweils eine Zweierreihe für uns haben. Ich nutze das aber und verschlafe tatsächlich fast mehr als die Hälfte des Fluges erfolgreich. Es ist übrigens SO kalt im Flieger hier. Ich habe nur einen langen Rock und noch einen Cardigan.. ich fühle schon wie ich mich erkälte (SPOILER: Hab mich nicht erkältet - ein Hoch auf mein Immunsystem!).

Dann landen wir schon. Wir sind müde, aber happy. Japan ist immer toll, aber nach Hause kommen ist auch geil. Toni schwärmt schon von Döner und ich will eine Pizza.
Unsere Koffer kommen flott und wir verabschieden uns.

Am Flughafen begrüßen mich auch schon mein Freund und sein Vater. Nach Hause kommen ist doch einfach das Beste <3

Es gibt Blumen, eine warme Decke und ein Schokostreuselbrötchen (Original Aachen, einfach!).


Es war eine supertolle, wenn auch eine viel anstrengendere Reise als erwartet. Ich bin so dankbar für die ganzen Erlebnisse, Eindrücke und die Zeit. Und vor allem bin ich dankbar für die Menschen dort: Nati, Sachi, Hiroko, Misako...!

Ich habe viel gesehen und gelernt.


Ähm...

Und warum kam der Eintrag jetzt so spät?!??!

Ich habe einen finalen Entschluss gefasst:

Ich habe eigentlich schon während der letzten Reise ( Japan 2022 - fast 2 Monate ) für mich gemerkt, dass ich es machen will und habe versucht, Vorkehrungen zu treffen. Im Januar 2023 hatte ich das Ganze auch schon im engsten Freundeskreis angekündigt. Jetzt, während dieser Reise, habe ich gemerkt, dass ich es wirklich jetzt machen muss. Eigentlich war der Ursprungsplan mit meinem Freund gemeinsam im Oktober 2023 nach Japan zu fliegen, das hat aber leider aus arbeitstechnischen Gründen bei ihm nicht geklappt (und so kam es, das ich im September "alleine" geflogen bin).

Ich habe das große Glück, einen wundertollen Menschen getroffen zu haben. Ich hätte nie gedacht, so zufrieden und glücklich sein zu können. Wenn man so einen raren Schatz findet, dann möchte man diesen behalten, oder? In Japan habe ich beschlossen, meinem Freund einen Antrag zu machen. Zeitnah!

Ich habe also angefangen, in allen Pokestores weiterhin, das Hochzeitsmerch zu sammeln, denn wir sind beide große Pokemon Fans :D :


Die Plüschies habe ich seit Kanazawa mit mir rumgeschleppt, das war das erste Mal das ich die überhaupt mal in einem Store gesehen habe.. leider war die Hälfte des Koffers dann schon belegt. Aber das war es allemal wert! 


Ich habe alles irgendwie dann noch knapp zwei Wochen zu Hause versteckt bekommen. 

Ich habe auch dann erst die Verlobungsringe ausgesucht und seine Eltern eingeweiht. Generell waren nur wenige Leute (inkl. Japaner) in das Vorhaben eingeweiht (ich danke jeden einzelnen für eure gute Zusprache, wirklich!!!).

Der Juwelier meinte eigentlich, die Ringe kommen nicht rechtzeitig an, daher hatte ich vorübergehend andere Modelle mitbekommen. Doch ich hatte irgendwie mal wieder Glück, und einen Tag vor dem geplanten Kurzurlaub, Mitte Oktober, kam der Anruf. Unter einem Vorwand vertuschte ich den Anruf des Juweliers ("war der Zahnarzt, muss den Termin verschieben") und begebe mich zum Juwelier ("ich muss noch in den dm!" <-- wer soll da schon stutzig werden, Frauen müssen/können immer zum dm/Drogeriemarkt :D ).

 In einem Pokeball Case (mit Ringschlitz innendrin) kamen die Ringe also die nächsten zwei Tage überall hin mit ..und während einer Wanderung, bei fast Kilometer 10, habe ich mich endlich getraut und er hat tatsächlich "ja" gesagt !!



Ich bin so glücklich!

Und er hat echt nichts geahnt gehabt :)



DOKI DOKI!


Lieben Dank für das Lesen des Blogs & bis zur nächsten Japanreise !!!