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Mittwoch, 27. September 2023

Tag 19 - Man könnte auch aktive Geldverbrennung sagen

 Guten Morgen,

diesmal bin ich etwas flotter dran. Die Nacht war gut auch wenn ich nach 6 Stunden schon wach bin, hungrig und durstig. Aber voller Tatendrang. Hier ist es nun auch schön, mehr dazu aber später.

Um 11h war ich mit Toni verabredet. Treffpunkt war diesmaaaaal... AKIHABARA! Toni will aktiv Geld verbrennen an den Ufo Catchern und ich vielleicht auch ein bisschen.

Treffpunkt: Electric Town Gate, South Exit

Ich bin natürlich wieder zu früh da. Meine Nacht war nicht gut und ich bin froh das ich später die Unterkunft wechseln werde. Gepackt ist schon fast alles und da ich bei meiner jetzigen Unterkunft eh keinen Euro wiederbekomme, kann ich das auch noch schon heute blockieren (oder die nächsten Tage auch wenn ich das wollen würde).

Während ich auf 11h und Toni warte werde ich von mutigen Japanern (sogar auf englisch) angesprochen. Einer fotografiert Touristen für sein Kunstprojekt der Akademie (er zeigt mir weitere Bilder, die er dann hinterher mit Acryl nachzeichnet, echt beeindruckend) dazu lasse ich mich dann auch ein. Ich sehe tatsächlich später, wie er auch ein weiteres nicht-japanisches Pärchen anspricht und es erklärt.
Ein weitere will mit mir essen gehen. Er würde auch bezahlen. Ja, nee, leider keine Zeit.
Um Punkt 11h gehts dann los in Richtung Spielhallen.

irgendeine Idol Group. Gefühlt gibt es jedes Jahr 100 neue


In Akihabara gibt es natürlich einige viele Spielhallen. Früher waren diese mit einem großen SEGA-Logo versehen, mittlerweile sind es "GIGO"-Spielhallen. Am Inhalt hat sich aber nichts geändert. Es gibt weiterhin Ufo Catcher (Kranspiele), Gatcha, Videogames (Musikspiele, Racinggames, RPGs etc.) und Co.

Ein "Detektiv Conan"-Halloween Case erregt Toni's besondere Aufmerksamkeit:


(fast) perfekt

Und wer sagt es: Toni kriegt das Plüsch, der Kran nimmt es und es geht in Richtung Ausgang und dann.. lässt der Kran los und das Plüsch hängt quasi auf den Ausgang. Uuuuh, fast! Jetzt ist es aber einfach! Also nochmal 100 Yen in die Maschine drücken!

Leute, ich würd gern sagen, er hat es bekommen aber die Wahrheit ist: Toni hat episch versagt. Wir könnten beide nicht mehr vor lachen. Schade das ich das nicht aufgenommen habe. Das ist wie wenn man als Läufer vor der Ziellinie k*tzt XD

Im Ego gestärkt wagen wir uns an Taiko Drums und an ein Pokemon-Spiel das aufgrund Sprachbarriere nicht verstanden wurde. Manchmal musste man ganz schnell auf die Knöpfe hauen. Das konnte Toni auch etwas besser als ich. Süß waren die Pokis aber allemal!

bisschen wie im echten Leben, bei vollkommener Ahnungslosigkeit komplett bluffen

Die Toilette der Frauen war hier sehr sauber, Toni konnte das über die Männertoilette hier nicht behaupten :D

Langsam werden wir hungrig (ALARM, ich werde langsam katzig) also holen wir uns etwas und snacken bei Sonnenschein eine Kleinigkeit. An einem Wochentag lässt es sich tagsüber gut hier aushalten, es ist nicht zu voll.

Generell kann einen aber die Auswahl an Geschäften in Akihabara oder in Tokio erschlagen. Man kriegt nicht alles an einem Tag geschafft. Man ist auch einfach nach ein paar Stunden "Reizüberflutet" wenn man sich alles genauer ansieht. Wenn man wirklich alles/viel sehen will, so intensiv, kann man locker 3-4 Tage allein in Akihabara verbringen, denke ich. Viele Shops haben auch mehrere Etagen und in jeder Ecke sieht man was.


Da wir nicht alles sehen können (und wollen) fällt die Wahl auf den Animate und man wird fündig.




kleiner Schrein inmitten von Hochhäusern und Nerdläden. :D

Nach dem erfolgreichen Shopping wird es Zeit für den Umzug. Check-In in der neuen Unterkunft, ein altbekanntes Hotel,  schon ab 14 Uhr möglich.
Warum Umzug?
Nun, meine Unterkunft in Takadanobaba ist nicht das schlechteste was ich je hatte (Paris mit Vera damals war einfach wild) aber ich fühle mich nicht wohl und kriege wenig Schlaf. Es ist recht laut doch. Und ich brauche Schlaf. Da bin ich empfindlich. Es ist auch einfach nicht das, für das es beworben wurde. Es klang nach einer kleinen (Urlaubs-/Ferien-)unterkunft, ist aber eher ein umgebautes Studentenwohnheim. Und für den Preis ist das eigentlich zu viel. Das ärgert mich. Das Badezimmer riecht etwas modrig (es geht schlimmer aber trotzdem), alles ist ein wenig in die Jahre gekommen aber am schlimmsten ist der Teppich, der Staubfänger. Da hilft auch kein Staubsaugen mehr. Wegnehmen kann man den aber auch nicht, der Boden dadrunter sieht noch unschöner aus.
Wie auch immer, es ist einfach nicht erholsam. Und ich will auch etwas Erholung jetzt. Daher nehme ich das Hotel, das ich selbst gerne anderen empfehle, wir hatten es während einer Reise in 2013 z. B.: Japan 2013 - Tag 12 .

Als ob das nicht schon genug gewesen wäre (und der Polizeieinsatz im Nachbargebäude, stundenlang gestern abend) werde ich just 30m vor der Unterkunft von einem schmierigen Typen ange.. ja keine Ahnung was das war? Angestammelt? Gesabbelt? Der mir auch etwas zu nah kommt und dann in seinen Wagen steigt und wegfährt. Die Faust war schon geballt. Ich bin perplex. Einfach besser wohl hier zu verschwinden.
Pünktlich vor der RushHour gelingt der Umzug ereignislos und ich lande endlich im Hotel. Es war nicht ganz günstig aber ich die richtige Entscheidung.

Es ist ein Zimmer im klassischen japanischen Stil mit Blick auf den Kaiserpalast-Garten:


Spoiler: Ich hab so gut geschlafen!


Aussicht vom Futon aus. Ich habe die Vorhänge etwas aufgelassen, ich liebe es ein bisschen Licht/Aussicht beim Schlafen zu haben.

Alles riecht auch schön nach Holz und Tatami. Es gibt einen Schmink/Beauty-Tisch. Es ist ruhig. Sauber. Ich ärgere mich über mich selbst. Ich hätte das einfach direkt so machen müssen. Aber für mich selbst (alleine) hadere ich da immer. Ich muss manchmal etwas großzügiger zu mir sein. Wenn ich nicht alleine gereist wäre, hätte ich von vornerein mehr "Luxus"/"Erholung" gebucht aber so... ich muss an mir arbeiten :)


Abends geht es nochmal Souvenir-/geschenkeshoppingmäßig zurück nach Akihabara mit Toni. Bis wir vollkommen reizüberflutet um 19h für heute abbrechen. Leute die Tokio kennen, werden es fühlen :D

Nun, es startet jetzt ein neuer Tag mit völlig neuen Möglichkeiten. Versuchen wir das BESTE daraus zu machen. Jeden Tag :-)


Danke fürs lesen!


Schlüsselsatz:

せんりのみちもいっぽから

Senri no michi mo ippo kara

Eine Reise von 1000 Meilen beginnt unter deinem Fuß (Japanisches Sprichwort)

Samstag, 23. September 2023

Tag 15 - Ich habe kein Gesicht

 Hallo Zusammen!

an Tag 15 stand schon der letzte Orts-Wechsel an: Zurück nach Tokio!

Der Shinkansen geht erst um ~12.45h daher können wir in Ruhe nach Shin-Osaka fahren. Nati begleitet mich netterweise noch. Wir gönnen uns Snacks und auf die Minute pünktlich kommt der Shinkansen.

Die Tage in Osaka mit Nati sind einfach viel zu schnell vergangen.. :( ..es wird wohl wieder einige Monate dauern bis man sich wiedersieht. Die Flüge sind einfach sehr teuer. In beide Richtungen.

In Shin-Osaka ist der Zustieg für Shinkansen wirklich detailliert ausgeschildert. Sogar wo  welcher Sitzplatz hält und wo man sich am besten anstellt dafür.

In der Schlange für den Shinkansen höre ich auf einmal deutsche. Die perfekten "Opfer" für meinen Koffer sind gefunden :D . Die drei jungen Männer sind alle hilfsbereit und überschlagen sich fast damit wer nun hilft.
Sicherlich, ist hier auch die gemeinsame Sprache ein Grund, aber eine Sache mit der ich auch über Nati gesprochen habe ist die "Hilfsbereitschaft" von Japanern. Spricht man Japaner direkt an, sind sie meistens super hilfsbereit z.B. wenn es darum geht einen Weg/Ort zu finden (wirklich, die führen einen oft dann auch bis zum Ende dort hin). Japaner kommen aber seltener auf einen selbst / von allein zu. Da sind Nicht-Japaner aufmerksamer. Es gibt auch einige Videos auf Youtube z. B. die Nati's Aussage und auch meinen Eindruck decken. Dort werden Japaner gefragt was sie an Ausländern gut finden und Japaner meinen das viele "Ausländer" aufmerksamer sind, die Türe auf halten, Hilfe anbieten, sie sind "more aware" für Dinge. Japaner haben dagegen eher einen "Tunnelblick". Ausländer sind da mehr "Gentle(wo)man" auch gegenüber älteren Leuten, es wird z. B. aufgestanden und der Sitzplatz an ältere Leute gegeben. Der typische japanische "Salary Man" mit seinem vemeintlich hohen Status tut das auffällig selten (es gibt natürlich Ausnahmen in alle Richtungen!).

Ab Kyoto sind eine typische Kyoto-Obaasan (Omi) neben mir, schick gekleidet und mit kerzengeraden Sitz. Je näher ich Tokio komme, desto regnerischer und dunkler wird es - DISLIKE.

Kur vor Shinagawa Station suche ich wieder die junge deutsche Gruppe auf und der angeblich "gar nicht so schwere" Koffer wird mir runtergehoben. Doch, der ist schon schwer. Finde ich. Als Dank kriegt der Jung noch ein Anko-Mochi in die Hand gedrückt das ich hinter dem Shinkansen-Gate gekauft hatte. Was mir heute wieder aufgefallen ist: Viele andere Reisende schauen mich an. Also die, die nicht alleine reisen. Ob sie sich fragen ob ich wirklich alleine bin? Mitleid haben? Ich weiß es nicht. Es fällt auf. Japaner gucken einen natürlich eher nicht an. Außer der Ojiisan kurz vor meinem Anschlusszug. In Shinagawa (kurz vor Tokio) steige ich aus den Shinkansen. Das ist schneller als bis Tokyo (Haupt-)bahnhof zu fahren da ich an die Westseite von Tokio muss. Hier wechsel ich in die lokale JR Yamanote Linie. Wahnsinn ist hier auch einfach, das 6 Minuten Umsteigezeit in Japan reichen um einmal quer durch den Bahnhof zu laufen und den lokalen Zug zu kriegen. Hier läuft alles einfach auf die Sekunde genau. Ist einfach der Hammer. Aber der Ojiisan (Opi): Der mustert mich, grinst mich an, macht Platz für mich und meinem Koffer in der Local-Line (die zum Glück noch nicht ganz überfüllt ist aber das wäre 15 Minuten später schon der fall). Er fragt woher ich komme, ob ich alleine Reise und feiert es anscheinend ab. Ich feier ihn auch irgendwie. Als ich aussteige nickt man sich bedächtig zu. Bye bye süßer Opi!

So, ich bin nun in Takadanobaba. Die Station kenne ich. Aber eher vom vorbeifahren. Sie liegt zwischen Shinjuku und Ikebukuro. Sehr gute Lage also für J-Fashion-Kawaii-Character-Lover aber günstiger und ruhiger. Hier an der Station gibt es auch etwas das ich euch noch zeigen möchte:

Stempel-Rallye!

Wenn ich es richtig im Kopf habe, gibt es (fast) überall Stempel für die Stationen in Japan. Es gibt viele die diese sammeln, es ist eine süße Erinnerung die zeigt wo man überall war. Ich habe das leider nicht von Anfang an gemacht und bin oft blind an sowas vorbeigelaufen. Aber heute musste ich den einfach mal mitnehmen. Es ist kostenlos!

Nun geht es aber in die Unterkunft. Diese befindet sich 10 Minuten (ohne Gepäck im Schlepptau) vom Bahnhof, 1-2 Blocks weg von der Hauptstraße. Die Wegbeschreibung ist sehr genau und ich komme gut an. Gerade regnet es auch nicht, das wäre echt lästig gewesen (s. Tokio, 2023 - 1. Tag Tokio ).

An der Unterkunft angekommen, sind auch andere Leute in der Lobby und checken ein. Es ist kein Hotel sondern ich denke, eher ein umgebautes Studentenwohnheim. Es gibt einen Self-Check-In mithilfe von Tablets. Ich habe mich vorher schon registriert und eigentlich muss nur ein Foto gemacht werden zum Abgleich.. ja
... ein Foto.. wie schwer kann es sein.. aber..
..das Tablet sagt ich habe keine Gesicht..
..nun, das Mädel vor mir hat auch Probleme.. wir beleuchten uns gegenseitig aber ohne Erfolg. Irgendwann wird das andere Tablet frei. Hier klappt es! Aber nicht bei mir.
Mittlerweile schare ich 3-4 Leute um mich herum und wir versuchen alle mein Gesicht zu einem Gesicht zu machen. Ohne Erfolg. Ich glaube, das ging 15-20 Minuten so. Der Check-In ist eigentlich, wenn alles klappt innerhalb von einer Minuten fertig. Man kriegt eine PIN gibt die an der Schlüsselmaschine daneben ein und kriegt seine Zimmerkarte.
Tja, ich muss den Vermieter anschreiben. Der Service antwortet auch innerhalb von 5 Minuten und kann per Fernsteuerung die Maschine lösen. Das Foto wird nun evtl. nicht gebraucht. Ich bin einfach froh in mein Zimmer zu kommen.


Das Zimmer ist größer als erwartet (In Tokio habe ich immer sehr niedrige Erwartungen, Fotos können trügen) und ist ganz in Ordnung. Der Teppich vor dem Bett finde ich nicht ganz so geil, das ist so einer von der Sorte der alles an Staub fängt. :-/ Naja, für eine Woche ists hier ganz gut, denke ich!

Kurz frisch gemacht und ab geht es die Gegend erkunden und zum Supermarkt. Es gibt gleich zwei (!!!!) in meiner Nähe. Jackpot! Konbini gibt es auch und überall aber die SUPERMÄRKTE, die sind toll! Weil... mehr Auswahl und günstiger! Das einfach mal als kleine Erläuterung.

Inzwischen regnet es auch (wieder):

Irgendwie ein bisschen romantisch auch?

Ich entdecke einen auf europäisch/französisch machenende Bäckerei und Spolier: Die ausgewählte Waare war sehr lecker. Sogar echt fast authentisch. Japanische Backware ist oft seeehr soft und fluffig, diese beiden hatten etwas mehr Biss. Es ist einmal eine Art "Schoko-Wuppi" und Süßbröchten mit etwas Sahne und Anko innendrin. Das ist wohl das Spezial "Takadanobaba"-Gebäck. So haben sie es jedenfalls benannt.




Nach getätigt Einkäufen geht es um kurz nach 19h zurück zur Unterkunft, ich habe Hunger und der Regen wird stärker.

Blick aus der Seitenstraße auf die Hauptstraße in Takadanobaba

Ich genieße mein Abendessen (Reis, eingelegter Kürbis (und Matcha als Nachtisch (das erste Mal übrigens diese Reise, ok? Dont judge me!)) und stolpere über die neuen Pokemon Folgen. Ich versteh kaum was, sieht aber süss aus:

Die Packung verrät mich :(

Ich telefoniere in die Heimat und lasse den Abend ausklingen. Leider habe ich zwei neue Mückenstiche: An der Wade und am Ellbogen. Der über dem Po (oder die zwei) sind gut verheilt , der an der Wade ist knallrot und am Ellbogen nässt und ist geschwollen. Also muss ich an Tag 16 mal in eine Drogerie/Apotheke und was holen. Ich war echt nicht an den Stichen dran, aber ja, ich bin leicht allergisch auf die Viecher hier.


Viele Grüße in die Heimat!


Schlüsselwort

どこで新幹線をおりますか

doko de shinkansen wo orimasu ka

Wo steigen Sie aus den Shinkansen aus?

(Habe ich die Kyoto-Dame gefragt, dann konnte sie sich darauf einstellen das ich schon in Shinagawa raus muss, ich hatte nämlich den Fesnterplatz, hahahah)

Samstag, 9. September 2023

Tag 1 - Es ist und bleibt anstrengend

 Hallo Zusammen,

es war schon wieder so weit: Nach nur gut 9 Monaten musste ich meiner zweiten großen Liebe wieder nachgehen: Japan! Irgendwie muss ich ja die Zeiten, die man durch COVID-19 verpasst hast, wieder reinkriegen. Sorry, wird vielleicht lang der Eintrag.

Wie immer gilt: Rechtschreib-, Grammatik-, Logik- und Tippfehler dienen der Allgemeinen Belustigung. Ist schon besser, das ich beruflich doch eher mit Zahlen arbeiten muss... denke ich(?).

Die letzten Tage vor der Reise waren emotional ein wenig schwieriger, ursprünglich war alles etwas anders geplant, doch ich wollte trotzdem dieses Jahr reisen und so kam es wie es nun kam. Obwohl ich diesmal auch ein wenig mehr Vorlaufzeit zum planen hatte (knapp 2 Monate, letztes Mal waren es dank der unerwarteten Grenzöffnung knapp 2 Wochen bis zur Abreise) habe ich aus diesem Vorteil nicht so viel gemacht und es ist am Ende doch knapp geworden (neue Kreditkarte just in Time angekommen, Rail Pass, Unterkünfte). Ich muss aber auch zugeben: Man wird entspannter bei der Planung. IRGENDWAS findet man immer, auch spontan. Denke ich.

Damit ich die Flüge auch rechtzeitig kriege (danke, Deutsche Bahn!) bin ich schon am Vorabend in Düsseldorf angereist. Der Abschied war emotional, es fiel mir echt enorm schwer. Ich war die letzten 1-2 Tage vor der Reise schon traurig, ich hab Zuhause und auf dem Weg zum Bahnhof und am Bahnhofsteig und im Zug geknatscht. Haha, selbstgemachtes Leid. Wirklich. Ich will kein Mitleid. Bin es ja selbst schuld. Ich kleiner Egofucker. Ab dem Moment, in dem ich in Aachen in den Zug gesetzt worden bin und der Zug losfuhr ging aber der "Survival-Reise-Modus" an und ich habe mein Schicksal instant akzeptiert und alles war ok. Ich habe auch gar keine Angst oder Sorgen. Letztes Jahr war ich viel beunruhigter, anfangs und auch immer mal während der Reise. Irgendwie wird schon alles klappen. Oder auch nicht, so wie immer. Denk ich mir. DIESMAL will ich es auch ruhiger angehen lassen, ich war körperlich nach den 7 Wochen letztes Jahr doch etwas "zerstört", das soll diesmal nicht so sein. Mal sehen, ob ich mich DIESMAL daran halten kann.

Aufgrund einer Messe waren die Übernachtungskosten in Hotels in der Nähe des Flughafens wieder jenseits von Gut und Böse, via AirBnb habe ich eine wirklich schöne und ruhige Unterkunft bei Michaela bekommen. Ich glaube, ich habe noch nie so gut vor einem Flug schlafen können. 

Das süße Zimmer bei Michaela. Es war so bequem.


Am nächsten Morgen hatte der Bus, der eigentlich nur 10 Minuten zum Flughafen braucht, 20 Minuten Verspätung und es wurde langsam sportlich (Deutschland, dein Nahverkehr..) An der Bushaltestelle habe ich eine nette Dame getroffen, die nochmal zum Flughafen zurückmusste, da ihre Eltern eine Handgepäcktasche vergessen hatten. 

Am Check-In Schalter wurde ich erstmal etwas schroff empfangen, warum ich mich in der Prio-Linie anstelle (mal abgesehen davon, dass an der normalen Economy-Line auch nur eine Person stand). Als ich dann auf meine Flüge zeigte bzw. meinen Status (jaja, ich bin "so viel" geflogen, bei Finnair, ich habe ne alte Silver-Card mit "alten" Konditionen) verstummte die Dame aber schnell. Tja, das passiert wenn man von der Optik wohl auf Dinge schließt. Dabei sehe ich ganz normal aus heute! Halt nicht Business aber schlicht und schick und bequem. Beim Security-Check-In begeistere ich einen der sonst sehr hektischen Mitarbeiter mit meinem "Wiedererkennungswert von 100%", wohl auch ein Japan-Fan und er hätte am liebsten stundenlang mit mir geredet. Immer wieder faszinierend, wie man aufgrund von Oberflächlichkeiten behandelt und eingeordnet wird.  Aber so sind Menschen halt, da kann ich mich selbst auch nicht ganz raus tun, wir müssen alles irgendwie zuordnen (und stecken gern in Schubladen).

sieht doch echt normal aus, oder?


Pünktlich geht der Flieger nach Helsinki und der Flug ist .. langweilig. Kommt mir unendlich vor. In Helsinki wird mein Pass erst nicht von den Maschinen akzeptiert also muss ich zur manuellen Datenaufnahme und kann endlich weiter. 

Passmaschinen die mich für illegal halten

Moomin, nur die Japaner lieben Moomin noch mehr als die Finnen

Leider zu teuer für ein Hauch von nichts an Essen

Aber dann Gönnung und 3€ hierfür ausgeben - #doppelmoral

Der Aufenthalt hier vergeht schnell, ich will einfach das der Flieger geht, ein Taifun (Nr. 13, Yun-Yeong) rollt ausgerechnet auf Tokio zu und meine Befürchtung war das es so stark ist, das der Flieger nicht geht. Aber er geht. Ein Platz neben mir bleibt sogar frei, an Schlaf war trotzdem kaum zu denken, habe vielleicht zwei Stunden zusammen bekommen. An Filmen habe ich nur "A Star is Born" (heftiger als gedacht hab aber n Teil nicht richtig mitbekommen weil der Flieger Turbulenzen hatte und es laut war und tbh der Song war am Besten, die LoveStory ist mit irgendwie zu schnell passiert) und "The Whale" gesehen. Letzterer war wie zu erwarten schon heftig (relativ am Anfang schon, wow, hart unangenehm!). Den will ich auf jeden Fall nochmal in Ruhe schauen demnächst. Wir landen, gefühlt nach Jahren, in Tokio, es regnet wie aus Eimern aber es ist kaum windig. Der Taifun hat das Festland noch nicht erreicht bzw. ist anscheinend so stark abgeschwächt. Zum Glück!

Ich bin müde. Ich bin platt. Aber keine Übelkeit mehr. 3-4 Stunden vor Ankunft war mir im Flieger mal übel, ich glaube das liegt einfach an der schlechten Luft irgendwann und ich musste mir nochmal einen Tee zur Beruhigung bestellen. Langstreckenflüge sind ekelhaft. Nachdem die Einreise dann erfolgt ist (ging sogar diesmal flotti, wow, Japan) und mein Koffer mal irgendwann kam, habe ich mich nochmal kurz frisch gemacht am Flughafen und als ich gerade auf dem Weg bin einen der Bahnsteige zu finden, werde ich von hinten angetippt: Asama! Bei Asama habe ich letztes Jahr in Tokio für ein paar Tage übernachtet Tokio 2022, Tag 2 ). Ich hätte es auch wieder gemacht, aber das Zimmer war nicht mehr verfügbar. Leute, wie wahrscheinlich ist es bitte das man sich in einer 8-Millionen-Stadt zufällig trifft?!??!!11!!??!  Das übertrifft ja sogar noch das Schicksalshafte Zufallstreffen das ich mit Lulu in Fukuoka (Fukuoka 2018, Tag 1 ) hatte. Wenn es zeitlich passt, treffen wir uns nochmal, ich wollte sowieso nochmal bei ihrer Bar vorbeischauen. Asama war übrigens wegen einer Freundin aus Jakarta am Flughafen um sie abzuholen.

Die Automaten sind eigentlich benutzerfreundlich aber nach ner langen Reise ists trotzdem anstrengend wenn man es nicht kennt.


Nun aber zur Station. Kurz die alte Bahnkarte nochmal mit Guthaben aufladen und ab geht es. Ich sehe einige, viele Touristen. Schon ganz anders als letztes Jahr. So wie es sein soll. Man sieht schnell, wer das erste Mal hier ist und wer Erfahrung hat. Man verzweifelt erstmal an den Automaten und so werde ich zum Fremdenführer, weil Japaner und Englisch ist ja schonmal abenteuerlich. Ich muss ziemlich doof ausgesehen haben, vor 10 Jahren, als ich auch das erste al hier war. Wahnsinn das es 10 Jahre schon sind. Aber zugegeben: Vor 10 Jahren waren einige Dinge VIIIIEL umständlicher als jetzt. Man hat hier mit Englisch nachgerüstet. Und obwohl mein Japanisch UNTER aller Schweinchen ist, hilft es doch ungemein, wenigstens etwas lesen zu können und sich etwas verständigen zu können. Da hat sich all die Mühe von Vergangenheits-Ich gelohnt, ich habe übrigens seit der letzten Reise nicht mehr gelernt, aber die Basics sind echt gut hängen geblieben, haha. Nun gut: Es regnet ohne Pause. Zum Glück ist alles überdacht. Und zum Glück habe ich mir am Flughafen nochmal Screenshots von der Bahnverbindung gehabt, ins öffentliche WLAN komme ich nicht rein und ich muss zur Unterkunft zweimal umsteigen. Letztlich klappt das alles auch nahtlos.

Tja, nun bin ich an der finalen Station. Ich erkenne alles wieder, in weiser Voraussicht habe ich vorher mal Google Street View angeworfen weil ich mir dachte: Müdes-Zukunfts-Ich ist bestimmt für jede Hilfe dankbar. Soweit so gut. Wäre ich auf der Hauptstrasse nur nicht 20 Meter zu früh in die falsche, so gut wie identisch ausschauende (ebenfalls mit einem Coca Cola Automat der als "Wegweiser" angeführt wurde) abgebogen. Es regnet. Ich habe keinen Schirm. Dachte, für die 5 Minuten zur Unterkunft brauch ich den nicht. Tja, da stehe ich nun. Auch noch ein paar Treppen. Hmm.. fuck, sieht falsch aus. Ich versuche ohne WLAN an die Bilder der Beschreibung zu kommen (die ich natürlich nicht als Screenshot hatte), ich finde das WLAN der Unterkunft auch nicht. Shit. Bin falsch. Sieht auch ein bisschen anders aus. Also wieder zurück und ich versuche es eine kleine Straße weiter und da ist die Unterkunft auch schon. Kurz nach 16h Ortszeit ist es nun. Das WLAN das sich automatisch verbindet verrät es!!

Chio öffnet mir die Tür. Sie ist die Gastgeberin des AirBnb. Für die ersten Tage in Tokio habe ich diesmal eine Unterkunft, die von einer Familie verwaltet wird. Ich habe im Erdgeschoss mein privates Zimmer und eine Toilette und eine Dusche die ich mir mit einem anderen Gast teile. Bisher habe ich aber diesen noch nicht gesehen. Die Unterkunft hier ist sauber und ruhig, die Dusche ist ein Traum gewesen nach der langen Anreise. Chio gibt mir eine Einweisung und führt mich herum und mein mobiler Wlan-Router liegt auch schon auf dem Tisch. Hatte etwas Angst, das ich die Adresse falsch angegeben hatte, aber hat ja geklappt. Haha.


Kurz frisch gemacht, ging es dann nur noch Richtung Sunshine City und Ikebukuro. Meine Unterkunft ist fußläufig nur ca. 15 Minuten weg. Ein Traum. Und ich brauche WIRKLICH Klamotten. Leute, ich habe es echt übertrieben. Ich habe mir nur zwei Wechselshirts eingepackt (also insgesamt drei Shirts aus Deutschland): Das erste hatte ich am Mittwoch nach Düsseldorf an, das war dann so vollgeschwitzt, das ich für den Flug etc. das zweite nehmen musste. Das wurde dann nach dem Duschen gewechselt. Ich habe also shcon auf mein letztes Shirt gewechselt. Haha. #lebenamlimitdiesmalwirklich

Mein Zimmer, links ist noch eine kleine Küche

süße Vögelchen Schar in der Nachbarschaft

Ikebukuro, wird schon fast dunkel um 17h

In meinem treuen ClosetChild werde ich fündig: Ein neues Kleid, ein neuer Cardigan (Naja, "neu" sind die ja nicht, ist ja Second-Hand alles) für knapp 12€. Ich liebs doch. Danach geht es zur Sunshine City, Pokemon Center ist natürlich ein MUSS:



PLINFA!!!!!!


Das Pokemon Sweets Cafe. Ich denke ich gönn mir da mal die Tage was .. oder spätestens am Ende der Reise mal


Dusselgurr gleich dreimal! Süßes Vieh!

Corgi Popo von Voldi

Mein Lieblingspokemon Typ: Fee! (Kommt unerwartet, I know XD not )


Gegen 19h mache ich mich zurück auf dem Weg in die Unterkunft, ich bin müde, überreizt. Noch kurz im FamilyMart rein, der hatte leider ne doofe Auswahl und ab nach Hause fuddern. Dann wird in die Heimat telefoniert. Und ich schlafe ein. Leider nur für zwei Stunden. Dann bin ich zwei Stunden wach. Dann schlafe ich wieder ca. 5 Stunden. Leider mit Unterbrechungen. Es ist ruhig. Aber die Wände sind dünn. Man hört jeden Schritt von oben. Alte Bauten in Japan halt. Naja.

sieht vielleicht gruselig aus, in Deutschland würd ich hier nicht unbedingt langgehen aber hier ist Japan

heute nur billig Konbini essen!

Gönnung #2 Süßbierkram

Einkäufe von heute. Das Gengar ist nicht für mich XD

Die Fußmatte meines Zimmers - es ist doch Schicksal !


Heute muss, ja ich muss, leider weiter Klamotten kaufen, es geht nach Shinjuku, Shibuya und Harajuku Wird bestimmt gar nicht voll, haha, an nem Samstag, haha.


Liebe Grüße in die Heimat!

日本は7回目です。

(nihon wa nanakaime desu)

Ich bin zum siebten Mal in Japan.