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Freitag, 21. Oktober 2022

Tag 1 - Unverhofft kommt oft. TADA IMA JAPAN !

 Hallo Zusammen,

Eins direkt Vorweg: Tipp- und sonstige Fehler (Rechtschreibung, Logikfehler) dienen der allgemeinen Lesebelustigung . Nach meinem Urlaub werde ich die Texte mal Korrekturlesen. Vielleicht. Ich kann halt besser mit Zahlen. 

Zweitens halbdirekt Vorweg: Wird lang.

Es ist lange her! Zu lange! Nach 3 Jahren berühre ich endlich wieder japanischen Boden und meine jahrelang(!) geplante, gut 7-wöchige Reise, findet statt. Ich habe hier vor 4-5 Jahren mit meiner Chefin gesprochen um mir einen kleinen Wunsch zu erfüllen, nämlich längere Zeit in Japan zu sein. Ich bin dankbar das ich die Möglichkeit habe, in Vollzeitanstellung, so einer langen Reise nachzugehen. 

Eigentlich sollte diese Reise im Frühjahr 2020 stattfinden, Ende April bis Mitte Juni, es war so gut wie alles geplant, tja, und dann der Spielverderber -COVID. Seit dem schiebe ich jedes halbe Jahr meine Flüge und vor gut einem Monat dann die plötzliche Nachricht: Japan könnte öffnen. Vor gut 2 1/2 Wochen dann: Ja, Japan öffnet. Ab dem 11.10. - Ups! Meine Flüge gehen am 19.10!! Ich muss nun 7 Wochen planen! Ich glaube, niemand hat mehr dran geglaubt das es passiert, aber es ist passiert xD. Dementsprechend leicht überfordert war/bin ich. Eigentlich bin ich jemand der sehr strukturiert plant aber diesmal war alles etwas durcheinander, so viele Möglichkeiten, so plötzlich!! Und dann auch sonst noch alles regeln: Arbeit, Vertretungen, Versicherungen, Papiere etc.

Also ab dafür und auf nach Düsseldorf. Bereits am Vorabend. Auf die deutsche Bahn ist ja kein Verlass. Der Abschied war hart. Dieser geschah mit mehr Tränen als ich erwartet hatte. Was ist denn nur los mit mir?

Blick vom Balkon aus auf dem Flughafen ganz in der Nähe


Die Nacht war so lala. Ich war doch sehr aufgeregt und aufgewühlt. 7 Wochen.. das ist so lange.. ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es ist so lange nicht Zuhause zu sein, nicht zur Arbeit zu gehen etc. Außerdem habe ich Schmerzen im Unterleib /unterer Rücken/Gesäß.. und nicht zu knapp. Mit etwa 4 Stunden schlaf geht es dann zum Flughafen. Alles dauert gefühlt ewig. 


Aber wenigstens Blaubeersaft

Legendär

Aufgrund der aktuellen Situation dauerte der Flug ab Helsinki (übrigens einer der besten Flughäfen die ich kenne, überall Steckdosen, USB-Ladestationen, bequeme Sitze, Liegen etc.) gut 3 1/2 Stunden länger. Danke für nichts. Genau wie der Flug ab Düsseldorf, wo ich einen Platz neben mir frei hatte, war auch der Flieger ab Helsinki nach Tokio nicht voll. Aber natürlich habe ich eine volle Dreierreihe erwischt. Da sich mein Zustand während des Flugs verschlechtert (mir wird übel, kriege nichts runter, schwindelig), muss ich mich an die Stewardessen wenden und fragte ob ich mich umsetzen darf. An vielen Stellen saß nämlich nur eine Person pro Reihe. Es kam aber noch besser, und weiter vorne waren wohl 2-3 Reihen komplett leer geblieben und ich kriege so eine. LUXUS! ich kann mich hinlegen und nach einiger Zeit geht es mir besser. Ich schlafe sogar zwischendurch und so kommt es, das ich keinen der vier Filme die ich geschaut habe, komplett gesehen habe. Einen habe ich sogar komplett vergessen.. Matrix, Mamma Mia, ... und zuletzt Zurück in die Zukunft.. aber keine Ahnung was der dritte Film war.

In Japan gelandet steigt die Anspannung. Hoffentlich komme ich durch. Bei anderen Flügen nach Japan wurden die Grenzkontrollen schon in Helsinki gemacht. Was wenn alles umsonst ist?! All der Stress, Schweiß? Als erstes wird der Status der App überprüft. Blau ist hier die Zauberfarbe und wenn das Handy das WLAN des Airports mag, kommt man auch weiter ODER man steht erstmal zwei Minuten da weil es das Netzwerk kurz leicht überfordert ist. Danach dann weiter zum Screening. Temperatur war okay, dann Fingerabdrücke dalassen und Foto. Ohne Maske, ohne Brille, ohne Haarreif (!!!11eins!!11).
Der Japaner am Schalter hat ungelogen 10x mal geguckt ob ich die Person auf meinem Reisepassfoto bin. Richtig übertrieben irgendwie. Muss am fehlenden Haarreif gelegen haben, im Pass ist er mit drin.
UND DAAAAAAAANNN, NACH ALL DIESEN JAHREN, bin ich doch tatsächlich drin:


Vorbereitet wie ich bin, habe ich keinen JR Pass. Den kaufe ich dann für teurer am Service Office. Cool. Hasse mich dafür ein bisschen. Haha. Die Dame ist so nett und macht mir direkt eine Reservierung für den nächsten Narita Express. Im Zug treffe ich direkt einen deutschen! Man sieht generell sehr wenig Ausländer, aber ich höre aussergewöhnlich oft dafür deutsch. Der Herr ist dienstlich unterwegs und fliegt auch noch nach Taipeh (NEID!). Mit ihm verging die Zeit im Nu. Sorte Papabär, lustiger Typ.
In Shibuya angekommen, geht es zum Hotel. Das ist zumindest das, was ich schreiben sollte. In Wahrheit war ich wieder schlecht vorbereitet und habe mich auf freien WLAN verlassen das mich bitter, wirklich BITTER, enttäuscht hat. Ohne aktuelles Tracking hab ich mich verlaufen bzw. bin im Kreis gelaufen. Nach gefühlt hundert Jahren ohne Schlaf suche ich mir also nun ein armes japanisches Opfer das ich frage ob sie mir die RICHTUNG zeigen können. Es trifft eine junge Dame (22) und ihre Mutter (ursprünglich aus Sendai) die gerade einen Tempel besucht hatten. Große Preisfrage: Was machen die beiden? ..Ja, sie bestehen darauf mich bis zur Unterkunft zu bringen. Es sind zum Glück nur 10 Minuten aber unangenehm ist es mir doch sehr. Zu allem Überdruss reichen sie mir auch noch einen kleinen Talismann den sie aus dem Tempel mitgebracht hatten. Ich kann Ihnen zum Glück auch deutsche Süßigkeiten in die Hand drücken. Warum sind Japaner so lieb?! Ahja, ich wurde auch noch fotografiert.. ich hätte fragen sollen das ich das Foto auch kriege.. mist!

Ich bin eine Stunde zu früh für Check-In aber die Damen lassen mich trotzdem einchecken. Ich übernachte zum ersten Mal in einer Art Capsule Hotel:




Das Capsule Hotel ist nur für Damen und bietet ein Onsen. Es war klein aber super super schön. Es ist so schön, sich eine kleine Holzwanne mit heißen Wasser vorher über den Kopf und Körper zu kippen und dann im Onsen zu genießen. Ich war tatsächlich die ganze Zeit dort komplett alleine. Aber mittlerweile bin ich da auch lockerer geworden. Wir sind ja alle nackt dort. Der "Dressing Room" war auch mega schön. Es gab hier sogar Lockenstäbe zur freien Verfügung. Außerdem wurde mir eine Yukata für den Aufenhalt gereicht und ich habe als Geschenk ein kleines Beutelchen, passend für Kimono / Yukata, mitbekommen. 
Vorher war ich aber noch kurz in Shibuya, shoppen und Sightseeing, das shopping war aber nicht sooo erfolgreich um ehrlich zu sein



Das Shibuya 109 war mein auserwählter Ort, und ich finde ihn verhältnismäßig einfach zu teuer, also die Shops darin. Vieles wiederholt sich auch und es standen noch mehr Ladenräume leer als 2019 schon. Ich hoffe, ich habe dann in Harajuku morgen mehr Glück.

Hachiko Bus 

Audrey, sie ist so anmutig


Irgendwie in ich aber ziemlich geschlaucht und begebe mich zurück in die Unterkunft. HIer vergesse ich direkt mal die Nummer für meinen Locker bzw. knall ich die Tür zu bevor ich meine Numemr eingebe. Also wieder am Frontdesk anrufen (das erste Mal weil mein großer Koffer nicht reinpasste). Die nette Dame kommt hoch und schließt auf. Die Mitarbeiter sind wirklich lieb und das ganze Konzept des Hotels ist toll. Wirklich. Es läuft im Hintergrund süße Musik, so beruhigend. Hier hat man sich wirklich was bei gedacht. Ich bin die zweite die sich in den Raum für 10 hinlegt. Die Nacht war leider mies. Die anderen Damen waren recht laut mitunter beim rein- und rausgehen, der Lüfter war auch nicht wirklich leise aber OK aber am schlimmsten war das mal lauter und mal etwas weniger laut brummen und vibrieren.. von keine Ahnung was. Eine Waschmaschine? Pumpe? Aus dem Nebenhaus? Ich werde es nie erfahren.
Die nächste Nacht kann nur besser werden, ich ziehe innerhalb von Tokio um (vollkommener Blödsinn wie ich nun merke, warum tu ich mir den Stress an und nehme nicht direkt eine Unterkunft die groß genug zum bleiben für mehrere Tage ist, aber neiiiin, ich wollte ja in einem Capsule Hotel übernachten).



Zitat / Fazit des Tages: Das Nadeshiko Hotel war super schön, aber die Nacht war halt riiiiiichtig nicht gut. Kein Capsule Hotel mehr am ersten Tag der Reise nehmen. Ganz dumme Idee.

Schlüsselsatz: もしもし、ロッカーのコードがわすれました。
(Hallo (am Telefon), ich habe die Nummer des Schließfachs vergessen.)



Freitag, 22. Juni 2018

Tag 1 - in Fukuoka


Hallo Zusammen,

hier ist Usai.
Beim Verfassen der ersten Zeilen sitze ich im Flieger von Frankfurt nach Tokio Haneda und bin begeistert das es mir gelungen ist für ca. 30 Minuten zu schlafen. Eigentlich bin ich eine totale Schlafmütze und schlafe zu jeder denkbaren Tageszeiten an „merkwürdigen“ Orten, aber im Flugzeug schlafen ist anscheinend einfach zu abgefahren.

Der Tag begann früh: Um 5h ging der Wecker der mich und meinen Freund unsanft aus dem Schlaf holte. Flott fertig machen, gepackt wurde schon soweit alles am Vorabend und schon ging es zum Aachener HBF (der praktischerweise nur ca. 10 Fußminuten von unserer Wohnung liegt). Dort kamen wir pünktlich an und warteten auf meinen Zug. Zugegeben, auch wenn ich nun das vierte Mal nach Japan reise, tue ich das diesmal zum ersten Mal komplett alleine. Dementsprechend aufgeregt war / bin ich kleiner Feigling auch. Es floßen Tränen. Heute, Gestern, Viele!! XD
Nachdem ich von meinem Freund sicher in den Zug gesetzt wurde, tat die Deutsche Bahn das was sie am besten kann: Zu spät! Mein Zug kommt später als angekündigt in Köln an. Hier muss ich in den ICE umsteigen. In meiner Naivität und dem festen Glauben das ich meine Bahn noch kriege, renne ich von Bahngleis 3 zu Bahngleis 6 und natürlich war mein Zug schon weg..  DANKE!!

Eine Bahndame konnte mir aber wie aus der Pistole geschossen den nächsten Zug nennen. Der sollte um 7.55h kommen. Also 35  Minuten warten. Dieser hatte dann auch nur nochmal 25 Minuten Verspätung. Nun denn, endlich im Anschlusszug hatte ich sogar eine nette Unterhaltung mit einer Dame (ebenfalls Japanbegeistert) und dann war ich auch schon in Frankfurt. Der Flughafen ist RIESIG! Schnell Gepäck aufgegeben, Security Check und Passkontrolle erledigen. Was mich ein wenig stört ist die Tatsache das ich mein Gepäck in Tokio Haneda aufsammeln und wieder aufgeben muss (weil Zoll). Jetzt wollte ich einfach nur noch zum Gate um dort dann halt sicher auf meinen Flieger zu warten. Nebenbei lausche ich japanischen Gesprächen und schmunzele.



Im Flieger sitze ich am Fenster (juhu), neben mir sitzen zwei Spanier die sich als ruhig und unkompliziert erweisen. Wenn ich in Tokio lande ist es 23h in Deutschland, dann geht’s noch weiter bis Fukuoka, wenn ich dort bin ist es 4h morgens in Deutschland und ich muss aber noch ca. 12h wach bleiben.
Nach ca. 7h Flug wird mir übel. Es wird so „schlimm“ das ich sogar eine Stewardess anspreche und sie mir Tee bringt. Zum Glück wurde es dann auch wieder besser. Das hält die Stewardess aber nicht davon ab mir später ein Thermometer zu reichen und sich nochmal nach meinem Befinden zu erkundigen. Das Thermometer bleibt im Normalbereich was mir vermutlich den Gang zum Arzt am Flughafen spart (die Japaner sehen das sehr eng, evtl. sogar Einreiseverweigerung) und nicht den Anschlussflieger verpassen lässt.

Der Flughafen Tokyo Haneda ist im Vergleich zu Tokio Narita winzig. Der Einreisekram braucht gefühlt eine Ewigkeit. Im Grunde hole ich mein Gepäck ab um es 5 Minuten später und 20m weiter wieder aufzugeben. Es gibt hier noch nicht mal einen richtigen Schalter, es steht einfach eine Dame am Aufgabeplatz und es gibt keine Förderbänder etc. Dann geht es mit dem Shuttlebus der nur alle 20 Minuten kommt zum Terminal. Ich hab in der Zwischenzeit die ersten Besorgungen  gemacht.



Am Gate werde ich dann plötzlich auf Deutsch angesprochen. Zwei Japanerinnen die einige Zeit in München verbracht haben. Sehr liebenswert und gaijin-freundlich (wenn ich nur die kleinste Einwilligung gezeigt hätte, hätten die mich bis zu meiner Unterkunft in Fukuoka begleitet, Japaner halt). Der Flug verging wie im Schlaf weil ich dies tatsächlich getan habe und dann ging’s los in die Stadt.
Diesmal kein Heimvorteil, Fukuoka ist komplettes Neuland für mich aber der Nahverkehr ist einfach und logisch gemacht. Erst einmal ging es nach Tenjin. Ich habe nämlich zu wenig Klamotten dabei. Da ich erst um 15h einchecken kann, ist das schwere Gepäck dabei aber wozu gibt es die praktischen Coin Locker, sogar im heute angewählten Shoppinghaus. Und dann passiert es: Jemand begrapscht mich auf der Rolltreppe. Mitten in der Shopping Mall, am Tag. Ich drehe mich erschrocken um und sehe… LULU ! Ja, wir haben es geschafft uns in einer Millionenstadt ohne Absprache über den Weg zu laufen. Das ist wiederholter Zufall da wir auch erst vor 3 Wochen bemerkt haben das wir zur selben Zeit in Fukuoka sind. Das hat mich sehr gefreut Lulu dort schon zu treffen zumal ich merkte das mein Gehirn immer weniger arbeitet weil ich mehr als 24 Stunden wach bin. Natürlich habe ich auch 2,3 Sachen ergattert, aber bisher wirklich nur das nötigste. Ich war einfach fertig. Lulu, die Fukuoka-Expertin, zeigte mir auch direkt einen tollen Sushi-Imbiss und dank ihr musste ich mir auch nicht noch einmal die Anreise zum Hostel merken.





Wir beide übernachten kommende Nacht nämlich im Nekomura Hostel.  Es ist ein Katzen Shelter und dieser finanziert sich größtenteils durch die Gäste. Zusätzlich bietet das Hostel einige Leckereien an und Souvenir. Ich hatte später das Glück die Katzen zu besuchen und zu füttern. Die Inhaber sind jedenfalls mit Herzblut bei der Sache dabei.




Eigentlich wollte ich noch mit Lulu Richtung Strand aber ich bin einfach zu platt gewesen und habe mich nun einfach gekramt und diesen Eintrag vorbereitet.
Morgen treffen Lulu und ich Yuko. Ich bin sehr gespannt. Und gegen Abend checke ich bei meiner Gastfamilie/mama ein. Es wird also spannend..


  Danke fürs Lesen. Ich bin sehr müde aber werde doch noch 3-4 Stunden durchhalten .


Schlüsselssatz des Tages:
はきけがします。 おちゃがありますか?
Mir ist übel. Haben Sie Tee?