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Donnerstag, 17. Oktober 2024

Tag 3 - Jetzt aber mal eine andere Seite von Tokio sehen

 Guten Abend Zusammen,

auch heute melde ich mich wieder.

Nach zwei ziemlich hektischen Tagen mit vielen Menschen und allerlei Geräuschen von überall dachten wir, wir gönnen uns etwas mehr Ruhe, Tempel, Schreine, Natur und einen Ort für den man nicht erst 45 Minuten durch die Gegend fahren muss: Ueno.


Zur Verteidigung der Japaner sei gesagt, das Bahnfahren & Co. sehr praktisch und einfach in Japan ist. Innerhalb weniger Minuten werden etliche Kilometer zurückgelegt. Und alles pünktlich. Man erlebt als in Deutschland wohnender Mensch hier womöglich  also das erste Mal, wie schön es sein könnte wenn Nahverkehr vernünftig aufgebaut wäre..

Unser Weg führte uns also durch den Ueno Park und auch hier begleitete uns eine, wenn diesmal auch andere Geräuschkulisse: Vogelgeschreie äh Gezwitscher. Ein Blick auf eine meiner Lieblingsapps (Danke geht an eine gewisse Bürokollegin raus) verrät uns, das es sich hier um Vögel mit dem klangvollen Namen "Orpheusbülbül" handelt. Nun ja, zwischen den Geschreie dieser eben erkunden wir den Ueno Park und sehen uns den "Toshogu Shrine" näher an:




super alter Baum

ein kleiner Schrein für Prüfungs-/Testerfolge

Das Innere des Schrein ist leider für die Öffentlichkeit nicht geöffnet. Das Äußere ist aber schon beeindruckend:



es gab einen extra "Foto-Kamera-Ständer/Photospot" für das Handy.. da haben wir die Gelegenheit mal genutzt XD

ist übrigens echtes Gold :o

Nach so viel schönen Dingen ist uns aber ganz schön hungrig oder durstig oder beides und wir gönnen uns ein Kakigoori. Kakigoori ist im Grunde den Wassereis-Stäbchen die man in Deutschland kennt, ähnlich. Es ist geschabtes Eis was dann mit einer Vielzahl an Syrups getränkt werden kann.

hier ist jemand noch skeptisch..

Wir dachten erst "Hmm, ist ja nur Wassereis".. aber die Portionen wirkten groß und letztlich waren wir froh das wir uns eines geteilt haben. Es war die perfekte Abkühlung für den Mittag, die Sonne strahlt ohne Erbarmen bei 26 Grad und fast wolkenlosen Himmel.

Während wir vor uns hinschmatzen, stellen wir mal wieder fest wie sauber es hier einfach ist im Vergleich zu Deutschland. Hier fliegt kein Müll herum, obwohl es an manchen Orten wirklich kaum Mülleimer gibt und man gezwungen ist den wirklich lang mit sich rumzutragen XD

Nach der Stärkung drehen wir noch eine Runde um den Shinobazu Pond:


Man könnte hier auch Tretbötchen fahren, aber wir sind zu müde und die Sonne ist einfach heftig. Wir beobachten lieber die anderen während wir den Rest unseres heutigen "7 Eleven"-Einkaufs wegsnacken (aka Onigiri.. ich werde es so hart vermissen wenn wir wieder in Deutschland sind).

Der Teich ist vor allem für seine riesigen Lotospflanzen bekannt. Leider ist die Blütezeit schon vorbei (Sommer!) aber ich war überrascht wie "grün" sie diesmal noch sind:



Es gibt ja Menschen, die der Überzeugung sind, das sich das Klima nicht ändert. Doch, es ändert sich.
Je näher man am Äquator ist, desto gravierender sind die Auswirkungen zu spüren.  Ich war ja jetzt schon ein paar Mal in Japan *hust* und es ist schon bemerkenswert, welche Veränderungen es nun in 11 Jahren gibt: Vor 5 Jahren z. B., waren die Lotospflanzen um die Zeit schon verblüht, weil zu kalt. Ich werde diese Feststellungen wohl noch öfter auf der Reise machen, zuletzt heute (aktuell Tag 5). Irgendwie war ich auch auffällig oft im Oktober in Japan (WORAN KANN ES NUR LIEGEN?!?!?)

Ich werde den Besuch des Teichs später auch noch bitter bereuen. Dazu unten mehr. Erst einmal ereignet sich ein kleiner Notfall: Der Mann aka mein Freund aka mein Verlobter aka Travel Prince HAT Hunger. Alarm!

Zufällig ist ein Lokal seiner im Voraus schon bestimmten Lieblingsrestaurantkette in der Nähe: Ichiran. Er hatte sich Foodvideos vor der Reise angesehen.

Ich verstehe zuerst nicht recht, was so besonders an dem Lokal sein soll. Tatsächlich stehen wir sogar ca. 15 Minuten an, um einen Sitzplatz zu kriegen (wir haben Glück, wir sind nach der Mittagszeit und vor dem Feierabendlunch da). Als wir reingehen beginne ich zu verstehen, was er daran so toll fand:

Man kommt ins Lokal, bestellt seine Sachen an einem Terminal/Automaten (das kennen wir Europäer ja mittlerweile langsam auch). Dann wird einem ein Platz zugewiesen.


Jeder Platz kann mit zwei Klappholzwänden komplett isoliert werden, so dass man mit seinem eventuell unbekannten Sitznachbar gefühlt nichts zu tun hat. Niemand sieht was man wie isst oder wer da genau neben einen sitzt. Vor einem sind noch die Rollläden zur Küche hochgeklappt und man muss seine Bestellung via Ticket noch einmal durchgeben bzw hinlegen. So weit so gut.



Es ist in diesem Lokal nicht notwendig ein EINZIGES Wort mit irgendjemanden zu sprechen. INTROVERTS PARADISE also.  
Innerhalb kurzer Zeit wird einem das bestellte Essen serviert. Ichimen Ramen hat sich auf Tonkatsu Ramen spezialisiert. Das tolle hier: Man kann sich Würze etc. selbst zusammenstellen. Alles über einen kleinen Zettel auf welchen man die Optionen einfach nur ankreuzen muss. Kein Wort muss gewechselt werden XD Sobald das gewünschte Essen serviert wurde, werden die Rollläden vom Kochpersonal runtergelassen.

klassiches Tonkatsu Ramen für den Herrn

Das Restaurant hat zum Glück an verfressene Leute gedacht und es gibt einen "Call"-Button. Hier kann nachbestellt werden oder man äußert einen weiteren Wunsch:


Dieses Konzept einfach XD

Man hat sich noch ein "Boiled Egg" nachbestellt. Dieses wurde in Windeseile geliefert. Der leere Blick als dieses Ei in der kleinen Schüssel lag und darüber nachgedacht worden ist wie man es nun am leisesten zerbricht.. WIR HABEN SEHR GELACHT XD

Für mich gab es u. a. etwas süßes:

Matcha Wackelwabbel Pudding mit Soooooooss! War lecker!

Wir hatten generell eine sehr gute Zeit im Restaurant: das Konzept ist gut durchdacht, das Essen kam fix und schmeckte sehr gut, es ist fast alles selbst erklärend und man hat wirklich seine Ruhe. Wir kommen wieder :D

Gut gestärkt zog es uns nach dem "ruhigen" Tag dann doch noch in eine hektischere Ecke: Akihabara!
Zu unserer Verteidigung: Es lag auf dem Rückweg, wir müssten hier sowieso umsteigen.

Ich weise daher den Weg in Spielhallen, eine wilder als die andere und wir verlieren doch etwas Geld an Rhythmus spielen:


"Do your best" - "Dont give up" - Jetzt tut doch gar nicht so als ob ihr euch um unsere Gefühle kümmert, ihr wollt von uns Losern nur mehr Geld !!!!!!!!111!!!


hier war man etwas erfolgreicher

Nach dieser aktiven Geldverbrennung (Light Version weil unter 1000 Yen) schlendern wir noch etwas durch die Straßen bevor wir uns zufrieden aber übermüdet auf den Weg nach Hause machen:

bis bald vielleicht?

Auf dem Weg nach Hause holen mich meine Fehlentscheidungen ein: Mückenstiche!

In weiser Voraussicht halten wir an einem DrugStore und bewaffnet mit der berühmten "Mushi" Creme und einem Insektenschutz geht es in die Unterkunft. Dadurch das wir vor Abreise erkältet waren, war alles etwas durcheinander und ich habe den Insektenschutz Stift/ bite away vergessen. Welch fataler Fehler. Das werde ich noch in den nächsten Nächten spüren. Ich bin ein lebendes Insektenschutzschild in Japan.. zumindest für meine Mitreisenden.. :-| 

Viele Grüße ins kühlere Deutschland. 

Wir beneiden euch gerade :D

Am nächsten Tag werden wir schon nach Kyoto weiterfahren !


________________________

Mückenstich Counter: 12 (+11)

Nächte mit mehr als 5 Stunden Schlaf: 0

Mittwoch, 27. September 2023

Tag 19 - Man könnte auch aktive Geldverbrennung sagen

 Guten Morgen,

diesmal bin ich etwas flotter dran. Die Nacht war gut auch wenn ich nach 6 Stunden schon wach bin, hungrig und durstig. Aber voller Tatendrang. Hier ist es nun auch schön, mehr dazu aber später.

Um 11h war ich mit Toni verabredet. Treffpunkt war diesmaaaaal... AKIHABARA! Toni will aktiv Geld verbrennen an den Ufo Catchern und ich vielleicht auch ein bisschen.

Treffpunkt: Electric Town Gate, South Exit

Ich bin natürlich wieder zu früh da. Meine Nacht war nicht gut und ich bin froh das ich später die Unterkunft wechseln werde. Gepackt ist schon fast alles und da ich bei meiner jetzigen Unterkunft eh keinen Euro wiederbekomme, kann ich das auch noch schon heute blockieren (oder die nächsten Tage auch wenn ich das wollen würde).

Während ich auf 11h und Toni warte werde ich von mutigen Japanern (sogar auf englisch) angesprochen. Einer fotografiert Touristen für sein Kunstprojekt der Akademie (er zeigt mir weitere Bilder, die er dann hinterher mit Acryl nachzeichnet, echt beeindruckend) dazu lasse ich mich dann auch ein. Ich sehe tatsächlich später, wie er auch ein weiteres nicht-japanisches Pärchen anspricht und es erklärt.
Ein weitere will mit mir essen gehen. Er würde auch bezahlen. Ja, nee, leider keine Zeit.
Um Punkt 11h gehts dann los in Richtung Spielhallen.

irgendeine Idol Group. Gefühlt gibt es jedes Jahr 100 neue


In Akihabara gibt es natürlich einige viele Spielhallen. Früher waren diese mit einem großen SEGA-Logo versehen, mittlerweile sind es "GIGO"-Spielhallen. Am Inhalt hat sich aber nichts geändert. Es gibt weiterhin Ufo Catcher (Kranspiele), Gatcha, Videogames (Musikspiele, Racinggames, RPGs etc.) und Co.

Ein "Detektiv Conan"-Halloween Case erregt Toni's besondere Aufmerksamkeit:


(fast) perfekt

Und wer sagt es: Toni kriegt das Plüsch, der Kran nimmt es und es geht in Richtung Ausgang und dann.. lässt der Kran los und das Plüsch hängt quasi auf den Ausgang. Uuuuh, fast! Jetzt ist es aber einfach! Also nochmal 100 Yen in die Maschine drücken!

Leute, ich würd gern sagen, er hat es bekommen aber die Wahrheit ist: Toni hat episch versagt. Wir könnten beide nicht mehr vor lachen. Schade das ich das nicht aufgenommen habe. Das ist wie wenn man als Läufer vor der Ziellinie k*tzt XD

Im Ego gestärkt wagen wir uns an Taiko Drums und an ein Pokemon-Spiel das aufgrund Sprachbarriere nicht verstanden wurde. Manchmal musste man ganz schnell auf die Knöpfe hauen. Das konnte Toni auch etwas besser als ich. Süß waren die Pokis aber allemal!

bisschen wie im echten Leben, bei vollkommener Ahnungslosigkeit komplett bluffen

Die Toilette der Frauen war hier sehr sauber, Toni konnte das über die Männertoilette hier nicht behaupten :D

Langsam werden wir hungrig (ALARM, ich werde langsam katzig) also holen wir uns etwas und snacken bei Sonnenschein eine Kleinigkeit. An einem Wochentag lässt es sich tagsüber gut hier aushalten, es ist nicht zu voll.

Generell kann einen aber die Auswahl an Geschäften in Akihabara oder in Tokio erschlagen. Man kriegt nicht alles an einem Tag geschafft. Man ist auch einfach nach ein paar Stunden "Reizüberflutet" wenn man sich alles genauer ansieht. Wenn man wirklich alles/viel sehen will, so intensiv, kann man locker 3-4 Tage allein in Akihabara verbringen, denke ich. Viele Shops haben auch mehrere Etagen und in jeder Ecke sieht man was.


Da wir nicht alles sehen können (und wollen) fällt die Wahl auf den Animate und man wird fündig.




kleiner Schrein inmitten von Hochhäusern und Nerdläden. :D

Nach dem erfolgreichen Shopping wird es Zeit für den Umzug. Check-In in der neuen Unterkunft, ein altbekanntes Hotel,  schon ab 14 Uhr möglich.
Warum Umzug?
Nun, meine Unterkunft in Takadanobaba ist nicht das schlechteste was ich je hatte (Paris mit Vera damals war einfach wild) aber ich fühle mich nicht wohl und kriege wenig Schlaf. Es ist recht laut doch. Und ich brauche Schlaf. Da bin ich empfindlich. Es ist auch einfach nicht das, für das es beworben wurde. Es klang nach einer kleinen (Urlaubs-/Ferien-)unterkunft, ist aber eher ein umgebautes Studentenwohnheim. Und für den Preis ist das eigentlich zu viel. Das ärgert mich. Das Badezimmer riecht etwas modrig (es geht schlimmer aber trotzdem), alles ist ein wenig in die Jahre gekommen aber am schlimmsten ist der Teppich, der Staubfänger. Da hilft auch kein Staubsaugen mehr. Wegnehmen kann man den aber auch nicht, der Boden dadrunter sieht noch unschöner aus.
Wie auch immer, es ist einfach nicht erholsam. Und ich will auch etwas Erholung jetzt. Daher nehme ich das Hotel, das ich selbst gerne anderen empfehle, wir hatten es während einer Reise in 2013 z. B.: Japan 2013 - Tag 12 .

Als ob das nicht schon genug gewesen wäre (und der Polizeieinsatz im Nachbargebäude, stundenlang gestern abend) werde ich just 30m vor der Unterkunft von einem schmierigen Typen ange.. ja keine Ahnung was das war? Angestammelt? Gesabbelt? Der mir auch etwas zu nah kommt und dann in seinen Wagen steigt und wegfährt. Die Faust war schon geballt. Ich bin perplex. Einfach besser wohl hier zu verschwinden.
Pünktlich vor der RushHour gelingt der Umzug ereignislos und ich lande endlich im Hotel. Es war nicht ganz günstig aber ich die richtige Entscheidung.

Es ist ein Zimmer im klassischen japanischen Stil mit Blick auf den Kaiserpalast-Garten:


Spoiler: Ich hab so gut geschlafen!


Aussicht vom Futon aus. Ich habe die Vorhänge etwas aufgelassen, ich liebe es ein bisschen Licht/Aussicht beim Schlafen zu haben.

Alles riecht auch schön nach Holz und Tatami. Es gibt einen Schmink/Beauty-Tisch. Es ist ruhig. Sauber. Ich ärgere mich über mich selbst. Ich hätte das einfach direkt so machen müssen. Aber für mich selbst (alleine) hadere ich da immer. Ich muss manchmal etwas großzügiger zu mir sein. Wenn ich nicht alleine gereist wäre, hätte ich von vornerein mehr "Luxus"/"Erholung" gebucht aber so... ich muss an mir arbeiten :)


Abends geht es nochmal Souvenir-/geschenkeshoppingmäßig zurück nach Akihabara mit Toni. Bis wir vollkommen reizüberflutet um 19h für heute abbrechen. Leute die Tokio kennen, werden es fühlen :D

Nun, es startet jetzt ein neuer Tag mit völlig neuen Möglichkeiten. Versuchen wir das BESTE daraus zu machen. Jeden Tag :-)


Danke fürs lesen!


Schlüsselsatz:

せんりのみちもいっぽから

Senri no michi mo ippo kara

Eine Reise von 1000 Meilen beginnt unter deinem Fuß (Japanisches Sprichwort)

Dienstag, 12. September 2023

Tag 4 - Bahnen, Baden und Buzzern

 Guten Abend Zusammen,

ich bin sehr müde. Dabei bin ich relativ entspannt gestartet aber war nun abends einen Zacken zu lange unterwegs. Na, das wird ja morgen was.. ich brauch in Japan morgens immer etwas Anlaufzeit, hahaha.

Heute beschließe ich, es entspannt angehen zu lassen. Ich will zur Tokio Station und schon einmal meinen JR Pass abholen und einen Sitzplatz für morgen reservieren (es geeeht weiter <3 ) und dabei diesmal die Character Street im Bahnhof finden, hier soll sich nämlich noch ein Pokemon Shop befinden! Außerdem möchte ich ein Onsen besuchen, das hat ja letztes Jahr nicht geklappt (und dann hab ichs vergessen, haha) und evtl. noch im Ueno Park spazieren gehen oder zur Tokio Universität. So weit der Plan.

Irgendwann kriege ich mein Popöchen hoch und mache mich auf zur Tokyo Station. Nach ein wenig hin und hergelaufe finde ich auch tatsächlich die Character Street, und sie macht Ihnen Namen alle Ehre:








schade, das es kein Pikachu-Plüsch mit entsprechender Zugmütze gab :(




Pikachu begrüßt einen schon um auf die richtige Etage zu kommen

Der Pokemon Store hier war recht klein, so wie alle Character Shops hier. Also wer hier keinen Shop hat, ist kein beliebter Character.. komischerweise fehlte ausgerechnet ein Sanrio-Store.. merkwürdig.
Da es im Pokemon Store keine Store-Exklusiven Artikel gab (dachte, die haben vielleicht irgendwas was dann entsprechend den Ort ausmacht, Pokis mit Schaffnermützen oder auf einen Shinkansen oder so) habe ich auch nichts gekauft. Nur geguckt. Ich halte mich echt zurück. Bin so stolz auf mich. Der Koffer bleibt (erstmal) leicht.

Nun will ich aber meinem Zukunfts-Ich einen gefallen tun und schon einmal meinen Voucher für den JR-Pass ab morgen einlösen. Erst stelle ich mich natürlich an einem falschen Ticket Center Office dafür an. Naja, zum Glück war die Schlange nicht lang, das kommt davon wenn nebenbei beschäftigt ist Pokemon zu fangen (Fail des Tages?). Ich muss über meine Doofheit selbst lachen. Also ab in das nächste Office (gefühlt am anderen Ende der Station). Auch hier ist die Schlange nicht sehr lang und alles verläuft reibungslos. Nebenbei assistiere ich der japanischen Angestellten und rate anderen Reisenden welche Route sie am besten nehmen um von "A nach B" zu kommen und ob sie eine Sitzreservierung brauchen oder nicht. An der Station, und auch später am Abend, merke ich, das ich auffällig oft von Touristen angeguckt werde beim Vorbeilaufen etc. Manchmal kommt man ins Gespräch und eine der ersten Fragen die immer fällt ist "Reist du etwa alleine?!". Japan ist vermutlich das sicherste, oder eins der sichersten Länder der Welt um auch als Frau alleine zu reisen. Es ist wirklich traurig das ich merke, das ich in Deutschland bei Dunkelheit und bekannter Strecke mir mehr Sorgen mache als in Japan (auch bei unbekannter Strecke). Schade sowas.

Um kurz vor 12h habe ich schon Hunger und stolpere über 2Foods, eine Restaurant-Cafe-Kette mit rein veganen Speisen. Ja, dann mal ab dafür! 

Omurice mit Fake-Ei. Klare Empfehlung, ich esse hier wieder!

Ich lebe nicht vegan, "nur" vegetarisch, aber das ist schon lästig genug in Japan. Man muss alles genau checken, was durch die Sprachbarriere sehr anstrengend ist. Und irgendwie kriegen die es hin gefühlt überall zumindest ein Krabbentier unterzubekommen. 


Nach dem Mittagessen mache ich mich langsam auf in Richtung Shimbashi, es soll ja ins Onsen gehen.


Vor dem Bahnhof dort, gibt es eine kleine Demo. Es ging wohl gegen Atomwaffen und Nordkorea, wenn ich das richtig erschlüsselt habe.
Ich laufe gemütlich durch die Gegen in Richtung Onsen, ganz in Ruhe, mit meinem tollen Sonnen-Regenschirm, das Wetter ist heute wieder erbarmungslos, haha.
Ich laufe letztlich zweimal an dem Onsen vorbei. Das Gebäude sieht von außen ganz anders aus, als in den Bildern auf Google. Das Hauptaugenmerk, das Onsen-Schild wurde entfernt. Nur wenn man genauer guckt, sieht man den leicht nach hinten versetzten Eingang zum Onsen.


Ich hab jetzt ein wenig überlegt, inwieweit ich hier nochmal ausholen werde, und mich entschlossen, es relativ kurz zu halten. Laut Internet ist dies ein "Tattoo & Gaijin Friendly"-Onsen. Das kann man auch über die Betreiber sicherlich so sagen. Bedeutet aber wohl leider nicht, das alle Gäste das auch so sehen. Ich werde nie erfahren, was genau das Problem der älteren Dame war, die quasi als ich reinkam mit dem Baden fertig war, aber bevor ich mich erstmal richtig ausziehen konnte, hatte ich sie schon an der Backe mit tausenden von Fragen und alles passte ihr anscheinend nicht. Hab nicht mal die Hälfte von dem verstanden was sie so gesagt hat, aber sorry, lass mich doch erstmal komplett ausziehen und kramen und dann siehst du das ich "Tauwelu" (Handtücher) mitgebracht habe. Dann stimmten meine Haare nicht (sie waren hochgesteckt und vor dem Onsen duscht/wischt man sich ja auch noch ab). Eine andere Ausländerin war auch noch als einzige andere in Onsen war (aber schon fertig), verstand auch nicht, was die ältere Dame wollte. Auf jeden Fall hatte ich den Blick der Dame die ganze Zeit im Nacken. Die Ausländerin verschwand auch nach dem abtrocknen ganz schnell, sie fühlte sich auch nicht so ganz wohl und meinte das sie aber glück hatte das sie die erste Zeit ganz alleine war. Die ältere Dame schien sich extra Zeit zu lassen bis ich wieder rauskomme. 
Ich muss dazu sagen: Ich kenne die Onsen Regeln. Ich war schon mehrmals in Onsen. So schwierig ist es nicht. Ich fühle mich da auch sicher. Aber im Nachhinein denke ich, das es sie vielleicht gestört hat, das direkt zur "Eröffnung" (ab 14h) direkt zwei Gaijin (Ausländer) da waren und sie das Onsen nicht für sich hatte. Die Dame an der Rezeption hat sich bemüht am Ende ein wenig "Schadensbegrenzung" zu betreiben und war außerordentlich freundlich zu mir, aber ich hätte mir da gewünscht das sie da vlt auch eingegriffen hätte. Die Frau war, milde gesagt, einfach übergriffig, packte mich auch am Unterarm. Aber man will da ja auch keinen Aufstand machen (und ich war auch perplex einfach). Sie hat auch, als sie dann endlich ganz rausging (gefühlt 2 Minuten vor mir nur, obwohl sie mindesten 30 Minuten vor mir da war) und eine andere Japanerin zum Baden reinkam etwas geflüstert was sich eindeutig auf mich bezog. Das war der Dame, die reinkam, sichtlich unangenehm, das ich das gesehen habe.  Zusammengefasst: Extrem unangenehm, wenn man sowieso schutzlos ist, weil nackt. Hat auf jeden Fall einen Podiumsplatz der negativen Erlebnisse in Japan bekommen. Das hat mich extrem verunsichert im Nachhinein.
Mein Freund meint, ich hab vermutlich in dem Moment verloren, wo sie das Tattoo entdeckt hat. Dabei finden alle Japaner, denen ich das zeige sehr süß und sagen das ist kein "Tattoo"-Tattoo, versteht man was ich sagen will? Ich hab ein Häschen mit pinken Linien ganz klein aufm oberen Rücken.

Ok, hab gelogen. Hab mich nicht kurz gehalten. Aber einfach mal so. Gibt, wie in jedem Land, auch in Japan unfreundliche Menschen. 

Das Onsen an sich war gut. Mehr oder weniger entspannend. Aber sehr klein. Ich war etwas enttäuscht als ich reinkam. Etwas in die Jahre gekommen (sehr). Das sah im Netz wesentlich toller aus. Die Onsen waren etwas über 40 Grad warm.

Verbrannt und ungeschminkt - enjoy pure nature

Mit dem Schirm ein wenig mehr ins Gesicht gezogen habe ich dann meine Rückreise zur Unterkunft angetreten. Ziel war, vor 16h zurück zu sein, um die RushHour zu vermeiden. Ich packe auch schon einen Großteil meiner Sachen und mache mich im Schutz des Mondes noch auf zu einer letzten Station: Akihabara!





NAch dem doofen Erlebnis im Onsen wollte ich nochmal Spaß haben und habe mich an 2-3 Kranspiele versucht (ich brauche nicht zu erwähnen das es ohne Erfolg blieb) und zwei Rhythmusspiele gespielt. Ich liebe die. Einfach da hinklatschen wo die Farben hinfliegen, hahahah
Akihabara bietet bei Dunkelheit auch eine tolle Fotokulisse, leider kriegt mein Handy das nicht soooo super hin aber.

Gekauft habe ich nichts, außer einen kleinen Pokemonring aus einem Gaccha-Automaten (200 Yen). Insgesamt hab ich auch nur 1000Yen ausgegeben. Das ist ein günstiger Abend.

Ich genieße die Atmosphäre, gehe ein wenig zu Fuß bevor ich dann die Metro zurück zur Unterkunft nehme. Wie schön.


Gerade sitze ich im Shinkansen nach Kanazawa schon. Hier war ich noch nie. Ich bin gespannt. Aber heute ist auch Waschtag. Hatte herausgefunden, das meine Unterkunft eine eigene Waschmaschine hat. Das wird erstmal voll ausgenutzt :)


Liebe Grüße in die Heimat!


Schlüsselsatz:

タオル

Taoru

Handtuch