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Donnerstag, 4. Dezember 2025

Tag 5 - Auf zum japanischen "Zuhause"

 Guten Abend oder Morgen oder wie auch immer,

 heute hieß es weiter nach Fukuoka. Leider bin ich erkältet, ich habe zwar weniger Ohren- und Halsschmerzen, merke aber das ich körperlich um einiges schlapper bin als gestern noch. Aus diesem Grund nehme ich auch ein Taxi bis zum Bahnhof, meine Gastgeberin erwartet mich beim auschecken auch. Es war echt schön in Kagoshima, vor allen auch wegen den Menschen. Wenn ich die Gelegenheit habe, möchte ich wieder nach Kagoshima kommen und auch unbedingt wieder in dieser unterkunft sein. Die Gastgeberin ist einfach ein Herzchen (und sie hat früher mal für Max Factor gearbeitet, angeblich ist sie 71 Jahre alt aber sie ist so jung und vital... was ist ihr Geheimnis?!)

Am Bahnhof schlendere ich durch die Souvenirabteilung. Japaner lieben Souvenire. Sie bringen auch von jeder Reise lokale Spezialitäten mit. Das gehört hier quasi zum guten Ton. Die Auswahl ist fast überfordernd - dabei ist es nur Kagoshima. In Osaka oder Tokio.. da weiß man wirklich nicht WAS man kaufen soll. Schließlich werde ich fündig :)


Es gibt zur Zeit wohl auch Züge mit SuperMario Design. Ich hatte leider kein Glück.

 Pünktlich um 11.20h geht der Shinkansen dann in Richtung Fukuoka. Etwas mehr als 90 Minuten dauert die Fahrt. Über die Zugfahrt kann ich leider nichts sagen, ich habe die Fahrt über geschlafen. Ich werde echt zum Japaner, ich penne mittlerweile überall ein. Vielleicht liegt es auch daran das ich krank bin, hahaha.

 

Hallo Fukuoka/Hakata!!


Ich bin echt etwas geschlaucht, aber bringt ja alles nichts. Ich mache mich nun auf den Weg zu Sachi's Arbeit. Ich kann mit netterweise dort den Hausschlüssel abholen und alles abladen. Sachi begrüßt mich dort, freudig und eneriegeladen. Manch Dinge ändern sich nicht. Sie setzt nun ihre Pause an und wir gehen zusammen zur ihr nach Hause. Echt praktisch das ihre Arbeit genau zwischen Bahnhof und ihren Zuhause eben liegt. Bei Sachi zuhause angekommen, hat sich kaum was verändert im Gegensatz zu zwei Jahren, als ich das letzte Mal bei ihr war. Es fühlt sich einfach echt ein bisschen wie ein Zuhause an. Sachi hat (natürlich!) etwas zu Essen vorbereitet und ob ich will oder nicht, ich soll essen (ein "Nein danke" (wenn auch aus Höflichkeit) wird da nicht akzeptiert manchmal XD). 

Anschließend muss Sachi auch schon wieder zur Arbeit und ich leg mich echt ne Runde zum schlafen hin. Vorher laufe ich aber noch zum nächsten DrugStore (hier gibt es rezeptfreie Medis, Kosmetik- und Pflegeartikel) und besorge mir neues Shampoo und schau was es sonst so gibt. Was mit Hals- und Ohrenschmerzen die Tage anfing ist mittlerweile eine nicht enden wollende laufende Nase. Schrecklich. Wie kann ein Körper einfach so viel Flüssigkeit und Rotz produzieren?

Auf dem Weg zum DrugStore. Hab Medizin bald durchgespielt in Japan I guess

 Es tut mir leid, heute ist echt nicht viel passiert. Ich habe es nach Fukuoka geschafft und bin ziemlich erkältet. Sachi und ich reden viel, tauschen uns über die neuesten K-Dramen aus und gegen Mitternacht geht es ins Bett. Bis ich in den Schlaf komme, ist es aber schon 3.00 morgens.

Ich denke, ich muss Tag 6 ebenfalls sehr ruhig angehen.Vielleicht schaffe ich es mal ab Mittags kurz in die Stadt, für nachmittags/abends ist nämlich schon etwas geplant (aber etwas ruhiges) mit Sachi.

 Ah ja.. hier ist seit Tag 5 auch bitterkalt geworden. Ich habe also kein Mitleid mehr mit euch in Deutschland, ich muss selbst hier klar kommen XD

 

Liebe Grüße in die Heimat. 

Dienstag, 2. Dezember 2025

Tag 4 - Eigentlich nur ein Kalligraphie Workshop..

 Hallo Zusammen,

 mir geht es am heutigen morgen etwas besser als gestern Abend. Der Magen/Darm ist stabil, aber der Hals und das Ohr ziehen etwas (besonders Abends tut sowas immer echt weh.. maaaaaan ich kann das grad echt nicht gebrauchen, bitte!). Heute ist aber auch nicht viel geplant: Ich habe über AirBnB eine sogenannte "Entdeckung" gebucht, eine Japanerin aus Kagoshima bietet einen Kalligraphie Kurz-Workshop inkl. Matcha und einer kurzen Meditation.

Typisch deutsch komme ich fast 25 Minuten früher an. Ich will einfach sicher gehen, wirklich am richtigen Ort zu sein, GoogleMaps und Co. haben mich in Kagoshima schon 2-3x etwas hängen lassen - super viele Busse werden z. B. nicht angezeigt (hab eben meine Gastgeberin gefragt ob keine Busse hier halten, weil nur 50m von der Unterkunft ein Bushalteschild ist,  aber die Busse fahren hier regelmäßig (2x Stündlich), sogar Richtung KagoshimaChuo / Station).

 Um kurz vor 10h kommt dann die Dame runter: Es ist Hitomi. Hitomi hat einige Zeit in New York studiert (daher spricht sie gutes Englisch) und hat u. a. von ihrem Großeltern die Kunst der Kalligraphie übernommen und bei einem anderen "Meister" offiziell gelernt. Hitomi und ich kommen direkt ungezwungen ins Gespräch und überziehen unseren Termin (eigentlich für ca. 2 Stunden angesetzt). 

Kalligraphie ist echt nicht einfach. Man braucht dafür Ruhe, Geduld und muss sich Zeit nehmen. Hitomi startet daher die Session mit einer kurzen Meditation um etwas mehr Ruhe und "Langsamkeit" reinzubringen. Kurz vorher genieße ich einen wirklich seeehr leckeren Matcha-Tee (frisch angerührt!!). Dann geht es aber auch schon ans eingemachte: Wir zeichnen los. Beziehungsweise ist es eher kritzeln bei mir. Ich bin zu schnell, ungeduldig. Das ist die wohl größte Herausforderung. Sich wirklich ZEIT zu nehmen. Erst gegen Ende der Session schaffe ich es langsam mir wirklich für jeden Strich etwas Zeit zu nehmen. Tatsächlich sehen die Kanji dann auch viel schöner aus. 


 Das ist wohl auch mit das größte Problem in unserer Zeit: Wir sind immer unter Strom, in Hektik, immer beschäftigt und immer muss alles schnell gehen. Zeit zum inne halten.. schwierig.  

Weil es so gut zwischen uns klappt, fragt sie mich, ob ich noch etwas Zeit habe und wir sind zusammen essen gegangen und sie hat mir ihre Lieblingsorte in Kagoshima gezeigt. Das klingt echt verrückt, oder? Tatsächlich hab ich nichts vor und mit dem Auto an verschiedene Orte zu fahren find ich recht schmeichelnd (: . Nach LANGEM hin und her konnte ich hier zumindest das Essen ausgeben, wir waren in einem Veganen/Organic Restaurant und es ist echt krass wie erschwinglich man in Japan gut essen gehen kann. Ich habe leider vergessen ein Foto zu machen, aber mein Set (bestand aus 6 verschiedenen Sachen, Reis, Gemüse, eingelegtes Gemüse, Suppe & Co.) hat umgerechnet 7,13€ gekostet. Wasser und Tee (geröstetes Matcha) inklusive!

 Als erstes ging es zum Kagoshima Gokoku Shrine. Es ist schon klasse, wie eindrucksvoll diese Anlagen sind wenn es nicht komplett überfüllt mit Menschen ist.

 



Als nächstes dann rüber zum Kagoshima Schrein. Hier bietet sich uns eine wahre Farbenpracht. Herbst in Japan ist einfach wunderschön:

 





Hitomi erzählt mir, das Kagoshima ein großer "Hotspot" für Samurai war. Saigo Takamori hat von hier aus den Wiederstand der Samurai angestoßen, er war gegen eine Öffnung Japan an den Westen und wollte an Traditionen festhalten. Japan modernisierte sich in dieser Zeit und entmachtete die Samurai. Obwohl die Samurai "ältere" Waffen trugen konnten sie monatelang der kaiserlichen Armee standhalten. In einer letzten Schlacht verletzte Saigo sich schwer und soll Seppuku begangen haben. 

Als letztes besichtigen wir noch einen kleinen Berg (Kagoshima liegt zwischen Bucht und Bergen und ist hügelig daher, sehr sogar) und bewundern von weiten den Sakurajima (wo ich ja gestern war, hahahaha). Hitomi ist ursprünglich dort geboren und aufgewachsen, Ascheregen und Staub ist für sie Alltag (was sie am meisten stört ist das sie die Wäsche dann tagelang nicht draußen aufhängen kann - LMAO). Sie sagt selbst, das sie es vermutlich bei einer richtigen Gefahr zu locker sehen würde und sie hofft daher, das der Vulkan weiterhin harmlos bleibt. 



 Im Nachmittag verabschieden wir uns. Ich schätze, ich muss nochmal nach Kagoshima kommen. Es gibt noch so viel zu sehen und die Leute hier sind freundlich und zeigen voller stolz ihre Stadt, ihre Kultur und hören neugierig zu. Die Atmosphäre hier ist eine ganz andere als z. B. in Tokio. 

 Wieder in meiner Unterkunft angekommen, treffe ich meine Gastgeberin (Kumi) draußen mit ihrem süßen Hund und irgendwie quatschen und lachen wir lange. Es ist vermutlich auch, weil ich gerade "einzelnd" Reise, man ist dann offener/empfänglicher für Smalltalk und das Gegenüber auch. Kumi bringt mir noch etwas zu trinken vorbei und wir verweilen noch kurz zusammen im Zimmer und labern wieder weiter. Es wird langsam dunkel und ich beschließe nochmal zum DrugStore zu gehen während Kumi weitere Gäste empfängt. 


Das war es für heute auch schon. Ich habe meinen Koffer soweit gepackt und bin bereit morgen früh nach Fukuoka weiterzufahren. Ich kann mir den Schlüssel bei Sachi auf der Arbeit abholen. Ich bin aufgeregt - ich hoffe ich kann heute schlafen. 

 

Liebe Grüße! 

Montag, 1. Dezember 2025

Tag 3 - Vulkaninsel Sakurajima

 Hallo Zusammen,

 heute mal etwas früher. Ich habe den Tag heute kürzer gestaltet, die letzten Tage/Wochen waren doch hart und pünktlich zum Urlaubsbeginn werden die "Beschwerden" etwas "lauter". Darauf habe ich heute mal Rücksicht genommen. Aber, eins nach dem anderem:

Heute ging es nach Sakurajima. 

Sakurajima ist eine Vulkaninsel fast direkt an Kagoshima, lediglich eine 15-minütige Reise mit einem Schiff trennt die Stadt vom Vulkan. Der Vulkan ist aktiv und es gibt öfter kleine Ausbrüche. Der letzte richtig große Ausbruch ist aber schon 100 Jahre her, die hinterlassenen Krater kann man aber auf der Insel "bewundern". Man erwartet in näherer Zukunft aber nochmal größere Ausbrüche und bereitet sich entsprechend vor (Frühwarnsysteme, Messungen etc.).

 Von meiner Unterkunft aus ist es nicht weit bis zum Schiffsterminal, ich besorge mir vorher eine Touristenkarte (heißt hier in Kagoshima "CUTE" und kann auch für zwei Tage in Folge gekauft werden, hier drin sind z. B. die Fahrten mit dem Schiff, alle Tram und viele Busse (auch auf Sakurajima) und es gibt Vergünstigungen für Museen (und das RIESENRAD das ich morgen noch besuchen muss !!!).  Außerdem muss ich kurz in die "Apotheke", was hier eine Mischung aus eben einer Apotheke und einem dm/Rossmann ist. Ich habe etwas Halsschmerzen, mit ein wenig ziehen zum Ohr. Auch hier hilft das abgehackte Japanisch meinerseits. Aber: Manchmal denken die dann, man versteht alles perfekt und es wird zu schnell gesprochen. Dann muss ich die leider immer etwas bremsen oder fragen ob sie es nochmal sagen. Da komm ich mir dann schon sehr dumm vor. =(

Und da es doch kühler als gedacht ist, hüpfe ich noch flott in den Daiso und besorge mir eine Strumpfhose. Da öffentliche Toiletten nicht nur sauber sondern auch viel Platz bieten, ist das umziehen echt gar kein Problem. An dieser Stelle möchte ich noch einmal extra betonen das diese verfügbarkeit von öffentlichen und SAUBEREN Toiletten wie hier in Japan einfach ein Segen ist. Oft gibt es sogar noch kleine Schminkecken um sich nochmal frisch zu machen, die Toilettenkabinen sind groß und es gibt oft auch noch eine Ablagefläche für die Tasche. Für Menschen wie mich, mit einer Mini-Blase, ein absoluter Traum also. Danke, JAPAN! Das Schiffsterminal ist nun auch nur noch ca. 13 Minuten fußläufig entfernt und geradeaus - man läuft quasi mit Blick auf den Vulkan auf das Schiffsterminal zu. Man kann es nicht verfehlen - sogar ich nicht.


Alle 20 Minuten legt das Schiff nach Sakurajima ab. Mit dem Schiff fahren auch viele Autos hin- und her.

 




Auf der Vulkaninsel angekommen, mache ich erst einmal eine Tour mit dem Sightseeing Rundbus. Mich zieht es erst einmal zum Ausguck, dem Yunohira Observatory. Dieser ist der am weitesten entfernte Punkt von der Schiffanlegestelle.


Es ist auch der höchste Punkt der zur Zeit für Besucher geöffnet ist. Da der Vulkan in der letzten Zeit aktiver ist, wurde die Warnstufe leicht angehoben. 


 




Nach einiger Zeit nehme ich dann den nächsten Bus zurück, wieder Richtung Schiffanlegestelle. Mittlerweile habe ich die Karte etwas studiert und beschließe mir ein Fahrrad zu leihen und den Rest der interessanten Punkte, die in der Nähe liegen, mit dem Fahrrad zu befahren. Tatsächlich ist die Insel sehr weitläufig, man kann entweder andere Busse nutzen oder noch besser, sich eitn Auto leihen und selbst herumfahren. Hierfür müsste man aber seinen Führerschein vorher übersetzt haben lassen. Vielleicht mache ich das irgendwann mal für eine andere Reise in Japan auch.



 Die Dame vom Fahrradverleih freut sich das ich sie verstehe und auch ich freue mich, das ich sie verstehe. Ich glaube, mein Japanisch ist echt etwas besser geworden :D

Sie erklärt mir die Sightseeing Spots und die Route und gibt mir ihre persönliche Empfehlung. Also ab auf Rad und los gehts!

 Radfahren ist ja echt was schönes.. kann mich gar nicht dran erinnern wann/wo ich das letzte Mal rad gefahren bin.. vielleicht sogar in Japan? :D

 










Ich habe das Rad für eine Stunde gemietet. Das reicht auch wenn man nicht zu sehr trödelt. Und es wird windig. Vor ein paar Tagen war eigentlich Regen gemeldet für heute und irgendwie.. sehen die Wolken so dick aus. ICh beschließe das Rad also nach einer Stunden wieder abzugeben und nehme flott das Schiff zurück. Kaum in Kagoshima angekommen, fängt auch an zu nieseln. Gutes Timing. 


Und ich merke jetzt.. irgendwie ist die Luft raus. Dabei ist erst kurz vor 16h. Ich gehe kurz zum Supermarkt und dann in die Unterkunft und merke das ich ziemliche Halsschmerzen habe und platt bin. Natürlich habe ich die Instantsuppe aus dem Supermarkt auch nicht vertragen, aber mir war so kalt, ich brauchte was heißes. :-/ Puuh~ 

Meine Vermieterin/Gastgeberin hier hat mir in der Zwischenzeit geschrieben und auf eine Lichtershow hier ganz in der Nähe hingewiesen. Ich war leider zu ehrlich und hatte geschrieben das ich etwas platt bin und es mir aber morgen ansehen werde (manchmal weiß ich nicht ob die dann mit einem zusammen gehen wollen, deswegen wollte ich einfach nur klar machen, das heute kein guter Zeitpunkt wäre). Nun.. zwei Minuten später schickt sie mir ein Foto mit Tee und Medizin und Co und will es mir vor die Tür stellen. Aufhalten bringt nichts. 


Sie ist sehr lieb, sie versteht direkt was Sache ist, auch mit dem Darm. Einfach etwas viel Stress (zwei Wochen kein richtiges eigenes Zimmer haben bzw. mit einer fast fremden teilen war doch etwas anstrengend und das obwohl ich wirklich eine sehr nette Kollegin da an meiner Seite hatte, wirklich, Glücksgriff! Unsere Zimmer waren nicht mit einer Tür getrennt nur durch eine Treppe, das konnte man bei der Buchung aber nicht erkennen :-| ), Umstellung, dann die Leute im Flugzeug (im Bus vom Flughafen gab es ein wahres Hustorchester.. vermutlich habe ich mir da was eingefangen). Sie ist da wohl auch sensibel und hat einige Allergien/Unverträglichkeiten und teilt daher mit Leidenschaft ihre Erfahrungen und Hausapotheke. Ich fühle mich so verstanden - ich könnte vor Glück heulen!  Sie hat eben noch Vitamindrinks vorbeigebracht/vor die Tür gestellt. Vor der Abreise muss ich mir echt was einfallen lassen als Dankschön!

So.. un nun sitze ich hier seit ein paar Stunden.. es regnet viel. Das erste Mal so richtig seit ich in Japan bin (haha in Deutschland fällt es eher auf wenn es mal NICHT regnet LMAO). 

Ich versuche mich ein wenig zu erholen, zu entspannen. Für Morgen ist echt wenig geplant, ich habe lediglich einen Kalligraphie-Kurs gebucht mit einer kleinen Zen Meditation wohl davor (hab ich eben erst gemerkt beim nochmal durchlesen) - vielleicht ist das auch genau das was ich brauche, ich kleiner Stressi. Ansonsten muss ich noch auf das Riesenrad. Muss. Geht nicht anders. Aber am liebsten wenn es dunkel ist. Und die Beleuchtung würde ich mir gerne ansehen, das ist wirklich nur paar Minuten von meiner Unterkunft weg.

 Ich hoffe,  ich kann die Erkältung im Zaun halten. Nächsten Montag muss ich nochmal einen Flieger nehmen (Fukuoka -> Tokio).  Ich habe noch ein kleines Trauma vom letztjährigen Flug mit der dicken Erkältung.. das tat abartig weh einfach .. ich will das nicht nochmal.

Liebe GRüße in die Heimat. 

 

 

 

 

 

 

 

 

Samstag, 29. November 2025

Tag 1 - Nach der Dienstreise kommt der Urlaub!

 Hallo Zusammen,

jaaaaa~ ich weiß, der letzte Reiseblog wurde abgebrochen. Ist doof. Wir waren einfach zu platt. Wir sind erkältet in den Urlaub damals gesetartet und das hat ziemlich an den Kräften gezehrt. Eigentlich wollte ich die Berichte immer nachholen, aber .. dann kam der Alltag und Tage, Wochen und Monnate vergingen.. und nun bin ich schon wieder hier - in JAPAN!  

Ich bin eigentlich schon 2 Wochen in Japan. Diesmal aber nicht nur privat, sondern die ersten zwei Wochen war ich dienstlich unterwegs. Ich hatte die Möglichkeit an einer Universtität/Institut zu hospitieren. Seit kurzen ist diese ein strategischer Partner meines Arbeitgebers in Aachen. Es war eine extrem tolle Erfahrung von der ich hoffe das beide Seiten langfristig von profitieren können. Ich bin dankbar für die Möglichkeit und die außerordentliche Gastfreundschaft der Kollegen dort. Da es eine Dienstreise war und es auch um vertrauliche Dinge ging, kann ich nicht weiter auf Details eingehen, daher starte ich den kleinen Reiseblog auch erst jetzt offiziell. 

Bevor es aber losgeht, ein paar Eindrücke der ersten zwei Wochen in Tokio:


Täglicher Blick nach Feierabend. Wenn wir an unserer Heimat-Metro-Station angekommen sind wurden wir mit diesem Anblick belohnt.

Kunst im Foyer der Universität

Am Sonntag (und knapp 2 Tage ohne Schlaf) MUSSTE jemand trotzdem nach Shibuya

süsses Event mit My Melody & Kuromi

auch nach Ikebukuro ging es noch am selben Tag - Hier gab es ein Fashion Event von Axes Femme im Sunshine Plaza


Am Wochenende zwischen den beiden Arbeitswochen haben wir uns für eine geführte Tagestour um den Mount Fuji entschieden. Hier stehe ich vor den Quellen von Owakudani.

wenn man nicht viel Zeit hat, ist so ne Tagestour ganz gut, aber man hat an den Orten echt nicht viel Zeit (haben 5-6 Orte besucht für je 30-40 Minuten nur)

FUJIIII!! Wir hatten extrem VIEL Glück mit dem Wetter und konnten ihn klar sehen!

5 Minuten später ging es schon schnell zurück zum Tourbus und ab zur nächsten Station XD

Am letzten Mittwoch war das Wetter so schön, da konnten wir die Pause etwas verlängern und waren am Zojoji-Tempel unterwegs




anderer Ort in Tokyo. Herbst in Japan ist eine wunderbare Zeit!!



Gestern Nachmittag war dann das Arbeitsprogramm durch und heute Morgen hieß es dann: Sachen packen und ab in den Urlaub!

Ich habe mich von meiner Kollegin verabschiedet (sie wartet auf ihren Mann und bleibt noch in Tokio) und machte mich dann auf in Richtung Flughafen: Kagoshima, ich komme!

 

Am Flughafen erwartet mich auch schon die erste größere Herausforderung: Ich habe Übergepäck. 2,8kg müssen vom großen Koffer irgendwie ins Handgepäck. Praktisch wie Japan ist, gibt es hier spezielle Tische an denen man sein Gepäck nochmal in Ruhe und sauber öffnen kann um nochmal umzupacken. Nach zwei Versuchen schaffe ich es dann auf 19,5kg runter. 


YES!


Also Gepäck abgegeben (an der automatischen Gepäckaufgabe), durch die Sicherheitskontrolle (anders als in Deutschland muss man hier nicht jedes elektronische Gerät einzeln auspacken, auch die Flüssigkeitsmenge ist hier lockerer gehandhabt) und am Gate dann auf den Flieger warten. Wenn man nach der Sicherhitskontrolle auch noch etwas kaufen will, wird man hier auch nicht bettelarm. Getränke aus dem Getränkeautomat kosten hier ca. 190 Yen (regulär 130 Yen) was in etwa 1,05€ entspricht. Jeder, der schonmal von Deutschland geflogen ist, weiß wie bitterböse die Preise sind (4,00€ für eine 0,5L Flasche oder so??!).

 Der Flug verläuft ereignislos - glaube ich zumindest - ich hab fast den gesamten Flug über geschlafen und meinen Fensterplatz suboptimal genutzt.


tolles Wetter!

Ab in den Bus nach Kagoshima - einzige Ausländerin of course!


 

Am Flughafen in Kagoshima angekommen, heißt es nun auch irgendwie nach Kagoshima zu kommen. Tatsächlich liegt der gleichnamige Flughafen nicht in Kagoshima (Stadt) selbst, sondern nur in der Präfektur und ist eine gute Stunde mit dem Bus vom Stadtkern entfernt. Der Flughafen ist überraschenderweise NICHT mit dem Zug erreichbar. So gar nicht. Es gibt keinen Bahnhof oder ähnliches! Das ist schon ungewöhnlich. Ich nehme also einen der (Reise)busse und fahre gemütlich nach Kagoshima. 

 Warum Kagoshima eigentlich?

Gute Frage, gute Frage. Obwohl die Dienstreise länger geplant war (die ersten Gespräche/Anfrage gab es im Oktober 2024) kam der endgültige Termin und zuletzt dann auch die Zusage zur Finanzierung recht spontan, nämlich erst im September 2025 bzw. Oktober 2025 zustande. Das lag u. a. an der rechtlichen Umformierungen / Fusionierung zweier Unis in Tokio als auch einfach in Aachen intern (im öffentlichen Sektor braucht es ein paar Genehmigungsschleifen mehr). Die Dienstreise war vom 18.11.-28.11.25 angesetzt, also im späteren Herbst. 

Daher dachte ich mir, das ich möglichst südlich fliegen möchte für gutes Wetter. Kagoshima ist die südlichste größere Stadt Japans, auf der südlichsten der vier Hauptinseln, Kyushu. 

Und hier war ich noch nicht. 

Und eventuell, ein wenig mentaler Grund, möglichst weit weg von Tokio um Abstand von der Arbeit zu kriegen erstmal (quasi einen "Cut" machen um abschalten zu können). 

Das waren meine Bedingungen XD

Bzgl. Wetter werde ich wohl extremst belohnt, es ist an allesn Tagen 20 Grad vorhergesagt (IST DAS NICHT FANTASTISCH!!??!??! Und in Deutschland bibbert man bei 3 Grad oder so gerade?!??) 

 

Nun, nach ca. 55 Minuten steige ich an der zweiten Haltestelle aus. Tenmonkan. Downtown Kagoshima quasi. Von der Bushaltestelle runter sind es dann, mit Gepäck, dann doch 15 Minuten geradeaus eine Straße herunter bis ich meine Unterkunft für die nächsten Tage erreiche.

Es ist eine neulich eröffnete Unterkunft mit nur ein paar Zimmern die von einer sehr lustigen und gesprächigen Japanerin geführt wird. Die Unterkunft ist hübsch und sauber und meine Gastgeberin zeigt und erklärt mit alles genau, bringt mir einen Tee und ein kleines Geschenk zur Begrüßung. Ich packe aus, bin etwas müde aber muss nochmal raus. Ich brauche etwas zu essen und muss auch noch meinen Rail Pass einlösen. Also geht es nochmal in Richtung Station und ich merke, dass ich sehr verwöhnt von Tokio bin: Hier kommt nicht alle 4 Minuten ein Zug/Bus oder sonst irgendwas. Ich verpasse (?) meinen Bus in Richtung Bahnhof und habe die Wahl ca. 20 Minuten zu warten oder in der Zeit selbst dort hinzulaufen. Also wählich ich letzteres.

 

 

Am Bahnhof schließlich angekommen, werde ich erst einmal abgelenkt: 

 

 

WIESO!??!??

Kagoshima Chuo Station - das Riesenrad muss noch erklommen werden. Das riesige Pikachu Plakat ist mir schon im Flughafen Bus beim vorbeifahren aufgefallen XD

 

Da fahre ich "extra" in eine kleinere Stadt um Geld zu sparen und dann gibt es ausgerechnet JETZT ein temporäres Pokemon Center ?!?!? Da ich nun keine 100m davon entfernt bin, muss ich natürlich da rein. 

 

Ich wurde (natürlich) auch fündig, aber richtig toll, hier gab es noch etwas aus der "Wedding Edition", Artikel hierzu sind in den anderen Pokemon Centern einfach oft ausverkauft - also freue ich mich, mit Mirko am Handy, doppelt :)

 

Danach hab ich dann auch wirklich das gemacht, um das ich mich kümmern wollte: Rail Pass einlösen.

Der "große" / "allgemeine" JR Rail Pass lohnt sich m. M. nach (fast) gar nicht mehr, der ist einfach zu teuer geworden. Ein regionaler, wie dieser hier in Kyushu, rechnet sich jedenfalls schnell, ich habe ja u. a. eine Fahrt nach Fukuoka (Norden von Kyushu). Leider muss man für den Rail Pass für Kyushu aber leider noch persönlich in ein Ticketbüro am Bahnhof um diesen einzulösen/zu erhalten. Das war in Tokio immer etwas ätzend, weil einfach immer relativ viel los war. Hier in Kagoshima... NIEMAND XD . Ich komme direkt dran und kann auch schon direkt einen Sitzplatz (mit extra großen Gepäck, das ich ja leider habe XD) für den Shinkansen am Mittwoch reservieren. Bei großen Gepäck ist das nur zu empfehlen, da der Platz dafür im Shinkansen begrenzt ist - Japaner reisen für gewöhnlich nur für (sehr) kurze Zeit und haben daher SELTEN großes Gepäck. Reserviert man nicht, muss man eine zusätzliche Gebühr zahlen oder wird im blödsten Fall gebeten, den Zug zu verlassen aus Platzmangel.


winter illumination am Bahnhof <3

Auf dem Rückweg entdeckt: Food Trucks. Aber alle übervoll - roch so lecker

 

Was in Kagoshima auffällt: Die Leute sind entspannter, interessierter, sprechen mit und fragen einem Pro-aktiv. In Tokio sind die Leute einfach zu beschäftigt dafür. Es ist eine andere Mentalität. Egal wo ich heute bin, es gibt immer etwas Smalltalk. Vermutlich auch, weil es hier zwar auch Touristen/Ausländer gibt, aber ganz klar nicht so sehr wie in Städten wie Tokio oder Osaka.

 

LIEBE! - Ein japanischer Supermarkt, ca. 10 MInuten von meiner Unterkunft entfernt. Auch hier gab es Smalltalk an der Kasse XD

 

 

 

Müde kehre ich gegen 20.30h zurück, genieße eine lange Dusche, esse und gehe ins Bett. Mal sehen was ich am nächsten Tag mache, ich habe Ideen, bin aber noch unentschlossen.  

 

Liebe Grüße in die Heimat!