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Dienstag, 26. September 2023

Tag 18 - Sightseeing: Shopping!

 Hallo Zusammen,

ich bin spät dran!

Es ist der Abend von Tag 19 und ich schreibe jetzt erst einmal zu Tag 18. GOMENASAI (oder so)!!11!!!

Es war zwischendurch etwas aufreibend, aber dazu später hier und im Blogeintrag zu Tag 19 mehr.

Die Nacht war wenig erholsam. Meine Unterkunft entpuppt sich als extrem hellhörig, ich habe neue Nachbarn, deren andersartige Sprache mich immer Rätseln lässt ob sie sich gerade extremst gegenseitig die Köpfe einschlagen oder das vielleicht ganz liebevolle Sätze in außergewöhnlich aggressiver Tonlage sind. Ich werde es in diesem Leben jedenfalls wohl nicht mehr herausfinden. Auf der anderen Seite hausiert ein Mensch der (laut) schnarcht. Da hilft nur meine Spotify "White Noise"-Playlist die diese Geräuschkulisse versucht zu überdecken und mich irgendwann schlafen lässt. Und von oben hört man alle paar Minuten was knallen. Keine Ahnung, ob das eine Tür, Fenster oder ein Mensch ist.

Naja, hilft alles nichts. Um 11h war ich an der Hachiko-Statue an Shibuya Crossing mit Toni  verabredet. Toni ist ein guter Freund von mir und wie soll es anders sein, ebenfalls ein Japan-Fan (irgendwie ist das so gut wie jeder in meiner Bubble?!). Wir überschneiden uns nun ein paar Tage in Tokio und heute steht ein bisschen Shopping-Sightseeing an.. JA XD das kann man kombinieren - in Tokio geht das! 

Shibuya Crossing - um kurz vor 11h am Montag schon viel los!

Die Brille hat einen neuen Besitzer gefunden

Fast pünktlich kommt Toni an. Ich (Alman 100%) war natürlich schon 15 Minuten zu früh da (XD) und schaue mir amüsiert an wie die Schlage vor der Hachiko-Statue immer länger wird. Wie die Statue ausschaut seht ihr unter anderem hier: Japan 2022 - Tag 2 und hier Japan 2017 - Tag 1 . Echt verrückt, wenn ich bedenke, das an der anderen Hachiko-Statue einfach NIEMAND war (Japan 2023 - Tag 16 ), der Blogeintrag des Tages 16 verdient seinen Namen wirklich, hahahha (Selbstlob stinkt nach Zuckerwatte).

Nachdem wir im Donki erst einmal Getränke Shopping betreiben und Google Maps dreimal unseren Standort ändert, finden wir den Weg zum PARCO. Wir sind echt so doof gelaufen das dieses hohe GEbäude echt immer von anderen Gebäuden verdeckt wurde und wir es erst nicht recht finden konnten. Reden und navigieren kann ich - Multitasking ist doch nicht so mein Ding. Ich werde trotzdem weiter über eine gewisse Kollegin lachen die dies noch viel weniger kann als ich. Ist echt faszinierend bei ihr  mitanzusehen...

Unser erstes Ziel ist die Shopping Mall PARCO. Das Wetter ist heute übrigens überaus gnädig wieder. DANKE JAPAN!



Wie in den meisten Shopping Malls in Japan üblich, ist der coole "Shit" natürlich nicht im 1.-3. Stock sondern möglichst weit oben. PARCO Shibuya ist fast schon gnädig und so müssen wir nur auf den 6. Stock und uns an fünf überteuerte Etagen mit Luxusmarken vorbeikämpfen. Sorry, heute haben wir leider auf dem Weg nach oben keine Zeit eine Handtasche für mehrere Hundert(tausend?) Euro zu kaufen, vielleicht überlegen wir uns das nochmal wenn wir runterkommen - ALSO WIRKLICH!? Als ob jemand auf den Weg zu den Game-Character-Läden sich dann zufällig denkt "ach, so ne Gucci Tasche die kauf ich jetzt mal nebenbei jetzt wo sie grad da steht?!" - in welcher Welt, bitte?! XD

Also ok, back to topic:
Auf dem 6. Stockwerk gibt es unter anderem einen Nintendo Store, ein Pokemon Center, ein Capcom Store und einen Shonen Jump-Laden:
wieder Geld aus am geben.. tse tse tse


Drache hat schon verloren quasi! Wer Monstermückenstiche überlebt, überlebt alles!!




Für Nintendo musste man heute keinen Zeitslot vorher reservieren, man durfte direkt in den Laden und Geld ausgeben - Danke und JUHU!



Jump Shop:



Japan besticht bei seinen Shops immer wieder mit seinem liebevollen/detailreichen Design. Schon das macht das Shopping zu einem wahren Erlebnis! Und dann noch die passenden Melodien aus den Serien/Videospielen etc.! Das Fan-Herz schlägt direkt ein paar Takte höher!

Neben meinem Herzschlag wird nun auch mein Schritt schneller: Pokemon Center in Sichtweite! Ich dreh durch! Immer wieder! Dabei habe ich ja echt viele Stores gesehen (diesen hier auch schon) aber es ist immer wieder MEGA!!!!!!!!!!!
sieht voll leer aus, war es aber gar nicht 


Ein Video sagt mehr als 1000 Worte oder paar Bilder, sorry für das Wackeln, bin zu excited und hab Toni einfach irgendwo stehen lassen ich Egofucker XD:



also.. wenn ich ja könnte, den Platz im Koffer und auch Zuhause hätte.. es würde so viel mitkommen XD


Nach einer erfolgreichen Shoppingrunde werden wir hungrig. Und leider höre ich auf einem Ohr wieder kaum noch was. Also höchste Zeit für ne Pause. Ich habe zu wenig Schlaf einfach. Es geht auf das Roof Top der ShoppingMall:

I
ch habe das letztes Jahr auch schon geschrieben, aber es ist echt einfach super, wie Japan es schafft, inmitten einer Millionenmetropole und auf einer hektischen ShoppingMall eine kleine Oase zum entspannen zu schaffen. Das hilft so sehr! Genauso wie die vielen Toiletten überall, die einfach sehr sauber sind, genug Platz haben und bei den Damen gibt es auch oft extra Ecken an denen man sich nochmal etwas "herrichten" kann, Spiegel, manchmal mit Licht und Ablagefläche & Stühlen etc.

Wir machen ne längere Pause, gönnen uns Kombini (gibt einfach einen Family Mart hier auf dem Dach, why not). Ist echt gut das ich wieder mit jemanden unterwegs bin, ich zerstöre meinen Körper einfach zu krass wenn ich alleine bin. Ich renne dann immer überall hin und viel zu lange und so mache ich auch mal Pausen, trinke genug, esse was und sitze. Ich vergesse das alleine oft. Ich bin dann einfach Reizüberflutet und in einem Wahn. Besonders bei der bisherigen Hitze hier sehr anstrengend.

Für den Nachmittag teilen wir uns auf - wir gehen unseren jeweiligen Guilty Pleasures nach: Toni will Shisha-Bar, ich will Shopping in Harajuku. Man sieht sich die Tage sicher nochmal :)

Hallo mein liebes Harajuku <3

Es geht u. a. in einen Schmuckladen und dann in den Uniqlo (megatolle Shirts hier, ich musste für meine bessere Hälfte ein wenig zuschlagen :) ). Uniqlo befindet sich u. a. mit IKEA in einem noch relativ neueren Gebäudekomplex in Harajuku der im inneren einige Sitzmöglichkeiten bietet und eine schöne Aussicht. Japan, ich liebe dich! Du machst Eskalationsshopping doch so angenehm! Ich brauche nicht erwähnen das alles außerordentlich sauber ist, oder?


Blick auf den neuen Harajuku Bahnhof


Ich ruhe mich etwas aus. Meine Ohren werden langsam wieder besser. Bluthochdruck. Oder so. Ich wills gar nicht genau wissen. Ich sitze und beobachte Leute und schaue auf meine Uniqlo Tüte. Ist das etwa etwas Liebeskummer oder Heimweh das ich da spüre wenn ich mir die Shirts für mein Herzchen ansehe? Ja, vielleicht. Ich bin kurz traurig aber auch glücklich. Es ist schön so zu empfinden. Das macht mich glücklich. :)
Es ist jetzt auch die Zeit wo Deutschland aufwacht und ich vergesse fast das ich ja noch Ziele hatte:
Ich habe eigentlich gewartet bis es 16h wird, weil der Second Hand Store ClosetChild dann erst öffnet als mir wieder einfällt, was mein URSPRUNGSGRUND eigentlich war:


Unterwäsche!
Ja!
Mein Laden des Vertrauens!
Die Verkäuferinnen sind so lieb hier! Meine japanische Größe hab ich ja letztes Jahr schon hier rausfinden lassen (Upgrade sag ich nur!) und los ging es! Die Auswahl ist einfach mega, ich brauche echt ne Zeit um mich zu entscheiden. Bei drei Stück gab es 10% Rabatt. Musste natürlich mitgenommen werden. Ich habe für drei Sets umgerechnet 27€ bezahlt. Ich hab fast geweint vor Freude im Laden einfach wegen der Auswahl und der Preise. Ich bin etwas dünnhäutig im Moment vielleicht

Ich werde auch im ClosetChild fündig und es zieht mich noch in den Daiso. Das Shopping fordert seinen Tribut doch meine Arme überstehen die Schlacht. Aber es hinterlässt Spuren:
Shopping HURTS


Am Abend versuche ich die Geräusche von überall außerhalb meines Zimmers mit dem Fernseher zu überspielen:
Wetter-Fee mit Shiba-Handpuppe.

Ich kriege Hunger und muss noch einmal zum Supermarkt. Als ich den Müll rausbringen will, treffe ich am späten Abend eine Angestellte der Unterkunft und ein Abschiedsgeschenk von schon abgereisten Gästen: 7 Bierdosen. Egal wie ich mich bemühe, ich kriege diese Dosen von der lustigen Damen aufgedrückt. Zu einem gemeinsamen Bierchen kriege ich sie leider nicht, sie arbeitet ja gerade noch, meinte sie.

da brauch ich Unterstützung!

Der Abend/NAcht verläuft unruhig. Ich beschließe nach einiger Überlegung (und Rateinholung) die Unterkunft zu wechseln. Die Biergeschichte war die einzig wirklich angenehme Erfahrung hier. Aber dazu morgen mehr.


Danke fürs lesen. Danke fürs nachfragen, mitdenken. Ich war ehrlich gesagt sehr überrascht, wer so alles den Blog verfolgt. Tut mir leid für den Low quality content U_U


Liebe Grüße in die Heimat!


Schlüsselsatz:

ピンクはちょっとう。。からだにフィットしません

(Pinku wa chottou) .. karada ni fitto shimasen

in etwa (das Pinke (Kledingsstück oder hier BH) leider...) passt/sitzt nicht so recht 


Donnerstag, 21. September 2023

Tag 13 - Wenn man der Hitze ausweichen will..

 Guten Morgen Zusammen,

hier ist es immer noch sehr, sehr warm. :-( Und weil das anstrengend ist, wurden Indoor Aktivitäten angepeilt! Als erstes ging es ins Cup Noodle Museum:

Hiyoko-Chan, das Maskottchen von Cup Noodle

Ando-San und seine Erfindung

Ein wenig außerhalb von Osaka (City) liegt das Cup Noodle Museum (Ikeda). Es ist nur ca. 5 Minuten zu Fuß von der Bahnstation Ikeda entfernt, also sehr praktisch gelegen.

Der Einlass zum Museum an sich ist kostenlos, für 500 Yen kann man seine eigenen Cup Noodles deisgnen und zusammenstellen und es gibt auch eine "Chicken Ramen Factory". An letzterer kann man nur teilnehmen, wenn man vorher reserviert hat, das war uns nicht bewusst, daher konnten wir dies nicht machen. Aber wir können unseren eigenen Cup herstellen - also ab dafür!

Cup Noodle im Laufe der Zeit. Erfunden wurden Sie 1958, das typische Cup Noodle Design folgte erst aber Anfang der 70er Jahre!

Für 500 Yen zieht man eine leere Cup Noodle Dose aus einer Vending Machine und wird dann von den Mitarbeitern des Museums an Tische zugewiesen. Nun ist der Kreativität kein Ende gesetzt:

Nati beginnt ein Kunstwerk

Es ist so simpel und doch so gut. Das "designen" hat viel Spaß gemacht und man kann sich am Tisch auch überlegen aus welchen Lebensmitteln das Cup Noodle bestehen soll. Ich hoffe, meine "Mische" ist essbar, ich habe eine für Mirko zusammengestellt - ich entschuldige mich an dieser Stelle schonmal im voraus.


Sobald fertig "gemalt" ist, geht es zur Factory und der Cup wird mit Inhalt gefüllt!


Man darf sogar selber die Nudeln in das Cup drehen - WOW!
Bei den weiteren Zutaten angekommen verwirre ich eine Japanerin weil ich anstatt "Umami" doch "Unagi" sage. Das gibt es nicht. Nati ist auch erst verwirrt, kann mich dummen Gaijin aber aus der Sitation retten. Keine Ahnung, irgendwie Hirnpups in dem Moment gehabt. Die Gerüche machen mich hungrig :D (wie ich grad versuche meine Doofheit mit Hunger zu rechtfertigen, hahaha)


süße kleine Ausstellung über die Geschichte der Cup Noodles.

stolze Erschafferin einer vermutlich nicht grad leckeren Sorte Cup Noodles

Ich fand das "Museum" klasse, es ist nicht tagesfüllend aber für 1-2 Stunden super und ich finde die Erfahrung für 500Yen (auch wenn das doppelt so teuer wie eine übliche Cup Noodle ist) mega cool! Das würde ich wieder machen! Den PR-Leuten von Cup Noodles sollte man eine Gehaltserhöhung dafür geben , hahaha!

Nun, der "kleine Hunger" ruft und Nati bringt uns in ein Cafe/Restaurant mit vielen veganen Optionen:

da sag ich nur "VEGAAAAN, o-o-ohne Tiiiiiere"

Es war echt lecker dort. Eigentlich haben wir aber auch noch mit einem Dessert geliebäugelt. Nati hat auch darum gebeten das wir die Karte behalten können, nun die Bedienung sagt "ja" und nimmt die Karte weg. Dann eben nicht XD . Nati spricht sehr gut japanisch, keine Ahnung woran es lag (Dienstprogramm "Karte auf dem Tisch liegen lassen" nicht installiert beim Bedienungs-NPC oder so XD).

Wir sind inzwischen in Umeda und gehen nun "Sightseeing" in Shops machen :D :
wir kommen ~ <3

Wir nutzen den Aufzug, da die Stores in der 13. Etage liegen. Natürlich hält der Aufzug diesmal gefühlt an jeder einzelnen Etage vorher auch bevor wir die gewünschte Ebene erreichen XD
Als erstes ruft der Nintendo Store:

so ne gelbe Aufbewahrungskiste hab ich letztes Mal geholt. Ich bereue nichts!


Im Gegensatz zum letzten Mal, kann man nun direkt in den Store, ohne einen TimeSlot zu reservieren. Als ich im letzten November da war, hatte der Store gerade erst eröffnet und entsprechend war der Andrang riesig. Die Nintendo-Stores sind, wie auch die Pokemon Center, einfach irgendwie magisch: In den Stores laufen bekannte Melodien aus den Spielen und man ist instant voller Nostalgie und Freude - wenn man halt ein kleiner Otaku/Nerd ist :D

Dann schauen wir kurz ins Pokemon Center gegenüber rein, hier ist unglaublich viel los, ich konnte nur von der Rückseite des Shops ein vernünftiges Foto machen:


Hallo Mario!

Als nächstes zog es uns daher in Richtung Namba, zum anderen Pokemon Center (natürlich in einer großen Shopping Mall gelegen):



Hier gibt es am Pokemon Center dran auch das Pokemon Cafe für Osaka. Man braucht aber ebenfalls eine Reservierung. Die ist selbst Online schwer zu kriegen, ich hab es genau 31 Tage vorher ein paar Tage immer wieder versucht.. aber.. die Seite ist dann teilweise auch überlastet. Ja, das Cafe ist beliebt!

Nati kann aber wenigstens ihren Spiegel kaufen, in Umeda war zu viel los im Poke Center, da hätten wir für einen 500 Yen Spiegel sicher 30 Minuten an der Kasse angestanden. Hier in Namba waren es zwei Minuten vielleicht.

Wir haben uns heute fast nur in Shopping Malls, unterirdischen Zubringern, Malls und Zügen bewegt. Es ist sonst nur schwer auszuhalten. Und trotzdem sind wir gegen frühen Abend müde und beschließen noch einen Supermarkt bei Nati in der Nähe aufzusuchen (ich liebe diese Supermärkte doch so sehr! <3) und Nati kocht wieder grandioses Essen für uns (ich genieß es, ab Tokio wird die Qualität meines Essens leider wieder extrem sinken weil ich kein guter Koch bin :D )
ein kleiner Pop-Up Store zur Netflix One Piece Serie. Die muss ich mir im Oktober auch ansehen, alle sagen die wäre gut (?)

Wir quatschen viel, ich telefoniere in die Heimat und um kurz nach Mitternacht legen wir uns erst hin. Ich freue mich schon auf morgen.


Viele Grüße in die Heimat, danke fürs lesen.


Schlüsselwort:

うまみ

Umami

(Geschmacksrichtung, "vollmundig")


Dienstag, 12. September 2023

Tag 4 - Bahnen, Baden und Buzzern

 Guten Abend Zusammen,

ich bin sehr müde. Dabei bin ich relativ entspannt gestartet aber war nun abends einen Zacken zu lange unterwegs. Na, das wird ja morgen was.. ich brauch in Japan morgens immer etwas Anlaufzeit, hahaha.

Heute beschließe ich, es entspannt angehen zu lassen. Ich will zur Tokio Station und schon einmal meinen JR Pass abholen und einen Sitzplatz für morgen reservieren (es geeeht weiter <3 ) und dabei diesmal die Character Street im Bahnhof finden, hier soll sich nämlich noch ein Pokemon Shop befinden! Außerdem möchte ich ein Onsen besuchen, das hat ja letztes Jahr nicht geklappt (und dann hab ichs vergessen, haha) und evtl. noch im Ueno Park spazieren gehen oder zur Tokio Universität. So weit der Plan.

Irgendwann kriege ich mein Popöchen hoch und mache mich auf zur Tokyo Station. Nach ein wenig hin und hergelaufe finde ich auch tatsächlich die Character Street, und sie macht Ihnen Namen alle Ehre:








schade, das es kein Pikachu-Plüsch mit entsprechender Zugmütze gab :(




Pikachu begrüßt einen schon um auf die richtige Etage zu kommen

Der Pokemon Store hier war recht klein, so wie alle Character Shops hier. Also wer hier keinen Shop hat, ist kein beliebter Character.. komischerweise fehlte ausgerechnet ein Sanrio-Store.. merkwürdig.
Da es im Pokemon Store keine Store-Exklusiven Artikel gab (dachte, die haben vielleicht irgendwas was dann entsprechend den Ort ausmacht, Pokis mit Schaffnermützen oder auf einen Shinkansen oder so) habe ich auch nichts gekauft. Nur geguckt. Ich halte mich echt zurück. Bin so stolz auf mich. Der Koffer bleibt (erstmal) leicht.

Nun will ich aber meinem Zukunfts-Ich einen gefallen tun und schon einmal meinen Voucher für den JR-Pass ab morgen einlösen. Erst stelle ich mich natürlich an einem falschen Ticket Center Office dafür an. Naja, zum Glück war die Schlange nicht lang, das kommt davon wenn nebenbei beschäftigt ist Pokemon zu fangen (Fail des Tages?). Ich muss über meine Doofheit selbst lachen. Also ab in das nächste Office (gefühlt am anderen Ende der Station). Auch hier ist die Schlange nicht sehr lang und alles verläuft reibungslos. Nebenbei assistiere ich der japanischen Angestellten und rate anderen Reisenden welche Route sie am besten nehmen um von "A nach B" zu kommen und ob sie eine Sitzreservierung brauchen oder nicht. An der Station, und auch später am Abend, merke ich, das ich auffällig oft von Touristen angeguckt werde beim Vorbeilaufen etc. Manchmal kommt man ins Gespräch und eine der ersten Fragen die immer fällt ist "Reist du etwa alleine?!". Japan ist vermutlich das sicherste, oder eins der sichersten Länder der Welt um auch als Frau alleine zu reisen. Es ist wirklich traurig das ich merke, das ich in Deutschland bei Dunkelheit und bekannter Strecke mir mehr Sorgen mache als in Japan (auch bei unbekannter Strecke). Schade sowas.

Um kurz vor 12h habe ich schon Hunger und stolpere über 2Foods, eine Restaurant-Cafe-Kette mit rein veganen Speisen. Ja, dann mal ab dafür! 

Omurice mit Fake-Ei. Klare Empfehlung, ich esse hier wieder!

Ich lebe nicht vegan, "nur" vegetarisch, aber das ist schon lästig genug in Japan. Man muss alles genau checken, was durch die Sprachbarriere sehr anstrengend ist. Und irgendwie kriegen die es hin gefühlt überall zumindest ein Krabbentier unterzubekommen. 


Nach dem Mittagessen mache ich mich langsam auf in Richtung Shimbashi, es soll ja ins Onsen gehen.


Vor dem Bahnhof dort, gibt es eine kleine Demo. Es ging wohl gegen Atomwaffen und Nordkorea, wenn ich das richtig erschlüsselt habe.
Ich laufe gemütlich durch die Gegen in Richtung Onsen, ganz in Ruhe, mit meinem tollen Sonnen-Regenschirm, das Wetter ist heute wieder erbarmungslos, haha.
Ich laufe letztlich zweimal an dem Onsen vorbei. Das Gebäude sieht von außen ganz anders aus, als in den Bildern auf Google. Das Hauptaugenmerk, das Onsen-Schild wurde entfernt. Nur wenn man genauer guckt, sieht man den leicht nach hinten versetzten Eingang zum Onsen.


Ich hab jetzt ein wenig überlegt, inwieweit ich hier nochmal ausholen werde, und mich entschlossen, es relativ kurz zu halten. Laut Internet ist dies ein "Tattoo & Gaijin Friendly"-Onsen. Das kann man auch über die Betreiber sicherlich so sagen. Bedeutet aber wohl leider nicht, das alle Gäste das auch so sehen. Ich werde nie erfahren, was genau das Problem der älteren Dame war, die quasi als ich reinkam mit dem Baden fertig war, aber bevor ich mich erstmal richtig ausziehen konnte, hatte ich sie schon an der Backe mit tausenden von Fragen und alles passte ihr anscheinend nicht. Hab nicht mal die Hälfte von dem verstanden was sie so gesagt hat, aber sorry, lass mich doch erstmal komplett ausziehen und kramen und dann siehst du das ich "Tauwelu" (Handtücher) mitgebracht habe. Dann stimmten meine Haare nicht (sie waren hochgesteckt und vor dem Onsen duscht/wischt man sich ja auch noch ab). Eine andere Ausländerin war auch noch als einzige andere in Onsen war (aber schon fertig), verstand auch nicht, was die ältere Dame wollte. Auf jeden Fall hatte ich den Blick der Dame die ganze Zeit im Nacken. Die Ausländerin verschwand auch nach dem abtrocknen ganz schnell, sie fühlte sich auch nicht so ganz wohl und meinte das sie aber glück hatte das sie die erste Zeit ganz alleine war. Die ältere Dame schien sich extra Zeit zu lassen bis ich wieder rauskomme. 
Ich muss dazu sagen: Ich kenne die Onsen Regeln. Ich war schon mehrmals in Onsen. So schwierig ist es nicht. Ich fühle mich da auch sicher. Aber im Nachhinein denke ich, das es sie vielleicht gestört hat, das direkt zur "Eröffnung" (ab 14h) direkt zwei Gaijin (Ausländer) da waren und sie das Onsen nicht für sich hatte. Die Dame an der Rezeption hat sich bemüht am Ende ein wenig "Schadensbegrenzung" zu betreiben und war außerordentlich freundlich zu mir, aber ich hätte mir da gewünscht das sie da vlt auch eingegriffen hätte. Die Frau war, milde gesagt, einfach übergriffig, packte mich auch am Unterarm. Aber man will da ja auch keinen Aufstand machen (und ich war auch perplex einfach). Sie hat auch, als sie dann endlich ganz rausging (gefühlt 2 Minuten vor mir nur, obwohl sie mindesten 30 Minuten vor mir da war) und eine andere Japanerin zum Baden reinkam etwas geflüstert was sich eindeutig auf mich bezog. Das war der Dame, die reinkam, sichtlich unangenehm, das ich das gesehen habe.  Zusammengefasst: Extrem unangenehm, wenn man sowieso schutzlos ist, weil nackt. Hat auf jeden Fall einen Podiumsplatz der negativen Erlebnisse in Japan bekommen. Das hat mich extrem verunsichert im Nachhinein.
Mein Freund meint, ich hab vermutlich in dem Moment verloren, wo sie das Tattoo entdeckt hat. Dabei finden alle Japaner, denen ich das zeige sehr süß und sagen das ist kein "Tattoo"-Tattoo, versteht man was ich sagen will? Ich hab ein Häschen mit pinken Linien ganz klein aufm oberen Rücken.

Ok, hab gelogen. Hab mich nicht kurz gehalten. Aber einfach mal so. Gibt, wie in jedem Land, auch in Japan unfreundliche Menschen. 

Das Onsen an sich war gut. Mehr oder weniger entspannend. Aber sehr klein. Ich war etwas enttäuscht als ich reinkam. Etwas in die Jahre gekommen (sehr). Das sah im Netz wesentlich toller aus. Die Onsen waren etwas über 40 Grad warm.

Verbrannt und ungeschminkt - enjoy pure nature

Mit dem Schirm ein wenig mehr ins Gesicht gezogen habe ich dann meine Rückreise zur Unterkunft angetreten. Ziel war, vor 16h zurück zu sein, um die RushHour zu vermeiden. Ich packe auch schon einen Großteil meiner Sachen und mache mich im Schutz des Mondes noch auf zu einer letzten Station: Akihabara!





NAch dem doofen Erlebnis im Onsen wollte ich nochmal Spaß haben und habe mich an 2-3 Kranspiele versucht (ich brauche nicht zu erwähnen das es ohne Erfolg blieb) und zwei Rhythmusspiele gespielt. Ich liebe die. Einfach da hinklatschen wo die Farben hinfliegen, hahahah
Akihabara bietet bei Dunkelheit auch eine tolle Fotokulisse, leider kriegt mein Handy das nicht soooo super hin aber.

Gekauft habe ich nichts, außer einen kleinen Pokemonring aus einem Gaccha-Automaten (200 Yen). Insgesamt hab ich auch nur 1000Yen ausgegeben. Das ist ein günstiger Abend.

Ich genieße die Atmosphäre, gehe ein wenig zu Fuß bevor ich dann die Metro zurück zur Unterkunft nehme. Wie schön.


Gerade sitze ich im Shinkansen nach Kanazawa schon. Hier war ich noch nie. Ich bin gespannt. Aber heute ist auch Waschtag. Hatte herausgefunden, das meine Unterkunft eine eigene Waschmaschine hat. Das wird erstmal voll ausgenutzt :)


Liebe Grüße in die Heimat!


Schlüsselsatz:

タオル

Taoru

Handtuch