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Freitag, 2. Dezember 2022

Tag 44 - An manchen Tagen sieht man so viel, es reicht für drei Tage

 Guten Abend Zusammen,

nach gefühlten JAAAHREN komme ich dazu einen Eintrag mal wieder abends zu schreiben. Wie kommt es? Es liegt an meiner Sorge, das ich viel zu viel gekauft habe und nichts mehr in die Koffer passt. Ich habe nun alles, was ich nicht mehr brauchen werde, eingepackt und ich glaaaaauuuubeeee... da ist noch Platz! Ihr wisst also, was ich morgen nachmittag machen werde, harharhar! 

So, aber was ist heute so passiert? Irgendwie viel und das obwohl ich gar nicht mal so lange unterwegs war.

Es ging heute als erstes in das Unko Museum. Was ist Unko? Unko ist japanisch für.. Kacke. Ja. Genau das!!! Aber normale Kacke wäre viiiiiel zu langweilig (und eklig)! Es gibt nichts, was Japan nicht "kawaii" also "niedlich" machen kann! Lasst euch überzeugen!!!

Bevor man in das Museum kann gibt es eine kurze Einweisung mit einem süßen Film und wir werden auf harte Arbeit vorbereitet. Die Mitarbeiter sind sehr engagiert hier! 

Jeder muss einmal kräftig drücken!




Ich bin stolz wie eine Mutter


Ich glaube, das ist mit das Beste Souvenir das ich je hatte :D

Und nun geht der Wahnsinn los. Das Publikum ist übrigens sehr gemischt: Pärchen, Freunde, junge Familien oder so Einzeller wie ich :D Ich denke, die Fotos sprechen für sich:










Es gab also Fotobereiche, Infobereiche und einen Gaming-Bereich. Bei einem Spiel musste man zB das Unko auffangen während man auf dem Monitor einen Schwarzgurt in die Augen sehen soll, seht wie triumphal ich war:


Also, ich weiß, viele denken jetzt "Was das denn?!" - aber, bitte glaubt mir. Ich hatte so viel Spaß. Dieses Thema ist so absurd das man einfach lachen muss. Absolutes MUST-GO wenn man mal was wirklich außergewöhnliches sehen will. Man braucht nicht viel Zeit und Geld dafür, einfach nur Neugier! Ich habe in den Wochen hier viel gesehen, aber das Museum hat mit am meisten Spaß gemacht! Ich würde jedes Mal wieder hier vorbeikommen.

Ich schlendere nach meinem Besuch noch etwas in Odaiba herum.



Weil es zu kalt ist für Aktivitäten im freien beschließe ich doch relativ spontan mein Glück beim "Sailor Moon"-Museum (es ist eigentlich eher eine Ausstellung) im Roppongi Museum zu versuchen. Man kann Tickets im Voraus auch Online kaufen, aber das hab ich mal wieder verschwitzt. Meine Dummheit wird heute auch tatsächlich belohnt, ich komme ins Museum rein. Es ist wohl das allererste Mal das es ein "Museum" (oder besser gesagt Ausstellung) zu Sailor Moon gibt. Zumindest sagt das die Ausstellung so. Hätte ich persönlich gar nicht gedacht, Sailor Moon ist ja quasi eine Legende unter den Manga & Anime der 90er.



Was kann man hier bewundern? 

Im ersten Raum kann man sich die Originalgetreuen "Waffen" der Sailor Kriegerinnen ansehen:




Ein nächster Raum zeigt vergrößerte Originalzeichnungen aus den frühen Manga:






Im dritten Raum gibt es eine Übersicht der verschiedenen Serien der Reihe:



Ich liebe ja Crystal auch wirklich sehr, auch wenn das hierzulande (also Deutschland) nicht so beliebt ist. Ich feier das Intro einfach schon mega.

Ich zeige euch nur einen Bruchteil der Fotos die ich gemacht habe, bei Interesse schicke ich gerne Fotos aus jedem Blickwinkel des Museums zu xD

Im nächsten Raum gibt es allerhand Merchandise zu bewundern und Originalkostüme:







Während ich mir diese ganzen Sachen ansehe, merke ich, was für einen Einfluss "Sailor Moon" auf eine ganze Generation hat/te. Ich war/bin gewiss nicht der größte Fan, obwohl ich die Serie liebe habe ich doch viele Wissenslücken, "Sailor Moon" ist auch einfach mehr als das. Naoko Takeuchi hat ein völlig neues Vorbild erschaffen. Eines das es in dieser Art und Weise vorher nicht gab. "Sailor Moon" oder besser Usagi ist ganz und gar nicht die typische Heldin: Sie tut sich in der Schule schwer, weint viel, ist sehr emotional / unrational - und gerade das und ihre Entwicklung in der Serie (überhaupt, Charakterentwicklung in den 90ern war schon noch ne Ausnahme) machen sie so besonders. Und natürlich die ganzen anderen liebenswerten Charakter. Klqa, aus heutiger Sicht betrachtet gibt es auch ein paar Dinge die nicht ganz zu Ende bedacht worden sind oder vielleicht leicht fragwürdig sind, aber die Serie war ihrer Zeit weit voraus (ich sage nur Sailor Uranus&Neptun, deren Verhältnis man im westlichen Raum "entromantisiert" hat damit es "besser passt" für Kinder). Sailor Moon hat für viele weitere Serien den Weg gelegt. Gar das ganze Genre "Magical Girl" geprägt, vielleicht sogar zu einem eigenen Genre gemacht? Da bin ich nicht so im Thema drin. Jedenfalls: Mädchen konnten auch "cool" sein! Probleme lösen und einfach mal der Hauptcharakter einer Serie sein und nicht nur "die Freundin von". Und sehen dabei noch toll aus! Warum auch nicht?! 





Danke, Naoko Takeuchi! 

Japaner und Details - TOP!


Da ich nun einmal in Roppongi bin, und hier ehrlich gesagt bisher noch NIE war, sehe ich mir die berühmten Roppongi Hills an und warte auf den Sonnenuntergang. Mit ein wenig Glühwein vom deutschen Weihanchtsmarkt dort, vergeht die Zeit auch wie im nu. Schmecken tut der Glühwein übrigens sehr gut, wie in Deutschland. Ich bin happy!





Und nun ist endlich die Zeit der "Illumination" gekommen:





Leicht angeheitert mache ich mich auf den Rückweg. Glühwein auf fast leeren Magen schlägt doch etwas rein. Ich gehe noch in den Supermarkt.

Dann geht es nach Hause. Ich nehme im Dunkeln einen anderen Weg, ich musste noch Geld ziehen am Family Mart und denke mir Ahhh, und gleich nur einmal ein bisschen mehr links gehen. Tja, ich verlaufe mich im eigenen viertel. Musste tatsächlich googlemaps anwerfen und die Adresse raussuchen und das bei unter 10% Akku . Hab echt übertrieben mit Fotos in den Museen. Ist halt doof wenn das Handy ausgeht, weiß meinen Pin nicht mehr und mein Leben in Japan hängt an meinem Handy hahaha. #lebenamlimit

 Als ich Zuhause ankomme und die Tüte auspacke, frage ich mich, ob ich für mich eingekauft oder für eine Familie. Ich hab doch nur noch knapp zwei Tage. Notiz an mich: Einkaufen im angeheiterten Zustand & Hungrig ist nicht gut für den Geldbeutel.

Morgen muss ich früh (10.30h) los, ich bin jetzt schon gestresst for no reason. Morgen ist ein Lolita-Treffen. Nach ALL diesen Jahren kriege ich doch tatsächlich mal eins in Japan mit, hahaha.


Liebe Grüße in die Heimat!


Schlüsselsatz:

うんこしています

unko shite imasu

Grad am Kaka machen



Montag, 12. Oktober 2015

Tag 16: Odaiba, Ikebukuro und die Frage "Sind etwa grad Herbstferien?!"

Hallo ihr Lieben,

hier ist Usai.
Unser Japanaufenthalt nähert sich langsam dem Ende. Heute stand ein Besuch in Odaiba und in Ikebukuro an. Als erstes ging es nach Odaiba.

Odaiba ist eine künstlich erzeugte Insel in der Bucht von Tokyo und ist hauptsächlich ein Unterhaltungsgebiet. Es gibt viele Kaufhäuser (wie nicht anders zu erwarten in Japan), Kino, Restaurants, ein Madams Toussaint,  Lego Land, Joypolis (eine Art kleiner Freizeitpark von Sega) und viel mehr. Wir hatten kein wirklich konkretes Ziel auf Odaiba sondern schlenderten ein wenig herum:

Blick auf das Joypolis

einer der vielen Läden in der Island Arcade. Im Chara Basket gab es diverses Merchandise z..b. zu Hello Kitty, Snoopy odere Gudetama.

yam yam


wir fanden sogar eine Spielhalle im Stil der 90er Jahre mit alten Spielautomaten - hatte auch irgendwie etwas :)
 Aus der Shopping Arcade befreit erwartete uns ein Ausblick auf die Rainbow Bridge. Diese verbindet Odaiba hauptsächlich mit Tokyo.



Wir schlenderten die Promenade entlang und fanden uns plötzlich in New York wieder:  ;-)


Replica Freiheitsstatue und die Rainbowbridge
 Odaiba ist übrigens auch sehr beliebt bei Hunden bzw. bei Hundehaltern. In Tokyo City sieht man (verständlicherweise) eher selten Hunde:

ist er nicht süss?
 Eigentlich suchten wir den Toys'R'Us, da ich zuvor gelesen hatte das dieser sehr lohnenswert sei (was leider eine ziemlich fehlinfo war..), naja, auf unserer Suche fanden wir uns auf einmal in einem Kino wieder (klingt komisch, ist aber so XD), und ich entdeckte dieses Werbeplakat und war natürlich ganz Feuer und Flamme:


Die Realverfilmung meines zur Zeit absoluten Lieblingsanime "Ore Monogatari" kommt demnächst in die japanischen Kinos. Das Cast schaut gar nicht mal so verkehrt aus bis auf die übliche Haarfarbproblematik (Sunakawa ist blond, Yamato-chan hat rote/karamellfarbene Haare, wenigstens Takeo passt XD). Vielleicht kann ich den Film ja irgendwann mal sehen ^___^

Danach ging es dann weiter Richtung Toys'R'Us:

kein ungewöhnliches Bild in Japan. Hunde sitzen in "Kinderwagen", es gab hier auch speziell einen Laden für allerlei Tierbedarf inkl. Kleidung und eben diese Wagen.
 Nach dem kurzen und eher enttäuschenden Besuch machten wir uns langsam wieder auf dem Weg zurück nach Tokyo. Dabei kamen wir an "Solar Bears" vorbei. Die Bärchen-Statuen weinen aus gutem Grund: Aufgrund des Klimawandels verschwindet der natürliche Lebensraum. Die Statue soll auf das Thema aufmerksam machen.


Odaiba - ein beliebter Ort für große und kleine Hunde.
 Auf dem Rückweg zum Bahnhof machten wir dann noch kurz halt vor dem Fuji TV Gebäude für Mochi. Mochi als großer Digimon-Fan wollte dieses schon immer einmal gesehen haben da an diesem Gebäude in der Serie einige Schlüsselszenen stattgefunden haben.

natürlich mit DigiVice


ein Riesenrad :3

Den Bahnhof dann erreicht, hieß es nun zurück nach Tokyo. Dabei machten wir ausserplanmäßig halt in Harajuku da ich noch unbedingt einen Petticoat für mein Lolita Outfit benötigte. Und wenn wir schon einmal da waren, wollte ich noch Mochi's Meinung zu einem Rucksack hören den ich gesehen hatte. Ich suche seit den ersten Tagen in Japan einen Rucksack da so der Tagesproviant leichter und angenehmer zu transportieren ist.

so voll?! An einem Montag?!
 Das war auch der Moment in dem wir bemerkten das irgendetwas nicht stimmte: Es war Montag und die Takeshita Dori war voll, eigentlich überlaufen. So etwas passiert höchstens mal Sonntags. Dann kam uns ein Gedanke: Könnte es nicht sein das hier in Japan so etwas wie die Herbstferien begonnen haben?!

Jedenfalls zwängten wir uns bis zu den beiden Läden durch die Massen und ich wurde fündig:


Jetzt ging es auch planmäßig weiter: Nächster Halt: Ikebukuro!

und schon lächelt uns ein ClosetChild an.. hier gabs aber nichts zu holen =(

ein hohes Gebäude neben dem anderen
 Unser Hauptziel war das Sunshine Building, welches u. a. ein Pokemon Center beinhaltet. Im Erdgeschoss des Buildings gab es (mal wieder) ein Meet & Greet mit (irgend)einer J-Pop Girlgroup, sowas sieht man schon mal:

schön in Reih und Glied - ein Foto welches die Japaner auf so vielen Ebenen beschreibt
 Nach dieser kurzen Ablenkung ging es dann Richtung Pokemon Center welches schon auf der Rolltreppe zur Etage kaum zu übersehen war:



Willkommen im Pokemon Center MEGA Tokyo:



Pikachu Popo's

Das Center war gut besucht und natürlich bekamen wir wieder einen Sonderprogrammpunkt mit - zwei süße riesige Pikachus machten ihren Rundgang um und in das Pokemon Center:

 

Sind sie nicht goldig?! *__* ;-)

Wir nutzten aber noch die Gunst der Stunde (die ganzen Kinder und die Erwachsenen die wie wir immer noch Kinder sind waren ja abgelenkt) und posierten noch mit dem Maskottchen des Centers:

Pokemontrainer wäre auch ein toller Job

Mochi wäre lieber ein Pokemon-Züchter
 Nach diesem "Abenteuer" waren wir hungrig und setzten uns in einen nahe gelegenen Park. Dort staunten wir nicht schlecht als wir einige Hauskatzen essend, spielend und schmusend sahen, die auch keine scheu vor irgendwelchen anderen Parkbesuchern hatten:


Nach der Mittagspause erkundeten wir die Anime/Game/Hobby-Läden in der Nähe:

Wir waren u. a. in einem "Magic, the Gathering"-Store mit tollem Tablet-Such-System...



 ..uns lockten (mal wieder) diverse UFO-Catcher an. Mochi war fest entschlossen sich ein Gabumon zu holen:


..naja, hat leider am Ende dann vielleicht doch nicht so gut geklappt..



Zu guter letzt wurde dann nochmal Pachinko ausprobiert, die Japaner lieben es:


 ..war ebenfalls nur halbwegs erfolgreich X'D

Nun wurde es aber auch schon spät, nur noch gut eine Stunde und die Japaner würden wieder wuselig werden. Also schnell, ab ins Hotel. Zurück ging es dann ganz einfach mit der JR Yamanote Line von Ikebukuro direkt nach Shinjuku. Doch dann ging das Wuseln schon los:



Es war sehr, sehr eng. In Ikebukuro ging erst die Tür nicht zu. Ich verstehe aber spätestens nach dieser Fahrt VOLLKOMMEN warum es am morgen zur Rush Hour explizite "Women Only"-Abteile gibt. Manche Japaner sind einfach nur "gaaaaaanz traurige Männer" (Zitat meiner ehemaligen jap. Lehrerin). Das einzig Gute ist vielleicht das man nicht umfallen kann weil dafür wirklich kein Platz ist und das man immer Unterhaltung hat - man wird so wie in der City von allen Seiten bombardiert: Stationen-Durchsagen, Star-Wars-Werbung, penetrante "Wir haben eine Station erreicht"-Melodie.. es ist wunderbar! X'D

Vermutlich werde ich das, zurück in Deutschland, wirklich vermissen..

Danke für's lesen ! :)