Montag, 21. Oktober 2024

Tag 5 - Kiyomizu Dera & Co.!

Hallo Zusammen,

hier ist Usai. Sorry für die Verspätung: die Tage sind sehr voll und die Zeit hier sehr begrenzt. Vermutlich werden ein paar der Tagesberichte letztlich erst fertig gestellt wenn wir wieder Zuhause sind. 
Der erste Morgen ist in Kyoto angebrochen!
Was eine tolle Nacht! Wie in den letzten Abschnitt von Tag 4 erwähnt.. es ist einfach so schon ruhig hier... wir wären am liebsten noch länger liegen geblieben, aber dafür gibt es einfach viel zu viel in Kyoto zu sehen (und jede Minute die wir hier in Japan sein können, kostet uns ne Menge Geld XD - zu blöd, wenn man das also einfach verschläft)!

Kyoto bietet eine Vielzahl an schönen Tempeln und Schreinen. Das macht es einen fast schwer eine Auswahl zu treffen. Für uns soll es aber heute zum Kiyomizu-Dera gehen und sonst mal schauen was man so sieht.

Auf dem Weg zum Bus unserer Wahl stolpern wir über eine Schreinanlage die Wildschweinen gewidmet ist:


Foto wurde abends gemacht 





Dann geht es aber in den Bus.
Busse sind das Hauptnahverkehrsmittel in Kyoto. Es gibt auch U-Bahnen, aber das Netz ist nicht so gut ausgebaut wie in Tokio. Bus fahren ist hier aber ziemlich einfach: Man steigt HINTEN ein und zahlt immer die gleiche Summe: 230 Yen. Egal ob man eine oder 15 Stationen fährt. Den Bus verlässt man vorne beim Fahrer und dort zahlt man auch per Bargeld oder mit einer IC-Karte (Suica, Pasmo auch Hayakaten funktioniert hier).



Am Vorpfad vor dem Tempel ist wie erwartet, viel los, aber um ehrlich zu sein, weniger als ich befürchtet hatte. Wir bahnen uns unseren Weg hoch und genießen ein Eis, das uns innerhalb Sekunden wegschmilzt:




Es ist sehr schwül heute. Kyoto liegt in einer Art "Kessel", umringt von Bergen, da sammelt sich die Hitze dann besonders gern. Wir sind dankbar für den Regen-/Sonnenschirm den wir gestern Abend noch erstanden haben.

Endlich da:




Die Sonne brennt













Beim Rundgang entdecken wir noch den Hinweis zu einem weiteren Tempel, also machen wir uns auf den Weg. Der Weg führt uns u.a. an Bambus vorbei.







Spinnen fühlen sich hier auch sehr wohl. Wir haben dieses Exemplar liebevoll „Ichigo Oshiri Kumo“ getauft was lose übersetzt dann soviel heißt wie „Erdbeere popo spinne“

Nach einem 10 minütigen Wanderweg erreichen wir den Seikanji Tempel an der Spitze eines Hügels. Eintritt sind hier 100 Yen, diese wirft man einfach in eine Box wenn man das Tor durchschreitet. Personal gibt es nicht

Die 100 Yen sind es aber alle mal wert, so unterstützt man auch einfach den Erhalt solcher Anlagen:




Ein heiliger Stein. Hier kann man wohl jeden Herzenswunsch loswerden




Der Seikan-Ji Temple ist aus dem Jahr 802(!) und ist der Tempel des Kaisers Takakura gewesen. Seine Geschichte ist romantisch und tragisch, man erzählt sich er sei im jungen Alter von nur 21 Jahren an seinem gebrochenen Herzen gestorben da er die Dame seiner Wahl nicht heiraten konnte da diese Priesterin werden musste. Sein Grab befindet sich auf dem Gelände.

Wir sind happy auf diesen kleinen Bergtempel gestoßen zu sein und merken langsam das wir hungrig werden. Auf den Rückweg halten wir an einem verschlafenen kleinen Lädchen, das auf diesem kleinen nicht allzu gut besuchten Weg liegt,  gönnen wir uns : dorayaki




Anschließend nehmen wir einen Bus in Richtung Kyōto-Mitte und schlendern durch den Nishiki-Market!








Auch der Süß-Magen/Nachtisch-Magen hier fündig!



Nishiki-Market ist eine lange, überdachte Einkaufsstraße mit allerlei „Leckereien“ (oder auch teilweise etwas fragwürdigen Dingen). Der Mann hat jedenfalls zugegriffen!

Gesättigt und sehr müde schleppen wir uns zurück in die Unterkunft und genießen das große Badezimmer inkl. Bad zum entspannen.
Es war ein langer Tag und wir haben viel gesehen. Es ist immer wieder erstaunlich wie müde sowas einen dann macht.

Liebe Grüße !

Samstag, 19. Oktober 2024

Tag 4 - Hallo Kyoto!

 Hallo Zusammen,

heute hieß es schon wieder Koffer packen und weiter: Wir fahren nach Kyoto!

Wir sind müde (so wie jeden Tag) und hungrig und bahnen uns unseren Weg bis zur Tokio Station. Das klappt auch alles sehr gut, der Nahverkehr in Tokio ist wirklich praktisch und gut.

beeindruckend, wie tatsächlich ganz ordentlich drei Menschenschlangenreihen für die drei Rolltreppen gebildet werden. In Deutschland wäre an jeder Rolltreppe vermutlich eine drängelnde Menschentraube.

Während wir gemütlich für Bento/Frühstück/Snacks für den Shinkansen schauen, sehen wir auch die langen, langen Menschenschlangen die an den Shinkansen-Ticket Verkaufs- und Reservierungsschalter stehen. Gut, das wir alles schon vor der Reise gemacht haben und am ersten Tag alles bei der netten Dame im Info-Center abholen konnten. Das spart unglaublich viel Zeit. Dieser Umstand führt auch dazu, das unser Shinkansen relativ leer bleibt (und das obwohl der erst für ab 12.03h ist). Man steht einfach sehr lange an diesen Schaltern und bis man dran ist, ist der Wunsch-Shinkansen weg oder es gibt den gewünschten Sitzplatz nicht mehr / keine mehr. Ich freue mich schon auf die nächsten Fahrten, die sind noch früher und ich hoffe, die sind auch so leer :D


auf die Minute pünktlich natürlich!

Die Fahrt von Tokio nach Kyoto führt am Berg Fuji vorbei den man bei guten Wetterverhältnissen auch gut sehen kann. Sitzplätze auf der richtigen Seite sind natürlich reserviert :)

FUJI! Leider im Wolkennebel versunken..

Pünktlich landen wir in Kyoto. Netterweise dürfen wir schon eine Stunde früher einchecken, was wir direkt ausnutzen und wir schlendern anschlißend durch den Kyotogyoen, ein großer Stadtgarten der quasi direkt vor unserer Unterkunft liegt:


Es sind diverse Cafes, Museen, Natur und Schreine auf dem Gründstück vorhanden und natürlich der Imperial Palast. Der ist aber zum Zeitpunkt zu dem wir hier rumlaufen schon geschlossen. Ist aber nicht schlimm, denn es ist auch so sehr hübsch:




Süss !!! Bringt sie uns Glück?



Langsam hat der Mann aber Hunger und uns verschlägt es wieder in Richtung Kyoto Station. Und auch weil ich noch Klamotten brauche. Es ist zu warm (27 Grad) und das was ich bisher eingekauft hatte ist für kühlere Temperaturen gedacht (die wir vermutlich hier leider nicht mehr erleben dürfen).

Kyoto Tower an der Kyoto Station/Bahnhof


Auf der Untergrund-Ebene werden wir essenstechnisch auch fündig. Heute gibt es Udon! 

yam

Nach etwas hin und her für mich auch mit ohne Zwiebeln. Es war lecker aber sehr heiß!
Gestärkt verlassen wir das Restaurant und suchen den Weg zum Avanti Kaufhaus das eigentlich einfach nur direkt hinter der Kyoto Station liegt. Tja, was so einfach klingt entwickelt sich zum Suchspiel, da durch die ganzen Etagen auch das GPS nicht exakt ist und Wege vorschlägt die gegen die Wand führen und/oder ins nichts. Ich denke, es kostet uns zwanzig Minuten bis wir endlich "on track" sind, es ist viel los und die ganzen Läden, Licher, Geräusche und Menschen lenken einen auch schnell ab.

Im Kaufhaus angekomen, zieht es uns direkt in den Klamottenladen "Avail". Ich lieb den einfach. Wir werden beide sogar fündig, doch die Shoppingtour hat Unterbrechungen: Erst zieht es mich und dann auch ihn immer wieder in eine gewisse Ecke: Zum Klo!

Ort des Attentats äh Geschehens..

Und wieder einmal möchte ich Japan für seine sauberen und quasi überall verfügbaren Toiletten preisen. Arigatou dafür!

Schnell beruhigt sich aber wieder alles und wir kommen endlich zur Kasse zum bezahlen und können sogar noch einen kleinen Don Quijote, zwei Etagen tiefer, einen Besuch abstatten. 


Hier finden wir einen superschönen Regenschirm mit Sonnenschutz. Den werden wir für die nächsten Tagen unbedingt brauchen!

Müde aber happy schleppen wir uns wieder zur Unterkunft.

Die Unterkunft ist wirklich sehr schön. Das Badezimmer ist riesig und wir gönnen uns ein schönes Bad und lassen den Abend in Ruhe ausklingen. Generell werden die Nächte hier so ruhig.. wir sind quasi mitten in Kyoto und schlafen mit offenen Fenster und es ist einfach so still.. ich liebe es!!


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Mückenstich Counter: 12 (+0)

Nächte mit mehr als 5 Stunden Schlaf: 1 (+1)

Donnerstag, 17. Oktober 2024

Tag 3 - Jetzt aber mal eine andere Seite von Tokio sehen

 Guten Abend Zusammen,

auch heute melde ich mich wieder.

Nach zwei ziemlich hektischen Tagen mit vielen Menschen und allerlei Geräuschen von überall dachten wir, wir gönnen uns etwas mehr Ruhe, Tempel, Schreine, Natur und einen Ort für den man nicht erst 45 Minuten durch die Gegend fahren muss: Ueno.


Zur Verteidigung der Japaner sei gesagt, das Bahnfahren & Co. sehr praktisch und einfach in Japan ist. Innerhalb weniger Minuten werden etliche Kilometer zurückgelegt. Und alles pünktlich. Man erlebt als in Deutschland wohnender Mensch hier womöglich  also das erste Mal, wie schön es sein könnte wenn Nahverkehr vernünftig aufgebaut wäre..

Unser Weg führte uns also durch den Ueno Park und auch hier begleitete uns eine, wenn diesmal auch andere Geräuschkulisse: Vogelgeschreie äh Gezwitscher. Ein Blick auf eine meiner Lieblingsapps (Danke geht an eine gewisse Bürokollegin raus) verrät uns, das es sich hier um Vögel mit dem klangvollen Namen "Orpheusbülbül" handelt. Nun ja, zwischen den Geschreie dieser eben erkunden wir den Ueno Park und sehen uns den "Toshogu Shrine" näher an:




super alter Baum

ein kleiner Schrein für Prüfungs-/Testerfolge

Das Innere des Schrein ist leider für die Öffentlichkeit nicht geöffnet. Das Äußere ist aber schon beeindruckend:



es gab einen extra "Foto-Kamera-Ständer/Photospot" für das Handy.. da haben wir die Gelegenheit mal genutzt XD

ist übrigens echtes Gold :o

Nach so viel schönen Dingen ist uns aber ganz schön hungrig oder durstig oder beides und wir gönnen uns ein Kakigoori. Kakigoori ist im Grunde den Wassereis-Stäbchen die man in Deutschland kennt, ähnlich. Es ist geschabtes Eis was dann mit einer Vielzahl an Syrups getränkt werden kann.

hier ist jemand noch skeptisch..

Wir dachten erst "Hmm, ist ja nur Wassereis".. aber die Portionen wirkten groß und letztlich waren wir froh das wir uns eines geteilt haben. Es war die perfekte Abkühlung für den Mittag, die Sonne strahlt ohne Erbarmen bei 26 Grad und fast wolkenlosen Himmel.

Während wir vor uns hinschmatzen, stellen wir mal wieder fest wie sauber es hier einfach ist im Vergleich zu Deutschland. Hier fliegt kein Müll herum, obwohl es an manchen Orten wirklich kaum Mülleimer gibt und man gezwungen ist den wirklich lang mit sich rumzutragen XD

Nach der Stärkung drehen wir noch eine Runde um den Shinobazu Pond:


Man könnte hier auch Tretbötchen fahren, aber wir sind zu müde und die Sonne ist einfach heftig. Wir beobachten lieber die anderen während wir den Rest unseres heutigen "7 Eleven"-Einkaufs wegsnacken (aka Onigiri.. ich werde es so hart vermissen wenn wir wieder in Deutschland sind).

Der Teich ist vor allem für seine riesigen Lotospflanzen bekannt. Leider ist die Blütezeit schon vorbei (Sommer!) aber ich war überrascht wie "grün" sie diesmal noch sind:



Es gibt ja Menschen, die der Überzeugung sind, das sich das Klima nicht ändert. Doch, es ändert sich.
Je näher man am Äquator ist, desto gravierender sind die Auswirkungen zu spüren.  Ich war ja jetzt schon ein paar Mal in Japan *hust* und es ist schon bemerkenswert, welche Veränderungen es nun in 11 Jahren gibt: Vor 5 Jahren z. B., waren die Lotospflanzen um die Zeit schon verblüht, weil zu kalt. Ich werde diese Feststellungen wohl noch öfter auf der Reise machen, zuletzt heute (aktuell Tag 5). Irgendwie war ich auch auffällig oft im Oktober in Japan (WORAN KANN ES NUR LIEGEN?!?!?)

Ich werde den Besuch des Teichs später auch noch bitter bereuen. Dazu unten mehr. Erst einmal ereignet sich ein kleiner Notfall: Der Mann aka mein Freund aka mein Verlobter aka Travel Prince HAT Hunger. Alarm!

Zufällig ist ein Lokal seiner im Voraus schon bestimmten Lieblingsrestaurantkette in der Nähe: Ichiran. Er hatte sich Foodvideos vor der Reise angesehen.

Ich verstehe zuerst nicht recht, was so besonders an dem Lokal sein soll. Tatsächlich stehen wir sogar ca. 15 Minuten an, um einen Sitzplatz zu kriegen (wir haben Glück, wir sind nach der Mittagszeit und vor dem Feierabendlunch da). Als wir reingehen beginne ich zu verstehen, was er daran so toll fand:

Man kommt ins Lokal, bestellt seine Sachen an einem Terminal/Automaten (das kennen wir Europäer ja mittlerweile langsam auch). Dann wird einem ein Platz zugewiesen.


Jeder Platz kann mit zwei Klappholzwänden komplett isoliert werden, so dass man mit seinem eventuell unbekannten Sitznachbar gefühlt nichts zu tun hat. Niemand sieht was man wie isst oder wer da genau neben einen sitzt. Vor einem sind noch die Rollläden zur Küche hochgeklappt und man muss seine Bestellung via Ticket noch einmal durchgeben bzw hinlegen. So weit so gut.



Es ist in diesem Lokal nicht notwendig ein EINZIGES Wort mit irgendjemanden zu sprechen. INTROVERTS PARADISE also.  
Innerhalb kurzer Zeit wird einem das bestellte Essen serviert. Ichimen Ramen hat sich auf Tonkatsu Ramen spezialisiert. Das tolle hier: Man kann sich Würze etc. selbst zusammenstellen. Alles über einen kleinen Zettel auf welchen man die Optionen einfach nur ankreuzen muss. Kein Wort muss gewechselt werden XD Sobald das gewünschte Essen serviert wurde, werden die Rollläden vom Kochpersonal runtergelassen.

klassiches Tonkatsu Ramen für den Herrn

Das Restaurant hat zum Glück an verfressene Leute gedacht und es gibt einen "Call"-Button. Hier kann nachbestellt werden oder man äußert einen weiteren Wunsch:


Dieses Konzept einfach XD

Man hat sich noch ein "Boiled Egg" nachbestellt. Dieses wurde in Windeseile geliefert. Der leere Blick als dieses Ei in der kleinen Schüssel lag und darüber nachgedacht worden ist wie man es nun am leisesten zerbricht.. WIR HABEN SEHR GELACHT XD

Für mich gab es u. a. etwas süßes:

Matcha Wackelwabbel Pudding mit Soooooooss! War lecker!

Wir hatten generell eine sehr gute Zeit im Restaurant: das Konzept ist gut durchdacht, das Essen kam fix und schmeckte sehr gut, es ist fast alles selbst erklärend und man hat wirklich seine Ruhe. Wir kommen wieder :D

Gut gestärkt zog es uns nach dem "ruhigen" Tag dann doch noch in eine hektischere Ecke: Akihabara!
Zu unserer Verteidigung: Es lag auf dem Rückweg, wir müssten hier sowieso umsteigen.

Ich weise daher den Weg in Spielhallen, eine wilder als die andere und wir verlieren doch etwas Geld an Rhythmus spielen:


"Do your best" - "Dont give up" - Jetzt tut doch gar nicht so als ob ihr euch um unsere Gefühle kümmert, ihr wollt von uns Losern nur mehr Geld !!!!!!!!111!!!


hier war man etwas erfolgreicher

Nach dieser aktiven Geldverbrennung (Light Version weil unter 1000 Yen) schlendern wir noch etwas durch die Straßen bevor wir uns zufrieden aber übermüdet auf den Weg nach Hause machen:

bis bald vielleicht?

Auf dem Weg nach Hause holen mich meine Fehlentscheidungen ein: Mückenstiche!

In weiser Voraussicht halten wir an einem DrugStore und bewaffnet mit der berühmten "Mushi" Creme und einem Insektenschutz geht es in die Unterkunft. Dadurch das wir vor Abreise erkältet waren, war alles etwas durcheinander und ich habe den Insektenschutz Stift/ bite away vergessen. Welch fataler Fehler. Das werde ich noch in den nächsten Nächten spüren. Ich bin ein lebendes Insektenschutzschild in Japan.. zumindest für meine Mitreisenden.. :-| 

Viele Grüße ins kühlere Deutschland. 

Wir beneiden euch gerade :D

Am nächsten Tag werden wir schon nach Kyoto weiterfahren !


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Mückenstich Counter: 12 (+11)

Nächte mit mehr als 5 Stunden Schlaf: 0